Arthritis

Arthritis (Gelenkentzündung)


Von Arthritis reden wir, wenn ein Gelenk oder Teile eines Gelenkes entzündet sind. Eine Arthritis kann zu einer Schädigung des betroffenen Gelenkes führen. Frauen sind weit häufiger betroffen als Männer, Hormonveränderungen, besonders in den Wechseljahren spielen hier eine Rolle. Bei einer Psoriasis kann als Begleiterscheinung eine Arthritis auftreten.

Man unterscheidet:

Akute Arthritis

  • Unfallbedingt (oder durch Überbelastung des Gelenkes)
  • Bakterielle Infektion (Verletzungsfolge, Borreliose)

Chronische Arthritis

  • Rheumatische Arthritis
  • Gichtarthritis
  • Degenerative Arthritis (Autoimmunarthritiden: z.B. Polyarthritis; Rheumatisches Fieber; Psoriasisarthritis; Crohnarthritis)

Ursachen

  • Verletzungen
  • Bakterien, Viren
  • Autoimmune Prozesse
  • Vererbung
  • Faktoren wie Stress, Alkohol, Mangelernährung, Fehlernährung, Überbelastung, Herde (z.B. Nebenhöhlen, Zahnwurzeln, Mandeln), Vergiftungen (z.B. Amalgam; Impfungen)

Symptome rheumatische Arthritis

  • Allmähliche oder plötzliche Schmerzen im betroffenen Gelenk
  • Rötung, Schwellung, Wärme
  • Funktionsminderung, Schwäche
  • Morgensteifigkeit
  • Müdigkeit
  • evtl. Fieberschub; Frösteln
  • Knotige Anschwellung der Fingergrundgelenke
  • Da die Muskeln mit der Zeit immer weniger beansprucht werden (Schmerzen, Schwellung) kommt es zu einem Muskelschwund (Atrophie)

Gichtarthritis


Gicht (Zipperlein) ist eine der ältesten Krankheiten in der Menschheitsgeschichte. Es sind mehr Männer betroffen.

Durch Erhöhung der Harnsäure (Salze) kommt es zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen (Urat) in Gelenken, Knorpeln, Knochen, Schleimbeuteln, Sehnenscheiden und Nieren. Dies führt u.a. zu Knorpelveränderungen in den Gelenken.

Akute Gicht

Ein akuter Gichtanfall verläuft wie eine Arthritis (Gelenksentzündung) mit einer Entzündung und einer starken Schwellung. Das Gelenk ist gerötet, es bestehen starke Schmerzen, eine Berührung (meist ist es die grosse Zehe) ist äusserst schmerzhaft. Als allgemeine Entzündungszeichen können Fieber, Kopfschmerzen bestehen. Ein Gichtanfall dauert ca. drei Tage, die Dauer der Anfälle kann im Krankheitsverlauf zunehmen.

Chronische Gicht

Bei der chronischen Gicht kommt es zu Gelenkdestruktionen, das Gelenk wird im Laufe der Zeit zerstört. Gichtknoten können u.a. am Grosszehengrundgelenk und an der Ohrmuschel auftreten. Gichtkranke neigen meist zu weiteren Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, erhöhtem Cholesterin.

Bleibt die Gicht unbehandelt, dehnen sich die Beschwerden auf andere Organe aus, meist sind die Nieren betroffen (Nierensteine; Nierenversagen).

Diagnose

  • Labor (Leukozytenanstieg; Harnsäure erhöht
  • Erhöhte Blutsenkung
  • Röntgen

 

Chronische Polyarthritis
(Rheumatoide Arthritis)


Die Polyarthritis ist eine tiefe systemische Erkrankung aus dem Rheumakreis. Von einer Polyarthritis spricht man, wenn mehr als fünf Gelenke betroffen sind. Im Laufe der Erkrankung werden immer mehrere Gelenke befallen.

Eine Polyarthritis beginnt meist plötzlich mit Schmerzen in den kleinen Finger- oder Zehenglenken. Die Gelenke sind geschwollen, übererwärmt. Morgens sind die Symptome meist am stärksten, man spricht hier von der Morgensteifigkeit.

Ursachen

Man zählt die Polyarthritis zu den Autoimmunkrankheiten. Genetische Einflüsse spielt eine grosse Rolle. Die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle.

Symptome

  • Morgensteifigkeit in mindestens einem Gelenk für mindestens eine Stunde
  • Gelenkentzündungen, mindestens an drei verschiedenen Gelenkregionen (z.B. Hand- od. Fingergelenke; beidseitige Gelenksentzündungen der selben Gelenke)
  • Rheumaknoten (derbe, verschiebliche Knoten unter der Haut). Sie sind typisch für die chronische Polyarthritis. Meistens entstehen sie im Verlauf der Erkrankung an Stellen erhöhter Druckbelastung. Man findet sie an der Streckseite von Gelenken, am häufigsten am Ellenbogen.

Diagnose

  • Nachweis von Rheumafaktoren im Blut (können vorhanden sein, sind aber noch nicht aussagekräftig); erhöhte Blutsenkung
  • weitere Laboruntersuchungen
  • Röntgenbilder (Veränderungen der Gelenke)

Schulmedizinische Behandlung


Arthritis

Nach dem heutigen Stand der Medizin sind chronische Gelenksentzündungen unheilbar, so dass Medikamente nur eine Linderung der Beschwerden herbeiführen können. Es gibt zwar kortisonhaltige Medikamente, die einen Rückgang der Entzündung bewirken können, sie sind aber nicht nebenwirkungslos und fördern unter anderem das Auftreten von typischen Alterserkrankungen wie Diabetes und Osteoporose.

Gicht

Die medikamentöse Behandlung bekämpft nur die Symptome, nicht die Ursache der Gicht.

Polyarthritis

Schmerzmittel, Abschwellende Mittel (Antiphlogistika), Entzündungshemmer, Kortison, Antirheumatika

Behandlung Klassische Homöopathie
und weitere Tipps aus der
Naturheilkunde


Heute weiss man, dass sich eine Arthritis nicht alleine in einem Gelenk abspielt, es handelt sich immer um eine Erkrankung des ganzen Körpers (besonders des Bindegewebes). Diese Gewebsart reagiert sehr empfindlich auf jegliche Reize. Sei dies durch Bakterien, Hormone, Kälte, Feuchtigkeit und seelische Einflüsse, usw.

In der Homöopathie werden nicht nur Rheumafaktoren, Röntgenbilder und Laborwerte beachtet, es geht um den ganzen Menschen. Jeder Mensch ist verschieden, geht anders mit seiner Krankheit um, hat andere Empfindungen, Sorgen und Ängste. Deshalb muss für die Behandlung individualisiert werden. Bei der Behandlung sind die lokalen Symptome oder der Name gar nicht so ausschlaggebend für mich. Ich werde Ihnen als Homöopathin aber sehr viele Fragen stellen: Z.B. über Ihre früheren Krankheiten, Vorlieben, Abneigungen, Lebenssituation, seelische Belastungen, Gewohnheiten, was ihre Beschwerden verbessert, was verschlimmert, wie sieht die Ernährung aus, usw. Erst die ausführliche Befragung und das analysieren ihrer familiären Belastung (vererbte Krankheiten; Krankheiten in der Familien) gibt mir ein Bild für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels.

Meist wurde auch schon über viele Jahre medikamentös behandelt. Medikamente verschleiern leider oft die Symptome und erzeugen Nebenwirkungen. Es gilt dann zu unterscheiden, ob einzelne Beschwerden nicht auch durch Nebenwirkungen verursacht wurden (sie haben nichts mit Ihnen selber zu tun). Im Laufe der Behandlung klärt sich für mich oft das Bild, es tauchen wieder ursprüngliche Symptome auf. Diese sind für den Behandlungsplan sehr wichtig.

Schulmedizinische Medikamente werden bei einer homöopathischen Behandlung nie einfach abgesetzt. Erst wenn der Zustand stabil ist, bzw. eine Verbesserung des Krankheitsbildes eintritt, werden diese allmählich ausgeschlichen (reduziert), dies macht eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und mir nötig, wenn möglich auch mit dem behandelnden Arzt.

Erkrankungen des Bewegungsapparates können durch eine homöopathische Konstitutionsbehandlung eine beeindruckende Besserung erfahren. Der Heilungserfolg hängt jedoch u.a. stark vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginnes ab. Je früher damit begonnen wird, umso schneller der Erfolg. Bei sehr fortgeschrittenen Gelenkschäden kann die Homöopathie aber zumindest die Schmerzen verringern, das übrige Bindegewebe wie Muskeln, Sehnen, Bänder) stärken, die Ernährung des Knorpels fördern, die Einnahme von starken Schmerzmitteln, Cortison verhindern oder verringern (Nebenwirkungen werden so verringert), und eine evtl. Operation hinauszögern.

Mit etwas Geduld werden durch die Behandlung sogar Regenerierungsprozesse möglich (z.B. am Knorpel, Knochen). Manchmal sind auch Abklärungen über Herdbelastungen notwendig (Zähne; Störfelder wie Wasseradern usw.).

Akute Arthritis

Bei der akuten Arthritis werden die die akuten Symptome behandelt (Entzündung, Schmerzen, Erguss, Steifigkeit, usw.).

Chronische Arthritis

Bei der chronischen Arthritis erfolgt immer eine Konstitutionelle Behandlung mit Berücksichtigung der Miasmatik (eigene Krankheitsgeschichte, Familienkrankheiten, usw.).

Gicht

Gicht lässt sich, da Stoffwechselkrankheit, konstitutionell am besten zwischen zwei Schüben behandeln. Besteht die Gicht schon länger, sind beträchtliche Schäden entstanden, braucht es von Seiten des Patienten etwas Geduld. Es kann aber schon bald mit einem Rückgang der Schmerzen gerechnet werden. Meist ist auch eine Ernährungsumstellung als ergänzende Massnahme erforderlich.

Gicht wird sehr stark durch die Ernährung beeinflusst, sie ist daher eher eine Erkrankung unserer Wohlstandsgesellschaft. Empfehlenswert ist eine Ernährungsberatung

  • Wenig Fleisch (kein Muskelfleisch wie Rind, Schwein, Wild) Fisch bevorzugen (aber Forelle, Aal, Hering meiden)
  • Erdnüsse, Hülsenfrüchte meiden
  • Vegetarische Ernährung, viel Rohkost, Vollkornprodukte
  • Bewegung
  • Kaffee und Alkohol (Bier; Weisswein) meiden/ einschränken

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Wickel: Kohl, Quark, Zwiebel
  • Tees: Brennnessel, Löwenzahn, Schöllkraut
  • Salben: Arnika, Beinwell  

Polyarthritis

Die Polyarthritis wird immer konstitutionell behandelt. Man darf aber nicht erwarten, dass nach einmaliger Arzneimittelgabe eine Heilung möglich ist. Ein befallenes Gelenk wird erst nach einigen Monaten seine Funktionsfähigkeit wieder erlangen.

Tipps

  • Reduzierung des Übergewichtes
  • Ernährungsumstellung: Durch zu viel Eiweiss werden Stoffwechselschlacken im Bindegewebe abgelagert, diese werden vom Körper nicht oder zu langsam abgebaut, es kommt zu Entzündungen. Eine konsequente Umstellung der Ernährung auf basische, d.h. eiweiss- und harnsäurearme Frischkost beugt einer Gelenkentzündung erheblich vor.
  • Verzicht auf Alkohol, Rauchen, Kaffe (Säure!)
  • gezielte Bewegungen

Naturheilkundliche Tipps

  • Testen Sie ob Ihnen warme od. kalte Wickel gut tun: Kohl, Leinsamen, Zwiebel, Quark, Lehm, Wasserwickel
  • Essig hat eine schmerzlindernde Wirkung, er führt dem Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente zu, diese beschleunigen den Stoffwechsel. Essig hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften.
    Einnahme Essig: 2 TL Apfelessig in einem Glas Wasser, tägl., evtl. mit etwas Honig
    Essigauflagen/Wickel/ Waschungen: Giftstoffe können über die Haut ausgeleitet werden
  • Arnika-Öl-Umschläge (hilft bei einem akuten Schub)
  • Alle Massnahmen, die zur Entsäuerung des Körpers beitragen sind angezeigt, z.B. Basenbäder
  • evtl.Vitamin-, Mineralien-Substitution
  • Leinöl (1-2 TL tägl.)
  • Auf die Ernährung achten (weniger tierisches Eiweiss, Milchprodukte, saure Nahrungsmittel)

Weitere Tipps siehe auch unter den betreffenden Krankheiten