Bänderzerrung

Bänderzerrung


siehe auch: Sportverletzungen, Verstauchung

Bänder bestehen aus zähen Fasern, welche Gelenkkapseln verstärken. Sie enthalten Blutgefässe und Nerven.
Je nach Stärke der äusseren Gewalteinwirkung können Bänder gedehnt, bei Überschreiten ihrer Elastizität teilweise oder vollständig reissen. Ein kompletter Bänderriss hat einen Stabilitätsverlust des Gelenks zur Folge. Da die stabilisierenden Bänder mit der Gelenkkapsel verbunden sind, wird häufig auch die Gelenkkapsel verletzt. Bänderrisse zählen zu den Gelenkverletzungen. Am häufigsten betroffen sind Sprung- und Kniegelenk.

Ursachen

Durch ruckartiges Zerren kann es zur Überdehnung der Bänder kommen, massivere Verletzungen führen zum Bänderriss mit Blutung ins Gelenk und unter die Haut.

  • Verkehrs-, Arbeits- und Sportunfälle, Unfälle im häuslichen Bereich (Stolperfallen!)

Symptome

Bänderzerrungen sind sehr schmerzhaft (Bewegungsschmerz) und von Schwellungen, Blutergüssen begleitet.

  • Bei leichten Zerrungen wird die Beweglichkeit des Gelenks kaum beeinträchtigt und die Schmerzen sind gering.
  • In der Regel ist das Gelenk deutlich angeschwollen. Allerdings kann die Schwellung auch ausbleiben.
  • Bei Zerreissen von inneren Gelenkstrukturen blutet es in die Gelenkhöhle (Gelenkserguss). Ist diese prall mit Blut gefüllt, kann das Gelenk kaum mehr bewegt werden. Es entstehen Überwärmung und Spannungsgefühl.
  • Abhängig davon, wo die Verletzung auftritt und wie stark das Band verletzt ist, ergeben sich weitere Funktionsausfälle, insbesondere ein Stabilitätsverlust.
  • Ein chronisch instabiles Kniegelenk führt zu einer zusätzlichen Schädigung von Meniskus und Knorpel, was eine frühzeitige Abnützung des Gelenks (Arthrose) begünstigt.

Eine Abklärung ist notwendig

  • Wenn Schmerz, Schwellung und Bluterguss nicht innerhalb 2- 3Tage zurückgehen.
  • Bei Funktionsverlust oder störender Beeinträchtigung der Gelenkfunktion, etwa bei wiederholtem Abknicken oder einer Blockade.
  • Wenn Verdacht auf eine Fraktur (Knochenbruch) besteht.

Tipps


  • Einlaufen und Stretching vor dem Sport
  • Sportgerechte Schuhe
  • Korrektes Einstellen der Skibindung
  • Vorsicht bei unebenem Boden. Entfernen Sie Stolperfallen im Haushalt (Kabel, rutschende Teppiche).
  • Gelenkstabilisierung mit Stützbandagen bei Sportarten, welche die Gelenke stark beanspruchen und bei Bänderschwäche.

Behandlung Schulmedizin


Diagnose: Untersuchung auf Schwellung, Erguss, Gangbild, Stabilitätsprüfung (bei akuter Verletzung durch Muskelanspannung und Schmerzen schwierig), Röntgen, Kernspintomographie, Punktion (wird Blut punktiert, kann von einer Bandverletzung im Kniegelenk ausgegangen werden). Generell sind Untersuchungen an einem Kniegelenk mit frischer Bandverletzung wegen den starken Schmerzen schwierig. Die Schmerzen treten im Moment der Verletzung auf, lassen nach, kehren aber in der Regel bei Belastung wieder auf.

Nicht immer werden Kreuzbandrisse im Akutfall diagnostiziert. Häufig kommt es durch die Instabilität des Gelenkes zur Diagnosestellung.

Die Behandlung ist vom betroffenen Gelenk, der Schwere der Verletzung und vom Alter des Patienten abhängig. Bei leichteren Verletzungen, z.B. Verletzungen des Innen- oder Aussenbandes im Knie, muss meist nicht operiert werden.

  • Ruhe
  • Ruhigstellen mit festem Verband (Gips, Schiene)
  • Operation um das Band zu ersetzen, erst wenn das Kniegelenk abgeschwollen ist. Die Operation ist abhängig vom Alter, Beruf, Art der Verletzung, Lokalisation, usw., die verletzten Bänder werden entweder genäht oder durch Sehnentransplantate ersetzt (z.B. Kreuzbandplastik aus der Patellasehne).
  • Beweglichkeit, Gelenksstabilität und Kraft sollte durch abschwellende Massnahmen und physiotherapeutische Übungen unterstützt werden.
  • Schmerzlinderung
  • Reizstrom-, Ultraschall-Behandlung

Behandlung Naturheilkunde


  • Arnika-Salbe
  • Quarkauflage oder Kohlblätter
  • Beinwelltinktur (Auflagen)
  • Vitamin C
  • Leinöl, 1 TL täglich

Behandlung Klassische Homöopathie


Homöopathie ersetzt gegebenenfalls aber keine Diagnostik. Die homöopathische Behandlung macht bei Verletzungstraumen aber die chemische schulmedizinische Behandlung überflüssig. Dennoch sollte nicht auf eine Erste Hilfe mit Eis oder Cold Pack, Hochlagern, Kompressionsverband und Ruhe verzichtet werden. Unter Kälteeinwirkung ziehen sich die Blutgefässe zusammen und es blutet weniger. Kühlung ist zugleich schmerzlindernd.

Verletzungen und deren Folgen sind immer mit Schmerzen verbunden. Über den Schmerz werden wir gezwungen zu handeln, im Fall einer Bänderzerrung ist das betroffene Glied ruhigzustellen. Verletzungsschmerzen können mit homöopathischen Arzneimitteln nebenwirkungsfrei gelindert werden.

Für die Akutbehandlung stehen sehr gute Mittel zur Verfügung. Ich berate Sie hier gerne. Dazu ist aber eine Anamnese notwendig, da das Mittel anhand der individuellen Symptome differenziert werden muss.

Manchmal wird es schwierig für mich, wenn Patienten bereits mehrere verschiedene homöopathische Arzneimittel eingenommen haben, ohne dass eine Besserung eingetreten ist. Dadurch werden die Symptome unklar. Arnika, oft empfohlen in Ratgebern, wirkt nur wenn die Symptome und der Zustand des Betroffenen zu Arnika passen! Ansonsten kann Arnika auch gegenteilige Folgen haben, gar die Heilung verzögern. Wenn Sie eine Bänderzerrung selber behandeln, sollten Sie also bereits gute Kenntnisse über die Wirkungsweise der Homöopathie besitzen. Das gleiche gilt, wenn Sie in homöopathischer Konstitutionsbehandlung sind, kontaktieren Sie lieber Ihren Homöopathen, bevor sie selber Arzneimittel einnehmen.

Besteht bei Ihnen eine vermehrte Neigung zu Gelenksverletzungen (Stabilitätsverlust), so sollte unbedingt eine Konstitutionsbehandlung gemacht werden.