Blasenschwäche

Blasenschwäche (Inkontinenz)


Normalerweise stellt sich der Drang, Wasser lassen zu müssen, erst bei etwa halbvoller Blase ein. Bei einer Blasenschwäche verspüren die Patienten viele Male am Tag einen plötzlich auftretenden, sehr starken Harndrang, bei dem auch unwillkürlich Urin abgehen kann.

Harninkontinenz bezeichnet ein Problem, welches oft als Blasenschwäche wahrgenommen wird. Gemeint ist, eine Unfähigkeit, den Urin bewusst zurückzuhalten. Oft besteht auch ein vermehrter Harndrang. Die Harninkontinenz ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom für Erkrankungen am Harnapparat (z.B. Blasenschliessmuskel, Harnleiter). Bei einer Stressinkontinenz, bzw. Belastungsinkontinenz kommt es bei Lachen, Niesen, Husten, Bücken, Heben, körperlicher Anstrengung zu einem ungewollten Harnabgang. Hier sind v.a. die Frauen betroffen.

Bei einer nächtlichen Inkontinenz spricht man vom Bettnässen. ( siehe Bettnässen)

Im Gegensatz zur Reizblase besteht kein ständiger Drang zum Wasserlassen.

Ursachen

Die Ursachen der Überregbarkeit sind vielfältig:

  • Durch chronisches Harnverhalten kann die Blase ihre Funktion „verlernen“ und die Blasenkapazität bis auf ein Fünftel des Normwertes schrumpfen.
  • Beckenbodenschwäche als Folge von Geburten, operativen Eingriffen oder Hormonmangel.
  • Neben krankhaften Veränderungen im Bereich der Blase oder Harnröhre können chronische Harnwegsinfekte, Östrogenmangel oder neurologische Blasenerkrankungen der Auslöser sein.
  • Alter
  • Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
  • Geburten
  • Menopause (Hormonmangel)
  • Prostatavergrösserung, die Blase kann dadurch nicht mehr vollständig entleert werden.
  • Reizblase: Bei Frauen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr sind häufig Dysfunktionen der Blasenmuskulatur, die durch Stress, nervöse Unruhe oder Erwartungsangst noch verstärkt werden, für die Blasenschwäche verantwortlich.
  • Psychosomatik: Partnerkonflikte, neurotische Störungen, Stressüberlastung, depressive Verstimmungen können das Problem verstärken oder sind Ursache einer Inkontinenz.
  • Mangelnde Konzentration bei dementen Patienten.
  • Bettnässen (Enuresis nocturna)
  • Blasenentzündung (Zystitis) und Harnröhrenentzündung
  • Parkinson
  • Tumore
  • Diabetes
  • Multiple Sklerose
  • Folge von Operationen

Behandlung Schulmedizin


  • Hormone während den Wechseljahren; Medikamente welche die Blasenfunktion steuern.
  • Antidepressiva
  • Operation bei Gebärmuttersenkung oder bei einer Prostatavergrösserung.

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Blase regelmässig zu bestimmten Zeiten entleeren. Damit wird die Blase trainiert und einer Überdehnung vorgebeugt.
  • Genügend trinken. Durch zu wenig Trinken ist der Harn konzentrierter. Dieser verstärkt den Harndrang eher und die Gefahr einer Blasenentzündung steigt.
  • Beckenbodentraining nach einer Geburt
  • Beckenboden trainieren: Bei Toilettengang Harnstrahl willentlich unterbrechen und dann wieder fliessen lassen.
  • Gewicht reduzieren wenn Übergewicht besteht.

Behandlung Klassische Homöopathie


Durch Schamgefühle, Veränderung der Lebensgewohnheiten (ständige Suche nach einer Toilette) und Angst, andere könnten das Problem bemerken (Geruch), steigt die psychische Belastung und der Leidensdruck stark an. Die Betroffenen ziehen sich mit der Zeit immer mehr zurück. Viele arrangieren sich einfach mit ihrem Problem, glauben, man könne nichts dagegen unternehmen.

Immer wieder stelle ich fest, dass die tägliche Trinkmenge bei einer Blasenschwäche eingeschränkt wird. Dadurch drohen jedoch gesundheitliche Folgen. Die Nieren werden z.B. unterversorgt, und ihre Aufgabe, die Entgiftungsfunktion, wird dadurch stark eingeschränkt. Harnleiter, Harnröhre und Blase werden zudem nicht mehr genügend durchspült. So können sich leichter Infektionen entwickeln.

Durch die Füllung der Blase wird normalerweise auch die Blasenmuskulatur trainiert. Ist die Blase nur noch gering gefüllt, so fällt dieses Training weg. Das Fassungsvermögen der Blase verringert sich allmählich. Das führt wiederum dazu, dass die Inkontinenz noch verstärkt wird. Da bei älteren Menschen das Durstgefühl häufig nachlässt, sollte bewusst für eine genügende Flüssigkeitsaufnahme gesorgt werden. Gesund und normal ist eine Mindesttrinkmenge von täglich 1,5 bis 2 Liter.

Behandlung

Eine Harninkontinenz wird immer konstitutionell behandelt. Dazu benötige ich eine ausführliche Anamnese.