Blutdruckprobleme

Blutdruck


Das Herz funktioniert als Pumpe, es zieht sich etwa 60 – 80mal pro Minute zusammen und dehnt sich anschliessend wieder aus. Dabei wird das Blut unter Druck in die Schlagadern (Arterien) befördert. Diese verzweigen sich in immer dünnere Äste und schliesslich in feinste Blutgefälle (Kapillaren). Diese Äste und Gefässe setzen dem Blutstrom einen mehr oder weniger grossen Widerstand entgegen. Das Blut kann nur fliessen, wenn es unter einem ausreichenden Druck steht.

Spricht man vom Blutdruck, meint man den in den grossen Schlagadern (Arterien) gemessenen arteriellen Blutdruck. Die Angabe des Blutdruckes erfolgt in einem Zahlenpaar mit systolischem Blutdruck (Auswurfkraft des Herzens) und diastolischem Blutdruck (Herzfüllungsphase).
Der Blutdruck wird meist auf Herzhöhe gemessen (Oberarm).  Der gemessene Wert wird z.B. mit 111/75 mmHg angegeben.

Der Blutdruck ändert sich ständig im Laufe des Tages, er ist von vielen Faktoren abhängig. Bei körperlicher Anstrengung nehmen Herzminutenvolumen und Durchblutung in der Peripherie zu, der Gefässwiderstand sinkt, der systolische Blutdruck steigt stärker an als der diastolische Wert.

Wenn der Blutdruck höher als 140 zu 90 mmHg ist, sollte man ihn medizinisch abklären lassen. Bei ständig erhöhtem Blutdruck leistet das Herz schwere Arbeit und die Arterien werden stärker belastet. Sie neigen dann zu Verkalkung und Verengung (Arterienverkalkung). Dadurch steigt das Risiko, einen Schlaganfall, eine Herzerkrankung, ein Nierenleiden oder Augenschäden zu erleiden.

Obere Grenze
normaler Blutdruck
130/85 mmHg
Kontrollbedürftiger Grenzbereich 130/85 – 140/90 mmHg
Erhöhter Blutdruck ab 140/90 mmHg

 

Hoher Blutdruck (Hypertonie)


Hohe Blutdruckwerte entstehen nicht aus dem Nichts, zu ihrer Entstehung tragen viele Faktoren bei:

  • Falsche Ernährung (z.B. Fertigprodukte – sie enthalten zu viel Salz).
  • Erhöhter Salzkonsum (à Diätsalz ohne Natriumchlorid verwenden, oder frische Kräuter).
  • Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin)
  • Arteriosklerose
  • Übergewicht
  • Mangelnde Bewegung
  • Rauchen, starker  Alkoholkonsum
  • Psyche, Stress
  • Bewegungsmangel
  • Erbliche Veranlagung
  • Diabetes
  • Hormonstörungen
  • Nierenerkrankungen; Herzerkrankungen; Hormonstörungen; Schilddrüsenprobleme, Diabetes
  • Herzerkrankungen
  • Nebenwirkungen Medikamente (Antibabypille; Cortison)
  • Hoher Salzkonsum
  • Schwangerschaft

Etwa 15% der Hochdruckfälle gehen auf andere Erkrankungen oder besondere Umstände (z.B. Schwangerschaft) zurück. Diese Formen werden als sekundäre Hypertonie bezeichnet.

Symptome

Meist treten zunächst keine Beschwerden auf, erst bei chronisch erhöhtem Blutdruck kommt es zu:

  • Druckkopfschmerz
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Herzklopfen
  • Beklemmungsgefühle
  • Ohrensausen
  • Rotes Gesicht
  • Nasenbluten
  • Schweissausbrüche
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Atemnot in Ruhe
  • Folgeschäden: Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefässe), Herz- und Nierenerkrankungen, Schlaganfall

Tipps

  • Vegetarische Kost, mediterrane Kost, viel Obst.
  • Tierische Fette einschränken, lieber hochwertige pflanzliche Öle verwenden (z.B. Olivenöl).
  • Kaliumreiche Kost (Obst, Gemüse)
  • Salz- und eiweissarme Diät, zumindest Reistage, Rohkosttage einlegen ( fördern die Wasserausscheidung).
  • Knoblauch
  • Entspannungsübungen
  • Ruhepausen
  • Körperliches Training
  • Alkoholgenuss einschränken

Schulmedizinische Behandlung

Blutdrucksenkende Medikamente:

  • Sartane (Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten). Sie erweitern die kleinen Arterien, Salz wird über die Nieren ausgeschieden.
  • ACE-Hemmer
    Sie verhindern die Bildung der blutdrucksteigernden, hormonartigen Substanz Angiotensin II. Die kleinen Arterien erweitern sich, die Aldosteron-Ausschüttung aus den Nebennieren ins Blut wird gedrosselt, Salz und Wasser wird über die Nieren ausgeschieden. Es kommt zu einer Blutvolumenabnahme.
    Nebenwirkungen: Husten, Hautausschlag, Ödeme.
  • Diuretika (harntreibende Medikamente
    Es kommt zu einer Ausscheidung von Salz und Wasser, dadurch senkt sich das Blutvolumen.
    Nebenwirkungen: Kaliumverlust (ein ausgeprägter Mangel führt zu EKG-Veränderungen, Muskelschwäche, Störung der Zuckerverwertung, besonders bei Diabetikern, Potenzstörungen, Hautausschlag.
  • Betablocker
    Sie wirken auf die Schlagkraft des Herzens, Puls und Blutdruck nehmen ab.
    Nebenwirkungen: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kältegefühl in Händen und Füssen, Potenzstörungen, Hautausschlag.
  • Kalziumantagonisten
    Die Anspannung der Muskelzellen lässt nach, kleine Arterien werden so weitgestellt.
    Nebenwirkungen: Ödeme (Knöchel), Kopfschmerz, rotes Gesicht, Hautausschläge

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)


Eine Hypotonie lässt sich auf einen verringerten Gefässwiderstand zurückführen. Durch Versagen der Kreislaufreflexe versackt das Blut in tieferen Körperpartien. Viele Menschen haben einen tiefen Blutdruck. Er wirkt sich eigentlich positiv auf die Lebenserwartung aus, ist keine Krankheit, manchmal macht er aber Beschwerden.

Ursachen

  • Meist ist keine Ursache bekannt.
  • Oft sind es schlanke, hochgewachsene Menschen, oder Jugendliche, welche schnell gewachsen sind.
  • Salzmangel oder Flüssigkeitsverlust (z.B. durch Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall, Blutverlust)
  • Blutverluste (Menses, nach Geburt; Operation, Verletzungen)
  • Schwangerschaft
  • Schlafmangel
  • Stress
  • Ernährungsstörungen
  • Nebenwirkungen Medikamente (z.B. Diuretika)
  • Veranlagung
  • Hoher Alkoholkonsum, starkes Rauchen
  • Innere Erkrankungen (z.B. des Herzens, des Nervensystems, des Hormonsystems)
  • Infektionskrankheiten

Symptome

  • Kreislaufbeschwerden, z.B. beim Stehen oder bei plötzlichem Lagewechsel „Schwarzsehen“,  Schwindel
  • Kältegefühl an Händen, Füssen
  • Ohrensausen
  • Müdigkeit, Antriebsschwäche
  • Blässe
  • Schlafprobleme
  • Herzklopfen, schneller Puls, Ohrensausen
  • Schweissausbrüche
  • Konzentrations- und Leistungsschwäche
  • Wetterfühligkeit

Tipps

  • Viel trinken
  • Alkohl und koffeinhaltige Getränke einschränken, sie entziehen dem Körper Flüssigkeit, öffnen zudem die Gefässe, der Blutdruck sinkt.
  • Regelmässige kleine Mahlzeiten, evtl. etwas salzreichere Kost. Frühstück, evtl. mit etwas Kaffee.
  • Ausreichend schlafen, langsames Aufstehen (zuerst Aufsitzen).
  • Auf heisse Dusche verzichten, lieber Wechselduschen (heiss-kalt), Kneippen.
  • Bürstenmassagen regen den Kreislauf an.
  • Bewegung (wirkt auf den gesamten Kreislauf).
  • Beim Stehen öfters Wippen (Wadenmuskulatur wird so betätigt), Herumgehen.
  • Rosmarintee, 3 x tägl. 1 Tasse (nicht nach 17 Uhr, Rosmarin ist stark anregend) aber keine Langzeitanwendung (nicht länger als 3 Wochen).

Schulmedizinische Behandlung

Ein niedriger Blutdruck ist meist nicht behandlungsbedürftig. Falls obgenannte Massnahmen ohne Erfolg sind, ist eine medikamentöse Behandlung möglich (höheren Gefässdruck, stärkere Herzarbeit, mehr Gefässvolumen).

Behandlung Klassische Homöopathie bei Blutdruckproblemen


Bluthochdruck ist bei einem Patienten ein Symptom von vielen Symptomen. Das heisst, für die homöopathische Behandlung zählt nicht der Name der Krankheit, sondern der allgemeine und individuelle Krankheitszustand des Patienten.  

Je früher die Behandlung eingeleitet wird, umso besser. Ein hoher Blutdruck entsteht nicht aus heiterem Himmel. Bluthochdruck hat verschiedenste Ursachen, z.B. Übergewicht, Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Rauchen, Medikamente, Nieren- oder Stoffwechselstörungen, Chrom- und Magnesium-Mangel, Schwangerschaft, Zahnstörfelder, Schleudertrauma. Das Ziel einer homöopathischen Behandlung ist es, Ihr Allgemeinbefinden positiv zu  beeinflussen (Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Durchblutungsstörungen, Herzschwäche, Nierenschwäche, Ödeme, Augenschäden, usw.).

Äusserer Druck erzeugt inneren Druck. Diese Weisheit beobachte ich oft im Praxisalltag. Deshalb sind für eine Konstitutionsbehandlung sowohl die gegenwärtige, sowie die vergangene Geschichte des Patienten, als auch die der Familie für die Bestimmung des homöopathischen Arzneimittels wichtig. Bei einem plötzlichen starken Anstieg des Blutdrucks (Blutdruckkrise) kann die Homöopathie innert kürzester Zeit Abhilfe schaffen.

Bei sehr hohem Blutdruck können die schulmedizinische Arzneimittel im Laufe der Behandlung reduziert oder im Laufe der Behandlung abgesetzt werden. Achtung: Patienten mit Bluthochdruck dürfen jedoch nie eigenmächtig ihre Medikamente absetzen. Erst wenn sich die Allgemeinsymptome und die Blutdruckwerte verbessern, kann in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt eine allmähliche Reduktion der schulmedizinischen Medikamente ergeben.

Ein Homöopath beurteilt Ihre Lebenssituation, Ihre Krankheitsgeschichte immer gesamthaft.
Er wird schauen, was denn in Ihrem Leben dazu geführt, dass Sie „unter Druck stehen“. Wie sieht ihre Lebenssituation aus, unter welchen Beschwerden/Krankheiten litten Sie im Laufe Ihres Lebens und wo wurden diese mit unterdrückenden Massnahmen behandelt? Er wird Sie bei Bluthochdruck auch dahingehend beraten, was Sie in Ihrem Alltag vielleicht verbessern oder meiden sollten. U.a. spielt hier die Ernährung eine wesentliche Rolle. Gemieden werden sollten z.B. tierische Fette (besser ist 2x Fisch/Woche), Salz und scharfe Gewürze, aber auch Genussgifte wie Kaffee, Schwarztee. Ein wöchentlicher Obst-, Reis-, oder Kartoffeltag kann Ihnen bereits helfen, Ihren Organismus günstig zu beeinflussen. Allgemein wäre eine Ernährung, welche weniger säurehaltige Nahrungsmittel enthält, günstiger.

Eine homöopathische Behandlung wird Ihre Organsysteme stärken
(z.B. Leber, Nieren, Darm) und bestehende Erkrankungen (körperliche und seelische) von innen heilen.