Blutergüsse

Blutergüsse (Hämatome)


siehe auch: Muskelverletzungen, Sportverletzungen; Verstauchung

Durch Schlag, Stoss werden kleinste Blutgefässe verletzt, es entsteht ein Bluterguss. Weil sich unter der Haut das Blut ansammelt, entstehen rötlich-blaue Flecken. Durch den Abbau des Blutes ändert sich die Farbe nach ein bis vier Tagen zu einem tiefen Dunkelblau, sie gehen nach weiteren Tagen in eine grünliche Farbe über. Nach spätestens zwei bis drei Wochen ist der Bluterguss normalerweise verschwunden.

Durch Einblutungen in Muskeln, Gelenken werden diese in ihrer Funktion eingeschränkt, es kommt zu einer Schwellung und zu Schmerzen. Bei grossen Hämatomen ist eine Entzündung die häufigste Komplikation. Die Behandlung besteht darin, dieses chirurgisch auszuräumen.

Gewöhnlich wird das Hämatom nach einigen Tagen vom Körper wieder abgebaut. Der betroffene Körperteil sollte nicht zu stark belastet werden, um eine neuerliche Einblutung und weitere Gefässverletzungen zu vermeiden. Ausser einer symptomatischen Therapie sind in den meisten Fällen keine weiteren Massnahmen nötig. Nach dem Abklingen der durch den Bluterguss verursachten Schwellung und Schmerzen kann wieder langsam mit sportlicher Betätigung begonnen werden.

In seltenen Fällen breitet sich ein Hämatom zwischen Muskelfasern und der sie umgebenden Hülle (Muskelfaszie) aus. Dabei kann der Bluterguss so stark auf die Blutgefässe drücken, dass Gewebestrukturen wie Muskeln und Nerven nicht mehr ausreichend durchblutet werden (Kompartment-Syndrom). Um das Absterben von Muskeln oder Nerven zu verhindern, muss aus schulmedizinischer Sicht operiert werden.

Bei Stossverletzungen am Kopf, Auge, Genitalien, Bauch  sollten Sie evtl. einen Arzt aufsuchen. Sehr grosse, sich schnell ausbreitende Blutungen müssen ebenfalls ärztlich versorgt werden (Verdacht auf Verletzung grösserer Blutgefässe). Solche Gefässeinrisse können zu lebensbedrohlichen Schockzuständen führen.
Blutungen ohne äusserliche Einflüsse müssen immer abgeklärt werden (um eine Blutgerinnungsstörung auszuschliessen).

Ursachen

  • Verletzungen durch Stossen, Sturz, Prellung, Quetschung, Verstauchung, Zerrung, Operation, Geburt, Spritzen, Blutentnahmen
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Blutverdünnung
  • Gefässschaden (Arteriosklerose)

Diagnose

  • Schilderung des Unfallherganges und Beschwerdebild, Ultraschall, Röntgen (um knöcherne Verletzungen auszuschliessen).

Tipps


Die meisten Blutergüsse verschwinden nach einigen Tagen von selbst. Sie können jedoch mit folgenden Tipps in ihrer Intensität beeinflusst werden:

  • Kühlung für 15-20 Min. mit Eispackung, Eisspray, kaltes Wasser, kalte, feuchte Umschläge (die kleinen Kapillaren ziehen sich dadurch zusammen, die Blutung wird gestoppt).
  • Verletzte Stelle hochlagern.
  • Weitere Bewegung sollte vermieden werden, da die Muskulatur ansonsten weiterhin gut durchblutet wird und sich der Bluterguss verstärken kann.
  • Essig-Umschlag (Apfelessig, Obstessig)
  • Essigsaure Tonerde
  • Keine Massage
  • Später folgen Wärmeanwendungen (warmes Bad, warme Auflage).

Schulmedizinische Behandlung


  • Salben mit Heparin oder Hirudin
  • Kytta-Salbe (enthält Symphytum)
  • Punktion des betroffenen Gelenkes
  • Operative Öffnung des Blutergusses

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Arnika-Salbe oder Arnikaumschläge (entzündungshemmend, abschwellend, schmerzlindernd).
    Achtung: Wenn eine offene Wunde vorhanden ist, sollte keine Arnika verwendet werden.
  • Symphytum-Salbe; Wickel mit Symphytum
  • Vitamin C und Zink
  • Notfalltropfen
  • Verdünnte Calendula-Tinktur auf Kompresse geben, 1:10 (blutstillend, schmerzlindernd, desinfizierend)

Behandlung Klassische Homöopathie


Ein kleiner Bluterguss bedarf normalerweise keiner homöopathischen Behandlung. Ist der Bluterguss jedoch in Gelenknähe oder sehr ausgedehnt, sollte möglichst schnell eine homöopathische Behandlung in die Wege geleitet werden. Homöopathische Arzneien stoppen die Einblutung, regen den Körper an, das Blut zu resorbieren, wirken entzündungshemmend und sie sind schmerzstillend. Hämatome in Muskeln und Gelenken werden leider nur langsam vom Körper abgebaut. Gerade hier liegt die Stärke der Klassischen Homöopathie! Eine frühzeitige homöopathische Behandlung verhindert, dass es später zu Einkapselungen und Narbenbildungen im Muskelgewebe kommt. Eine Behandlung verringert ausserdem die Heilungszeit um Tage und Wochen. Gerade im Sport und in der Arbeitswelt sind dies schlagkräftige Argumente für diese sanfte Methode.

In jedem Ratgeber wird das homöopathische Arnika zu innerlichen Anwendung empfohlen. Hier gilt es jedoch zu beachten, dass nicht immer Arnika indiziert ist. Hier gilt es, wie immer in der Homöopathie, dass bei der Arzneimittelwahl individualisiert wird. Das heisst, die Arznei-Symptome müssen auf den Krankheits-Zustand des Patienten passen. So ist der Ort der Verletzung, das Aussehen der Verletzung, die Schmerzbeschreibung, Verschlimmerungen, Verbesserungen der Schmerzen, wichtiger als die Diagnose „Hämatom“. Wichtig ist auch der Gemütszustand (ungeduldig, bedrückt, wehleidig, jammernd, fluchend, usw.). Wenn sich noch die Umstände, die zur Verletzung geführt haben (Stress, Zerstreutheit, usw.) bei der Anamnese erheben lassen, sollte der homöopathischen Behandlung nichts mehr im Wege stehen. Belladonna, Bellis perennis, Bryonia, Calendula, Conium maculatum, Crotalus horridus, Hamamelis, Hypericum, Lachesis, Ledum, Millefolium, Phosphorus, Symphitum,  Rhus toxicodendron, Ruta, Secale, Sulfuricum acidum, sind nur einige bewährte Arzneimittel für die Behandlung von Hämatomen/Blutergüssen.

Wenn Sie bei der Wahl des Mittels unsicher sind, fragen Sie Ihren Homöopathen, eine falsche Mittelwahl kann die Heilung einerseits verzögern oder die Symptome durcheinanderbringen. Wichtig ist auch die richtige Potenz und die Dosierung (Einnahme) des entsprechenden Mittels.