Durchfall

Siehe auch:

Durchfall ist ein Symptom, keine Krankheit. Er tritt bei verschiedenen Krankheiten als Begleitsymptom auf. Ein Durchfall durch verdorbene Speisen ist ein Versuch vom Körper, sich von schädlichen Stoffen zu befreien. Bestehen Durchfall und Erbrechen gleichzeitig, spricht man von Brechdurchfall (Magen-Darm-Grippe oder Gastroenteritis). Durchfall mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber (Magen-Darmgrippe) weist auf einen ansteckenden Durchfall hin (z.B. Rota-Viren, Noro-Virus, Colibakterien, Salmonellen, Staphylokokken, usw.)

Bei Durchfall ist der Anteil des Wassers, welches dem Körper entzogen wird deutlich erhöht, deshalb besteht die Gefahr einer Austrocknung (Dehydrierung).

Von Durchfall spricht man, wenn der Stuhl mehr als 3x täglich ausgeschieden wird, dieser weich oder flüssig ist und die Stuhlmenge vermehrt ist.

Ein akuter Durchfall dauert bis zu zwei Wochen, ein chronischer Durchfall hingegen dauert länger an, bzw. die Symptome verschwinden nie vollständig, sondern es kommt immer wieder zu flüssigen oder breiigen Stühlen.

Bei Erwachsenen sind akute Durchfälle meist harmlos. Anders ist es bei Säuglingen, Kleinkindern oder geschwächten Menschen, hier besteht die Gefahr von Dehydration (Austrocknung) und Kreislaufversagen.

Ursachen

  • Akuter Durchfall ist meistens infektiös bedingt (Bakterien und deren Toxine, Viren, Würmer, Protozoen).
  • Nahrungsmittelvergiftungen (Staphylokokken, Salmonellen, Shigellen, Yersinien, Campylobacter)
  • Reisedurchfall durch Escherichia-Coli-Stämme (Darmbakterien, an die sich die Bevölkerung eines fernen Landes gut angepasst hat, die auf Europäer aber eine „durchschlagende Wirkung“ haben können). Typhus, Paratyphus, Cholera, Ruhr (diese Krankheiten werden häufig von Reisen in aussereuropäische Länder mitgebracht).
  • Ungewohnte Nahrung (Olivenöl, Meeresfrüchte, usw.)
  • Vergiftungen (Quecksilber, z.B. durch Amalgam-Plomben; Arsen, usw.)
  • Künstlicher Süssstoff (z.B. Sorbit)
  • Nahrungsmittelallergien (z.B. Milchallergie; Gluten)
  • Begleiterscheinung bei Masern, Scharlach, Mittelohrentzündung, Zahnen, usw.
  • Milchzuckerunverträglichkeit (Lactose-Intoleranz), Fructoseintolleranz
  • Fettunverträglichkeit
  • Medikamente: Antibiotika, Missbrauch von Abführmitteln (auch von pflanzlichen)
  • Darmpilze (z.B. Candida albicans)
  • Angst, Stress, Nervosität , Aufregung, Lampenfieber
  • Reizdarm (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Sprue/Zölliakie, Allergien)
  • Leber-, Bauchspeicheldrüse-Erkrankungen
  • Darmtumore
  • Schilddrüsenüberfunktion; Nieren- und Nebenniereninsuffizienz, Diabetes, AIDS

Dies sollten Sie beachten:

  • Durchfälle die länger als drei Tage dauern oder Durchfälle die mit Blut versehen sind, gehören abgeklärt.
  • Säuglinge, Kleinkinder, Senioren, geschwächte und untergewichtige Menschen sind besonders gefährdet, hier kann der Stoffwechsel schnell entgleisen. Massiver Durchfall mit starkem Flüssigkeitsverlust kann hier zu Kreislaufkollaps mit Nierenversagen führen.
  • Durchfallerkrankungen nach Reisen ins Ausland sollten abgeklärt werden. Bei Salmonelleninfektionen sind Leber- und Nierenentzündung oder Sepsis möglich, bei Amöbenbefall auch Darmverschluss und Abszesse in verschiedenen Organen, selbst im Gehirn.
  • Folge von chronischem Durchfall sind Abmagerung und Anämie (Blutarmut).

Kinder

Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern

Ein gestillter Säugling neigt im Allgemeinen weniger zu Durchfällen, weil die Muttermilch die beste Voraussetzung zum Aufbau einer gesunden Bakterienflora im Darm liefert. Bei künstlicher Nahrung kommt es leichter zu Gärungs- und Fäulnisprozessen im Darm. Der normale Stuhl eines Stillkindes ist weich, homogen, honiggelb, er hat einen süss-säuerlichen Geruch. Er enthält weder Flocken von geronnener Milch, Schleimpartikel noch unverdaute Nahrung. Der Stuhl von nicht gestillten Kindern ist hingegen fester, dunkler, er riecht unangenehmer.

Die frühesten Zeichen einer gestörten Darmflora zeigen sich durch Blähungen, Koliken. Je früher ein Durchfall bei einem Säugling auftritt, desto mehr muss darauf geachtet werden, diesen in den Griff zu bekommen.

Das Abstillen, bzw. die Umstellung auf feste Nahrung und Kuhmilch kann zu Durchfall und Krämpfen führen. Das Abstillen sollte daher langsam erfolgen, das Kind muss sich an die neue Ernährung erst gewöhnen. Gemüse und Früchte sind die Nahrungsmittel, welche am leichtesten verdaulich sind. Kartoffeln können bereits Verdauungsprobleme hervorrufen. Fettes, süsses und salziges Essen sollte am Anfang unbedingt gemieden werden, genauso wie Fleisch und Eier.

Symptome bei Kindern

Siehe auch unten: Symptome „Erwachsene“

  • Wässrige, schleimige Durchfälle
  • evtl. Erbrechen
  • evtl. Fieber
  • Manchmal ist der Durchfall eine Begleiterkrankung bei Atemwegsinfektionen (z.B. bei Mittelohrentzündung)
  • Kinder haben manchmal auch Durchfall im Zusammenhang mit dem Zahnen. Der Stuhl riecht dann sauer, er ist grün, grün-gelb, enthält unverdaute Speisereste (Übersäuerung). Je länger der Stuhl in der Windel bleibt, umso grüner wird er, manchmal wird er sogar bläulich. After und Geschlechtsteile können wund werden.

Warnsymptome einer schweren Säuglingsenteritis (Darmentzündung):

Symptome von Dehydration (Austrocknung):

  • Der Säugling verhält sich leise, ist teilnahmslos apathisch; weint ohne Tränen, will nicht trinken
  • Trockene Lippen
  • Dunkler, spärlicher Urin
  • Eingesunkene Fontanelle (Fontanelle ist eine elastische Knochenlücke in der Schädelmitte, die sich meist bis zum 18. Monat schliesst), Hautfalte bleibt bestehen (ziehen Sie eine Hautfalte am Bauch des Babys hoch. Diese sollte im Normalfall elastisch zurückschnellen).
  • Eingesunkene Augen
  • Eingefallener Bauch
  • Gewichtsverlust (> 5% des Körpergewichts)
  • Starrer Blick mit seltenem Lidschlag
  • Azidoseatmung (es riecht nach Apfel)
  • Atonische Muskelschwäche, angebeugte Arme
  • Der Zustand verschlechtert sich schnell bis zum Koma!Stationäre Behandlung in einer Klinik!

Eine begleitende homöopathische Behandlung kann (v.a. im Falle einer viralen Infektion) jedoch sehr hilfreich sein (aber bitte keine Selbstbehandlung).

Achtung: 2-3 Stunden nach einer homöopathischen Arzneimittelgabe muss bei Durchfall oder Erbrechen eine deutliche Besserung des Zustandes eintreten. Sichtbar ist dies an folgenden Symptomen: Das Kind trinkt wieder, es kann die Flüssigkeit behalten, der Stuhl wird dicker, die Darmentleerungen sind weniger häufig, Urinieren ist wieder möglich, Krämpfe hören auf, die Schleimhäute sind nicht mehr trocken, die Austrocknungssymptome gehen stetig zurück, der Allgemeinzustand verbessert sich.

Dehydration

Das Kind sollte ca. 100-150 ml Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht /24 h trinken. Es kann nötig sein, anfangs alle fünf Minuten einen EL voll Flüssigkeit zu verabreichen. Danach die zugeführte Flüssigkeitsmenge langsam steigern, alle 15 Minuten 50 ml. Gelingt es Ihnen nicht, dem Säugling genügend Flüssigkeit zuzuführen, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Kinderarzt.

Siehe auch Tipps Elektrolytlösung; Heilnahrung Kinder

Einen Arzt benötigen sie auch bei:

  • Verschlechterung oder fehlender Besserung (spätestens nach 3 Tagen) bei einer Selbstbehandlung
  • Erbrechen oder Durchfall mit Blut
  • Erbrechen nach Kopfverletzungen
  • Übelkeit, Erbrechen nach Einnahme von Medikamenten
  • Gelbfärbung der Augen oder der Haut

Erwachsene

Symptome Durchfall

In den meisten Fällen ist Durchfall harmlos und nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei.

  • Zu Beginn ist der Stuhlgang normal im Aussehen, breiig, aber häufiger. Der Stuhl wird dann nach und nach wässriger oder schleimig, er enthält evtl. Nahrungsreste. Er kann sehr stark riechen (z.B. nach Aas) und Übelkeit erzeugen. Der Stuhlgang kann so heftig sein, dass man von „Hydrantenstuhl“ sprechen kann.
  • Die Stühle können von Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen, Krämpfen begleitet sein. Infektiöse Durchfälle sind manchmal mit Fieber, Erkältungsbeschwerden oder Gliederschmerzen begleitet. Gelegentlich kommt es dabei auch zu Blutbeimischungen.
  • Liegt die Störung mehr im Dünndarm, so ist der Stuhl unverdaut, gelblich, flockig, Kolikschmerzen treten auf.
  • Bei einer Entzündung des Dickdarmes ist der Stuhl wässrig und mit Schleim vermischt, die Farbe ist eher grau.
  • Es kommt oft zur Gasentwicklung, der Bauch ist hart, angespannt, manchmal sieht man regelrecht die Därme.
  • Kolikartige Bauchschmerzen können vorhanden sein.
  • Appetitlosigkeit
  • Unruhe oder völlige Erschöpfung. Bei sehr häufigen Stuhlgängen tritt schnell Schwäche ein.
  • After und Geschlechtsteile können wund werden.
  • Der Puls wird schwächer, schneller, die Muskeln erschlaffen.
  • Fieber
  • Schweissausbrüche
  • Dehydration (Austrocknung): Trockene Lippen, dunkler, spärlicher Urin, Abgeschlagenheit, trockene Schleimhäute.
    Kleinkinder verlieren gemessen an ihrem Körpergewicht sehr schnell viel Flüssigkeit, sie trocknen dadurch bereits nach wenigen heftigen Stühlen mit Erbrechen aus! (s. oben)

Behandlung Klassische Homöopathie

Ein einfacher Durchfall vergeht meist von alleine, man benötigt hier keine Therapie ausser Diät und Heilnahrung. Durchfall sollte nie leichtfertig unterbunden werden (auch nicht mit homöopathischen Arzneimitteln) .

Bei heftigen akuten Beschwerden mit Bauchkrämpfen, Erbrechen, Schweissausbruch, Kräftezerfall, Kreislaufkollaps hilft hingegen eine Akutbehandlung schnell aus der Krise. Innert Minuten, bzw. 2-3 Stunden nach der homöopathischen Arzneimittelgabe muss eine deutliche Besserung eintreten: Getränke können behalten werden, der Durchfall verringert sich in seinen Intervallen, die Übelkeit lässt nach, es kann Urin gelöst werden, der Betroffene kann schlafen, fühlt sich allgemein besser.

Durchfall während homöopathischer Konstitutionsbehandlung

Manchmal tritt ein Durchfall auch während einer Konstitutionsbehandlung auf, dies ist als eine gute Reaktion zu werten. Ausscheidungsreaktionen bei einer homöopathischen Behandlung sind eine wichtige Heilreaktion. Bitte nehmen Sie ohne Rücksprache mit Ihrem Homöopathen in diesem Falle keine Globuli, Arzneimittel ein. Selbst Imodium oder Kohletabletten haben hier eine unterdrückende Funktion. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie mich (bzw. Ihren behandelnden Homöopathen).

Homöopathische Konstitutionsbehandlung

Eine Konstitutionsbehandlungist angebracht, wenn der Durchfall schon länger besteht oder immer wieder auftaucht. Gerade wenn dieser eine Begleiterscheinung einer Grundkrankheit ist, hat die Homöopathie sehr gute Möglichkeiten regulierend auf Ihre Lebenskraft einzuwirken. Da die Ursachen und die Ausprägung der Krankheit von Mensch zu Mensch verschieden sind, werden alle Symptome des Krankheitszustandes für die Arzneimittelbestimmung berücksichtigt. Der zeitliche Ausbruch der Krankheit ist manchmal schwierig zu eruieren, vielleicht war ein viraler Infekt der Auslöser oder es spielen Stress, Ängste, usw. eine Rolle. Um ein Arzneimittel bestimmen zu können, stelle ich Ihnen viele Fragen. Z.B. möchte ich Ihre genaue Krankengeschichte wissen, auch all jene Krankheiten, die in Ihren Augen nichts mit dem Durchfall zu tun haben. Welche Symptome stehen mit dem Durchfall im Zusammenhang (dies sind sehr individuell), welche Dinge verschlechtern ihn, wie gehen Sie mit dieser Krankheit um, usw.? Das erklärt auch, wieso homöopathische Komplexmittel (Mittel, die aus mehreren potenzierten Substanzen zusammengesetzt sind) nicht homöopathisch sein können, denn sie „wirken auf Krankheitssymptome“ und nicht auf den Zustand des Kranken.

Siehe auch Sprue/ Zöliakie; Bauchschmerzen/ Dreimonatskoliken; Grippe

Homöopathische Behandlung des Reisedurchfalls

Meinen Patienten rate ich, sich vor einer Reise mit mir in Verbindung zu setzen. Ich berate sie gerne beim Zusammenstellen einer kleinen homöopathischen Reiseapotheke und gebe Tipps, wie Sie das entsprechende Arzneimittel im Notfall wählen und richtig anwenden können. Ideal wäre die Anschaffung einer homöopathischen Taschen- bzw. Reiseapotheke. Es stehen so mehr Arzneimittel zur Verfügung, denn im Ausland ist es oft nicht leicht, an homöopathische Arzneimittel zu gelangen. Meine Patienten können dann bei Bedarf Rücksprache mit mir nehmen und ihre Behandlung beginnen, ohne wertvolle Zeit zu verlieren.

Tipps

  • Sorgen Sie auf Reisen vor, indem Sie nur gekochte oder geschälte Speisen essen, das Trinkwasser abkochen oder Mineralwasser trinken. Kein Speiseeis, Eiswürfel, Salat. Beim Zähneputzen ebenfalls nur Mineralwasser verwenden.
  • Seien Sie vorsichtig mit leicht verderblichen Speisen im Sommer (Hackfleisch, Geflügel, Fisch, rohen Eier, Tiramisu, Kartoffelsalat, Mayonnaise).
  • Salmonellenerkrankungen sind hoch ansteckend, hier gelten Hygienemassnamen wie Händewaschen nach Toilettenbesuch (kein Verwenden von gemeinsamen Handtüchern); nach Windelwechsel; vor Kochen, Essen. Reinigen Sie die Toilette mit Javelwasser (0,1%). Kleider und Bett- und Badezimmerwäsche gründlich waschen (Kochprogramm).
  • Kontakt mit Durchfall-Patienten möglichst meiden.
    • Die wichtigste Massnahme bei Durchfall ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit (ca.3-4 l täglich) und Elektrolyten (Salzen). Trinklösungen oder Pulver, die den Salzverlust ersetzen, sind in Apotheken erhältlich. Es gibt spezielle Mischungen für Säuglinge und Kleinkinder.
    • Sie können die Elektrolytlösung im Notfall auch selber zubereiten: 1 l abgekochtes Wasser, 1 TL Salz, 10 TL Traubenzucker, Orangensaft zum Abschmecken
    • Fruchtsäfte enthalten Zucker und Kalium. Sie müssen mit der gleichen Menge Wasser verdünnt werden
    • Cola/Pepsi als Getränk ist eher ungeeignet (Säure und viel zu viel Zucker, es kommt zu Gärungen). Wenn starkes Erbrechen vorliegt, Cola/Pepsi höchstens schlückchenweise, evtl. mit Salzstangen. Siehe Erbrechen
  • Der Durchfall ist eine Reinigung, eine Entlastungsreaktion des Körpers. Kohlentabletten zum stoppen des Durchfalls sind deshalb nur sinnvoll, um einen gefährlichen Wasserverlust zu bremsen, oder um z.B. einen Flug, bzw. Rückreise zu überstehen. Kohletabletten nehmen zwar Giftstoffe auf, aber diese verbleiben dadurch im Körper. Besser auf Quellstoffe wie Pektin (geraffelter Apfel mit Schale) oder Pektinpulver ausweichen. Pektin bindet Giftstoffe, die dann (ähnlich wie über den Stuhl) ausgeschieden werden. Bei der Spaltung von Pektin wird der schwach saure PH-Wert im Darm wieder hergestellt, der den Erreger von Durchfallerkrankungen in ihrem Wachstum hemmt. P ektin unterstützt die Wiederherstellung der normalen Darmbewegungen.
  • Insgesamt sollten mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden.
  • Um den Darm zu entlasten, nur flüssige Nahrung zu sich nehmen ( z.B. etwas Bouillon, leicht gesüsster Schwarz-Tee mit einer Prise Salz). Bei leichteren Durchfallerkrankungen kann das gegessen werden, worauf Appetit besteht, allerdings sollten blähende Speisen und Orangensaft vermieden werden.
  • Ansonsten nehmen Sie auch nach Abklingen des Durchfalls für eine Woche nur leichte Nahrung zu sich (kein Fett, Blähende Speisen, Milchprodukte). Beginnen Sie mit Reis, Bouillon, Haferflockenschleim-Suppe, geraffeltem Apfel mit Schale (geraffelt ist wichtig, Apfel ganz geht nicht), Joghurt, zerdrückte Bananen. Für Säuglinge gibt es eine spezielle Heilnahrung im Handel, oder siehe unten unter Heilnahrung.

Diät über zwei Tage

  • Evtl. Ursache beseitigen (besteht eine Nahrungsmittel-Allergie, Milchunverträglichkeit?)
  • Salz in Form von Salzstangen oder besser Bouillon
  • Bananen und Aprikosen sind kaliumreich (wichtig für den Wasserhaushalt der Zellen).
  • Milch und Milchprodukte werden oft schlecht vertragen.
  • Gestillte Kinder weiter Stillen, die Mutter muss aber auf ihre Ernährung achten.
  • Ungestillte Kinder dürfen weder Milch, noch Zucker, noch Fett bekommen.

Heilnahrung Klein-Kinder

  • Reis sehr lange kochen und das Reiswasser leicht gesalzen zu trinken geben.
  • Karottensuppe (Karotten enthalten auch Pektin): 5 Karotten (ca. 1 Pfund) in kleine Stückchen, in einem Liter Wasser mit einer Messerspitze Salz ganz weich kochen. Gemüsebrühe durch feines Sieb giessen. Das verkochte Wasser wieder auf 1 Liter auffüllen. Davon erhält der Säugling fünf Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Älter als drei Monate: Geriebener Apfel mit Schale
  • Es gibt auch eine Heilnahrung auf Johannisbrotmehl-Basis (Fertigprodukt).

Nach zwei Tagen Heilnahrung

  • Bei jeder Mahlzeit 1/3 des Essens durch die gleiche Menge geriebenen Zwieback oder Haferflockenschleim ersetzen.
  • Erst ab dem 3. Tag wieder ganz kleine Portionen Milch.
  • Als Getränk eignen sich Blutwurz-Tee oder dünner schwarzer Tee
  • Trockene, leichte Kost, Zwieback, Knäckebrot
  • Banane

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Tee: Fenchel , Kümmel, Pfefferminze oder Kamille (Pfefferminze und Kamille nicht während homöopathischer Behandlung) wirken beruhigend bei Reizdarm und lindert Krämpfe. Kamille wirkt zusätzlich entzündungshemmend.
  • Geriebener Apfel mit Schale , geriebene Möhren/Rüebli enthalten ebenfalls Pektine.
  • Getrocknete Heidelbeeren (Blaubeeren), sie enthalten auch Pektin; sie wirken stopfend, entzündungshemmend, zusammenziehend, Brechreiz lindernd und Keim hemmend.

Tee
3 EL auf ½ l Wasser, 10 Min. kochen lasen abseihen, davon mehrmals am Tag 1 Glas warm trinken

Beeren
Mehrmals täglich jeweils getrocknete Heidelbeeren kauen

  • Schwarzer Tee wirkt leicht stopfend und beruhigend (enthält Gerbstoffe, diese dichten die Schleimhautoberfläche des Darmes ab, sie wirken antibakteriell).
  • Himbeerblätter-Tee
  • Präparate zum Aufbau der Darmflora sind gute Alternativen zu Durchfallstoppern und auch für Kinder geeignet: Bioflorin, Symbioflor oder Bifidus-Joghurt. Sie aktivieren auch die körpereigenen Abwehrkräfte.
  • Heilerde
  • Hefe hemmt das Wachstum von schädlichen Keimen und dient der Regeneration der Darmflora nach einer Durchfallerkrankung oder nach der Einnahme von Arzneimitteln, die die Darmflora angreifen (z.B. nach einer Antibiotikatherapie).

Behandlung Schulmedizin

Die meisten akuten Durchfallerkrankungen, vor allem die virusbedingten, heilen von allein.

  • Kohletabletten; Imodium
  • Antibiotikum bei speziellen Erregern (Typhus, Cholera, Amöben). Bei manchen Coli-Bakterien dürfen sie nicht gegeben werden, weil sie die Giftwirkung der Bakterien verstärken, es ist daher immer eine genaue Erregerbestimmung notwendig.
  • Krampflösende Schmerzmittel bei Bauchschmerzen