Endometriose

Endometriose


siehe auch: Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe)

Unter Endometriose versteht man das überschiessende Wachstum von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) am falschen Ort (Bauchfell, Eierstöcke, Eileiter, Muttermund, Scheide, Blasenwand, Harnleiter, Bauchfell, Darm). Wenn auch selten, können diese Gewebszellen überall im Körper vorkommen (Lunge, Gallenblase, Niere, Magen, Zwerchfell, usw.). Die typischen Endometrioseherde (erhabene Knötchen) unterliegen wie die Gebärmutterschleimhaut dem Einfluss der Sexualhormone. Sie besitzen ausserdem die Fähigkeit Enzyme zu produzieren, welche die Zellmembranen auflösen, wodurch ein Einwachsen in benachbarte Gewebe (Blase, Darm) möglich ist. Im Monatszyklus reagieren Endometrioseherde wie die Gebärmutterschleimhaut mit einer Blutung. In der Gebärmutter kann das Blut abfliessen, in der Bauchhöhle führen die Blutungen jedoch zu Komplikationen. Dies ruft je nach Stelle starke Schmerzen hervor. Es kommt zu Entzündungen und Bildung von Narbengewebe, Verklebungen, Zysten. Eine gefürchtete Komplikationen ist die Sterilität durch Verklebungen der Eileiter.

Endometriose äussert sich v.a. durch krampfartige Schmerzen, welche der Menstruationsblutung um ein bis drei Tage vorausgehen und manchmal auch in der blutungsfreien Zeit nicht ganz abklingen. Auch wenn die Endometriose ihren Ausgangspunkt im Becken hat, so sind doch Körper und Psyche mitbetroffen. Nicht alle betroffenen Frauen haben Beschwerden. Warum dies so ist, ist unbekannt. Der Ort des Befalles ist dabei sicher entscheidend, aber auch die individuelle Schmerzschwelle. Wodurch die Endometriose entsteht ist mehr oder weniger unbekannt. Etwa 10 % der weiblichen Bevölkerung leidet unter Endometriose. In den Wechseljahren bildet sich die Endometriose normalerweise aufgrund des veränderten Hormonhaushalts weitgehend zurück.

Ursachen

Die genaue Entstehung der Endometriose ist noch ungeklärt. Man vermutet die Abwanderung von Gebärmutterschleimhautzellen während der Menstruation, aber auch die Streuung über Blut- und Lymphwege. Es werden genetische und hormonelle Faktoren diskutiert. Auch das ausser Takt geratene Immunsystem kann eine Rolle spielen. So beobachtet man, dass betroffene Patientinnen vermehrt unter Fibromyalgie; Chronischem Erschöpfungssyndrom CFS; Schilddrüsenunterfunktion, Allergien oder rheumatischer Arthritis, Sjögren-Syndrom leiden. Endometriosepatientinnen haben oft eine tiefere Schmerzschwelle. Darüber hinaus werden psychische Konflikte als mögliche Ursache diskutiert. Die Umweltmedizin bringt die Häufigkeit ihres Auftretens mit der zunehmenden Schadstoffbelastung, speziell mit östrogenwirksamen Umweltgiften (in Pestiziden, Weichmachern, Fleisch,  etc.), in Verbindung.

  • Die Erkrankung trifft häufiger Frauen, die ihre erste Menstruation (Menarche) sehr früh hatten
  • Frauen die nie geboren haben sind häufiger betroffen.
  • Übergewicht

Symptome

  • Sehr schmerzhafte Regelblutungen. Sie strahlen in die Schenkel und ins Kreuz aus.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Chronische Unterbauchschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen.
  • Schmerzen bei der gynäkologischen Tastuntersuchung (Uterus, Eierstöcke).
  • Die Menstruation ist länger, stärker, oder sogar blutsturzartig.
  • Zyklusstörungen
  • Zwischenblutungen
  • Bei einer Darmendometriose kann es zu Blutungen aus dem Darm, bei der Blasenendometriose zu Blutbeimengungen im Urin kommen.
  • Übelkeit und Völlegefühl
  • Im Anfangsstadium einer Endometriose ist die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft erhöht.
  • Unerfüllter Kinderwunsch (Verwachsungen der Gebärmutter, Eileiter oder Eierstöcke); Fehlgeburten

Um die Diagnose zu sichern, muss eine Spiegelung des Bauchraums (Laparoskopie) durchgeführt werden. Eine Darmspiegelung (Koloskopie) kann eine Darmendometriose, eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) eine Blasenendometriose nachweisen.

Behandlung Schulmedizin


Endometriose zeigt sich in verschiedenen Krankheitsbildern, welche eine individuelle Therapie erfordern.

Schmerztherapie

  • Ziel der Therapie sollte zwar die Beseitigung der Ursachen sein. Wenn dies nicht möglich ist, dann bleibt nur die Bekämpfung der Symptome (Schmerzen), z.B. mit einem Spasmolytikum.

Hormontherapie

In Frage kommen Gelbkörperhormone, bestimmte Arten der Pille und synthetische Steuerungshormone des Zwischenhirns. Die Verabreichung erfolgt entweder in Form von Tabletten, Scheidenzäpfchen oder in Form von Spritzen, die entweder monatlich oder alle 3 Monate gegeben werden.

  • „Pille“. Wobei eine Pille bevorzugt wird, bei der keine Periodenblutung eintritt (Gelbkörperhormone/ Gestagene). Sie wird durchgehend eingenommen. Im Vergleich zu anderen Medikamenten (z.B. GnRH) zeigt sich in entsprechenden Studien nur ein geringer Rückgang der Endometrioseherde. Die Schmerzen können jedoch oft deutlich gelindert werden. Die Beschwerden nehmen dadurch zwar ab, eine Rückbildung der Schleimhautwucherung wird jedoch nur mit sehr hohen Dosen erreicht. Wegen den Nebenwirkungen brechen viele Frauen diese Behandlung wieder ab.
  • GnRH-Agonisten. Diese wirken auf die Hirnanhangsdrüse und unterdrücken die körpereigene Hormonproduktion. Sie erzeugen eine künstliche Menopause (Wechseljahre). Das bewirkt häufig eine Rückbildung der wuchernden Gebärmutterschleimhaut und der ausserhalb liegenden Herde. Die Krankheit kann dadurch nicht geheilt werden kann, die Stimulation der Gebärmutterschleimhaut wird lediglich unterbunden. Es kann zu Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Übelkeit, Depressionen, Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen im Gewebe kommen. Ausserdem kann durch den Östrogenentzug das Risiko für Knochenschwund steigen. Zur Abmilderung dieser Symptome verabreicht man deshalb künstliche Hormone in Form der empfängnisverhütenden Minipille oder der Hormonersatztherapie. Die Therapiedauer ist wegen der Gefahr von Osteoporose, Arteriosklerose und Stoffwechselveränderungen auf 6 Monate beschränkt. Die Schwangerschaftsrate kann durch eine medikamentöse Behandlung nicht verbessert werden.

Operation

  • Mittels endoskopischer Operation (Laparoskopie) werden möglichst viele der Endometriose-Herde entfernt, Herde koaguliert, Zysten entfernt, verengte Eileiter geöffnet. Vor der Operation wird versucht, durch eine Hormontherapie die Herde zu verkleinern.
  • Entfernung von Gebärmutter, Eileiter, Teile der Eierstöcke.

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Ernährung: Weniger tierische, mehr pflanzliche Lebensmittel (vollwertige Ernährung) können helfen, die Endometriose-Beschwerden zu lindern. Es ist sinnvoll, auf Schweinefleisch zu verzichten. Nahrungsmittel mit ungesättigten Fettsäuren helfen bei Entzündungen (Walnussöl und Leinöl, Olivenöl, sowie Nüsse und Salzwasserfettfische). Ballaststoffe regulieren die Darmfunktion, was für die gereizte Umgebung wichtig sein kann. Leinsamen enthaltenen z.B. Schleimstoffe (sie wirken beruhigend auf das Endometriosegewebe), Lignane (wirken hormonmodulierend), Ballaststoffe in Kombination mit Schleimen fördern den beschwerdefreien Stuhlgang.
  • Leichter Ausgleichssport lindert die Dysmenorrhoe
  • Schmerzbekämpfung: Pestwurz, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Melisse, Johanniskrautöl (zum Einreiben).
  • Blutstillung bei Hypermenorrhö: Hirtentäschel, Schafgarbe
  • Blutbildung: Brennnessel
  • Hormonausgleichend wirken: Frauenmantel, Himbeerblätter, Mönchspfeffer, Schafgarbe
  • Schleimhautsanierend: Ringelblume
  • Seelische Unterstützung: Johanniskraut, Melisse, Passionsblume, Baldrian

Tees:

  • Frauenmantel, reguliert den Hormonhaushalt, lindert Schmerzen. Oder Alchemilla Urtinktur, zum Einnehmen.
  • Ingwer, regt Blutzirkulation an, entkrampfend.
  • Himbeerblätter, Regulation des Hormonhaushalts, beruhigt die Gebärmutter, lindert
    Krämpfe.
  • Herzgespann, wirkt auf die Gebärmutter, hilft gegen Unruhe.
  • Johanniskraut,  beruhigt das vegetative Nervensystem.

Behandlung Klassische Homöopathie


Die Endometriose löst heftige Schmerzen aus, welche die Lebensqualität einer Frau ganz erheblich einschränken können. Besonders tragisch ist, dass ihr Kinderwunsch häufig unerfüllt bleibt. Bis die Diagnose feststeht, hat die Frau meist eine Odyssee von Behandlungen, bzw. Untersuchungen hinter sich. Nach der Diagnose hat die Krankheit zwar einen Namen, die schulmedizinische Behandlung ist aber meist schwierig, ungewiss, mit Nebenwirkungen verbunden, der Verlauf der Krankheit ist oft nicht absehbar. Viele Frauen finden sich notgedrungen mit der Krankheit ab und leiden Monat für Monat weiter.

Die klassische Homöopathie behandelt die Frau immer in ihrer Gesamtheit. Bei Endometriose berücksichtig sie die ganze pathologische Entwicklung. Diese beginnt jedoch nicht wie in der Schulmedizin erst im gebärfähigen Alter, sondern in der Kindheit, z.B. mit medikamentöser Behandlungen banaler Infekte oder Hauterkrankungen. Im Erwachsenenalter setzt sich die Krankheitsgeschichte dann fort, z.B. mit Heuschnupfen, Lippen-Herpes, Ausfluss, Scheidenpilz, Blasenentzündungen, usw.. Wiederum wurden die Beschwerden mit unterdrückenden Behandlungen gelindert oder zum Verschwinden gebracht. Jahrelang wurde zudem noch hormonell verhütet oder eine Spirale gesetzt.

In der Homöopathie haben solche „Unterdrückungen“ einen grossen Stellenwert bei der Behandlung von chronischen Krankheiten. Von einer unterdrückenden Behandlung spricht man hier, wenn eine Krankheit nur lokal behandelt wurde. Das heisst, die Lebenskraft wird nicht dabei unterstützt, Ausscheidungsreaktionen erfolgreich zu beenden, vielmehr wird durch die Behandlung dieser Prozess gestoppt und die Lebenskraft dadurch geschwächt. Um solche Unterdrückungen zu vermeiden, behandelt die Homöopathie ausschliesslich von innen mit Arzneimitteln, welche immer auf die Gesamtheit der Symptome (Körper, Seele und Geist) verschrieben werden. Dadurch wird der Organismus/Lebenskraft angeregt, sich selber zu heilen. Eine Endometriose ist immer die Folge einer „Krankheitsgeschichte“, welche ihren Ursprung eigentlich schon in der Kindheit bis hin zum jungen Erwachsenenalter genommen hat.

Die klassische Homöopathie hat bei Endometriose sehr gute Therapieerfolge. Das wunderbare dabei ist, dass sie regulierend ins Hormonsystem und Immunsystem eingreift, ohne dass Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen. Die homöopathische Heilkunde kennt eine ganze Reihe von Arzneimitteln, die bei der Behandlung von Beschwerden rund um den Menstruationszyklus in Frage kommen. Sie werden tagtäglich in homöopathischen Praxen bei Schmerzen und anderen Beschwerden eingesetzt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung chronischer Beschwerden ist immer eine genaue Anamnese (Erfragung der Krankengeschichte) und das Einhalten der Heilgesetze der klassischen Homöopathie.

Menstruation, Fortpflanzung und Hormonsystem sind ganz sensible Systeme. So kann alleine die monatliche Blutung durch Ärger, Stress, Reisen, Kummer, kaltes Baden, kalte Füsse, Verhütung mit Pille, Spirale gestört werden. Das hormonelle Gleichgewicht gerät dadurch leicht in Unordnung. Bei der Erstkonsultation stelle ich Ihnen viele Fragen zu Ihrer ganz persönlichen Krankheitsgeschichte und über aufgetretene Krankheiten in der Familie, besonders wichtig sind aber auch individuelle Symptome, Allgemeinsymptome (Schlaf, Schweiss, Kälte/Wärmeempfindung, Essneigungen, Verdauung), Lokalsymptome (z.B. Blasenbeschwerden, Verstopfung, usw.) und ihre Modalitäten (wann, wie, wo, wie oft). Die homöopathische Behandlung richtet sich zum einen Teil nach dem Grundleiden, zum anderen aber nach der Konstitutionsschwäche der betreffenden Frau. Deshalb ist eine Besserung des  Allgemeinzustandes und eine Stärkung der Persönlichkeit zu erwarten.

Nach einer der Anamnese wähle ich dann eine Arznei, welche genau für sie passend erscheint. Die Schmerzsymptomatik sowie die vielfältigen Begleiterscheinungen lassen sich nach zwei bis drei Monatszyklen deutlich verbessern. Je nachdem braucht es noch einmal eine Arznei (in der gleichen oder höheren Potenz oder es erfolgt ein Mittelwechsel). Die Erstanamnese beträgt vom zeitlichen Rahmen her durchschnittlich ein bis zwei Stunden, eine Folgekonsultation durchschnittlich eine gute halbe Stunde.

Homöopathische Sichtweise bei Endometriose

Die Endometriose ist eine Erkrankung, für die die Schulmedizin noch keine Erklärung hat. In der Homöopathie sucht man für die Arzneimittelbestimmungen ebenfalls nach Krankheitsursachen oder Auslöser. Die Homöopathie begreift die Endometriose jedoch nicht als Organdefekt, sondern als Systemerkrankung. Dabei spielen u.a. Vererbung, unterdrückende Behandlungen, Impfungen, eine grosse Rolle. Viele Frauen, die unter Endometriose leiden, funktionieren oft perfekt, sie übernehmen viel Verantwortung und übergehen damit oft ihre innersten Bedürfnisse. Ihr Energiefluss im Becken wird blockiert und ihr Immunsystem geschwächt. Auf die Endometrioseerkrankung zu hören bedeutet, auf den eigenen Körper zu hören und erfahrene seelische Verletzungen nicht einfach zu ignorieren.  Eine homöopathische Behandlung hilft Körper und Seele zu heilen, indem durch Heilimpulse die Lebenskraft gestärkt wird.

Eine Endometriose kann beeinflusst oder verursacht werden durch:

  • Vererbung, bzw. Miasmen. Ein Miasma kann man verstehen als eine Grunderkrankung, die entweder ererbt oder erworben sein kann. So können Operationen, Impfungen, unterdrückende Behandlungen, Geschlechtskrankheiten (Tripper, Chlamydien), usw. bei bestimmten Veranlagungen miasmatische Folgen haben. Es findet dadurch eine Sykotisierung statt (das sykotische Miasma wird geweckt). Impfungen können so Impfschäden auslösen. Nach Impfungen beobachtet man oft Hautkrankheiten (Nesselfieber, Ekzem, Herpesförmige Ausschläge, Neurodermitis, Psoriasis, usw.). Aber auch andere Organe können betroffen sein. Im Zusammenhang zwischen Impfschaden und Endometriose steht z.B. die frühere Pockenimpfung (Impfschäden können auch vererbt werden). Impfungen verursachen eine Störung der Lebenskraft. Wenn man bedenkt, dass auch in der Schulmedizin immunologische Zusammenhänge als Ursache der Endometriose vermutet werden, ist der „Kreis eigentlich wieder geschlossen“.
    siehe auch Homöopathie; Impfdossier
  • Seelische Aspekte, z.B. Trauer aber auch nicht gelebte Trauer (z.B. Fehlgeburten); seelische Verletzungen; Missbrauch

Dass Endometriose nicht allein ein örtliches Geschehen ist, zeigen Begleitsymptome wie:

  • Zyklusstörungen, Verstopfung, Durchfall, Ausfluss, Pilzerkrankungen, Störungen des Menstruationsflusses, Anämie, Hämorrhoiden, Blasenreizungen, usw.