Fieber

Fieber


  • Unter Fieber versteht man eine Erhöhung der Körperkerntemperatur über 38 °C
  • Bei Temperaturen über 37.2 °C aber unter 38 °C spricht man von subfebrilen Temperaturen
  • Bei Temperaturen über 38.5 °C spricht man von Fieber
  • Bei Temperaturen über 39 °C spricht man von hohem Fieber
  • Bei plötzlichem Fieberanstieg kommt es oft zu Schüttelfrost

Fieber ist bei Infektionen (Bakterien, Viren) oder durch eine starke Überhitzung eine Heilreaktion des Körpers. Durch Erhöhung der Körpertemperatur können sich Erreger weniger stark vermehren. Dir Tätigkeit körpereigener Abwehrzellen wird durch die Temperaturerhöhung gesteigert. Bestimmte Nervenzellen im Gehirn und Zwischenhirn überwachen die Kreislauf- und Temperaturregulation.

Fieberentstehung

Das Wärmezentrum im Gehirn wird angeregt durch:

  • Exogene Pyrogene
    Dies sind Fieber erzeugende Substanzen, z.B. Bestandteile zerstörter Bakterien und Viren und Gifte (Toxine)
    Das Fieber ist bei bakteriellen Infekten meist höher als bei Virusinfektionen.
  • Endogene Pyrogene
    Sie werden vom Körper erzeugt. Körpereigene Abwehrzellen schütten Sie aus, wenn Erregerkontakt bestand.
    Bestandteile zerstörter Körperzellen wirken ebenfalls pyrogen, zum Beispiel wenn die Zellen von Viren befallen wurden oder durch Bakteriengifte geschädigt wurden.

Die Durchblutung der Haut gesteigert und es wird vermehrt Schweiss produziert. Ziel ist es, möglichst viel Wärme abzugeben. Über den Schweiss auf der Haut entsteht eine Verdunstungskälte. Die Körpertemperatur wird so herabgesetzt.

Bei Säuglingen und kleinen Kindern ist dieser Regulationsmechanismus noch nicht vollständig ausgebildet, sie reagieren daher schneller mit Fieber, dabei schwankt die Körpertemperatur je nach Tageszeit. Am Morgen und im Schlaf ist sie meist niedriger (36° C) als in den frühen Abendstunden (38° C). Die Körpertemperatur ist bei Kindern sehr schnell auch durch folgende Faktoren im erhöhten Bereich:

  • Körperliche Anstrengung (herumtoben)
  • Aufregung
  • Heisses Essen und Trinken
  • Umgebungstemperatur (Sonneneinstrahlung, überheizte Räume, zu warme Kleider oder Bettzeug)

Es ist wichtig, die Fähigkeit Fieber zu entwickeln zu erhalten und mit dem Fieber zu Recht zu kommen ohne es zu unterdrücken.

Fiebersenkende, entzündungshemmende Mittel

  • Fieber ist eine Abwehrreaktion Ihres Körpers. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur werden Viren und Bakterien vernichtet und die Produktion von körpereigenen Abwehrzellen aktiviert. Die auf Hochtouren ablaufende Immunreaktion Ihres Körpers wird durch solche Arzneimittel hinuntergefahren. Ein schleppender Krankheitsverlauf, eine lange Rekonvaleszenz (Erholungszeit), eine grundlegende Schädigung des Abwehrsystems (Abwehrschwäche, Immunschwäche) und schwere, chronische Erkrankungen können die Folge sein.
  • Da die Abwehr schlagartig lahm gelegt wird, können Viren in das Innere der Zellen eindringen und sich zu ihrer Vermehrung mit dem Genmaterial der Zellen verbinden. Passiert dies z.B. mit den insulinproduzierenden B-Zellen der Bauchspeicheldrüse, und heftet sich das Virus an die „Kopiervorlage“ für das Insulinmolekül an. So kann es dazu kommen, dass von dann an jedem produzierten Insulinmolekül noch ein Virus anhängt. Das Abwehrsystem erkennt, dass die B-Zellen etwas Schädliches produzieren, greift diese an und vernichtet sie. So wird die Fähigkeit zur Produktion von Insulin immer geringer; ein Diabetes Typ I entsteht. Das wird dann von der Wissenschaft als „Autoimmunkrankheit“ oder „Auto- Aggressions- Krankheit“ bezeichnet. Dies mag eine der möglichen Erklärungen sein, dass Autoimmunkrankheiten immer früher auftreten (z.B. eben Diabetes Typ I). Wenn noch weitere unterdrückende Behandlungen (z.B. Unterdrückungen von Ausscheidungsreaktionen; Medikamente wie Cortison, Antibiotika), Fremdeiweiss und Gifte (z.B. Impfungen) in den Organismus gelangen, ist das „Mass irgendwann voll“.   

Ursachen

  • Infektionskrankheiten: z.B. Mittelohrentzündung, Mandelentzündung, Atemwegs-, Magen-, Darm – Infekte, Grippe, usw.
  • Harnwegsinfekte
  • Kinderkrankheiten (Dreitagefieber, Masern, Scharlach, Mumps, Röteln, Windpocken)
  • Hirnhaut-, Lungen-, Blinddarmentzündung
  • Austrocknung bei Brechdurchfall
  • zu wenig Trinken (z.B. Überhitzung im Sommer, starker Flüssigkeitsverlust)
  • allergische Reaktionen auf Medikamente oder Nahrungsmittel
  • Impfreaktionen
  • Zahnen
  • Nesselsucht
  • Sonnenbrand

Symptome

  • Gerötetes Gesicht, heiss; auch blasses Gesicht ist möglich (oder die Gesichtsfarbe ändert sich beim Aufrichten)
  • Augen wirken müde, glasig
  • Haut am Körper blass und kühl oder glühend, trocken (oder schweissnass)
  • quengelig, gereizt, Unruhe, evtl. Ängstlichkeit
  • Appetitlosigkeit

Frieren bis hin zum Schüttelfrost sowie kalte Hände und Füsse: Deutet einen weiteren Temperaturanstieg an.

Schwitzen und Schweissausbrüche sowie warme Hände und Füsse: Temperatur wird nicht weiter ansteigen oder fallen.

 

Arzt oder Homöopathin benachrichtigen:

  • Fieber über 39°C, wenn Übelkeit, Schwäche, Schwindel, Benommenheit besteht
  • Fieber während in den ersten Lebensmonaten (Gefahr der Austrocknung)
  • Fieber unter 38,5°C ohne Besserungstendenz, länger als drei Tage anhaltend
  • Krämpfe, schrille Schreie, Apathie, Berührungsempfindlichkeit, rote Hautflecken (die auf Druck nicht verschwinden)
  • Wenn gleichzeitig Erbrechen und/oder Durchfall besteht
  • Bei Fieberkrämpfen
  • Wenn eine Vorerkrankung (Krebskrankheit, Abwehrschwäche, Unterernährung) besteht

Behandlung Schulmedizin


Je nach Krankheitsursache:

  • Fiebersenkende Zäpfchen,
  • Säfte oder Tabletten,
  • Antibiotika,
  • Diazepam beim Fieberkrampf.  

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Reichlich trinken um den erhöhten Flüssigkeitsverlust auszugleichen (Tee, Wasser, verdünnte Fruchtsäfte)
  • Leichte Kleidung, leichtes Bettzeug
  • Kühlende Wadenwickel (Füsse und Beine müssen aber warm sein, ansonsten zuerst warmes Fussbad machen):

    – Kühle bis lauwarme Tücher, die in Wasser getränkt wurden, um die Waden wickeln, die Füsse dabei frei lassen. Ein trockenes Frottiertuch darum wickeln. Mit anderem Bein gleich verfahren. Die Wickel ca. 20 Minuten wirken lassen, bei Bedarf wiederholen (bis sich der Patient besser fühlt).

    – Absteigendes Vollbad: Ein Vollbad, dessen Temperatur circa 5° C unter der gemessenen Körpertemperatur liegt. Das Wasser während des Bades langsam um weitere 5° C abkühlen. Die Badedauer sollte 10 bis 20 Minuten betragen

  • Frische Luft (häufiges Lüften
  • Ruhe (Unnötiges Herumlaufen schwächt unnötig)

Behandlung Klassische Homöopathie


Bei Fieber ist es nicht ratsam dieses im Anfangsstadium medikamentös zu behandeln, weil die Beobachtung der Fieberkurve oft eine sichere Diagnosestellung der Grunderkrankung erst möglich macht.

Wenn hohes Fieber das Allgemeinbefinden beeinträchtigt, kann ein lauwarmes Bad, Abwaschungen mit lauwarmem Wasser, Abreibungen mit zimmerwarmem Essigwasser oder Wadenwickel erst mal Erleichterung bringen ohne die Immunabwehr zu beeinflussen.

Bei der homöopathischen Behandlung schaut man nach Allgemein-, Begleit-, und wenn möglich auch nach Gemütssymptomen. Nicht jeder Fiebernde reagiert nämlich gleich. Der eine ist gereizt, der andere möchte seine Ruhe haben, der eine unruhig, der andere liegt regungslos da, oder der eine ist durstig, hat einen trocken Mund, der andere hat auch einen trockenen Mund, hat aber kein Verlangen etwas zu trinken, usw. Deshalb ist es wichtig, zu differenzieren, und nicht einfach mit einem „Fiebermittel“ das Fieber zu unterdrücken. Der Organismus braucht den richtigen arzneilichen Reiz zur Selbstheilung und nicht ein Mittel, was ihn dabei stört und verwirrt.