Frozen Shoulder

Frozen Shoulder (Schultersteife, Periarthritis bzw. Periarthrose)


siehe auch Arthritis; Arthrose; Fibromyalgie; Karpaltunnelsyndrom; Rheuma; Tennisarm

Weitere Synonyme (Bezeichnungen) für die Schultersteife sind Periarthritis humeroskapularis adhaesiva (entzündliche, flächenhafte oder strangförmige bindegewebige Verwachsung), Duplay-Krankheit und Schulterfibrose.

Durch Veränderungen am Schultergelenk kommt es zu schmerzhaften Entzündungen. Da die Erkrankung zu einer schmerzbedingten Bewegungseinschränkung der Schulter führt, nennt man sie auch Schultersteife oder Frozen Shoulder. Vor allem bei Innen- und Aussenrotation des Armes werden die Schmerzen verstärkt, sie strahlen bis in den Deltamuskel im Oberarm aus.

Das Schultergelenk ist ein kompliziertes Gebilde. Es bietet daher einige Ansatzpunkte für entzündliche und degenerative Schulterkrankheiten.

Ursachen

  • Entzündungen. Zum Beispiel durch Überlastung des Schultergelenkes bei Sport; Überkopfarbeiten; Rheuma; bakterielle Infektionen; Tumore; Druck auf Nerven; Entzündung des Schleimbeutels). Blutzucker- oder Fettstoffwechselstörungen (sie können ebenfalls unspezifische Entzündung der Gelenkschleimhaut bewirken)
  • Verschleisserscheinungen, degenerative Prozesse(Arthrose; Sehnen-Risse).
  • Verletzungen wie Brüche; Muskelverletzung, Nervenverletzung (z.B. auch Quetschung), Sehnenverletzung; Bandverletzung; Einblutung.
  • Beschwerden der Halswirbelsäule können ebenfalls zu Schmerzen an der Schulter führen. Desgleichen können Schmerzen von der Hand nach oben in die Schulter ausstrahlen (Karpaltunnelsyndrom). Häufig tritt die Schultersteife als Folge einer Ruhigstellung bei einem Schulter-Arm-Syndrom (Nacken-Schulter-Arm-Syndrom) auf.
  • Schleimbeutelentzündung
  • Alter
  • Operation in der Schultergegend mit anschliessender Ruhigstellung. Nach einem Unfall mit Schulterverletzung sollte deshalb frühzeitig mit Bewegungsübungen begonnen werden (Physiotherapie).
  • „Kalkschulteroft in Verbindung mit übermässiger Abnutzung vor. Man unterscheidet jedoch verschiedene Beschwerden/Ursachen: Verkalkungen in Muskeln und Sehnen nach Einblutung. Bursitis calcarea (Entzündung des Schleimbeutels), das umliegende Sehnengewebe weist dabei Kalkablagerungen.
    Die Kalkschulter ist durch sehr starke Schmerzen im Bereich der Schulter mit sehr starker Bewegungseinschränkung gekennzeichnet (Unfähigkeit den Arm zu bewegen (Pseudolähmung/Scheinblockade). Nachts kann ein Ruheschmerz auftreten. Der Kalkschulter geht häufig ein Engpasssyndrom (Impingement) voraus.
  • Verknöcherung des Bandansatzes und Kalkeinlagerung der Sehne (Impingement-Syndrom)
    Begünstigt wird das Syndrom durch ständige Überlastung der Sehne (Fehlhaltung, Sport, Überanstrengung).  Als Folge davon kann es zu einer Muskel-Sehnen-Einklemmung zwischen Oberarmkopf und Schulterblatt kommen.
  • Innere Anspannung, psychische Faktoren

Achtung: Schulterschmerzen können auch bei Gallensteinen, Herzinfarkt, Lungenembolie auftreten.

Symptome

Charakteristisch ist die schmerzhaft eingeschränkte Aussendrehung des Armes, aktiv wie auch passiv. Beim aktiven Abspreizen, bzw. Anheben des Arms in einem Winkel von 40 – 150 ° kommt es zu Schmerzen.

  • Bewegungseinschränkung des Armes (Kämmen, Armbewegung zum Rücken, in die Hosentasche fassen wird schmerzhaft, unmöglich).
  • Gefühl, Schulter steht beim Anheben des Armes an.
  • Druckschmerz an bestimmten Punkten (in der Achselhöhle und zwischen Schulterblatt und Brustkorb tastbar).
  • Degenerativ bedingte Schmerzen, sie treten häufig nachts beim Drehen im Bett auf.
  • Schwellung, Hitze im Schulterbereich

Die Krankheit verläuft in Phasen

  • Zunehmender Bewegungsschmerz, der heftig bis unerträglich sein kann und sich insbesondere nachts noch verschlechtert.
  • Einsteifungsphase: In diesem Stadium lässt der Schmerz langsam nach. Es kommt zu einer deutlichen Zunahme der Bewegungseinschränkung, vor allem dann, wenn der Arm nach aussen, bzw. innen gedreht oder abgespreizt wird. Gegen Ende dieser Phase kann die Schulter vollständig in ihrer Bewegung eingeschränkt sein.
  • Die versteifte und nicht mehr schmerzende Schulter wird wieder beweglicher.

Schulmedizinische Behandlung


Die Therapie richtet sich nach Ursache sowie Dauer und Stärke der Beschwerden. Wenn die Kraft noch erhalten ist, kann mit entzündungshemmenden, schmerzstillenden Medikamenten beruhigt werden. Dann erfolgt eine Kräftigung der Muskulatur durch Physiotherapie. Die Behandlung ist oft langwierig, insbesondere dann, wenn sie lange hinausgezögert wurde.

  • Schmerzstillende (analgetische) Medikamente. Antidepressiva und Neuroleptika (sie wirken auch gegen chronische Schmerzen)
  • Entzündungshemmende Medikamente, z.B. Rheumamedikamente
  • Mittel zur Entspannung von Muskeln
  • Abschwellende Medikamente (Antiphlogistika)
  • Cortisonspritzen
  • Physiotherapie (Elektrostimulation mit TENS, Transkutane Nervenstimulation; Magnetfeldtherapie; Rotlicht; Kälteanwendungen)
  • Heilgymnastik zur Förderung der Gelenkfunktion
  • Quermassage der Sehnenansätze
  • Mobilisation des Gelenkes unter Kurznarkose
  • Schienenverband, Bandage, um eine Ruhigstellung zu erreichen oder eine Druckentlastung zu unterstützen.
  • Operation/Arthroskopie (Arthroskopie = Gelenkschau. Leider verläuft dieses elegante Verfahren nicht immer so, wie gewünscht. Das Resultat ist dann eine Verschlimmerung des Zustandes).

    Kalkeinlagerungen: Wenn die nichtinvasiven Methoden nicht wirken, kann der Kalk angestochen werden und arthroskopisch entfernt werden. Verkalkungen der Sehnenansätze müssen jedoch nicht zwingend operativ entfernt werden, da sie sich häufig (innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren) spontan wieder zurückbilden und die Schmerzen sich unter einer konservativen Therapie deutlich bessern. Die Auflösungsphase ist mit zum Teil heftigen Schmerzen verbunden.

  • Örtliche Betäubung, Nervenblockade
  • Infiltration von Triggerpunken (Neuraltherapie). Triggerpunkte sind schmerzhafte Punkte (Bindegewebsablagerungen, verspannte Muskelfasern). Triggerpunkte können, wenn sie aktiv sind, Schmerzen bei Bewegungen und sogar in Ruhestellung verursachen. Eine typische Eigenschaft von Triggerpunkten ist, dass sie Schmerzen ausstrahlen.

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Wickel: Kohl, Quark, Zwiebel
  • Tees: Brennnessel, Löwenzahn
  • Salben: Arnika, Beinwell (Symphytum)
  • Johanniskrautöl einreiben (Vorsicht vor Sonnenkontakt)
  • Arnika-Öl-Umschläge (hilft bei einem akuten Schub)
  • Essig hat eine schmerzlindernde Wirkung, er führt dem Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente zu, diese beschleunigen den Stoffwechsel. Essig hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften.
    Einnahme Essig: 2 TL Apfelessig in einem Glas Wasser, tägl., evtl. mit etwas Honig
    Essigauflagen/Wickel/Waschungen: Giftstoffe können über die Haut ausgeleitet werden
  • Alle Massnahmen, die zur Entsäuerung des Körpers beitragen sind angezeigt, z.B. Basenbäder
  • evtl.Vitamin-, Mineralien-Substitution
  • Leinöl (2x 1-2 TL tägl.)
  • Auf die Ernährung achten (weniger tierisches Eiweiss, Milchprodukte, saure Nahrungsmittel)

Behandlung Klassische Homöopathie


Bei einer Behandlung, ob homöopathisch oder schulmedizinisch, sollten alle krankheitsfördernden Umstände, wie Fehlbelastungen und Überbelastungen, vermieden werden (Arbeitsplatz, Arbeitsabläufe, Sport, usw.).

Die typische Eigenschaft einer Schultersteife ist der meist langsame Krankheitsverlauf. Zu Beginn treten die Schmerzen nur bei Bewegungen auf, dann bestehen die Schmerzen auch in Ruhestellung. Der Schlaf kann dabei besonders zur Qual werden, weil dabei keine schmerzfreie Position gefunden wird. Durch die Schmerzen kommt es im Laufe der Zeit zu einer Schonhaltung. Die Folge davon ist, die Bewegung des Armes wird noch mehr eingeschränkt. Deswegen ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, damit die Schulter wieder mobilisiert werden kann. Der Teufelkreislauf wird dadurch unterbrochen.

Bei einem Unfall verhindern homöopathische Arzneimittel bei der Akutbehandlung auch Folgeschäden (Einblutungen werden aufgelöst und Kalkeinlagerungen dadurch verhindert). Sehnen, Bänder, Muskeln sind schlecht durchblutet. Bei Verletzungen haben diese deshalb eine lange Heilungszeit. Hier hat gerade die Homöopathie sehr gute Behandlungserfolge. Die Heilungszeit verkürzt sich auf eindrückliche Weise.

Bestehen die Schulterschmerzen schon längere Zeit, ist unbedingt eine umfassende Konstitutionsbehandlung mit einer ausführlichen Anamnese nötig. Bei fortgeschrittenen Gelenkschäden kann die Homöopathie die Schmerzen verringern, das übrige Bindegewebe wie Muskeln, Sehnen, Bänder stärken (diese Gewebsart reagiert sehr empfindlich auf jegliche Reize. Sei dies durch Bakterien, Hormone, Kälte, Feuchtigkeit und seelische Einflüsse), die Ernährung des Knorpels fördern, die Einnahme von starken Schmerzmitteln, Cortisonspritzen verhindern. Sie verhindert so auch die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten.

Meist wurde über Monate medikamentös behandelt. Medikamente verschleiern leider oft die Symptome und erzeugen Nebenwirkungen. Es gilt bei der homöopathischen Behandlung zu unterscheiden, ob einzelne Beschwerden nicht auch durch medikamentöse Nebenwirkungen verursacht wurden (sie haben nichts mit Ihnen selber zu tun). Im Laufe der homöopathischen Behandlung klärt sich für mich oft das Bild, es tauchen wieder ursprüngliche Symptome auf.

Eine Versteifung der Schulter spielt sich nicht nur am Gelenk ab, es handelt sich immer um eine Erkrankung des ganzen Körpers. Für die Behandlung muss deshalb individualisiert werden. Dazu werde ich Ihnen als Homöopathin viele Fragen stellen: z.B. über Ihre früheren Krankheiten, Lebenssituation, seelische Belastungen, was ihre Beschwerden verbessert, was verschlimmert, wie ist der Schlaf, usw. Erst die ausführliche Befragung und das Analysieren ihrer familiären Belastung (vererbte Krankheiten; Krankheiten in der Familie) gibt mir ein Bild für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels.

In der Homöopathie werden nicht nur Röntgenbilder und Laborwerte beachtet, es geht um den ganzen Menschen. Jeder Mensch ist verschieden, geht anders mit seiner Krankheit um, hat andere Empfindungen, Sorgen und Ängste. Trotzdem kann eine genaue Abklärung vor der homöopathischen Behandlung notwendig sein (Befunderhebung). Es ist deshalb von Vorteil, wenn zu Beginn der Behandlung genaue Diagnosen zur Verfügung stehen.