Gerstenkorn

Gerstenkorn – Hordeolum
(„Urseli“ – „Gritli“)

Beim Gerstenkorn (Hordeolum) handelt es sich um eine akute bakterielle Entzündung des Augenlids (Staphylokokken), die von einer Talg- oder Schweissdrüse ausgeht. Durch die Entstehung eines Eiterpfropfes, bzw. Drüsensekretpfropfes verstopft sich der Drüsengang. Die ersten Symptome sind eine Rötung und eine lokalisierte schmerzhafte Schwellung.

Man unterscheidet zwei Formen

  • Das Hordeolum externum ist eine Entzündung einer Talg- oder Schweissdrüse im Bereich der Lidkante oder der Wimpern.
  • Das Hordeolum internum ist eine Entzündung der Meibomschen-Drüsen (Talgdrüse) an der Lidinnenseite.

Symptome

Ein Gerstenkorn ist in der Regel harmlos. Treten gehäuft Gerstenkörner auf, spricht dies für ein geschwächtes Immunsystem, evtl. sollte auf Diabetes mellitus abgeklärt werden.

  • Schmerzhafte Schwellung und Rötung des Augenlides
  • Nach etwa vier Tagen entsteht ein gelblicher Eiterherd
  • Nach etwa einer Woche geht das Gerstenkorn auf, der Eiter fliesst ab und der Heilungsprozess beginnt.
  • Entzündete Bindehaut, v.a. bei innerem Gerstenkorn

Komplikationen

  • Jeder Versuch, das Gerstenkorn durch Drücken, Quetschen, Kratzen oder Reiben zu „bearbeiten“, kann zu Komplikationen führen. Durch eine Streuung der Bakterien besteht die Gefahr einer akuten Entzündung der gesamten Augenhöhle (Orbitalphlegmone) unter Mitbeteiligung des Augapfels, der Augenvenen sowie des Sehnervs.
  • Wenn sich die Entzündung zurückbildet, ohne dass sich der Sekretstau im Drüsenausführungsgang entleert, bleibt ein sogenanntes Hagelkorn (Chalazion) zurück, ein nicht schmerzhaftes tastbareres Knötchen unter der Haut am Lindrand.
  • Wenn die Entzündung immer wieder auftritt, sollte der Arzt einen Diabetes mellitus ausschliessen, da Zuckerkranke zu Staphylokokken-Infektionen der Haut neigen.

Behandlung Klassische Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel werden mit grossem Erfolg auch bei bakteriellen Infektionen eingesetzt. Eine Lidentzündung mit Staphylokokken wird daher je nach Symptomenlage mit dem in Frage kommenden Arzneimittel behandelt.

Wenn Gerstenkörner immer wieder kommen handelt es sich nicht mehr um ein akutes Problem. Hier ist eine Konstitutionsbehandlung angesagt.

Wenn Sie sich bereits in einer konstitutionellen Behandlung befinden, und sich ein Gerstenkorn bildet, können obige Tipps aus der Naturheilkunde eine Erleichterung bringen. Wenn die Entzündung aber nicht zurückgeht, benachrichtigen Sie bitte Ihren Homöopathen. Sie sollten hier selber nicht mit homöopathischen Arzneien (auch keine Komplexmittel) eingreifen.

Tipps aus der Naturheilkunde

Auch wenn das Gerstenkorn schmerzt, brennt oder juckt: Finger weg, kein Herumdrücken! Es bleibt nur dann harmlos, wenn ein Gerstenkorn  in Ruhe reifen und von selbst aufbrechen kann.

Um eine Reifung und Entleerung zu fördern:

  • Trockene Wärme: Bestrahlung mit Rotlicht (die Einschmelzung des Abszesses wird so beschleunigt). Im fortgeschrittenem Stadium wird durch Wärme die „Reifung“ und Eiterbildung gefördert. Entweder entleert sich danach der Eiter von selbst oder die Geschwulst wird vom Arzt mit einem kleinen Schnitt geöffnet und entleert.
  • Auswaschen Augentrost (Euphrasia officinalis)
  • Mit Calendula-Lösung betupfen
  • Warmer Schwarzteebeutel auflegen

Behandlung Schulmedizin

  • Antibiotische Salben
  • Nach Rückgang der Entzündung Eröffnung des Gerstenkorns mittels kleinem Schnitt unter örtlicher Betäubung.