Herpes

Siehe auch Fieberblasen; Gürtelrose (Herpes zoster); Mundschleimhautentzündung (Herpesbläschen); Neuralgie; Trigeminusneuralgie (in Bearbeitung)

Unter Herpes versteht man eine Gruppe von Virusinfektionen, deren Erreger zur Familie der Herpesviren gehören. Das Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht Lippenherpes (Bläschen an Lippen, Zunge oder Mundschleimhaut), Herpes simplex Virus Typ 2 (HSV-2) verursacht Genitalherpes. Bedingt durch die veränderten Sexualpraktiken verursacht auch der HSV-1 zunehmend Genialherpes; heute sind bereits 40% der Infektionen im Genitalbereich. Herpes ist ansteckend (Berührung der Bläschen, Krusten mit den Fingern, Küssen, Geschlechtsverkehr, Benutzen von gemeinsamem Geschirr, Handtüchern).

Daneben gibt es noch andere Erkrankungen, die von Laien nicht mit Herpesviren in Zusammenhang gebracht werden:

  • Windpocken, die Erstmanifestation einer Infektion durch das Varizella-Zoster-Virus.
  • Gürtelrose, als Zweitmanifestation der Windpocken
  • Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber), nach Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus.
  • Zytomegalie (Speicheldrüsenkrankheit) verursacht durch das Cytomegalievirus, die bei Personen mit einem intakten Immunsystem meist harmlos verläuft, bei immungeschwächten Personen aber weit schwerer verlaufen kann.

Wer einmal Herpesbläschen hatte, bekommt sie häufig wieder. Kinder können bei der Geburt von der Mutter durch Genitalherpes angesteckt werden.

Bei Lippenherpes können sich bei heftigeren Verläufen die Bläschen auch an Wangen, Nasenlöchern, Ohrläppchen oder im Augenbereich bilden. Ist das Auge betroffen, verursachen Herpesviren an der Hornhaut unter Umständen bleibende Narben. Herpes kann auch innere Organe wie Lunge, Gesichtsnerven oder Gehirn befallen. Das ist vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. Krebs- oder Aidskranke) der Fall. Bei Neurodermitis-Patienten kann es  kommt es durch die gestörte Immunabwehr zu einer raschen Ausbreitung des Herpes über grosse Hautbezirke kommen.

Ursachen Lippenherpes (Fieberblasen)

Mit Herpes infiziert man sich meist schon in der Kindheit, die Erkrankung verläuft da aber in der Regel ohne Beschwerden. Lippenherpes kann einmal auftreten, dann ist jahrelang Ruhe, er kann aber auch monatlich auftreten (z.B. im Zusammenhang mit der Menstruation). Die Häufung ist genetisch bedingt, aber auch die Lebensumstände spielen eine grosse Rolle.

Folgende Faktoren können Lippen-Herpesviren aktivieren:

  • Sonneneinstrahlung, UV-Strahlung, Solarium
  • Zahnarztbesuch
  • Fieber, Erkältungskrankheiten, Grippe
  • Immunschwäche z.B. bei schweren Erkrankungen, nach Operationen oder bei psychischen Erkrankungen.
  • Stress, Erschöpfung
  • Ekel
  • Angst; seelische Probleme
  • Allergien (z.B. Nahrungsmittel, Kosmetika, Metalle)
  • Impfungen
  • Zahnfüllungen mit Amalgam
  • Hormonschwankungen (z.B. Menstruation; Pille/ Hormonspirale; Schwangerschaft; nach Geburt; Wechseljahre)
  • Verletzungen (sie sind Stress pur)

Symptome Lippenherpes

  • Zunächst beginnt die Hautstelle (meist ist es die Ober- oder Unterlippe) zu Kribbeln, Brennen, es spannt, es bilden sich kleine Bläschen oder eitrig-blutige Krusten in der Mundregion, Lippen, Naseneingang. Spätere Infektionen verlaufen meist weniger ausgeprägt.
  • Fieber, Lymphknotenschwellungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl können dazu kommen.
  • Nach gut zehn Tagen klingen die Beschwerden ab.
  • Die Bläschen können auch an anderen Körperstellen auftreten, z.B. Nase, Ohren, Augen, Geschlechtsorgane, Po (Kinder), usw.

Folgen

  • Hautnarben, Hornhautnarben
  • Es können braune oder weisse Hautstellen zurückbleiben.
  • Hörschäden oder Gesichtsmuskellähmungen, Geschmacksverlust
  • Bei einigen Patienten kann es zu einer Mitbeteiligung von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark und es kann zu Zwerchfelllähmungen kommen.
  • Eine Ausbreitung des Zosters auf den ganzen Körper (generalisierter Herpes Zoster) kann Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit einer Immunsuppression (Ausschaltung der natürlichen Abwehrkräfte) treffen, diese Situation kann lebensbedrohlich sein.
  • Nervenschmerzen (post-zosterische Neuralgie)

Behandlung Klassische Homöopathie

Fieberbläschen sind nicht nur schmerzhaft, sie treten im Gesichtsbereich auf und sind nur schwer zu verbergen. Durch Essen und Sprechen können die Krusten immer wieder aufbrechen und den Heilungsprozess verzögern. Es ist daher begreiflich, dass die Betroffenen immer neue Wege suchen, um die Fieberbläschen schnell wieder loszuwerden.

Aus Sicht der Homöopathie kann Herpes nur geheilt werden, wenn die Lebenskraft gestärkt wird. Diese Lebenskraft, auch Dynamis genannt, hält alle Vorgänge in unserem Organismus im Gleichgewicht. Sobald eine Störung auftritt, ist sie bemüht, diese so schnell wie möglich auszugleichen, indem die Störung von lebenswichtigen Organen ferngehalten wird. Viele Störungen werden daher zuerst auf der Haut sichtbar. Das ist für uns zwar unangenehm, sieht nicht schön aus und juckt oder brennt, die Störung ist jedoch fern von den lebenswichtigen Organen. Wird dem Körper dieses Ventil genommen, indem Hautausschläge mit Salben, Bädern, Cortison unterdrückt werden, muss die Lebenskraft eine andere Ebene suchen. In homöopathischen Praxen sieht man, dass nach unterdrückenden Behandlungen, weit schlimmere Krankheiten wie Asthma, Gelenkschmerzen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Hirnschlag, Krebs folgen.

Bei einer Konstitutionsbehandlung darf man deshalb erwarten, dass einmal unterdrückte Hautausschläge wieder erscheinen, andere ernsthafte Erkrankungen aber verschwinden. Herpes ist in der klassischen Homöopathie ein wichtiges miasmatisches Symptom. Unter Miasma (Krankheitsanlagen, Schwächen) ist ein ererbter und erworbener, krankhafter, konstitutioneller Zustand zu verstehen, der durch wiederholte Unterdrückungen vertieft und dauerhaft wird. Er bildet den Boden für viele chronische Krankheiten. Miasmen sagen auch viel über die Prognose der homöopathischen Behandlungen aus.

Leider beeinflussen Impfungen die Lebenskraft ganz entscheidend. Durch Windpockenimpfungen kommt es z.B. zu einer Verschiebung des natürlichen Gleichgewichts in Richtung Herpes zoster (Gürtelrose), der Zweiterkrankung der Windpocken (deren Verlauf viel schwerer als der von Windpocken ist). Bei dieser Erkrankung ist die Komplikationsrate wesentlich höher. Seit Einführung der Windpockenimpfung nahmen in den USA die Fälle von Herpes zoster Erkrankungen bei Kindern dramatisch zu und erreichen mittlerweile die Zahl bei Erwachsenen. Normalerweise kommt Herpes zoster bei gesunden Kindern und jungen Menschen nicht vor.
Quelle: www.impfschaden.info

Bei einer homöopathischen Behandlung von Herpes werden also keine Viren „bekämpft“, sondern die Lebenskraft unterstützt. Dazu ist immer eine ausführliche Anamnese und eine konstitutionelle Behandlung notwendig. Herpes ist für eine homöopathische Selbstbehandlung nicht geeignet.

Tipps

  • Die Wasserbläschen sind vom ersten Kribbeln bis zum Abfallen der Krusten ansteckend. Über Finger, Küssen ist die Übertragung leicht möglich. Salben deshalb mit einem Wattestäbchen auftragen.
  • Häufiges Händewaschen.
  • Separates Handtuch verwenden.
  • Bei Säuglingen während der Erkrankung den Nuggi (Schnuller) täglich auskochen, diesen mehrmals täglich in Salbei-Tee tauchen.
  • Akut Erkrankte sollten sich von Säuglingen und geschwächten Menschen eher fernhalten, und keinesfalls küssen.
  • Während eines Herpes keine Kontaktlinsen verwenden (oder Linsen nicht mit blossen Händen einsetzen).
  • Kondome benutzen
  • Sonnenschutz der Lippen (Fettstift mit UV-Schutz).
  • Schmerzlindernd wirken Eiswürfel
  • Heisse od. saure Nahrung meiden, keine Zitrusfrüchte.
  • Bläschen über Nacht mit Zinkpaste, Penatencreme, notfalls Zahnpasta abdecken.

 

Tipps aus der Naturheilkunde

Aus Sicht der Naturheilkunde kann eine Krankheit nur von den Selbstheilungskräften des Kranken besiegt werden. Alle Heilverfahren und Medikamente dienen daher dazu, diese Selbstheilung anzuregen oder zu unterstützen.

Bei ersten Anzeichen:

  • Eiswürfel im Taschentuch auf die Stelle drücken.
  • Betupfen mit Alkohollösung.
  • Betupfen mit Rescue-Tropfen (Notfalltropfen der Bachblüten); Calendula- od. Melissen-Salbe; Melissentinktur; Teebaumöl verdünnt oder unverdünnt (Teebaumöl nicht während einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung anwenden; es kann die Therapie stören).
  • Heilerde auftragen
  • Gegen Juckreiz und Schmerzen hilft Aloe-Vera-Gel.
  • Vitaminreiche, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf

Heilungsförderung:

  • Kur aus Sonnenhut (Echinacea)
  • Betupfen mit homöopathischer Wund-Tinktur oder Echinacea-Tinktur; Schwarz-Tee, Salbei-Tee, oder Melissen-Tee (Gerbstoffe fördern das Austrocknen).
  • Etwas Bienenhonig auf Lippe auftragen; Propolissalbe auftragen.
  • Johanniskrautöl, wirkt auch schmerzlindernd.
  • Kamille, Ringelblume oder Kernseife-Lösung (lindern den Juckreiz).
  • Mundspülungen mit Kamillentee od. Ringelblumentinktur (Calendula-Tinktur): 10 Tropfen auf 1 EL Wasser (bei einer homöopathischen Behandlung ist Kamille kontraindiziert).
  • Mund mehrmals täglich mit Salbei-, od. Thymiantee spülen; Nuggi in Salbei-Tee tränken.
  • Vitamin C

Stärkung des Immunsystems:

  • Sanddorn (Vitamin C); Echinacea-Kur; evtl. Darmsanierung (Milchsäurebakterien)
  • Vitamine C und E
  • Mineralstoffe Zink und Selen
  • Knoblauchkapseln

Behandlung Schulmedizin

Eine Heilung aus schulmedizinischer Sicht gibt es nicht, man hat bisher bis heute keine Möglichkeit gefunden das im Körper ruhende Virus zu vernichten. Es kann jederzeit wieder zu erneuten Krankheitsausbrüchen kommen.
Es werden die Beschwerden gelindert (Schmerzen, Fieber, Entzündung), antivirale Salben verkürzen die Dauer der Erkrankung.