Karpaltunnelsyndrom

Karpaltunnelsyndrom (CTS)


Siehe auch: Tennisarm; Sehnenscheidenentzündung; Fibromyalgie; Frozen Shoulder; Rheuma

Der Karpaltunnel ist eine Durchtrittsstelle für Sehnen und Nerven am Handgelenk. Durch diesen Tunnel verlaufen die Beugesehnen und ein Nerv (Nervus medianus) hindurch. Bei einer Druckerhöhung im Karpaltunnel kann dieser Nerv zusammengedrückt werden, was eine verminderte Durchblutung und eine Funktionsstörung mit Kribbeln, Taubheit in den betroffenen Fingern auslösen kann. Meist sind Zeige- und Mittelfinger, seltener der Daumen betroffen. Die Hand kann geschwollen und kalt sein. Zuerst treten die Symptome nachts auf, später können sie auch durch Schreiben, Computerarbeit, Telefonieren usw. ausgelöst werden. Durch Schütteln des Armes oder Waschen mit kaltem Wasser verschwindet das Kribbeln.

Ein ständig, auch tagsüber anhaltendes Taubheitsgefühl ist Zeichen einer schon fortgeschrittenen Nervenschädigung. Schreiben, feinere Handarbeiten werden eingeschränkt.

Leichtere Beschwerden klingen nach kurzer Dauer von selbst ab. Insbesondere ein in der Schwangerschaft auftretendes Karpaltunnelsyndrom hat gute Chancen, nach der Geburt des Kindes wieder zu verschwinden. Hält der Druck an, kann es zu starken Gefühlsstörungen und einem Muskelschwund (Atrophie) im Daumenballenbereich kommen.

Differentialdiagnostisch kommen vor allem Abnutzungserscheinungen im Bereich der Halswirbelsäule in Betracht (vor allem Nervenwurzel C6). Eine Nerveneinklemmung an der Halswirbelsäule oder Durchblutungsstörungen der Finger können ähnliche Symptome erzeugen.

Differenzierung Tennisellenbogen:
Eine Überlastung des Ellenbogengelenks führt zu örtlichen Mikrotraumen und Einreissen an den Sehnen. Es besteht ein lokaler Druckschmerz der bei Muskelanspannung auch ausstrahlt.
siehe: Tennisarm

Ursachen

  • Belastungstraumen des Handgelenkes (Stricken, Computerarbeit).
  • Handwerkliche Berufe, bei denen Druck auf die Handfläche ausgeübt wird.
  • Hormone (Wechseljahre, Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion).
  • Einlagerung von Gewebswasser (z.B. in der Schwangerschaft).
  • Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes, Nierenschädigungen, Schilddrüsenunterfunktion).
  • Überbein (Ganglion). Ein Ganglion ist eine Zyste, welche von einer Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide ausgeht.
  • Lipom (gutartige Fettgeschwulst)
  • Knochenbrüche, die nicht gerade verheilt sind.
  • Entzündliche Schwellungen (Sehnenscheidenentzündungen, Blutergüsse).
  • Rheumatische Erkrankungen wie Arthrose an den Handgelenken
  • Knochenumbauprozesse im Bereich des Karpaltunnels.
  • Alkohol
  • Borreliose
  • Infektionen im Handbereich

 

Symptome Karpaltunnelsyndrom

  • Gefühl Hand ist eingeschlafen. Bei herabhängendem Arm bessern sich die Beschwerden.
  • Zu Beginn treten die Beschwerden vor allem nach Belastung des Handgelenks auf. Ameisenlaufen, Kribbeln, Einschlafen in den Fingerspitzen, nachts. Im späteren Stadium treten die Beschwerden auch tagsüber auf.
  • Brennende Schmerzen der Hand, die vorwiegend nachts auftreten und oft bis in den Oberarm und Schulter ausstrahlen.
  • Die Schmerzen nehmen mit der Zeit zu, gehen hoch bis Ellbogen und Schulter. Die Dorsalflexion der Hand (Richtung Handrücken) ist schmerzhaft. Morgensteifigkeit. Schmerzen beim Halten von Büchern od. Zeitungen. Die Symptome verschwinden zunächst wenn die Hand geschüttelt, bewegt oder unter Wasser gehalten wird.
  • Zu den Spätzeichen gehören Muskelschwund des Daumenballens (Atrophie) und Berührungsschmerz.
  • Wenn die Nervenschädigung fortschreitet, kommt es zu einer Zunahme der Schwäche der Handmuskulatur und Minderung des Tastgefühls. In diesem Stadium lassen die Schmerzen nach, da auch die Schmerzfasern zerstört werden.

 

Diagnose

  • Sonographie (Ultraschall)
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten

 

Tipps


 

  • Frühstadium: Nachts Ruhigstellung der Hand mittels Schiene oder Handgelenksmanschette (reduziert den Druck auf den Nerven).
  • Tagsüber die Überbelastung des Handgelenks vermeiden.
  • Wärme oder Kälte (Kälte wird im Akutstadium meist besser vertragen).

 

Schulmedizinische Behandlung


Röntgen, Messung der Nervenleitfähigkeit (Elektroneurographie) und Messung der Muskelfunktion (Elektromyographie) sichert die Diagnose. Seltener wird ein CT (Computertomogramm) oder ein MRT (Magnetresonanztomogramm) gemacht.

  • Handgelenksmanschetten sollen das Handgelenk in Flexionsstellung halten und so eine Entlastung bewirken.
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika
  • Cortison-Injektionen
  • Bei zunehmenden Beschwerden, bei sichtbarem Muskelschwund des Daumenballens: Operation: Durchtrennung des Handgelenksbandes, Knochenvorsprünge und entzündlich verdicktes Gewebe wird entfernt. Die Druckentlastung hat meist ein sofortiges Nachlassen des Schmerzes zur Folge, Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen können aber noch Monate anhalten.

 

Behandlung Klassische Homöopathie


Die Klassische Homöopathie bietet beim Karpaltunnelsyndrom sowohl bei akuten wie auch bei chronischen Beschwerden sehr gute Hilfe. Ungewöhnliche Belastungen, falsche Bewegungsabläufe sollten aber verändert werden. Der Heilungserfolg hängt stark vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab. Je früher umso besser. Ein grosser Vorteil der Homöopathie ist, dass eine Behandlung auch in der Schwangerschaft durchgeführt werden kann, ohne dass Nebenwirkungen medikamentöser Art zu befürchten sind.

Bei akuten Beschwerden kommen verschiedene homöopathische Arzneien in Fragen, welche schnelle Linderung versprechen. Bei chronischen Beschwerden wird immer eine Konstitutionsbehandlung gemacht, dazu ist eine ausführliche Anamnese nötig. Ich werde Ihnen als Homöopathin viele Fragen stellen. Gibt es Auslöser, Vorerkrankungen, welche Modalitäten sind vorhanden (was verbessert, was verschlimmert)? Angaben über die Ernährung, Krankheiten in der Familie, Krankheiten in der Familie helfen bei der Wahl des Arzneimittels.

Es ist sehr wichtig, dass die Veränderungen im Schmerzablauf, in der Intensität der Symptome bis zur nächsten Konsultation gut beobachtet werden. Rückmeldungen von Seiten des Patienten erleichtern deshalb die Weiterbehandlung. Nur so kann der Heilungsverlauf beurteilt, evtl. Erstverschlimmerungen von einem Fortschreiten der Krankheit unterschieden, und evt. die Arzneimittelfolgen, bzw. Wiederholung des Arzneimittels richtig gemanagt werden.