Kopfschmerzen

Siehe auch: Migräne

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Zum Glück steckt selten eine schwere Erkrankung dahinter. Kopfschmerzen sind meist eine Regulationsstörung des Stoffwechsels, sie können aber auch ein Symptom von Allgemeinerkrankungen, sowie von psychischen Krankheiten sein.

Frauen leiden häufiger unter Kopfschmerzen als Männer (z.B. hormonelle Migräne). Die Schmerzen werden als pochend, stechend, dumpf, usw. empfunden. Man kann ihn auch nach Ort, z.B. Stirn, Schläfe, hinter Augen, Hinterkopf, Scheitel unterscheiden. Kommen andere Beschwerden wie Schwindel, Müdigkeit, Fieber, Erkältung, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen hinzu, so kann dies auch einen Hinweis auf die Ursache der Kopfschmerzen geben.

Problematisch ist, dass Kinder mit Kopfschmerzen oft nicht verstanden werden. Sie müssen dadurch unnötig lange leiden. Hinter Kopfschmerzen bei Kindern können sich auch Sehfehler, Entzündungen im Kopfbereich und der Niere, Kieferfehlstellungen verstecken. Die Diagnose und die Behandlung sind oft schwierig. Einerseits können Kinder sich schlecht ausdrücken, v.a. wenn sie noch klein sind, andererseits werden die Beschwerden oft gar nicht wahr genommen. Viele der erwachsenen Kopfschmerzpatienten schildern, dass ihre Schmerzerkrankung bereits im Kindes- und Jugendlichenalter ihren Anfang nahm und dass damals versäumt wurde eine gute Therapie einzuleiten. So kam es bei vielen Betroffenen zu jahrelangen Ärzte-Odysseen mit zahllosen sinnlosen Diagnostikmassnahmen und Therapieversuchen. Hinzu kommt, dass Schmerzmedikamente vorwiegend für Erwachsene konzipiert wurden, für Kinder sind sie nur bedingt tauglich.

Häufige Kopfschmerzformen

Spannungskopfschmerz

Der Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzform. Durch Verengung der Hirngefässe mit anschliessender Erweiterung kommt es zu dumpf, drückenden Schmerzen, als ob der Kopf zusammengepresst würde.

Migräne

Siehe auch: Migräne

Der Krankheit liegen mehrere auslösende Faktoren zu Grunde. Eine konstitutionelle Veranlagung ist stets die Basis für die Entwicklung einer chronischen Migräne. Dazu kommen äussere und auch seelische Faktoren.

Es handelt sich um meist einseitige, heftige Kopfschmerzen, welche anfallsartig auftreten. Die Schmerzen werden als stark pochend, pulsierend, bohrend empfunden. Die Dauer eines Anfalles kann von Stunden bis mehreren Tagen reichen. Die Anfallshäufigkeit variiert stark (von einmal im Jahr bis zu fast täglich). Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Migräne kommt auch bei Kindern vor. Sie klagen dabei aber häufig über Bauchschmerzen.

Eine Migräne-Attacke kann man in Phasen einteilen:

  • Einige Stunden bis 2 Tage vor dem Migräneanfall treten Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Übellaunigkeit, Essattacken, Nackensteifigkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit, Verschwommensehen, Gähnen, Blässe auf.
  • In der Aura-Phase kommt es zu einer Verengung der Blutgefässe im Gehirn, es kommt dadurch zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Je nachdem welcher Abschnitt im Hirn betroffen ist, sind die Symptome unterschiedlich. Die Aura ist ein neurologischer Symptomkomplex. Er tritt unmittelbar vor Beginn des Migränekopfschmerzes auf (die meisten Migränepatienten haben ausschliesslich Attacken ohne Aura). Häufig treten bei einer Aura Sehstörungen auf (blitzartige helle Lichter, Zickzackfiguren, Linien, Punkte, Flimmern, seltsam verzerrte Sicht, Doppelbilder, Ausfall oder Abschwächung des Gesichtsfeldes). Manche Menschen haben sensible Störungen (Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle einer Körperhälfte oder des Gesichtes). Auch der Hörsinn oder Geschmackssinn kann betroffen sein. Sprach- und Gedächtnisstörungen, Halbseitenlähmungen können ebenfalls vorhanden sein. All diese Symptome bestehen nur für eine kurze Zeit.
  • Kopfschmerzphase: Der Schmerz kann mässig bis sehr stark sein, anfallsartig, pulsierend, pochend, drückend, bohrend. Die Intensität kann von Person zu Person schwanken. In der Regel sind die Schmerzen einseitig, meist ist die gleiche Seite betroffen. Es können aber auch wechselseitige Schmerzen auftreten. Begleiterscheinungen sind: Übelkeit, Erbrechen, Harndrang, Durchfall, Lärm-, Geruchs- und Lichtempfindlichkeit. Ein Anfall kann Stunden bis Tage andauern.

Neuralgische Kopfschmerzen

Neuralgische Schmerzen treten im Ausbreitungsgebiet eines bestimmten Nervs auf, z.B. dem Trigeminusnerv (Trigeminusneuralgie). Die Schmerzen werden als heftig reissend, bohrend, schiessend, blitzartig beschreiben. Die Schmerzattacken sind meist einseitig, hauptsächlich im Ober und Unterkieferbereich. Bei chronischen Neuralgien können die Schmerzen länger anhalten. Die Auslöser sind sehr unterschiedlich (Kälte, Kauen, Sprechen, Berührung).

Cluster-Kopfschmerz

Vor allem bei Männern vorkommend. Es kommt zu halbseitigen Schmerzattacken im Augen-Schläfenbereich (meist auf der gleichen Seite), seltener im Hinterkopf. Der Kopfschmerzcharakter wird als unerträglich reissend, bohrend, manchmal als brennend beschrieben. Dabei Rötung des Auges und des Gesichtes, Tränenfluss, verengte Pupille, laufende oder verstopfte Nase, Schwitzen im Bereich der Stirn oder des Gesichtes. Die Attacken treten periodisch auf (ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen; frühe Morgenstunden; nach dem Mittag; jeden zweiten Tag), danach können monatelange oder jahrelange beschwerdefreie Intervalle folgen. Besonders typisch ist ein während der Kopfschmerzattacken bestehender Bewegungsdrang. Die Patienten wandern umher oder schaukeln mit dem Oberkörper. Migränepatienten ziehen sich hingegen ins Bett zurück. Ein Viertel der Patienten erlebt vor dem Anfall eine visuelle Aura (s. oben bei Migräne), was die Differenzierung zur Migräne erschwert. Auch vermeintlich untypische Symptome wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen vor.

Wann ist eine medizinische Abklärung notwendig?

  • Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder immer stärker werden.
  • Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder immer wiederkehren.
  • Wenn andere Beschwerden wie Schwindel, Sehstörungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses hinzukommen.
  • Bei Kopfschmerzen nach einem Schlag oder Stoss an den Kopf.
  • Wenn die Kopfschmerzen nach Einnahme eines neuen Arzneimittels auftreten.
  • Wenn man jenseits des 40. Lebensjahres erstmals Kopfschmerzen bekommt, die man so bisher nicht kannte.
  • Wenn die Kopfschmerzen mit psychischen Wesensveränderungen einhergehen.

Ursachen Kopfschmerzen

  • Flüssigkeitsmangel
  • Hunger
  • Stress; Ferienbeginn, Wochenende
  • Angst
  • Übermüdung, starke körperliche Anstrengung
  • Schlafmangel oder zu viel Schlaf
  • Stressreaktionen (Arbeitsplatz, Schule, usw.), aber auch plötzliche Entspannung nach Stress; Angst, Ärger
  • Menstruation
  • Wetterveränderung, bestimmte Wetterlagen, z.B. niedriger Luftdruck, Gewitter, usw.
  • Grosse Höhe (Berge)
  • Flackerlicht (Kerzen, Disko), Gerüche, Lärm
  • Störfelder  (Narben, Herde durch chron. Entzündungen, z.B. durch tote Zähne/ Zahnwurzeln, chronische Nebenhöhlen-Entzündungen, Elektrosmog, Wasseradern).
  • Zahnfüllungen (Amalgam, Gold)
  • Schlecht sitzende Zahnprothesen
  • Nicht korrigierte Sehfehler, falsche Brille
  • Bildschirmarbeit
  • Würmer
  • Nahrungsmittel/Nahrungsmittelallergien (z.B. Weizen- od. Gluten, Nüsse, Käse, Zitrusfrüchte, Schokolade, Weisswein, Rotwein, Zitrusfrüchte, Schokolade, Käse, Farb- und Konservierungsstoffe)
  • Histamine
  • Medikamenteneinnahme (Schmerzmittel, Pille, Herzmedikamente wie Nitroglyzerin und Calciumantagonisten)
  • Mangelzustände an Vitalstoffen (Vitamine, Mineralstoffe)
  • Reaktionen auf Umweltgifte (z.B. Formaldehyd, Schwermetalle (Abgase, usw.), Impfungen (deren Zusatzstoffe; Farbstoffe und Zusatzstoffe in Lebensmittel), usw.
  • Vererbung
  • Nach Kopfverletzungen (Gehirnerschütterung; Schleudertrauma)
  • Alkohol, Nikotin, Kaffee

Körperliche Ursachen

  • Allergien, Heuschnupfen
  • Anämie (Blutarmut; Eisenmangel)
  • Blutdruckprobleme (v.a. erhöhter Blutdruck)
  • Fehlsichtigkeit, Schielen, Grüner Star
  • Gehirnerschütterung
  • Hitzschlag, Sonnenstich
  • Infektionskrankheiten, Fieber (z.B. Grippe)
  • Nebenhöhlenentzündungen
  • Neuralgien
  • Probleme im Halswirbelsäulenbereich, Schulterbereich (Schleudertrauma, Wirbelverschiebung, Arthrose, Diskushernie, Verspannungen)
  • Zahn- und Kiefererkrankungen (Zahnwurzelentzündungen, Fehlstellungen, schlecht sitzende Brücken, Prothesen, Implantate, usw.)
  • Erschöpfung, Burnout-Syndrom
  • Depressionen
  • Hormonstörungen (PMS, Eisprung, Menses)
  • Wechseljahre
  • Leberstörungen
  • Verdauungsstörungen (Verstopfung)
  • Nierenprobleme, Herzprobleme (hoher Blutdruck, usw.)
  • Unfallfolgen (z.B. Hirnerschütterung; Schleudertrauma)
  • Hirnblutung
  • Hirntumor
  • Schlaganfall
  • Hirn- und Hirnhautentzündung

Behandlung Klassische Homöopathie

Kopfschmerzen sind meist Anzeichen einer seelischen, geistigen, nervlichen oder körperlichen Überbelastung. Oft stehen sie auch im Zusammenhang mit anderen Symptomen wie Verstopfung, Fieber, Nebenhöhlenentzündungen, Haltungsfehler, Leber- und Verdauungsstörungen, hoher Blutdruck.

Bei unerklärlichen Störungen, beschränkt man sich in der Schulmedizin leider darauf, schmerzstillende Mittel zu verabreichen. Schmerzmittel betäuben zwar den Schmerz, die Ursache wird aber nicht behoben. Schmerzmittel verändern zudem das Schmerzmuster (eine homöopathische Behandlung wird dadurch schwieriger) und sie erzeugen leider auch Nebenwirkungen. Schmerzmittel können bei längerer Einnahme sogar Kopfschmerzen erzeugen.

Da Kopfschmerzattacken bei jedem Menschen eine andere Ursache haben, muss eine ausführliche Anamnese gemacht werden. Bei Frauen richtet sich mein Augenmerk öfters auf die Funktion der Eierstöcke (Menstruation, Wechseljahre) oder die hormonelle Verhütung. Eine Diagnose wie „Kopfschmerz“ führt in der Klassischen Homöopathie deshalb nie zum Behandlungserfolg. Der Mensch mit seiner Krankheitsgeschichte und seinen individuellen Symptomen steht viel mehr im Mittelpunkt der Behandlung. So ist die Lokalisation der Schmerzen manchmal alleine schon recht aussagekräftig.

Zusammenhang zwischen Kopfschmerz und Organsystemen

  • Schmerzen auf dem Schädeldach: Magenübersäuerung
  • Schmerzen im Auge:
    Störung im Eierstockbereich
    (Entzündung, Verklebung, Myom)
  • Schmerzen zuerst im Ohr, dann nach aussen: Leberbelastung
  • Schmerzbeginn im Hinterkopf:
    Gallenbeteiligung
  • Schmerzen ziehen von der HWS nach oben in den Hinterkopf:
    Nierenbeteiligung oder toxische Belastung (z.B. Medikamente)

Auch wie die Schmerzen wahrgenommen werden, wie der Betroffene damit umgeht, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Durch eine homöopathische Behandlung werden die Selbstheilungskräfte angeregt. Während einer Behandlung lernt der Patient auf seine Bedürfnisse zu achten. Was stimmt in seinem Leben nicht? Vielleicht macht sich der Betroffene einmal Gedanken darüber, ob bei ihm nicht etwa die Angst im Nacken sitzt, ihm die Wut zu Kopfe gestiegen ist, oder ob er sich aus lauter Sorgen nicht einfach den Kopf zerbricht?

Tipps

  • Versuchen Sie Stress, Anspannung oder sonstige Auslöser zu meiden. Hilfreich sind Entspannungstechniken und regelmässige sportliche Aktivitäten. Ein Kopfschmerztagebuch über 4-6 Wochen kann helfen, den Auslösern auf die Spur zu kommen.
  • Liegen in einem ruhigen, abgedunkelten Raum, sorgen Sie für frische Luft, schlafen Sie wenn Sie können.
  • Auflegen einer kalten oder warmen Kompresse auf die Stirn oder im Nacken.
  • Warmes Bad; warmes Fussbad
  • Zwiebelwickel im Nacken wirkt schmerzlindernd
  • Druckmassage
  • Einreiben der Stirn, Schläfen mit ätherischen Öl, z.B. Pfefferminzöl (nicht während homöopathischer Behandlung)
  • Ausschlussdiät um evtl. Nahrungsunverträglichkeiten auf die Spur zu kommen (z.B. Milchunverträglichkeit/ Laktoseintoleranz, Weizenallergie, usw.).
  • Kaffee, schluckweise getrunken

Vorsorge

  • Vermeiden Sie Stress
  • Achten Sie auf genügend Schlaf
  • Achten Sie auf eine genügende Flüssigkeitszufuhr
  • Entspannungsübungen
  • Gönnen Sie Ihrer Nacken- und Schultermuskulatur Lockerungsübungen
  • Sorgen Sie für einen ergonomischen Arbeitsplatz (Computerarbeit)
  • Sorgen Sie für Bewegung, möglichst an der frischen Luft (tut auch Ihren Augen gut)
  • Schränken Sie möglichst Ihren Kaffeekonsum ein

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Kalte Umschläge auf Stirn, Schläfen oder Nacken
  • Heisses Fussbad, gleichzeitig Arme in kaltes Wasser tauchen. Danach viel warmes Wasser trinken.
  • Kartoffelwickel, heisser Wasserwickel; heisses Salzkissen
  • Eisenkraut, Hopfenzapfen, Melisse

Behandlung Schulmedizin

  • Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen. Achtung: Schmerzmittel können, wenn sie regelmässig eingenommen werden, wiederum Kopfschmerzen, Magenprobleme erzeugen.

    Vorsicht
    : Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin) ist für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet. Der Wirkstoff kann bei Kindern eine seltene, aber gefährliche Krankheit, das sogenannte Reye-Syndrom, auslösen. Dabei kann es zu Schäden des Gehirns und der Leber kommen. Bei Kindern wird daher Paracetamol empfohlen (Kinderarzt)
  • Medikamente gegen die Übelkeit (z.B. Zäpfchen)
  • Bei starken Schmerzen verschreibt Ihnen Ihr Arzt spezielle Migränemittel. Diese dürfen nur auf Anweisung eingenommen werden. Es besteht die Gefahr, dass durch sie Dauerkopfschmerzen entstehen.
  • Beta-Blocker werden verschrieben, wenn mehr als drei sehr heftige Attacken pro Monat auftreten.