Mundschleimhautentzündung

Mundschleimhautentzündung


siehe auch: Candida albicans, Fieberblasen, Herpes, Soor

 

Eine Mundschleimhautentzündung macht sich durch Schmerzen, Schwellung, Rötung, Brennen, Juckreiz, Geschwüre, Bluten, Ausschläge, Mundgeruch oder vermehrten Speichelfluss bemerkbar.

Ursachen

  • Geschwächter Allgemeinzustand, Immunschwäche
  • Mangelnde Mundhygiene (z.B. bei Zahnprothesen, Zahnspangen, Bettlägerigkeit)
  • Schlecht sitzende Zahnprothesen
  • Allergien (z.B. Nahrungsmittel; Kosmetika, usw.)
  • Amalgamproblematik
  • Herpes
  • Hefepilze (Candida albicans)
  • Medikamente (z.B. Antibiotika)
  • Vitaminmangel (v.a. Vitamine A, B und C), oft hervorgerufen durch Darmpilze, chronischer Durchfall, Medikamente
  • Eisenmangel
  • Stress

Aphthen


Aphthen sind kleine weissliche, mit einem roten Hof umgebene Schleimhautflecken, sie treten vereinzelt oder in Gruppen auf. Sie sind sehr schmerzhaft sind.

Soor (Mundschwämmchen)


Soor ist eine Sammelbezeichnung für Infektionskrankheiten, welche durch Pilze (meist Hefepilze) verursacht sind. Meistens sind Kinder betroffen. Soor tritt oft bei Fieber, Magen-Darm-Beschwerden auf. Durch eine Immunschwäche können sie den natürlichen Säureschutzmantel der Schleimhäute stören und schwere innere Infektionen im Körper auslösen.

Symptome

Kleine, linsengrosse weissliche Pünktchen auf der Schleimhaut. Der Belag sieht aus wie geronnene Milch oder Joghurt, er ist abwischbar. Beim Abwischen kann es leicht bluten.

Befallen sind meist Lippen, Zunge und der Gaumen. Von der Mundschleimhaut kann die Pilzinfektion allerdings auch auf die Speiseröhre, Harnröhre, Blase, Scheide, bei Babys auf das Gesäss (als Windelausschlag) übergreifen.

siehe auch Windel-Ausschlag

Mundfäule (Stomatitis aphthosa)


siehe auch unter Herpesbläschen weiter im Text

Mundfäule kommt v.a. bei Säuglingen ab 10 Monaten und Kleinkindern vor, sie befällt die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch. Die Ansteckung erfolgt über den Speichel. Ist ein Elternteil an Herpes erkrankt, sollte weder der Nuggi (Schnuller) noch der Speisebrei-Löffel des Kindes in den Mund genommen werden.

Ursache

Der Verursacher ist das Herpes Simplex-Virus. Beim erstmaligen Auftreten im Kindesalter kommt es zur typischen Mundfäule, später können dann Herpesbläschen an anderen Stellen auftreten.

Symptome

Meist beginnt die Mundfäule mit hohem Fieber (bis 5 Tage). Das Kind verweigert die Nahrung weil die kleinen Bläschen (Mundschleimhaut, Gaumen, Zahnfleisch, Lippen) sehr schmerzhaft sind. Es besteht starkes Speicheln. Das Zahnfleisch ist meist geschwollen, ist hochrot, im Halsbereich sind die Lymphknoten geschwollen. Ein säuerlicher Mundgeruch ist sehr typisch für die Krankheit. Nach etwa einer Woche trocknen die Bläschen ein und die wunden Stellen heilen ab (erst jetzt ist das Kind nicht mehr ansteckend). Der Virus kann wie bei Herpes auf die Augen übertragen werden und dort die Hornhaut schädigen, es kann auch zu einer Herpes-Encephalitis (Befall des Gehirns) kommen.

Schulmedizin

Die Behandlung des Virus ist nicht möglich, es wird symptomatisch behandelt (Fieber, lokale Schmerzlinderung mit Gel).

Tipps

Wegen den Schmerzen verweigern die Kinder die Nahrung und das Trinken. Bei Säuglingen ist deshalb grösste Vorsicht geboten, damit sie nicht austrocknen (v.a. wenn sie noch Fieber haben).

Alles Saure ist zu meiden, ebenso trockene, harte Speisen!

  • Kühle Getränke anbieten (bei grösseren Kindern können Sie auch Eiswürfel zum Lutschen anbieten)
  • Glacé (Speiseeis), Pudding, weiche Speisen (erleichtern die Nahrungsaufnahme)

Herpesbläschen


Wie bei der Mundfäule spielen Herpesviren eine Rolle, sie erzeugen schmerzhafte Herpesbläschen an Lippen, Zunge oder Schleimhäuten (Herpes labialis). Die Erkrankung ist hochgradig ansteckend und kann durch Berührung, Küssen (oder Geschlechtsverkehr = Herpes genitalis) weitergegeben werden. Bei schwacher Immunabwehr durch eine schwere Erkrankung (z.B. Lungenentzündung; oder nach einem operativem Eingriff) besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ausbreitung der Herpesinfektion auf grössere Hautareale oder auf die Hirnhäute.

Wer einmal Herpesbläschen hatte, bekommt sie unter den entsprechenden Umständen häufig wieder. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Kinder können bei der Geburt von der Mutter angesteckt werden. Bei Patienten, bei denen die Immunabwehr durch schwere Erkrankungen stark geschwächt ist, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Ausbreitung auf grössere Hautareale oder einer Streuung in die Augen (Gefahr einer Hornhautentzündung) oder in die Hirnhäute.

Ursachen

Der Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht Bläschen an Lippen, Zunge oder Mundschleimhaut. Mit Herpes infiziert man sich meist schon in der Kindheit, meist verläuft die Erkrankung da aber ohne Beschwerden. Einmal angesteckt kann Herpes immer wieder ausbrechen.

Folgende Faktoren können Herpesviren aktivieren:

  • Sonneneinstrahlung, Solarium
  • Zahnarztbesuch
  • Fieber, Erkältungskrankheiten, Grippe
  • Immunschwäche z.B. bei schweren Erkrankungen, nach Operationen oder bei psychischen Erkrankungen.
  • Stress
  • Ekel; Angst; seelische Probleme
  • Allergien (z.B. Nahrungsmittel, Kosmetika, Metalle)
  • Impfungen
  • Amalgamproblematik
  • Hormonschwankungen (z.B. Monatszyklus; Pille/ Hormonspirale; Schwangerschaft; nach Geburt; Wechseljahre)
  • Verletzungen (sie sind Stress pur)
  • Schwere Erkrankungen

Mundherpes kann einmal auftreten, dann ist jahrelang Ruhe, er kann aber auch monatlich auftreten (z.B. im Zusammenhang mit der Menstruation). Die Häufung ist genetisch bedingt, aber auch die Lebensumstände spielen eine grosse Rolle.

Symptome

Zunächst beginnt die Hautstelle (meist ist es die Ober- oder Unterlippe) zu Kribbeln, Brennen, es spannt. Später beginnt es zu Jucken, es bilden sich wassergefüllte Bläschen, entweder einzeln stehend oder in Gruppen. Diese öffnen und entleeren sich, es kommt anschliessend zu einer gelben, manchmal blutigen Krustenbildung. Fieber, Lymphknotenschwellungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl können dazu kommen. Nacht gut zehn Tagen klingen die Beschwerden ab. Die Bläschen können auch an anderen Körperstellen auftreten, z.B. Nase, Augen, Geschlechtsorgane, Po (Kinder), usw.

Schulmedizinische Behandlung


Eine Heilung (aus schulmedizinischer Sicht) gibt es nicht, es kann jederzeit wieder zu erneuten Krankheitsausbrüchen kommen. Es werden die Beschwerden gelindert (Schmerzen, Fieber, Entzündung), antivirale Salben verkürzen den Verlauf ein wenig.  

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Darauf achten, dass nicht eine Schmierübertragung stattfindet (über Finger ins Auge). Separates Handtuch verwenden (die anderen Familienmitglieder werden sonst angesteckt). Haben Sie einen Säugling, separates Essgeschirr verwenden. Bei Säuglingen während der Erkrankung den Nuggi (Schnuller) täglich auskochen, diesen mehrmals täglich in Salbei-Tee tauchen.
  • Heisse od. saure Nahrung meiden, keine Zitrusfrüchte!
  • Häufiges Händewaschen!
  • Keine Kontaktlinsen verwenden

Bei ersten Anzeichen:

  • Eiswürfel im Taschentuch auf die Stelle drücken
  • Betupfen mit Alkohollösung
  • Betupfen mit Rescue-Tropfen (Notfalltropfen der Bachblüten); Calendula- od. Melissen-Salbe; Melissentinktur ; Teebaumöl verdünnt oder unverdünnt

Achtung: Nicht während einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung anwenden, es kann die Therapie stören

Heilungsförderung:

  • betupfen mit homöopathischer Wund-Tinktur oder Echinacea-Tinktur; Schwarz-Tee, Salbei-Tee, oder Melissen-Tee (Gerbstoffe fördern das Austrocknen)
  • Etwas Bienenhonig auf Lippe auftragen; Propolissalbe
  • Johanniskrautöl (wirkt auch schmerzlindernd)
  • Kamille, Ringelblume oder banale Seife (lindern den Juckreiz)
  • Mundspülungen mit Kamillentee od. Ringelblumentinktur: 10 Tropfen auf 1 EL Wasser
  • Mund mehrmals täglich mit Salbei-, od. Thymiantee spülen; Nuggi in Salbei-Tee tränken

Stärkung des Immunsystems:

  • Sanddorn (Vitamin C); Echinacea-Kur; evtl. Darmsanierung (Milchsäurebakterien)
  • Vitamine C und E
  • Mineralstoffe Zink und Selen
  • Knoblauchkapseln

Behandlung Klassische Homöopathie


Bei einer Akutbehandlung tritt innert Stunden eine starke Abnahme der Beschwerden ein. Danach erfolgt dann eine Konstitutionsbehandlung, da hier der Allgemeinzustand behandelt werden muss.

Aus Sicht der Homöopathie kann Herpes nur geheilt werden, wenn die Lebenskraft im Gleichgewicht ist. Herpes ist in der Homöopathie ein wichtiges miasmatisches Symptom.

Homöopathische Arzneimittel dienen dazu, diese Selbstheilung anzuregen. Die Häufigkeit und Schwere der einzelnen Schübe lässt sich so günstig beeinflussen.

Für homöopathische Selbstbehandlung nicht geeignet (führt zu Unterdrückungen).