Muskelkater

Siehe auch: Muskelschmerzen, Muskelverletzungen

Ein Muskelkater ist harmlos, aber eine sehr unangenehme und schmerzhafte Angelegenheit. Unsere Körpermuskeln können zwar enorme Kräfte aushalten, aber ungewohnte Bewegungsabläufe oder lange, starke Belastungen (Sport, Gartenarbeit) können zu vorübergehenden schmerzhaften Ermüdung der Muskulatur führen. Die Schmerzen treten typischerweise nach 12 bis 24 Stunden ein. Die Muskeln schwellen an, werden steif, hart, kraftlos. Die Schmerzen erreichen ca. 3 Tage nach der ursächlichen Betätigung ihren Höhepunkt. Da anfänglich noch kein Schmerz auftritt, ist anzunehmen, dass es sich um einen Entzündungsschmerz handelt.

Ursache

  • Ungewohnte Bewegungen, besonders starke Belastungen. Es kommt zu einer Anreicherung von Stoffwechselprodukten im Muskelgewebe (Muskelfasern) und zu feinsten Muskelfaserrissen. Dies führt zu einer Entzündung mit Eindringen von Wasser (Ödembildung). Die Muskelfasern schwellen dadurch an, was zu einem Dehnungsschmerz führt.
  • Epileptische Krämpfe

Behandlung Klassische Homöopathie

In der Homöopathie behandelt man Muskelkater mit sogenannten Verletzungsmitteln. Es wird in der Regel nur ein einziges Mittel eingenommen. Bei der Auswahl der Symptome zur Mittelbestimmung werden die akuten Symptome und das Allgemeinbefinden berücksichtigt. Wichtig sind auch die Modalitäten, sie geben Auskunft darüber, was sich in welcher Situation an der Beschwerde bessert oder verschlimmert. Somit kommt auch nicht bei jedem Patienten dieselbe Arznei in Frage. Bei einem Betroffenen wird der Muskelschmerz schlimmer durch Berührung, beim anderen hingegen bessert sich der Schmerz ausgerechnet beim Liegen (Druck) auf der betroffenen Körperstelle. Auch wie sich der Schmerz äussert, ist unterschiedlich. Ich stelle Ihnen daher bei einer Behandlung von Muskelkater einige Fragen.

  • Welche Muskeln schmerzen?
  • Gibt es Auslöser, Stress, Belastungen?
  • Wie würden Sie Ihren Schmerz beschreiben?
  • Gibt es Krämpfe? Wann, wo?
  • Was verschlimmert die Schmerzen? Was hilft, Wärme oder Kälte, Ruhe oder Bewegung?
  • Sind die Schmerzen morgens oder abends schlimmer?
  • Erwachen Sie nachts wegen der Beschwerden?
  • Sind Ihre Muskeln druckempfindlich?
  • Wie ist Ihr Allgemeinbefinden?
  • Wie gehen Sie mit den Schmerzen um, was lösen die bei Ihnen aus?
  • Gibt es Begleitsymptome?
  • usw.

In verschiedenen Ratgebern findet man immer wieder den Hinweis, bei Muskelkater Arnica zu verwenden. Schade, Arnica mag unter Umständen passen (wenn Arnika-Symptome vorhanden sind), wenn jedoch andere Symptome für die Wahl eines anderen Arzneimittels sprechen, geht kostbare Zeit verloren, ohne dass eine Wirkung des Mittels eintritt. Ich empfehle Ihnen daher, sich anhand von Fachliteratur schlau zu machen oder eben, Ihren Homöopathen aufzusuchen.

Tipps

  • Die sportlichen Leistungen langsam aufbauen.
  • Evtl. durchblutungsfördernde Öle vor dem Sport verwenden (Johannisöl; Arnika; Wacholder; Rosmarin, usw.).
  • Nach dem Training langsam auslaufen und mit Dehnübungen den Muskeltonus wieder senken.
  • Kneippen nach dem Sport (Wechselduschen 3 Min. warm, 20 Sek. kalt) oder Saunagang.
  • Leichte Massage. Zu starke Massagen stellen eine zusätzliche mechanische Irritation der bereits lädierten Muskeln dar und verzögern somit den Heilungsprozess.
  • Bei sehr starken Schmerzen: leichtes Schmerzmittel.
  • Entspannungsbad mit Rosmarin, Fichtennadeln. Wärme und Heilpflanzen regen die Durchblutung an.
  • Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn die Schmerzen nach einigen Tagen nicht weniger werden.
  • Während der Ausheilungsphase des Muskelkaters braucht die Muskulatur Erholung. Leichte Bewegung ist jedoch für die Heilung fördernd, weil eine bessere Durchblutung stattfindet. Beim Vorliegen einer echten Muskelverletzung sollte hingegen eine Ruhepause eingelegt werden.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Wärme beugt dem Muskelkater am nächsten Tag vor, z.B. heiss Duschen, Sauna. Dies gilt ebenso für kalte Anwendungen (Kneippen).
  • Wenn der Muskelkater da ist: warme Auflagen, ein warmes Bad machen.
  • Sanfte Massage mit Johannisöl (Vorsicht mit Sonnenbestrahlung),  Rosmarin- oder Lavendelöl.
  • Einreiben mit einer Salbe, z.B. Arnika, Beinwell/Wallwurz (Symphitum).
  • Arnika, äusserlich mit Umschlägen (1 TL Blüten mit ¼ l kochendem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen; oder 1 EL Tinktur mit ¼ l Wasser verdünnen). Vorsicht: Arnika nie auf offene Wunden geben.
  • Heublumen-Wickel oder ein Heublumenbad.
  • Warme Wickel/Kompressen (Wasser; Salzwasser; Kartoffeln; Kohl; Leinsamen).
  • Kalte Kompressen auflegen.
  • Magnesium (löst Verspannungen, wirkt entkrampfend)
  • Calcium (tiefe Calciumwerte erhöhen die Empfindlichkeit der Muskulatur).
  • Vitamin E (schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung).
  • Vitamin C bei Entzündungen; Vitamin B 12, Vitamin E bei Muskelschwäche.

Behandlung Schulmedizin

  • Schmerzmittel
  • Schmerzlindernde Salben, Gels (Kampfer, Menthol stören eine homöopathische Behandlung).
  • Magnesium (Krämpfe)
  • Ruhe und Schonung bei akuten Schmerzen.
  • Kälte- oder Wärme-Anwendungen (Wärme ist bei einer Entzündung kontraproduktiv).
  • Bewegung, regelmässige sportliche Betätigung stärkt die Muskulatur