Neurodermitis

Neurodermitis


Siehe auch Allergien; Ekzeme; Hauterkrankungen; Milchschorf; Kopfgneis


Bei der Neurodermitis handelt es sich um eine schubweise auftretende, chronische Entzündungsreaktion der Haut.
Besonders häufig sind Kinder von der Neurodermitis betroffen. Die Krankheit kann aber auch erst im Erwachsenenalter ausbrechen. Auffallend ist, dass Neurodermitis in den letzten Jahren sehr stark zugenommen hat.

Der Begriff „Neurodermitis“ leitet sich aus dem Griechischen ab:

  • Neuron = Nerv
  • Derma = Haut und der Endung
  • -itis = Entzündung

Es existieren verschiedene Krankheitsbezeichnungen:

  • Atopische Dermatitis (bei atopischen Erkrankungen produziert das Immunsystem Abwehrreaktionen gegen Allergene aus der Umwelt (z.B. Pollen).
  • Atopisches Ekzem
  • Endogenes Ekzem

Die Erkrankung verläuft immer in Schüben, sie wird durch „Stress“ oder Umwelteinflüsse beeinflusst . Die Hautsymptome können sehr unterschiedlich sein, sie treten oft gemeinsam mit anderen atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Bindehautentzündungen oder Asthma bronchiale auf.

  • Neurodermitis/ Atopisches Ekzem ist eine chronische oder chronisch rezidivierende entzündliche Hauterkrankung.
  • Die Krankheit verläuft schubweise.
  • Eine Neurodermitis gehört zum Formenkreis der Atopie, d.h., die Bereitschaft zur Entwicklung von allergischem Schnupfen, von allergischem Asthma, und Neurodermitis wird vererbt.
  • Neurodermitis äussert sich durch starken Juckreiz.
  • Sie manifestiert sich meist bereits im Kleinkindalter. Sie kann dann zwar durch unterdrückende Massnahmen verschwinden, taucht dann später im Erwachsenenalter aber wieder auf (siehe Phasen).

Drei Phasen bei Neurodermitis

  • Säuglingsekzem: Es besteht ein starker Juckreiz, Gesicht, Hals, Nacken und Brustbereich, Knie- und Armbeugen, Hand- und Fussrücken sind betroffen. Die übrige Haut ist sehr trocken, gerötet und schuppt. Sind die Entzündungen abgeheilt, ist die nachkommende Haut dunkler oder heller gefärbt (Hyper- und Hypopigmentierung).
  • Beugenekzeme: Diese Form tritt ab dem Kindes- und Jugendalter auf, Beugefalten der Gelenke wie Kniekehle und Ellenbogen sind betroffen. Während bei jungen Menschen die Haut durch die Entzündung häufig gerötet ist, zeigen sich im Laufe der Jahre baumrindenartige Vergröberungen der trockenen und verdickten Haut. Man bezeichnet diese Veränderung als Lichenfikation.
  • Erwachsene: Bei Erwachsenen ist die Zeichnung der befallenen Haut, v.a. auf der Stirn, den Augenlidern, am Hals, an den Beugeseiten von Armen und Beinen, sowie an Hand- und Fussrücken vergröbert und oft mit kleinen Knötchen (vom Kratzen) durchsetzt. Die Betroffenen leiden des Weiteren an trockener, schuppender Haut der Handflächen und Fusssohlen. Die Hände werden rissig, die Finger werden durch die Entzündung dick und können kaum mehr gebeugt werden, bei Wasserkontakt kommt es zu stark schuppenden Entzündungen und verstärkter Riss-Neigung.

Ursachen

  • Vererbung: Meist leidet ein Elternteil auch an Neurodermitis, zumindest an Heuschnupfen, Ekzemen oder Asthma.
  • Allergien (Nahrungsunverträglichkeiten, Aromastoffe, Duftstoffe, Farbstoffe, Formaldehyd, Hausstaubmilben, Holzschutzmittel, Insektizide, Lösungsmittel, Metalle, synthetische Stoffe, Tierhaare, Wolle)
  • Durch seelische, psychische Ursachen. Stress kann Neurodermitis auslösen oder verschlimmern. Manchmal tritt die Krankheit auch nach Virusinfektionen auf.
  • Hormonelle Umstellungen
  • Übersäuerung
  • Impfungen
    Siehe auch Website (Homöopathie:Impfdossier)

Auslöser können sein:

  • Impfungen
  • Amalgambelastung
  • Pilzbefall im Verdauungstrakt (Antibiotika; Amalgambelastung; Impfungen; Hormone)
  • Haustiere
  • Federbett, Schafwolle, Lammfell, Rosshaarmatratze (Pferdehaar kann heftige Atemprobleme auslösen)
  • Wollkleidung
  • Zu warme Kleidung
  • Überhitzte Räume
  • Hautpflegeprodukte mit allergenen Inhaltsstoffen
  • Milch, bzw. tierische Eiweisse (tierische Eiweisse kommen auch in einigen Impfstoffen vor)
  • Schwimmen (Chlor)
  • Stress; starke Emotionen wie Eifersucht, Trennungsschmerz (Scheidung Eltern), Trauer, Heimweh, usw.
  • Übersäuerung (begünstigt die Bildung von freien Radikalen, was die Tätigkeit von Enzymen und die Verwertung der Vitalstoffe aus der Nahrung einschränkt).
  • Mangelnde Hygiene oder zu viel Hygiene

Symptome

  • Die Krankheit verläuft schubweise.
  • Befallen sind Kniekehlen, Ellenbogeninnenseiten, behaarter Kopf. Bei Säuglingen sind der Kopf bis zu den Augenbrauen, Schläfen, Wangen, Handgelenke, Fussriste und der gesamte Rumpf, v.a. die Brust betroffen.
  • Ein Hauptkennzeichen der Neurodermitis ist die trockene, raue, rote, entzündete Haut. Zuweilen treten gelbliche oder rotbraune Knötchen auf.
  • Heftiger Juckreiz. Das starke Kratzen verschafft vorübergehende Erleichterung, der dann aber noch schlimmerer Juckreiz folgt. In der Nacht verschlimmert sich oftmals der Juckreiz, bzw. wird stärker wahrgenommen. Durch das Kratzen entstehen Kratzwunden, die Haut schwillt rot an. J uckreiz nach Schwitzen (die Reizschwelle ist derart herabgesetzt, dass bereits schwache Reize Juckreiz auslösen können).
  • Aufgekratzte Hautstellen bluten und infizieren sich (Superinfektion).
  • Bettwärme, Aufregung, Müdigkeit verschlechtern den Juckreiz.
  • Grosse Gereiztheit im Schub. Je jünger das Kind, desto seltener finden wir Gemütssymptome. Andererseits regieren auch Säuglinge häufig mit Unruhe, Schreien, Weinen, Essunlust, Schlafstörungen im akuten Schub. Grössere Kinder reagieren mit Anhänglichkeit, Jammern, Weinen.
  • Wird mit einem Gegenstand eine Linie auf der betroffen Haut gezogen, zeigt sich eine streifenförmige weisse Linie (weisser Dermographismus).
  • Es bestehen erhöhte Immunglobulin-E-Werte im Blutserum.
  • Häufige Bindehautentzündungen
  • Der Darm ist bei Hauterkrankungen fast immer in Mitleidenschaft gezogen. Durchfall, schwere Verstopfung und Pilzbefall (z.B. auch Soor) kommen bei Neurodermitis-Patienten häufig vor.
  • Man kann eine doppelte Unterlidfalte beobachten.
  • Verstärkte Zeichnung der Handlinien
  • Spärlicher Haarwuchs an den Aussenseiten der Augenbrauen (v.a. ab dem Kindergartenalter).

Tipps


  • Kratzen vermeiden. Das Kratzen der juckenden Haut macht das Problem schlimmer. Oft wird sogar im Schlaf gekratzt, was sich gar nicht bewusst verhindern lässt. Bei Babies eignen sich weiche Baumwollhandschuhe. Nägel kurz und stumpf zu halten.
  • Wolle wird meist schlecht vertragen. Bei Synthetik und Seide ist es von Mensch zu Mensch verschieden, man muss ausprobieren mit welcher Bekleidung man am besten klarkommt.
  • Feuchte Kühle wird besser vertragen als warme Luft.
  • Meersalzbäder
  • Entspannungsübungen
  • Gesunde Ernährung, genügend Schlaf

Kleidung

  • Neue Kleidung immer vorwaschen (Appretur und Konservierungsstoffe werden dadurch entfernt).
  • Verwenden Sie weite, luftige, weiche Kleidung.

Geeignete Textilien: Ungefärbte Baumwolle, ohne Formaldehyd. Baumwolle. Sie ist atmungsaktiv und lässt sich bei 95 Grad waschen.Seide, Mikrofaser, feines Leinen. Nähte evtl. nach aussen.

Ungeeignete Textilien: Wolle, Nylon, Polyester, Viskose, grobes Leinen Pelz, Leder.

  • Manche Kinder reagieren auf Wolle empfindlich (Kribbeln und Juckreiz).
  • Synthetische Fasern können wegen ihrer Struktur die Haut mechanisch reizen.
  • Enzymfreies, parfümarmes Waschmittel (z.B. Perwoll; Persil sensitiv; Frosch Babywaschmittel). Die Waschtemperatur sollte über 60 % liegen. Unterwäsche mehrmals mit klarem Wasser ausspülen, keine Weichspüler verwenden. Sie können statt eines Weichspülers Essig verwenden. Als Alternative gibt es von Weleda die indische Waschnuss.

Ernährung

Stillen ist die beste Ernährung. Der Säugling mit mütterlichen Abwehrstoffen versorgt bis sein Immunsystem gereift ist. Über die Muttermilch kann sich die Darmflora aufbauen. Bestehen bei den Eltern Allergien, sollte sich die Mutter selber milcheiwessfrei oder zumindest eiweissarm ernähren, Butter und Rahm sind erlaubt. Meiden sollten Sie evtl. auch Eier, Paprika, Schokolade (Milch; Nüsse), Nüsse, rohe Tomaten, Weizen, Sellerie, starke Gewürze, Erdbeeren. Kann nicht gestillt werden, sollte bei Allergieneigung hypoallergene Milch (HA-Milch) gegeben werden.

Bei maximal 20 % der Neurodermitis-Kranken spielt die Ernährung eine Rolle. Eine allgemeine Diätempfehlung gibt es nicht. Bestimmte Nahrungsmittel stehen aber im Verdacht die Krankheit zu verschlimmern. Hierzu zählen: Eier, Milch- und Fischeiweiss, Nüsse, Obstsorten wie Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel, Gemüse wie Sellerie, Erbsen, Linsen, Rüebli/Möhren, Schweinefleisch, Lebensmittelfarbstoffe und Konservierungsmittel. Versuchen Sie, wenn Ihr Kind auf diese Nahrungsmittel mit einer Verschlimmerung der Krankheit reagiert, eine einfache Reis- oder Kartoffeldiät. Beginnen und dann nach und nach langsam die oben erwähnten Nahrungsmittel austesten.

Besteht ein Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie und die Mutter stillt noch, beginnt man mit einer 3-wöchigen Kuhmilchkarenz für die Mutter. Ist die Haut des Kindes dann besser oder beschwerdefrei, liegt der Verdacht nahe, dass eine Milchallergie oder Milchunverträglichkeit vorliegt (Milcheiweiss oder Milchzucker). Ob das Kind dadurch allenfalls geheilt ist, lässt sich aber noch nicht feststellen.

Oft reicht es im ersten Jahr die Milch zu meiden, danach vertragen die meisten Kinder die Milch wieder. Bei einer langen Karenzzeit von Milchprodukten muss evtl. mit Kalzium substituiert werden. Während der homöopathischen Behandlung sollte man dem Körper möglichst wenige Allergene zuführen, dies verwirrt ihn nur.

  • In einem akuten schweren Schub ist es sinnvoll, eine ganz konsequente Ernährungsumstellung durchzuführen. Dies beginnt beim Erwachsenen je nach Schweregrad mit einem Heilfasten, um die Reinigungs- und Entgiftungsreaktionen des Körpers zu fördern. Der Nahrungsaufbau sollte dann für einen Zeitraum von ca. 3 Monaten mit einer Rohkost erfolgen, ohne tierische Eiweisse. Anschliessend, wenn das Beschwerdebild sich beruhigt hat, ist eine ausgewogene Vollwertkost mit einem hohen Rohkostanteil zu empfehlen. Das Meiden von tierischem Eiweiss im akuten Schub beim Allergiker als unspezifische Massnahme sinnvoll, da die Störung des Immunsystems, die der Erkrankung zugrunde liegt, indirekt mit dem Eiweissstoffwechsel verkoppelt ist.
  • Eine gesunde Ernährungsweise für die ganze Familie ist empfehlenswerter (das Kind wird so nicht zum Aussenseiter).
  • Kuhmilchprodukte möglichst lange vermeiden (Zufüttern nicht vor dem sechsten Lebensmonat). Ersatz für Kuhmilch ist Soja-, Hafer- oder Reismilch.
  • Keine denaturierten Nahrungsmittel wie Weissmehl oder Zucker. Bei einer ausgewogenen Ernährung mit Vollwertkost sinkt auch das Verlangen nach Süssigkeiten.
  • Konservierungsstoffe und Farbstoffe lösen oft Allergien aus, deshalb möglichst selber Kochen.
  • Vorsicht bei Weizenprodukten. Darauf könnte das Kind ebenfalls reagieren (Ersatz ist Hafer, Dinkel, Reis).
  • Rüebli/Karotten vertragen manche Kinder nicht. Besser sind Broccoli, Fenchel, Kartoffeln, Pastinaken, Obst.
  • Keine Süssgetränke (Zucker ist ein „Vitaminräuber“), er verstärkt auch den Juckreiz.
  • Bei Fleisch besser Produkte aus Biobetrieben berücksichtigen, bzw. Fleischkonsum einschränken (Histamine, Hormone, Antibiotika). Tierisches Eiweiss trägt zur Übersäuerung des Organismus bei.
  • Zitrusfrüchte wie Orangen, starke Gewürze und Alkohol haben ebenfalls viel Säure und Histamine, deshalb auch Vorsicht bei Erdbeeren, Nüssen.
  • Tomaten und Essig meiden (auch wenn sie die Mutter isst). Als Alternative Balsamico-Essig verwenden.
  • Getränke mit Phosphaten meiden.

Warum Bioprodukte und vegetarische Ernährung?

  • Düngemittel und Insektizide können den Juckreiz verstärken.
  • Hormon- und Antibiotika-Rückstände in Milch und Fleisch.
  • Leider wird der Allergisierung und der Schadstoffbelastung durch Impfungen heute immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Über Fleisch, Milch, Milchprodukte sind Langzeitfolgen beim Menschen möglich.

Hautpflege

Die Haut des Neurodermitikers ist trocken und braucht viel Fett und Feuchtigkeit.

  • Grundsätzlich entzieht jeder Waschvorgang der Haut Fett und Feuchtigkeit. Deshalb sollte trockene, empfindliche Haut nach dem Waschen mit einer Feuchtigkeitscreme oder einer Lotion eingerieben werden.z.B. Logona-, Lavera- oder Biomaris-Produkte. Ich empfehle Ihnen aber zuvor Produkt-Muster zu verwenden, es ist von Patient zu Patient unterschiedlich, was vertragen wird!
  • Bei der Hautreinigung ist darauf zu achten, dass rückfettende Badezusätze und statt Seifen besser Syndets verwendet werden. Syndets verändern weder das natürliche Hautmilieu, noch lassen sie die Haut aufquellen. Ohne Rückfetter können Syndets die Haut jedoch leicht austrocknen.
  • Da die Haut trocken ist, nicht zu oft Baden, 1x pro Woche genügt. Das Wasser sollte nicht heiss, sondern nur lauwarm sein. Auf den Zusatz von Badeschaum sollte verzichtet werden, weil der die Haut austrocknet. Als Badezusatz am besten geeignet sind Ölbäder, die nach dem Bad einen feinen Fettfilm auf der Haut hinterlassen. (Siehe unten unter Tipps aus der Naturheilkunde)
  • Haut nach dem Baden nur vorsichtig abtupfen.
  • Tagsüber sollte eine Feuchtigkeitslotion und nachts eine Fettcreme aufgetragen werden (probieren Sie bitte aus, was Ihnen je nach Hautzustand besser tut. Fettcremen werden bei feuchten Hautausschlägen nicht immer vertragen, weil die Hautporen durch sie verschlossen werden). Siehe unten unter „Tipps“. Mit einer rückfettenden Substanz bildet sich ein schützender Film, der schnell in die Haut einzieht, nachhaltig den Wasser- bzw. Fettgehalt der Haut verbessert und die Hautelastizität erhöht.
  • Baumwollwindeln verwenden. Oft verträgt die Haut des Babys die Einmalwindeln nicht (Wärmestau).
  • Im Sommer sollte die Haut so frei wie möglich, aber nicht der direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein.

Tipps aus der Naturheilkunde


Folgende Ratschläge, zumindest der eine oder andere Tipp kann Ihnen Linderung verschaffen:

  • Öle, z.B. reines Mandelöl (z.B. auch vor dem Baden damit einreiben, betroffene Stellen betupfen). Dies muss aber ausprobiert werden, denn nicht alle vertragen dies. Besser ist hier vielleicht ein rückfettendes Bad.
  • Ölbad (hat eine rückfettende Wirkung): Beim Baden werden auf sanfte Weise Krusten und Schuppen abgelöst, die Haut wird befeuchtet, der Juckreiz wird gelindert. Geben Sie z.B. 15 ml Nachtkerzen-, Mandel-, Lein-, Olivenöl oder Boretschsamenöl ins Badewasser, und baden Sie 10 Min. darin.
  • Kleiebad: 500 g Weizenkleie in 5 l kaltes Wasser geben und ½ Stunde kochen lassen. Den Sud direkt ins Badewasser absieben oder auch ungesiebt zugeben. Der Sud kann zwei Wochen (kühl und dunkel) aufbewahrt werden.
  • Feuchte Hautausschläge niemals eincremen:

    Cremes und fetthaltige Salben verschliessen die Poren, ausserdem stellt die Haut die Eigenfettung der Haut mit der Zeit ganz ein.

    Bewährt hat sich bei feuchten Hautausschlägen das Baden in Eichenrinde. Sie desinfiziert und zieht die „Gifte“ aus dem Körper heraus, sie macht die Haut weicher. 1 EL Eichenrinde in 1 l Wasser zwanzig Min. köcheln lassen, und dann ins Badewasser geben. Das Wasser darf nur Hellbraun sein. Vorsicht, es kann an der weissen Badewanne braune Ränder geben, deshalb besser die Kinder in eine Plastikwanne setzen. Nicht länger als 10 Min. baden, Wassertemperatur höchstens 30 °C. Wenn das Kind nicht gut darauf reagiert, diese Anwendung sofort wieder absetzen.

  • Starker Juckreiz
    10 Min. Öl-Bad s. oben
  • Krusten, Schuppen, starke Entzündung
    Viola tricolor-Tee (Stiefmütterchen), damit Haut betupfen oder Baden.
  • Johanniskrautöl wirkt wundheilungsfördernd, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Es brennt nicht, wenn es auf die Haut kommt. Man legt einfach einen mit Johannisöl getränkten Lappen/Umschlag auf die entsprechende Stelle.
  • Schwarzteeauflagen, lauwarm oder kühl, auf nässende, schmerzende oder stark juckende Haut legen. Möglichst 3x täglich für mindestens eine halbe Stunde liegen lassen.
  • Auflagen mit Eichenrindensud haben die gleiche Wirkung (können färben)
  • Kühlende Quarkauflagen eignen sich für grossflächige Entzündungen. Sie wirken auch schmerzlindernd und juckreizstillend. Bei Verdacht auf Milchallergie od. bereits bekannter Eiweissallergie Quark meiden, da er dann hochallergen sein kann.
  • Kapseln mit Nachtkerzenöl. Die Gamma-Linolensäure aus dem Nachtkerzensamen setzt am Ungleichgewicht bestimmter Fettsäuren in der Haut an.
  • Einnahme von Täglich 1 TL. Leinöl. Leinöl enthält ungesättigte Fettsäuren, welche als Antioxydantien die freien Radikalen entgiften; freie Radikale sind am Stofftransport in die Körperzellen beteiligt.
  • Vitamin A und B-Komplexpräparate, Zink
  • Darmsanierung. Unterstützt werden kann die Stoffwechselsituation durch eine mild durchgeführte Sanierung der Darmflora (z.B. Bio Cult, Symbioflor 1 & 2, Mutaflor ). Bei Kindern unter 2 Jahren ist dieses Sanierung jedoch nicht sinnvoll, da die Aufnahme der Darmschleimhaut für die positiven Symbionten begrenzt ist.

Schulmedizinische Behandlung


  • Allergietests: IgE-Serum-Werte, Hauttests (Patch-Test oder Prick-Test), Ausschliessungsdiät (für Kinder ist eine solche Diät zu Diagnosezwecken sehr belastend und wenn überhaupt, nur in schweren Fällen sinnvoll. Sie kann zu Mangelerscheinungen führen und die Atopie sogar noch verschlimmern).
  • Salben/ Cremes, welche die Beschwerden lindern sollen (Salicylsäure, Harnstoff, Teerstoff, Antibiotika, Kortison, usw.)
  • Antihistaminica
  • Antimykotika (Antipilzmittel)
  • Medikamente welche eine immunsuppressive Wirkung haben, z.B. Pimecrolismus (z.B. Elidel, Douglan-Creme) und Tacrolismus (z.B. Protopic). Nebenwirkungen: Brennen, Rötung und Juckreiz, besonders zu Beginn einer Behandlung. Auch besteht ein erhöhtes Risiko von bakteriellen Infektionen und Viruserkrankungen (immunsuppressiven Wirkung). Ein erhöhtes Risiko von Tumoren wird diskutiert. (Studien zur Abklärung dieses Risikos wurden in USA und Europa in Auftrag gegeben). Von den Gesundheitsbehörden wurden vorerst Empfehlungen abgegeben, die unter anderem eine Einschränkung für Kinder bis 2 Jahre und bei immungeschwächten Personen vorsehen.

Es ist wichtig zu wissen, alles was wir auf die Haut auftragen, wird von ihr resorbiert (aufgenommen). Eine Salbe wirkt nie nur lokal, auch wenn Ihnen dies immer wieder weisgemacht wird. Die Bestandteile der obigen Produkte bessern die Haut zwar kurzfristig. Nach dem Absetzen verschlechtert sich der Zustand der Haut aber schnell wieder. Es kann sogar vorkommen, dass der Ausschlag an einer Stelle völlig abheilt, dafür aber an anderer Stelle umso heftiger erscheint. Nebenwirkungen müssen in Kauf genommen werden (siehe Beipackzettel).

Folgende Salbengrundlagen gehören aus Sicht der klassischen Homöopathie nicht in Hautpflege-Cremes/ Salben

Erdöl- oder Mineralöl-Fette

  • Vaseline, Petralatum, Paraffin und Paraffinum liquidum, Ceresin, Cera microcritallina, Microcristalline Wax und Mineral-Oil
  • Propylenglykol: Gehört ebenfalls in die Gruppe der Mineralöle und wird industriell in Brems- und Hydraulikflüssigkeiten sowie in Frostschutzmitteln verwendet. Als Zusatz für Creme und Haarshampoos wirkt es als Feuchthaltemittel, da es in das Entweichen von Flüssigkeit verhindert. Es kann zu massiven Hautreizungen, Leberanomalien und Nierenschäden führen.
  • Diethanolamin: Wird als Feuchthalter in Hautpflegeprodukten verwendet. Es hat eine haut- und Schleimhautreizende Wirkung, beeinflusst das Hautmilieu, ist hoch allergen und kann zudem das zentrale Nervensystem schädigen.

Es handelt sich um Abfallprodukte aus der Erdölindustrie (Verwendung finden sie in der Industrie als Schmieröle oder Schneideflüssigkeit). Sie sind preiswerte Stoffe in der Kosmetikindustrie. Sie bilden einen Fettfilm auf der Haut, er fördert das Schwitzen unter dem Film. Der Schweiss wiederum enthält Salzkristalle, welche wiederum das Jucken fördern. Einige Paraffine können sich in der Leber, Niere und Lymphknoten anreichern.

Auch „natürliches“ Fett kann problematisch sein:

  • Lanolin (Wollwachs, Whoolwax): Es ist ein Abfallprodukt aus der Wollindustrie. Das Wollwachs, als gelblich-klebriges Fett, wird aus dem Fell der Schafe ausgewaschen und an die Kosmetikindustrie verkauft. Leider sind die Felle oft pestizidbelastet. Die Pestizide sind nicht komplett auswaschbar, da sie sich gerne an Fett binden und so in die Salben und Cremes gelangen (und damit auf die Haut). Für Wollallergiker sind sie unverträglich.

Für Rezepturen verwendete Stoffe

  • Unguentum molle, Unguentum emulsifificans aquosum und Eucerin cum aqua: Jede dieser Mischungen als Salbengrundlage enthält Erdöl und Lanolin.
  • Vorsicht bei Kamille, Ringelblume (Calendula): Bei entsprechender Allergie kann es zu einer Verschlechterung des Hautbildes kommen. Deshalb immer genau beobachten, ob die Anwendungen vertragen werden.

Behandlung Klassische Homöopathie


Leider ist die oberflächliche Behandlung und Beseitigung von Hautkrankheiten immer noch oberstes Therapieziel in der gängigen Medizin und damit fest im Denken vieler betroffener Patienten verankert. Alles Sichtbare, Unschöne muss beseitigt werden. Dabei sind Absonderungen, Jucken, usw. Zeichen des Körpers, dass etwas aus dem inneren Gleichgewicht geraten ist, ein Schrei der Lebenskraft nach Hilfe.

Hautveränderungen sind immer ernst zu nehmen. Im Praxisalltag von Homöopathen sieht man immer mehr Babys mit Milchschorf, Windelausschlag, Soor, Neurodermitis. Das Thema „Impfen“ wird da immer öfters zum Gesprächsinhalt der Anamnese. Entweder sollten, wenn bereits geimpft worden ist, die Folgeimpfungen erst mal nicht gemacht werden, oder wenn noch nicht geimpft worden ist, erst die Konstitutionsbehandlung gemacht werden.

Siehe auch auf dieser Website: Impfdossier

Hauterkrankungen sind niemals lokale Erkrankungen. Aus homöopathischer Sicht sollten Ekzeme, Hautausschläge nie mit äusseren Anwendungen behandelt werden (Zink,Oxyplastin, Excipial), dadurch werden die Hautporen verschlossen. Wenn bei einem Säugling nach Salbenbehandlungen das Ekzem nicht wieder erscheint, heisst dies, dass er aus dem Zustand herausgewachsen ist, oder aber auch, dass die Krankheit nach innen getrieben worden ist und sie sich schliesslich als noch ernstere Störung manifestieren wird. Sehr häufig kommt es danach zu Pseudokrupp, Mittelohrentzündungen, Heuschnupfen oder Asthma. Leider werden die Symptome aber nicht mit einer „Krankheitsverschiebung“ in Verbindung gebracht. Im homöopathischen Praxisalltag sehen wir solche „Krankheitsreisen“ jedoch zu genüge. Eine Symptomenunterdrückung kann übrigens auch mit sogenannten natürlichen Heilmitteln passieren. Ekzeme kommen danach oft in noch schwererer Form wieder.

Siehe auch Bücher-Link: „Reise einer Krankheit„, Dr. M. S. Jus. (Für meine Patienten gibt es auch Ausleihexemplare).

Bei schweren Hauterkrankungen wie Neurodermitis erschrecken Eltern bei der Diagnosestellung des Kinder-, oder Hautarztes meist zu tiefst. Beruhigen kann ich sie damit: Bei ersten Hautauffälligkeiten ist ein Säugling aufgrund dieser Definition nicht chronisch krank. Er hat zwar eine Hautauffälligkeit, die wird, falls nötig, homöopathisch behandelt. Chronifiziert und unterdrückt wird die Krankheit erst, wenn Symptome äusserlich wegtherapiert werden (ob homöopathisch, schulmedizinisch oder naturheilkundlich), ohne nicht die „innere Krankheit“ zu behandeln.

Auffallend ist bei der Neurodermitis:

  • Mindestens ein Elternteil oder mehrere direkte Angehörige hatten eine Allergie (vor allem an Haut oder Lunge).
  • Juckreiz
  • Kinder ohne Milchschorf haben fast mit Sicherheit keine Neurodermitis.
  • Augenentzündungen, Ohrentzündungen wurden unterdrückend behandelt.
  • Ausbruch der Krankheit meist nach dem 3. Lebensmonat, während der Stillzeit oder später.
  • Oft steckt bei einer Neurodermitis ein Pilzbefall des Darmes dahinter. Viele Mütter haben eine Pilzinfektion und übertragen diese bei der Geburt auf das Kind. Die Kleinen haben noch keine intakte Darmflora und der Pilz kann sich schnell ausbreiten. Bei Kindern entstehen dadurch auch die berüchtigte Windeldermatitis, ebenso Koliken und Blähungen. Impfungen „schwächen“ das Immunsystem zusätzlich.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen um eine homöopathische Behandlung einzuleiten

  • Es werden sämtliche Medikamente für 2 Wochen abgesetzt. Anhand der sich entwickelnden Symptome kann dann ein homöopathisches Arzneimittel bestimmt werden. Die Hauptschwierigkeit dabei ist, manche Patienten vertragen eine „Verschlimmerung“ ihrer Symptome nicht und geben vorher auf.
  • Man erlaubt dem Patienten, die schulmedizinische Behandlung begleitend zur Homöopathie. Die Dosierung des homöopathischen Arzneimittels wird dabei dem Zustand des Patienten angepasst und man tastet sich gewissermassen mit verschiedenen Arzneimitteln (allerdings in langen zeitlichen Abständen) zur „ursprünglichen Symptomatik“ vor. Allopathische Arzneimittel (schulmedizinische Arzneimittel) und jahrelange Unterdrückung von Krankheitssymptomen verschleiern den „wahren“ Krankheitszustand oft stark, es erscheinen dadurch nicht mehr die ursprünglichen und individuellen körperlichen Symptome.
  • Eine Neurodermitis-Behandlung bedarf immer einer sehr guten Zusammenarbeit zwischen dem Elternhaus, dem Patienten und mir. Bei Kindern wäre es optimal, wenn beide Elternteile hinter der Behandlung stehen würden.
  • Während der homöopathischen Behandlung sollte man dem Körper möglichst wenige Allergene zuführen, dies verwirrt ihn nur. Deshalb lege ich grossen Wert auf eine gute Aufklärung betreffend Ernährung und Körperpflege.
  • Eine Neurodermitis, welche noch nicht lange besteht, und noch wenig unterdrückende Behandlungen erfahren hat, ist in der Regel leichter homöopathisch zu behandeln. Als Faustregel könnte man angeben: Jedes Lebensjahr, in der die Krankheit besteht, braucht 1 Monat zur Heilung. Prognosen über eine homöopathische Heilung sind jedoch schwer zu stellen. Die Zeitdauer, wo Symptome wieder aufflackern, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Sie sind u.a. abhängig vom Allgemeinzustand, der allgemeinen Krankheitsgeschichte (z.B. Allergien, organische Erkrankungen), der familiären Belastung (Krankheitsgeschichte der Familie), der Lebenskraft, dem Alter und der Lebensumstände.
  • Nach jahrelangen Unterdrückungen kann es lange dauern, bis die Haut wieder gesund wird. Die Haut ist dann oft weiterhin der Schwachpunkt. Sie fängt z.B. wieder zu jucken, wenn psychische Probleme, Stress vorhanden sind. Die Haut wird gewissermassen zum Indikator des Allgemeinzustandes. Dies vergessen manche Patienten leider immer wieder. Sie sind dann auch erstaunt darüber, dass ihre Haut Ihnen gewisse Dinge schnell mal „übel nimmt“.

Bei der homöopathischen Behandlung werden die individuellen Symptome, die charakteristischen körperlichen, emotionalen und geistigen Merkmale erfragt, Vererbungsfaktoren miteinbezogen, Einflüsse mitberücksichtigt. Ein Arzneimittel soll auf die Lebenskraft wirken, welche dann eine innere Heilung der Störung bewirken soll.

 

Zum Thema Kortison

Es ist unwahrscheinlich, dass eine Heilung der Neurodermitis stattfinden kann, wenn Kortison in der Langzeittherapie verwendet wird.

Kortison darf jedoch nie eigenmächtig abgesetzt werden (die Neurodermitis würde dann gewissermassen „explodieren“). Die Kortisoneinnahme wird vielmehr ausgeschlichen, das heisst in der Dosierung reduziert. Während des Ausschleichens wird auf eine örtliche Kortison-Behandlung umgestiegen. Auch hier wird mit immer schwächeren Salben weitergemacht (z.B. von 2%igen Hydrocortison zu 1%igen Hydrocortison). Antihistaminika können allenfalls nachts eingesetzt werden. Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Dermatologen wünschenswert.