Prämenstruelles Syndrom

PMS (Prämenstruelles Syndrom)


Das Wort „prämenstruell“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet, dass die Beschwerden an den Tagen vor (= prä) dem Einsetzen der Monatsblutung (= Menstruation) auftreten.

Die Beschwerden können schon ein bis zwei Wochen vor der Regelblutung beginnen und werden bis zum Einsetzen der Monatsblutung schlimmer, am ersten oder zweiten Tag der Menstruation klingen sie dann wieder ab. Dabei variieren die Symptome und der Schweregrad von Frau zu Frau stark. Einige Frauen erleben ausschliesslich rein körperliche Beschwerden, während andere mit seelischen Problemen konfrontiert sind.  

Ursachen

Über die genauen Ursachen des PMS-Syndroms ist man heute immer noch im Unklaren. Lange wurde PMS als ein rein seelisches Problem abgetan (wobei psychische Faktoren auch einen organischen Ursprung haben können). Wissenschaftlich gesichert ist nur, dass PMS etwas mit dem Menstruationszyklus zu tun hat. Östrogene (weibliches Geschlechtshormon) verursachen, z.B. Wassereinlagerungen, Kreislaufprobleme. Ein möglicher Auslöser können auch erhöhte Prolaktinwerte (Hormon für das Brustdrüsenwachstum und für die Milchsekretion) in Frage kommen.

  • Stress, Sorgen, Kummer
  • Mangelnde Bewegung
  • Falsche Ernährung (zu viel Zucker, zu viel Fett)
  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Traumatische Ereignisse (Schock, Unfall, seelische Verletzungen, unverarbeitete Trauer, usw.)
  • Allergien
  • Kaffee
  • Umweltgifte
  • Immunschwäche; Pilzinfektionen
  • Medikamente (Pille; gewisse Neuroleptika, Blutdruckmittel, Antidepressiva, Östrogene)
  • Störfelder
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. mangelnde Aufnahme von Vitamine und Mineralstoffe)
  • Drüsenerkrankungen (z.B. Schilddrüse, Nebennieren, Hypophyse)

Fast immer sind mehrere Faktoren verantwortlich. Viele der oben genannten Faktoren unterliegen normalen hormonellen Einflüssen.

Symptome

Die Beschwerden sind je nach Frau sehr individuell. Während viele Frauen nur geringe Probleme haben, haben andere extreme Schmerzen und seelische Verstimmungen. Charakteristisch ist allein die Abhängigkeit vom Menstruationszyklus.

  • Nervosität, Reizbarkeit, Aggressivität
  • Depressive Verstimmungen, ängstliche Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, erhöhte Empfindlichkeit, vom heulenden Elend bis zu Wutausbrüchen; Hoffnungslosigkeit, Verlust des Selbstwertgefühls; Gefühl überfordert zu sein, nichts mehr unter Kontrolle zu haben
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit, Erschöpfung oder Hyperaktivität ( Putzfimmel)
  • Brustspannen, berührungsempfindliche Brüste (durch Wassereinlagerungen)
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in Knöchel, Füssen, Händen, Lider
  • Gewichtszunahme (durch Wassereinlagerungen)
  • Akne
  • Hitzewallungen
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit: Kopfschmerzen, Migräne, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Unterleibsschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Übelkeit, Brechreiz
  • Veränderungen beim Appetit und Durst: Hungerattacken (z.B. auf Schokolade) oder Appetitlosigkeit
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Ohnmachtsneigung

Tipps


Durch Veränderung des Lebensstils und der Ernährung kann eine PMS bereits verbessert werden. Eine abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung (z.B. Frischkost, saisonale Gemüse und Früchte) ist bei PMS sehr wichtig.

  • Johanniskrautöl oder Johanniskraut-Kapseln

    Das Öl lindert in den Bauch eingerieben Krämpfe

    Bei Depressionen: Kapseln, sie müssen aber längere Zeit eingenommen werden, da die Wirkung verzögert eintritt) ; evtl. mit Bäder, Massageölen und Tee kombinieren. Heilkräuterkombination von Johanniskraut, Melissenblätter und Passionsblumen kann bei depressiven Zuständen ebenfalls helfen.

    Achtung: Johannisöl kann mit anderen Medikamenten zusammen Interaktionen auslösen, z.B. mit Blutverdünner; Pille; durch die Einnahme kann die Haut gegen Sonnenlicht empfindlicher werden.

  • Mönchspfeffer regt er die Gelbkörperhormonproduktion an, er wird vorwiegend bei Brustbeschwerden angewandt.
  • Tee: Frauenmantel ( Alchemilla xantochlora) reguliert den Menstruationszyklus. Die Heilpflanze kann zusätzlich mit Traubensilberkerze ( Cimicifuga racemosa) kombiniert werden.
  • Vitamin B6 (Nervennahrung)
  • Bei starken Wassereinlagerungen: Ausschwemmende Nahrungsmittel wie Reis, Spargeln: evtl. Salz einschränken
  • Viel Bewegung (die Wassereinlagerungen werden besser abgebaut, hilft Stresshormone abzubauen).
  • Entspannungsübungen (Yoga, autogenes Training, Tai Chi, usw.)
  • Massagen
  • Ausreichend Schlaf
  • Ballaststoffreiche Ernährung
  • Rauchen verstärkt den Stress, ist ein Vitaminräuber
  • Verzicht auf Alkohol
  • Verzicht auf Kaffee (er reizt die Nerven)
  • Fleischkonsum einschränken (viel rotes Fleisch und zu viel Milchprodukte fördern das Ungleichgewicht von Östrogenen und Progesteron (weibliche Geschlechtshormone). und Zuckerkonsum reduzieren).
  • Pflanzenöle, z.B. kaltgepresste Öle wie Oliven-, Sonnenblumen-, Lein- oder Sesam-Öl
  • Nachtkerzenöl ist sehr wirksam im Kampf gegen PMS (Vitamine aus der B-Gruppe)
  • Weizenkeime enthalten wichtige Mineralstoffe und Vitamine
  • Magnesium wirkt entkrampfend: In Feigen, Nüssen, Zitronen, Grapefruit (Pampelmuse), aber auch in Bananen enthalten. Magnesium sollte zusammen mit Calcium eingenommen werden.
  • Vitamin E; Vitamin B-Komplex

Schulmedizinische Behandlung


Da aber kein konkreter Auslöser vorhanden ist, richtet sie sich nach den Symptomen:

  • Schmerzmittel
  • Psychopharmaka
  • Diruetika zur Entwässerung (diese schwemmen aber den Kaliumvorrat im Körper, was zu Muskelschmerzen und Krämpfen führen kann)
  • Ovulationshemmer (Pille)
  • Hormone
  • Vitamin B 6

Behandlung Klassische Homöopathie


Eine PMS wird auch heute noch oft als Scheinkrankheit abgetan. Da die betroffene Frau in dieser Zeit weniger belastbar ist, wird sie oft als Drückebergerin oder als hysterisch betitelt. Das macht es für sie nicht leichter mit ihren Beschwerden umzugehen.

Eine PMS wird immer konstitutionell behandelt. Das heisst, es wird eine ausführliche Anamnese gemacht. Dabei spielen psychische, körperliche Beschwerden und die Krankheiten in der Familie eine ebenso grosse Rolle wie die persönlichen Ängste oder die Charakteristika ihrer Menstruation. Das homöopathische Arzneimittel wird dann durch diese individuellen Symptome bestimmt.

Im Praxisalltag sehe ich immer wieder, wie schnell der Erfolg der Behandlung eintritt, wenn das Mittel richtig gewählt wurde. Dabei normalisieren sich auch die meist vorhandenen Menstruationsprobleme, oder eventuelle Schlaf- und Blasenprobleme. Der Gemütszustand klärt sich auf. Evtl. wird während der Behandlung auch klar, wo sie sich auch mal eine Auszeit, einen persönlichen Freiraum schaffen könnte.