Prüfungsangst

Prüfungen sind von Kindesbeinen an ein leidiger, aber fester Bestandteil unseres Lebens. Eine gewisse Prüfungsangst ist normal, ein gewisses Mass an Angst steigert sogar die Leistungsfähigkeit. Durch die heutigen wirtschaftlichen Situationen wie Selektionsdruck, Arbeitslosigkeit, Lehrstellenknappheit nehmen Ängste jedoch erschreckend zu, selbst Kinder sind immer früher davon betroffen. Wenn es ernst gilt, wenn es um wichtige Entscheide geht kommt es daher vielfach zu Überreaktionen. Je komplexer die zu prüfende Materie ist, umso grösser kann die Angst werden zu versagen. Je nach Prüfungsvorbereitung, Lernsituation wird die Angst gesteigert oder in falsche Richtungen gelenkt. So verlieren sich manche bereits beim Lernen in Details. Die Prüfungsangst ist eine Angst vor der Bewertung der persönlichen Leistungsfähigkeit. Meist entsteht sie aus negativen Erfahrungen. Schlechte Erfahrungen untergraben das Selbstwertgefühl. Ängste können „krank machen“, da sie unser Denken und unser körperliches Wohlbefinden beeinflussen.

Auslöser können sein:

  • Schlechte Erfahrungen
  • Erwartungsdruck
  • Perfektionismus
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Schlechte körperliche Verfassung

Symptome

Prüfungssituationen sind beängstigend, jeder Mensch geht jedoch anders damit um. Während sich die einen passiv verhalten, reagieren andere gereizt oder theatralisch. Es gibt zwei Varianten der Prüfungsangst.

a) Vor der Prüfung

  • Die Prüfungsvorbereitungen werden hinausgeschoben, bis die Angst im Nacken sitzt und die Zeit knapp wird.
  • Der Gedanken an die Prüfung löst bereits Angstschweiss aus.
  • Es kommt zu Konzentrations- und Motivationsproblemen.
  • Der Betroffene glaubt, er habe alles vergessen. Das Gelernte ist wie weggeblasen, der Kopf ist leer.
  • Angst, das Erlernte nicht an den Mann/die Frau oder aufs Papier zu bringen.
  • Angst nicht pünktlich zur Prüfung zu erscheinen oder rechtzeitig mit ihr fertig zu werden.
  • Fluchtverhalten: Am liebsten würde er gar nicht zur Prüfung gehen.
  • Es kommt zu körperlichen Beschwerden (häufig sind z.B. Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Nervosität).

b) Während der Prüfung können auftreten

  • Schwitzen, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Übelkeit, weiche Knie, Magenkrämpfe, Herzklopfen, Harndrang, Durchfall, usw.
  • Der Kopf ist leer, es kommt zu einem sog. Black-out.
  • Trotz guter Vorbereitung kann in einer mündlichen Prüfung z.B. nichts usammenhängendes hervorgebracht werden.
  • Panik-Attacke
  • Weinen

Behandlung Klassische Homöopathie

Prüfungsangst ist an und für sich noch kein Behandlungsgrund. Es ist normal, dass man vor einer Prüfung etwas nervös ist und das macht Sinn. Dadurch werden Stresshormone freigesetzt, das Hirn wird besser durchblutet, man kann schneller denken.

Behandlungsbedürftig wird eine Prüfungsangst jedoch, wenn sie auf die Lebensgestaltung Einfluss nimmt. Wenn es z.B. zu Vermeidungshandlungen, körperlichen Beschwerden kommt.

Weil Prüfungsängste auf subjektiven Überlegungen und Interpretationen beruhen, hilft ein Blick auf die Realität. Wichtige selbstkritische Fragen können weiterhelfen:

  • Was wird von mir verlangt?
  • Wie ist mein Kenntnisstand?
  • Was muss ich tun um das Ziel zu erreichen?
  • Bis wann?
  • Welche Leistung kann ich realistischerweise von mir erwarten?
  • Wie sieht die Motivation aus? Eine positive Einstellung beeinflusst das Lernverhalten enorm. Lernen sollte mit Freude und einem Lernziel verbunden sein.
  • Fühle ich mich gut an meinem Lernplatz, besteht überhaupt ein optimales Umfeld?
  • Wie kann ich mein Lernen optimieren (welcher Lerntyp bin ich überhaupt)?
  • Realistische Selbstmotivation: Erkennen, dass man gar nicht so schlecht ist, dass man gut gelernt hat! Prüfungen sind eine persönliche Herausforderung, man lernt durch Prüfungen, „Bestehen“ ist nicht alles! Das Selbstvertrauen wächst, wenn ich mir etwas zutraue. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen, deshalb auch mal eine Prüfung zu versuchen um des Übens willens!
  • Versuchen bei einem Versagen Gelassenheit einkehren lassen. Leider reagieren gerade Eltern nicht immer gelassen; der Druck wird mit Belohnung oder Bestrafung zusätzlich erhöht.

Tritt Lampenfieber oder Prüfungsangst auf, lohnt es sich, sich möglichst frühzeitig damit auseinanderzusetzen. Die Homöopathie bewährt sich bei Prüfungsängsten und Lampenfieber sehr gut. Die Globuli haben richtig angewandt keine Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit. Sie wirken zudem sehr schnell und nachhaltig, sie können jederzeit der Situation angepasst werden.

In meiner Sprechstunde empfehle ich möglichst frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen. Es gibt zwar viele geeignete homöopathische Arzneimittel oder Bachblütentropfen, welche akut verabreicht (d.h. während einer Prüfung) über die schlimmsten Beschwerden wie Nervosität, Konzentrationsschwäche hinweghelfen. Besser ist es aber immer, wenn genügend Zeit vorhanden ist, eine Konstitutionstherapie zu machen. Dabei wird immer eine genaue Anamnese gemacht, um der Angst auf die Spur zu kommen. Ängste haben immer eine Ursache. Sehr wichtig für die homöopathische Behandlung ist der Umgang mit der Angst und deren Folgen (körperlich und seelisch). Um das geeignete Arzneimittel wählen zu können, stelle ich Ihnen bei einer Anamnese viele Fragen. Hier einige Beispiele:

  • Wann hat die Prüfungsangst angefangen, was war da?
  • Bestehen weitere Ängste? (Höhe; Brücke; Glasböden; Menschenmenge; Autofahren; Lift; usw.)
  • Wie steht es sonst mit dem Selbstvertrauen?
  • Wie ist die Konzentration?
  • Motivation?
  • Wie lernen Sie?
  • Angst bei mündlichen oder schriftlichen Prüfungen?
  • Angst vor oder während der Prüfung?
  • Wie sind die Erfahrungen aus früheren Prüfungen? Was waren die die letzten Noten?
  • Besteht die Angst bei jeder Form von Prüfung (wichtige oder unwichtige) oder in anderen Situationen (z.B. auch bei einem kleinen Vortrag; Mitarbeitergespräch, usw.)?
  • Haben Sie Angst vor dem Prüfer oder vor einem Misserfolg?
  • Steht die Angst in einem Verhältnis zu dem zu erwartenden Resultat
  • Was verschlimmert die Angst (z.B. daran denken)
  • Was verbessert (z.B. Ablenkung)
  • Wie ist Ihr Schlaf, träumen Sie?
  • Was wäre wenn die Prüfung nicht bestanden wird (Gefühl, Konsequenz usw.). Was fühlen Sie, was denken Sie im Bezug auf ein Versagen?
  • Wie fühlt sich die Prüfungsangst überhaupt an? Wo wird sie gespürt?
  • Wie äussert sich die Prüfungsangst? (Angst nicht rechtzeitig da zu sein; nicht rechtzeitig fertig zu werden; geht gar nicht erst hin; rennt raus; will raus; gibt auf; Blackout; wie gelähmt; gibt auf; korrigiert schon Geschriebenes; Weinen, usw.)?
  • Welche körperlichen Auswirkungen hat die Prüfungsangst (Zittern; erhöhter Puls, Herzklopfen, Atemprobleme; Schwindel, Harndrang, Durchfall, Schweissausbrüche, Frieren, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, usw.)?
  • Usw.

Nach der Verabreichung der entsprechenden homöopathischen Arznei sind verschiedene Reaktionen möglich. Die Konzentration wird z.B. wiedererlangt, die Nervosität schwindet, ein strukturiertes Lernen ist möglich, Gelassenheit kehrt ein, das Selbstvertrauen wird gestärkt, usw.

Auf der körperlichen Ebene sollte ein Energieschub eintreten, Sie sollten wieder belastbarer werden. Der Schlaf wird sich normalisieren, Schmerzen verschwinden.

Manchmal ist es aus Sicht des Patienten noch erforderlich, das entsprechende Arzneimittel für alle Fälle während der nächsten „wichtigen Prüfung“ griffbereit, quasi als Notfallmittel zur Hand zu haben. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass dies in den seltensten Fällen noch notwendig ist!

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Baldrian, Hopfen, Melisse, Orangenblüte verhelfen zu mehr Ruhe.
  • Atemtherapie
  • Entspannungsübungen

Behandlung Schulmedizin

  • Beruhigungsmittel
  • Es werden die Symptome behandelt, z.B. Schmerzmittel bei Kopfschmerzen, usw.