Rheuma

Rheuma


siehe auch Fibromyalgie (Weichteilrheuma); Arthritis (Polyarthtritis); Gicht (in Bearbeitung); Tennisarm

Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von meist chronisch verlaufenden Erkrankungen. Es beeinträchtigt den Stütz- und Bewegungsapparat, verursacht Gelenksentzündungen- und Gelenkzerstörung, Veränderungen an Muskeln, Sehnen und Nerven, Herz und Lunge. Die Erkrankunkungen sind fast immer mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Im Spektrum der rheumatischen Krankheiten gibt es mehrere hundert verschiedene Formen. Betroffen ist jede Altersgruppe, selbst Kinder. Die meisten rheumatischen Krankheiten werden jedoch ab dem 40. Lebensjahr diagnostiziert.

Hauptgruppen Rheuma

  • Entzündliche Formen
    (Stoffwechselprodukte, Knorpelabrieb):
    Arthritis
    Arthritis im Kindesalter, z.B. Still-Syndrom
    Polyarthritis
    Rheumatisches Fieber (im Anschluss an Angina, Grippe, Scharlach)
    Bechterew
    Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) wie Systemischer Lupus erythematodes (SLE),
    Sklerodermie.
    Vaskulitiden, Entzündungen der Blutgefässwände, z.B. Temporalarteriitis, Polymyalgia rheumatica
    Betroffen sind bei Bindegewebs- und Gefässerkrankungen Haut, Herz, Nieren und Nervensystem.
  • Degenerative Gelenkserkrankungen.
    Degeneratives Rheuma zeigt sich am häufigsten an den Knien, Händen, Schultern, Hüften und Wirbelsäule (Abbauprozesse in Gelenkknorpel oder Bandscheiben). Als häufige Ursachen gelten Knorpelabrieb infolge eines Unfalls oder extremer Belastungen, aufgrund von Fehlstellungen oder instabilen Bändern. Knie- und Hüftgelenksarthrose kommt am häufigsten vor. Morbus Bechterew, Spondylose und die Osteoporose wird zu den degenerativen rheumatischen Krankheiten gezählt.
  • Autoimmunreaktionen.
    Das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an, indem er Abwehrstoffe gegen körpereigenes Eiweiss bildet. Krankheiten wie rheumatisches Fieber, Lupus erythematodes, Polyarthritis gehören zu diesem Formenkreis. Bei der Polyarthritis erkranken v.a. die Gelenkkapseln, bevorzugt sind Finger, Zehen, Fuss- und Handgelenke. Ist die Krankheit fortgeschritten, kommt es auch zu Deformationen.
  • Weichteilrheuma
    (Fibromyalgie) Muskeln, Sehnen, Bänder in Gelenknähe sind betroffen, wie auch die Schleimbeutel. Erkrankungen an Sehnenscheiden und Schulter gehören auch zum Bereich des Weichteilrheumatismus.
  • Stoffwechselerkrankungen
    mit rheumatischen Beschwerden, z.B. Gicht

Gelenkschmerzen können auch bei Erkältungskrankheiten wie Grippe auftreten!

Hinweise für eine rheumatische Gelenkserkrankung

  • Fingersteifigkeit morgens
  • Geschwollene Gelenke
  • Entzündungszeichen wie Schmerz, Hitze, Rötung, Schwellung
  • Am Anfang sind meist nur wenige Gelenke betroffen, z.B. Hand- und Fingergelenke, aber auch Kopf-Halsgelenke oder Wirbelsäule können betroffen sein.
  • Chronische Nacken- und Schulterverspannungen oder Sehnenentzündungen
  • Kreuzschmerzen, v.a. nach Schlaf
  • Bewegungseinschränkungen
  • Die Schmerzen bessern anfangs durch Bewegung, Herumgehen
  • Allgemein: Abgeschlagenheit, die Leistungsfähigkeit nimmt ab, Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Leichtes Fieber
  • Die Intensität der Beschwerden kann schwanken, jahrelange Beschwerdefreiheit ist möglich.
  • Deformitäten an den Fingern
  • Rheumaknoten an den Streckseiten der Gelenke
  • Neurologische Symptome wie Taubheitsgefühl und Kribbeln
  • Innere Organe wie Augen, Herz, Lunge, Blutgefässe können betroffen sein.

Ursachen

  • Vererbung
  • Alter
  • Umweltgifte
  • Störfelder (Zähne, Nebenhöhlen)
  • Akute Entzündungsprozesse
  • Abnutzung, z.B. durch Fehlbelastung, harte körperliche Arbeit, einseitige sportliche Betätigung, Übergewicht, Fehlstellungen
  • Unfälle
  • Stoffwechselstörungen (Diabetes, Gicht, Fettstoffwechselstörungen) beeinflussen die Nährstoffversorgung des Knorpels, Ablagerung von Harnsäure und anderen Kristallen im Gewebe und in den Gelenken
  • Fehlernährung
  • Angina, Grippe, Scharlach ( Rheumatisches Fieber)

Vorbeugung

  • Säuglinge: Kontrolle auf Hüftfehlstellung (Hüftgelenksdysplasie) und allenfalls Therapie
  • Bewegung, geeignetes Schuhwerk, richtiges Heben und Tragen von Lasten, Arbeitsplatz-Ergonomie, Gewichtskontrolle, Ernährungsumstellung
  • Grippe, Angina und Scharlach können rheumatisches Fieber mit späteren Herzfehlern auslösen. Bettruhe, begleitende Therapie unbedingt konsequent durchziehen.

Schulmedizinische Behandlung


Zuerst erfolgt eine Abklärung, welche Ursache die Beschwerden auslöst (Röntgen, Blutlabor, Gelenkpunktion, usw.), je nach Art und Schwere der Erkrankung.

Der grösste Teil der rheumatischen Erkrankungen verläuft chronisch.  Nach dem heutigen Stand der Medizin sind chronische Gelenksentzündungen unheilbar, so dass Medikamente nur eine Linderung der Beschwerden herbeiführen können. Es gibt zwar kortisonhaltige Medikamente, die einen Rückgang der Entzündung bewirken können, sie sind aber nicht nebenwirkungslos und fördern unter anderem das Auftreten von typischen Alterserkrankungen wie Diabetes und Osteoporose.

  • Entzündungshemmende und schmerzstillende, abschwellende Salben, Entzündungshemmer, Kortison, Antirheumatika, Antidepressiva. Rheumamittel hindern die Nerven lediglich daran, den Schmerz wahrzunehmen, sie haben oft zahlreiche Nebenwirkungen.
  • Gelenkersatz (besonders Hüfte und Knie)
  • Magnetfeld-, Ultraschall- oder Elektrotherapien
  • Rheumagymnastik, Physiotherapie, Bäder und Fango, Kälteanwendungen (Wickel), Massage, Krafttraining
  • Rheumaschwimmen. Bewegung regt den Gelenkstoffwechsel an, fördert dadurch die Beweglichkeit. Grundsätzlich gilt für alle physikalischen Massnahmen, die Behandlung soll als angenehm empfunden werden. Es sollte auch bald eine Linderung verspürt werden.
  • Ernährungsberatung

Tipps


  • Bewegung, Rheumaschwimmen, Aquagym, Gymnastik (fördert die Beweglichkeit der Gelenke).
  • Achten Sie auf die richtige Haltung beim Gehen, Schlafen, Heben von Lasten oder Stehen.
  • Übergewicht abbauen
  • Ernährungsumstellung: Rohkost oder zumindest möglichst wenig tierische Fette. Fleisch nur ein- bis zweimal in der Woche, möglichst keine Innereien. Alkohol meiden.
  • Viel trinken, mindestens zwei Liter Mineralwasser oder Tee
  • Muskelschmerzen: Sauna, Massagen, Heublumen-Wickel/Bäder
  • Magen-Darmbeschwerden: Tees, Ernährungsumstellung
  • Entspannung (autogenes Training, Meditation, usw.)
  • Ernährungsumstellung: Basenreiche, überwiegend Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte. Durch zu viel Eiweiss werden Stoffwechselschlacken im Bindegewebe abgelagert, diese werden vom Körper nicht oder zu langsam abgebaut, es kommt zu Entzündungen. Eine konsequente Umstellung der Ernährung auf basische, d.h. eiweiss- und harnsäurearme Frischkost beugt einer Gelenkentzündung erheblich vor.
  • Zuckerkonsum einschränken
  • Verzicht auf Alkohol, Rauchen, Kaffe (Säure!)
  • Schonen Sie Ihre Gelenke

Tipps aus der Naturheilkunde


  • Bei akuten Schmerzen: Testen Sie ob Ihnen warme oder kalte Wickel gut tun: Kohl, Quark, Heilerde, Arnikaextrakt, Heublume. Johannisöl einreiben.
  • Essig hat eine schmerzlindernde Wirkung, er führt dem Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente zu, diese beschleunigen den Stoffwechsel. Essig hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften.
    Einnahme Essig: 2 TL Apfelessig in einem Glas Wasser, tägl., evtl. mit etwas Honig
    Essigauflagen/Wickel/Waschungen: Giftstoffe können über die Haut ausgeleitet werden
  • Alle Massnahmen, die zur Entsäuerung des Körpers beitragen sind angezeigt, z.B. Basenbäder
  • Tees: Brennnessel, Löwenzahn, Schöllkraut
  • Trinken Sie täglich den Saft einer Kartoffel: Morgens auf nüchternen Magen mit einem halben Glas (evtl. mit Wasser verdünnt) beginnen. Auch weitere Heilsäfte (Weisskohl, Grünkohl, Karotten) sind möglich.
  • Salben: Arnika, Beinwell  
  • Omega-3-Fettsäure hemmt die Umwandlung von Arachidonsäure in entzündungsfördernde Stoffwechselprodukte. Omega-3-Fettsäure ist besonders in Fisch und hochwertigen Pflanzenölen wie Leinöl, oder Weizenkeimöl (1-2 TL tägl.) enthalten. Verwenden Sie Olivenöl, Rapsöl, Maiskeimöl, Walnussöl oder Sonnenblumenöl.
  • Auf die Ernährung achten (weniger tierisches Eiweiss, Milchprodukte, saure Nahrungsmittel). Arachidonsäure (besonders in Schweinefleisch, Innereien, Eigelb, tierische Fette) wird vom Körper z.B. in Eicosanoide (im Körper gebildete, ungesättigte Fettsäuren) umgewandelt, die die entzündliche Reaktion bei Rheuma verursachen.
  • Vitamin E, Vitamin C und Selen können als Ergänzung substituiert werden.
  • Teufelskralle-Extrakt, Brennnessel-Extrakt

Behandlung Klassische Homöopathie


Erkrankungen des Bewegungsapparates können durch eine homöopathische Konstitutionsbehandlung eine beeindruckende Besserung erfahren. Der Heilungserfolg hängt jedoch u.a. stark vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginnes ab. Je früher damit begonnen wird, umso schneller der Erfolg. Bei sehr fortgeschrittenen Gelenkschäden kann die Homöopathie aber zumindest die Schmerzen verringern, das übrige Bindegewebe wie Muskeln, Sehnen, Bänder) stärken, die Ernährung des Knorpels fördern. Sie kann so die Einnahme von starken Schmerzmitteln und Cortison verhindern oder verringern (Nebenwirkungen werden so verringert), und eine evtl. Operation hinauszögern. Mit etwas Geduld werden durch die Behandlung sogar Regenerierungsprozesse möglich (z.B. am Knorpel, Knochen). Manchmal sind auch Abklärungen über Herdbelastungen notwendig (Zähne; Störfelder wie Wasseradern usw.). Für eine Konstitutionsbehandlung ist eine ausführliche Anamnese nötig. Gefragt wird nach möglichen Auslöser (Unterdrückungen, Amalgam, Impfungen, Infektionskrankheiten, Stress, Belastungen, usw.), der genauen Krankengeschichte (eigene von der Schwangerschaft bis heute und die der Vorfahren), aber auch nach charakteristischen Allgemeinsymptomen und Gemütssymptomen.

Ich werde Ihnen als Homöopathin viele Fragen stellen: Z.B. über Ihre früheren Krankheiten, Vorlieben, Abneigungen, Lebenssituation, seelische Belastungen, Gewohnheiten, was ihre Beschwerden verbessert, was verschlimmert, wie sieht die Ernährung aus, usw. Erst die ausführliche Befragung und das analysieren ihrer familiären Belastung (vererbte Krankheiten; Krankheiten in der Familien) gibt mir ein Bild für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels.

In der Homöopathie werden nicht allein Rheumafaktoren, Röntgenbilder und Laborwerte beachtet, es geht um den ganzen Menschen. Jeder Mensch ist verschieden, geht anders mit seiner Krankheit um, hat andere Empfindungen, Sorgen und Ängste. Deshalb muss für die Behandlung individualisiert werden. Bei der Behandlung sind die lokalen Symptome oder der Name gar nicht so ausschlaggebend für mich.

Meist wurde auch schon über viele Jahre medikamentös behandelt. Medikamente verschleiern leider oft die Symptome und erzeugen Nebenwirkungen. Es gilt dann zu unterscheiden, ob einzelne Beschwerden nicht auch durch Nebenwirkungen verursacht wurden (sie haben nichts mit Ihnen selber zu tun). Im Laufe der Behandlung klärt sich für mich oft das Bild, es tauchen wieder ursprüngliche Symptome auf. Diese sind für den Behandlungsplan sehr wichtig. Schulmedizinische Medikamente werden bei einer homöopathischen Behandlung aber nie einfach abgesetzt. Erst wenn der Zustand stabil ist, bzw. eine Verbesserung des Krankheitsbildes eintritt, werden diese allmählich ausgeschlichen (reduziert), dies macht eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und mir nötig, wenn möglich auch mit dem behandelnden Arzt.

Weitere Informationen unter den entsprechenden „Krankheiten“