Schleudertrauma

Schleudertrauma (HWS-Syndrom)


Durch eine schnelle Vor- und Rückwärtsbewegung des Kopfes oder dessen Stauchung, kommt es zu mikrokleinen Weichteilverletzungen (Muskeln, Bänder, Blutgefässe), Verschiebungen der Hals-Wirbel (meist Atlas und Axis) oder Knochen-, oder Bandscheibenverletzungen im Halswirbelsäulenbereich (HWS).

Bei einem Schleudertrauma können sich die Beschwerden nach ein paar Wochen bessern, etwa 80% heilen komplikationslos ab. Bei einigen Betroffenen bleiben die Beschwerden jedoch bestehen oder verstärken sich sogar. Es ist auch möglich. dass unmittelbar nach dem Unfall keine oder nur ganz leichte Beschwerden spürbar sind und sich diese erst später ausbilden.

Ursachen

  • Auffahrunfall im Strassenverkehr (Autoskooter auf der Kilbi/Kirmes)
  • Stürze (Karate, Judo, Schwingen, Reiten, Wasserturmspringen) oder Kopfstösse, heftige Stauchungen im Sport)

Bei folgenden Symptome sollte eine medizinische Abklärung erfolgen

  • Bewusstlosigkeit (wenn auch nur kurz)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Verwirrtheit , Gedächtnisstörungen
  • Starke Kopf- oder Nackenschmerzen
  • Schmerzhaftes, prickelndes Gefühl in Schultern oder Armen, Missempfindungen in Armen, Fingern
  • Sehstörungen

Symptome

Es kommt nach einem Unfall zu Kopfschmerzen und Beschwerden im Nackenbereich, welche bis in die Finger ausstrahlen können. Je nach Unfall und Krafteinwirkung treten die Beschwerden in verschiedenen Schweregraden auf. Bei einem leichten Schleudertrauma verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen. Die Symptome können aber auch nach einer zunächst beschwerdefreien Zeit auftreten.

Die Symptome treten einzeln oder kombiniert auf. Durch Blockaden im Halswirbelbereich (Atlas und Axis) kann es zu Störungen im zentralen und vegetativen Nervensystem kommen.

  • Nackenschmerzen, Muskelsteifigkeit im Nacken- Schulterbereich
  • Der Kopf kann nur mühsam aufrecht gehalten werden, es kommt zu einem Instabilitätsgefühl der Halswirbelsäule.
  • Dumpf, drückende oder ziehende Kopfschmerzen, betont im Nacken- und Hinterkopfbereich, oft bis in die Stirn ausstrahlend; Druck von hinten auf ein Auge oder in beide Augen.
  • Brennende, stechende Schmerzen im Nackenbereich
  • Schwindel
  • Hör- und Sehstörungen, Einschränkungen des Gesichtsfeldes
  • Benommenheit
  • Übelkeit, Erbrechen nach dem Unfall
  • Empfindungsstörungen , z.B. Kribbelgefühle, Taubheitsgefühle und/oder Schmerzen in einem Arm oder Armen, Gesicht, Schultern

Langzeitfolgen

Je nachdem, wie der Betroffene den Unfall erlebt hat, reagiert auch die Seele. An vorderster Stelle stehen die Symptome des Unfall-Schockes. Daraus resultieren dann Vermeidungstaktiken (Autofahren wird z.B. gemieden), Schlafprobleme (Albträume), Depressionen.

  • Durch starke Schmerzen ist an ein geregeltes Berufsleben nicht mehr zu denken. Neben wirtschaftlichen Einbussen kommt es noch zu einem Verlust des sozialen Netzes.
  • Stimmungsschwankungen, Depressionen
  • Ängste, Panikattacken
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen, mentale Dumpfheit, Gedächtnisstörungen
  • Schnelle Erschöpfung
  • Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafstörungen)
  • Kraftverlust in den Armen, Händen
  • Lähmungsgefühle
  • In späteren Stadien, wenn sich das HWS-Syndrom chronifiziert, kann der ganze Rücken betroffen sein (Beckenschiefstand, unterschiedliche Beinlänge, Hüftbeschwerden, usw.)
  • Gangunsicherheit, motorische Koordinationsstörungen
  • Sehstörungen (Doppelbilder)
  • Nebenhöhlenbeschwerden
  • Gesichtsneuralgien
  • Hörstörungen ( Tinnitus; Ohrgeräusche)
  • Kälteschauer, Schweissausbrüche

Wie diagnostiziert man ein Schleudertrauma?

Röntgenuntersuchung zum Ausschluss von Halswirbelbrüchen und Gelenksverletzungen, eventuell folgen noch Computertomographie (CTG) und neurologische Untersuchungen.

Da sich kaum objektive Befunde bei Weichteilverletzungen erheben lassen, ist die Diagnose eines HWS-Syndrom leider oft noch umstritten (v.a. wenn es um Schadenersatzforderungen, Rentenansprüche geht).

Schulmedizinische Behandlung


Es gibt keine standardisierte Behandlung. Lange wurde nach einem Schleudertrauma die Halswirbelsäule mit einer Halskrause ruhiggestellt. Heute ist man von dieser Anwendung abgekommen, da die Heilung dadurch eher verzögert wird. Nach einer Schonung von zwei bis drei Tagen, wird mit krankengymnastischen Nackenübungen versucht, die Heilung zu unterstützen. Bei starken Schmerzen werden Schmerzmittel eingesetzt. Der Patient kann selbst ein Trainingsprogramm mit aktiven Nackenübungen durchführen, welches ihm vom Physiotherapeuten oder Chiropraktiker gezeigt wird.

Behandlung Klassische Homöopathie


Die homöopathische Behandlung sollte am besten unmittelbar nach dem Unfall einsetzen, bevor therapeutische Manipulationen vorgenommen werden. Nach einem so heftigen körperlichen Trauma reagiert die Lebenskraft sehr empfindlich auf weitere Manipulation im Nackenbereich. Man spricht im Volksmund ja auch davon, dass einem die „Angst im Nacken sitzt“. Jeder kann nachvollziehen, dass so ein Erlebnis Auswirkungen auf die Muskulatur hat und sich diese bei erneuter Manipulation sofort verkrampft!

Eine ausführliche Fallaufnahme ist für eine erfolgreiche Behandlung Voraussetzung. Eine grosse Rolle spielt die Verfassung vor dem Unfall. Ein lebensbejahender, rundum zufriedener Mensch wird ein so traumatisches Erlebnis anders verarbeiten, als jemand der gerade in einer schwierigen emotionalen Lebenskrise steckt. Je nach Konstitutionstyp geht der Betroffene auch sehr individuell mit den Folgen um.

Das indizierte homöopathische Arzneimittel bringt gleich nach dem Unfall Blutungen zum Stillstand, wirkt schmerzstillend, hilft auf sanfte Weise bei der Regeneration von Muskelfasern, Nerven- und Bindegewebe.

Oft entstehen durch die Verletzung Folgeerkrankungen (Migräne, Neuralgie, Nebenhöhlenbeschwerden, Rückenbeschwerden, usw.).

Da ein Schleudertrauma nicht nur ein lokales Geschehen ist, wird die emotionale Ebene bei der Behandlung miteinbezogen. Nach dem Unfall sieht der Alltag ja meist anders aus. Oft treten Schlafstörungen, Vermeidungsverhalten, Charakterveränderungen, Panikattacken, Zukunftsangst, Verlustangst, usw. auf. Der Patient kann wegen seinen chronischen Schmerzen nicht mehr, oder nur noch reduziert arbeiten, das Selbstwertgefühl ist angeschlagen (Abstempelung als Simulant), usw. Gerade bei den emotionalen und geistigen Beschwerden ist die Homöopathie sehr effektiv und nachhaltig. In meiner Praxis empfehle ich je nach Bedarf noch eine begleitende und ergänzende Behandlung mit Craniosakraltherapie.