Schmerzen

Schmerzen sind immer ein Warnzeichen, sie zeigen an, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Art des Schmerzes und der Ort des Auftretens gibt Aufschluss über die Schmerzursache. Manchmal täuscht der Schmerz jedoch auch eine andere Ursache vor, z.B. der Ausstrahlungsschmerz in den linken Arm bei Herzinfarkt, oder der Schmerz im Rücken bei Leberproblemen. Schmerzen werden durch Stress, Psyche usw. beeinflusst. Von Mensch zu Mensch schwankt das Schmerzempfinden stark, es kann durch die Psyche beeinflusst werden.

Schmerzen entstehen immer, wenn durch verschiedenste Einflüsse (Hitze, Kälte, Verletzungen, Durchblutungsstörungen, Giftstoffe u. a.) eine Schädigung des Körpers droht oder bereits eingetreten ist. An die Schmerzempfindung und -verarbeitung sind Schutz- und Abwehrreflexe gekoppelt. Über die Nervenbahnen gelangen die Schmerzsignale zum Gehirn.

Die Intensität der Schmerzempfindung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Schmerz kann als stechend, pochend, brennend, usw. empfunden werden. Für die Diagnose sind die Lokalisation, der Ort und die Art des Schmerzes aufschlussreich.

Nach der Dauer unterscheidet man zwischen akuten, plötzlich auftretenden und chronischen Schmerzen. Diese können lang andauern oder immer wiederkehren.

Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden, schränken die Lebensqualität ein, können gar Depressionen auslösen.

Je länger die Schmerzen bestehen, desto schwieriger sind sie zu behandeln. Die Schmerzschwelle sinkt, so kann z.B. eine leichte Berührung oder ein Wasserstrahl, ein Lichtreiz bereits einen Schmerzanfall auslösen.

Schmerzen können sich auch chronifizieren, verselbständigen. Es kommt dabei an den Schaltstellen der Nerven zu Veränderung in der Schmerzleitung. Es werden mehr Botenstoffe ausgeschüttet, es werden neue Rezeptoren gebildet. welche diese Reize aufnehmen, der Schmerz unterhält sich so selber.

Häufige Schmerzformen können sein:

  • Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen, Migräne, Schulkopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen)
  • Rückenschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Menstruationsschmerzen
  • Rheumatische Schmerzen
  • Verletzungsschmerzen
  • Nervenschmerzen (Neuralgien)
  • usw.

Behandlung Klassische Homöopathie

Schmerzen müssen immer ernst genommen werden, die Ursache, nicht das Übel muss angeschaut werden. Selbst aus einer Bagatelle können chronische Schmerzen entstehen. Dabei spielt die Miasmatik eine wesentliche Rolle.

Schmerzmittel über längere Zeit eingenommen
, führen aus homöopathischer Sicht zu einer sogenannten Unterdrückung. D.h., der ursprüngliche Zustand (der eigentliche Schmerz, bzw. das Leiden) wird dadurch chronifiziert, da keine Heilung stattfindet. Zudem verursachen Schmerzmittel auch „Nebenwirkungen“, bzw. Folgebeschwerden wie z.B. Magenprobleme, Nieren- und Leberschäden, Veränderungen im Blutbild, usw.

Es kann auch seelische Schmerzen geben, z.B. durch traurige Erlebnisse (Schock, Unfall, Gewalt). Die Schmerzen manifestieren sich dann oft, manchmal erst Monate später in Form von Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Unterleibsbeschwerden, Leistenschmerzen, Herzschmerzen, usw.

In den letzten Stadien einer unheilbaren Krankheit ist das Behandlungsziel eine Verbesserung der Gemütslage, des Allgemeinbefindens und die Linderung von Schmerzen. Hier wird die Homöopathie palliativ (begleitend, lindernd) eingesetzt. Homöopathische Mittel können Schmerzen hervorragend lindern.

Schmerzen, welche schon seit Wochen und Monaten bestehen, sind chronische Beschwerden, auch wenn sie nur sporadisch auftauchen (z.B. 2x im Jahr eine Migräne). Deren Behandlung sollte durch einen erfahrenen Homöopathen erfolgen.

Schmerzen sind sehr subjektiv, es gibt verschiedenste Wahrnehmungen. Deshalb wird bei einer homöopathischen Behandlung das individuelle Krankheitsbild in einem Anamnesegespräch erfragt. Nur so kann das entsprechende Arzneimittel gewählt werden. Bei Kopfschmerzen ist es z.B. wichtig zu wissen, wo der Schmerz ist, wann es schmerzt, wie sich der Schmerz anfühlt (z.B. pochend, stechend, ziehend, usw.), was den Schmerz erleichtert (z.B. ruhig liegen, Bewegung, frische Luft, usw.). Es sind aber auch noch andere Angaben wichtig, die eigentlich nichts mit dem Migräne-Schmerz zu tun haben, z.B. Begleitsymptome, Nahrungsvorlieben, Reaktionen auf Umwelteinflüsse, Psyche, Neigungen, Interessen, Charakter, usw.

Neben der Individualisierung, nicht jedem Patienten mit den gleichen Beschwerden wird dasselbe Mittel verschrieben, wird die Dosierung auf den Zustand des Patienten angepasst.
Im Gegensatz dazu wird in der Schulmedizin jeder Migränepatient, jeder Neuralgiker und jeder Weichteilrheumapatient neben Physiotherapie und Psychotherapie mit einer standardisierten Schmerztherapie behandelt (aber nicht geheilt). In der Homöopathie hingegen ist das Ziel die völlige Wiederherstellung der Gesundheit.

Nach der Verabreichung eines passenden homöopathischen Arzneimittels erfolgt je nach Intensität der Schmerzen in kürzeren oder längeren Zeitabständen Kontrolltermine. Es ist sehr wichtig, dass die Veränderungen im Schmerzablauf, in der Intensität, usw. bis zur nächsten Konsultation gut beobachtet werden. Rückmeldungen von Seiten des Patienten erleichtern die Weiterbehandlung durch den Homöopathen. Nur so kann der Heilungsverlauf beurteilt, evtl. Erstverschlimmerungen von einem Fortschreiten der Krankheit unterschieden, und evt. die Arzneimittelfolgen, bzw. Wiederholung des Arzneimittels richtig gemanagt werden.

Die Behandlung von akuten Schmerzen ist im Gegensatz zu den chronischen Schmerzen einfacher. Trotzdem wird das entsprechende Arzneimittel immer nach dem Ähnlichkeitsgesetz und nach den individuellen Symptomen gewählt. Gerade bei hochsensiblen Stellen mit vielen Nervenenden (Fingerkuppen, Steissbein, Zahnwurzeln, usw.), finden sich in der Homöopathie viele wirksame Arzneimittel, welche sofortige Schmerzlinderung und Heilung bringen. Eine möglichst frühzeitige homöopathische Behandlung verhindert auch Traumafolgen (Schock; Schlafstörungen, chronische Schmerzen), Infektionen und somit auch eine Chronifizierung eines Schmerzes (z.B. Narbenschmerzen, Phantomschmerzen, chronische Kopfschmerzen nach einem Sturz, usw.). Da durch einen Unfall ein Miasma aktiviert werden kann, beruhigt eine entsprechende homöopathische Arznei das Fortschreiten der Krankheit, bzw. des Miasmas (z.B. kann das Wecken des syphilitischen Miasmas massive Blutungen verursachen).

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Warme Wickel (heisses Wasser, Kartoffeln)
  • Warmes Fussbad
  • Kalte Wickel
  • Einreiben mit Johannisöl
  • Kohlwickel (hilft sehr gut bei rheumatischen, gichtischen Beschwerden)
  • Schüsslersalz Nr.7 (Magnesium phos): Hilft schnell bei kolikartigen Schmerzen. 10 Tabletten in kochendem Wasser auflösen, heiss schluckweise trinken, kann ¼ stündlich bis zum Abklingen wiederholt werden.

Behandlung Schulmedizin

Medikamente

Unter Schmerzmitteln (Analgetika) werden Substanzen verstanden, die die Schmerzempfindung unterdrücken oder sogar ganz ausschalten.

Handelt es sich um vorübergehende Schmerzen mit bekannter Ursache, können verschiedene Präparate helfen. Die bekanntesten Wirkstoffe sind Paracetamol und die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) sowie Ibuprofen.

Schwangere, Säuglinge, Kleinkinder sollten höchstens Paracetamol bekommen. Über Monate eingenommen und bei Überdosierung hat aber auch Paracetamol Nebenwirkungen (Leber).

Besonders chronische Schmerzen stehen oft in keinem Zusammenhang mehr mit der ursprünglichen Organ- oder Gewebsschädigung, sie können sich „verselbstständigt“ haben. In solchen Fällen spricht man auch von der Schmerzkrankheit. Bei chronifizierten Schmerzen kommen auch Psychopharmaka, Antikonvulsiva, Kortison in Frage.

Nebenwirkungen:

Medikamentenabhängigkeit, Organschäden (Leber, Nieren, Knochenmark, Magen)
Medikamente können auch Schmerzen verursachen (z.B. chronischer Kopfschmerz)

Sind alle medikamentösen Behandlungen ausgeschöpft stehen noch invasive Methoden zur Verfügung, z.B.
neurochirurgische Methoden, Regionalanästhesie, Nervenblockaden, usw.