Schnupfen

Schnupfen


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Ein Erkältungsschnupfen wird durch Viren (Rhinoviren) ausgelöst, welche über Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten, Sprechen) oder über Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Erkältungen treten bevorzugt im Winter auf. Gründe dafür sind trockene Schleimhäute durch die Heizungsluft und der engere Kontakt zu anderen Menschen durch Aufenthalt in geschlossenen Räumen.

Nasenabsonderung (und später Husten) sind Reaktionen des Körpers, um Viren mittels Schleim aus dem Körper zu befördern. 1 – 2x pro Jahr ein Schnupfen zu bekommen ist normal, er dauert in der Regel eine Woche. Da Kinder erst im Laufe der Jahre ihre Immunabwehr gegen Viren entwickeln, werden sie häufiger von Schnupfen geplagt. Vor allem Kindergartenkinder können vier bis zehn Erkältungen pro Jahr durchmachen.

Zuerst befallen die Viren die Nasen- und Rachenschleimhaut. Von dort können sie auf die Bronchien (akute Bronchitis) oder Nasennebenhöhlen übergreifen. Da die Schleimhäute durch den viralen Infekt bereits geschädigt sind, können sich Bakterien leichter vermehren. Besonders bei Kindern kommt es daher bei einem Erkältungsschnupfen häufig zusätzlich zu Mittelohrentzündungen, bei Erwachsenen eher zu Nebenhöhlenentzündungen.

Wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers mit unterdrückenden Medikamenten immer wieder gestört werden, z.B. durch Antibiotika, Absonderung unterdrückende Medikamente, wird der Körper für Krankheiten anfälliger. Der Schnupfen ist zwar weg, der Mensch fühlt sich danach aber kränker als zuvor. Er hat z.B. schwere Glieder, dumpfe Kopfschmerzen, die Nebenhöhlen sind chronisch entzündet, der Appetit fehlt, usw. Wichtig ist deshalb die Ausscheidungsreaktionen zu unterstützen und den Schnupfen ausheilen zu lassen.

Symptome

  • Jucken, Kitzeln, Brennen in der Nase oder Rachen, äusseren Gehörgängen, Augen
  • Niesen
  • Frösteln
  • Leichte Temperatur (oft bei Kindern)
  • Abgeschlagenheit
  • Nasenausfluss (je nach Schnupfenstadium und zusätzlichem Bakterienbefall) wässrig klar bis dick (weiss, gelb, grünlich, blutig)
  • Verstopfte Nase durch Schwellung der Nasenschleimhaut. Säuglinge haben Mühe zu trinken. Nasale Sprache.
  • Rötung, Wundheit der Nase (brennendes Nasensekret; Wundreiben)
  • Kopfdruck
  • Nasenbluten, Borken
  • Tränende Augen, Bindehautreizung
  • Halsschmerzen, belegte Stimme
  • Fehlender Geruch- oder Geschmacksinn

Ursachen

  • Viren (es gibt Hunderte von „Schnupfen-Viren“). Besonders leicht siedeln sich die Viren auf einer vorgeschädigten Nasenschleimhaut an (Rauchen; trockene Raumluft) oder bei fehlender Immunabwehr an.
  • Frieren allein führt nicht zwangsläufig zu einer Erkältung. Allerdings sind in einem unterkühlten Körper die Schleimhäute weniger durchblutet. Damit ist der äussere Schutzwall des Abwehrsystems für die Erreger leichter durchlässig. Übermüdung, Stress, führt ebenfalls zu einer Schwächung des Immunsystems.
  • Heuschnupfen
  • Nasenpolypen
  • Grippe
  • Medikamente (z.B. Nasensprays!)
  • Rauchen
  • Verschmutzte Luft (Staub; Ozon; Chemikalien)

Behandlung Schulmedizin


  • Tabletten gegen Kopfschmerzen, Gliederschmerzen.
  • Abschwellende Nasentropfen (dürfen aber nicht länger als ca. 5-7 Tage angewendet werden, da sie bei dauerndem Gebrauch zu einer Gewöhnung führen). Sie haben nur einen kurzfristigen Effekt, erleichtern aber den Erregern das Vordringen in die Nasennebenhöhlen und das Mittelohr. Eine längere Anwendung schädigt zudem die Nasenschleimhaut.
  • Bakterielle Begleitinfektionen werden mit Antibiotika behandelt.

Tipps aus der Naturheilkunde


Bei den ersten Anzeichen

  • Wenn Sie kalt haben, durchgefroren sind: Etwas warmes Trinken (erst danach folgt das Erkältungsbad). Durch ein warmes Getränk wird die Körpertemperatur erst mal von innen erhöht.
  • Erkältungsbad (Pinie, Fichte). Bei Herzerkrankungen, Kreislaufproblemen und Fieber Vollbäder vermeiden, sie belasten den Kreislauf zu sehr. Hier lieber ein warmes Fussbad machen.
  • Warmes Fussbad
  • Ansteigendes Fussbad wenn man fröstelt (bei starken Krampfadern nicht anwenden).
  • Schwitzen (eignet sich nur für kreislaufstabile Patienten welche kein Fieber haben): Erkältungs-Bad, 2-3 Tassen Tee: Holunderblüte-, Hagenbutte-, od. Lindenblüte.
    Durch die höhere Körpertemperatur gelingt des dem Körper die Viren zu vernichten und Schadstoffe werden über die Haut ausgeschieden. Am besten geht man nach dem Bad ins Bett und packt sich warm ein. Nach etwa 2 Stunden Wäsche und evtl. Bettzeug wechseln. Den Körper trockenreiben. Danach etwas Trinken und sich wieder ins Bett legen.
  • Warmer Halswickel (Wasser; Zwiebel)
  • 1 Glas warmes Wasser mit 1 EL Apfelessig und 1 EL Honig trinken, 3 – 4 x tägl. wiederholen
  • Regelmässig lüften, Luft befeuchten
  • Viel trinken, warme Getränke, z.B. Lindeblüte (z.B. mit Honig, Zitronensaft), Hagebutte, Holunderblüten

Verstopfte Nase

  • Inhalationen:
    Salz-Dampfbad (fördert die Absonderung von Schleim): 1 – 2 EL Salz auf 1 l Wasser.
    Kamillen-Dampfbad (nicht während homöopathischer Konstitutionsbehandlung)
    Thymian-Dampfbad: 1-2 Tropfen Thymianöl ins Wasser geben od. Teeabsud verwenden. Wirkt antiseptisch, desinfizierend, Auswurf fördernd, entzündungshemmend und schleimlösend
  • Warmes Fussbad oder Wärmeflasche und Füsse wärmen
  • Bad: Piniennadeln, Fichtennadeln
  • Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung, oder zur Nasenspülung. Sie wirken schleimlösend, befeuchten die Schleimhaut, wirken desinfizierend (andere Produkte trocken die Schleimhaut aus).
    Apotheke, Drogerie (od. zur Not selbstgemacht:
    1 Prise Kochsalz in 100 ml Wasser aufkochen, mit Pipette mehrmals täglich 2-3 Tropfen in Nasenloch tropfen).
  • Säuglinge: Nasentropfen mit physiologischer Kochsalzlösung; Zwiebel in Kopfnähe legen. Bei Säuglingen keine Salben mit Menthol verwenden.
  • Halbierte Zwiebel neben Bett legen
  • Wickel auf Stirne, Nasenwurzel, Wange bei Stirn – und Nebenhöhlenentzündung): Kartoffelauflage, Leinsamenauflage
  • Infrarotbestrahlung
  • Nur leichte Nahrung zu sich nehmen (keine schweren, fetten Speisen). Schokolade, Bananen, Milchprodukte regen die Schleimproduktion im Körper an.
  • Achten Sie auf eine vitalstoffreiche Kost, am besten roh. Da der Kranke oft keinen grossen Hunger hat, sind auch frisch gepresste Säfte zu empfehlen. Auf keinen Fall sollte man sich zwingen, wenn man keinen Hunger hat. Frischkost enthält lebensnotwendige Enzyme, die sehr förderlich bei Infektionskrankheiten sind
  • Viel trinken, um den Schleim zu verflüssigen und um die Schleimhäute zu befeuchten: Wasser, Mineralwasser, Kräutertee (Holunder, Lindenblüten, Hagebutte) od. verdünnte Obst- und Gemüsesäfte
  • Vermehrte Ruhe
  • Luft befeuchten
  • Häufig lüften; meiden Sie verrauchte Räume
  • Nase schnäuzen: Ein Nasenloch zuhalten und durch das andere schnäuzen. Das verhindert, dass der Naseninhalt nach oben gedrückt wird und die Nasennebenhöhlen entzündet. Gebrauchte Papiertaschentücher sofort wegwerfen.
  • Echinacea-Tinktur: 10 Tr.2x tägl, in einem Glas Wasser, 5-10 Tage
  • Sanddorn (hat mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte), z.B. als Saft, Tee, Marmelade

Behandlung Klassische Homöopathie


Durch Anregung der Kreislaufdurchblutung gelangen vermehrt Abwehrzellen an die Schleimhautoberflächen. Deshalb schwillt die Nasenschleimhaut an. Durch Erhöhung der Schleimproduktion werden Viren und Bakterien abtransportiert. Der Schnupfen ist also ein natürlicher Reinigungs- und Abwehrmechanismus des Körpers. Absonderungen, auch Nasenabsonderungen sollten deshalb nie unterdrückend behandelt werden.

Tritt der Schnupfen während einer homöopathischen Konstitutionsbehandlung auf, ist es nicht gut, ihn mit Medikamenten (auch homöopathische Arzneimittel) zu behandeln. Ist nach einem Arzneimittel eine Ausscheidungsreaktion in Gang gekommen, darf die Lebenskraft nicht gestört werden. Ausserdem: Durch voreiliges Behandeln wird das Finden eines homöopathischen Arzneimittels erschwert, da dadurch die Symptome verändert werden. Ansonsten kann mit verschiedenen Anwendungen aus der Naturheilkunde ein Schnupfen etwas gelindert werden.

Dauert der Schnupfen über ein Woche an, kommen Fieber, Husten, Atemprobleme, Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Nebenhöhlenbeschwerden, Schwäche hinzu, sollte eine homöopathische Behandlung gemacht werden.

Wenn Sie in homöopathischer Behandlung sind:

  • Meiden Sie Inhalationen, Bäder od. Einreibungen mit Eukalyptus, Menthol und Pfefferminze, sie üben zu starke Reize aus und stören evtl. die Wirkung Ihres Konstitutionsmittels. Bei Kleinkindern kann Menthol zu Atemproblemen führen.

Vorbeugung/ Stärkung des Immunsystems

  • Sauna
  • Wechselduschen
  • Viel Obst und Gemüse aus biologischem Anbau
  • ausreichend Schlaf
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Menschenansammlungen meiden
  • Räume nicht überheizen, häufig lüften, evtl. Luft befeuchten.

Eine ideale Unterstützung bietet hier auch die klassische Homöopathie. Gerade bei wiederkehrenden Halsschmerzen, Anginen, Ohrenschmerzen, Bronchitis, Nasennebenhöhlen-, und Stirnhöhlenentzündungen. Mit Hilfe der Homöopathie kann die Selbstheilung unterstützt werden.

Die Homöopathie bietet ein reiches Repertoire an wirksamen Schnupfenmitteln. Es gibt über 300 verschiedene homöopathische Mittel für einen Schnupfen und daher auch verschiedene Schnupfen! Ist die Ausscheidung gelb, grün, blutig? Ist der Schnupfen schlimmer draussen oder drinnen? Hat der Patient kalt, warm, ist  er müde, verärgert, ungeduldig? Gibt es einen Auslöser wie kalter Wind, Ärger, usw.? – Für die Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung st es entscheidend, die Arzneimitteleigenschaften möglichst genau dem aktuellen Krankheitsbild anzupassen. Dadurch wird die Heilreaktion unterstützt und Folgeerkrankungen vermieden.