Tennisarm

siehe auch: Frozen Shoulder; Karpaltunnelsyndrom; Sehnenscheidenentzündung; Fibromyalgie; Rheuma

Der sogenannte Tennisarm kommt nicht nur bei Tennisspielern vor. Durch chronische Überlastung (Computer, falsche Haltung, ungewohnte Tätigkeit, usw.) kommt es zu einer Überreizung der Sehnenansätze am Knochen mit Schmerzen am äusseren, unteren Oberarmknochen. Durch die Verkürzung der Streckmuskulatur kommt es zudem zu einem dauernden Zug am Ansatz dieser Muskulatur. In Sehnen und Muskeln entstehen feine Risse und Entzündungen. Der Tennisellenbogen ist zehn- bis zwanzigmal häufiger als der Golferellenbogen.

Tennisellenbogen
(Epicondylopathia humeri radialis)

  • Überlastungsbedingte Reizung des Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerstreckmuskeln, an der Aussenseite des Ellenbogens.
  • Schmerzen an der Aussenseite des Ellenbogens, in die Streckseite des Unterarms ausstrahlend.
  • Druckschmerz an der Aussenseite des Ellenbogens, oft auch im Verlauf der Streckmuskulatur am Unterarm.
  • Schmerzen beim Ballen der Faust und beim Festhalten eines Gegenstands mit durchgestrecktem Arm.
  • Zunehmende Schmerzen bei Überstreckung des Handgelenks und der Finger gegen Widerstand.
  • Zunehmende Schmerzen bei passiver Beugung von Handgelenk und Fingern.

Golferellenbogen
(Epicondylitis humeri ulnaris)

  • Überreizung des Sehnenansatzes der langen Hand- und Fingerbeugemuskeln an der Innenseite des Ellenbogens.
  • Schmerzen an der Innenseite des Ellenbogens, in die Beugeseite des Unterarms ausstrahlend
  • Druckschmerz an der Innenseite des Ellenbogens, oft auch im Verlauf der Beugemuskulatur am Unterarm.
  • Schmerzen beim Ballen der Faust und beim Festhalten eines Gegenstands mit durchgestrecktem Arm.
  • Zunehmende Schmerzen bei Beugung des Handgelenks und der Finger gegen Widerstand.
  • Zunehmende Schmerzen bei passiver Überstreckung von Handgelenk und Fingern.

Schmerzen im Bereich der Arme (oder Schulter) gehören meistens zum Bereich der rheumatischen Beschwerden (z.B. Sehnenscheidenentzündung am Unterarm, Schleimbeutelentzündung, Schulter-Arm-Syndrom).

Ursachen

  • Ungewohnte Tätigkeiten (Gartenarbeit, Sport).
  • Einseitige Bewegungen (Handwerker, Bauarbeiter, Hausfrauen).

Symptome Tennisarm

  • Die Patienten klagen  über Schmerzen am Ellenbogen, die nach oben oder unten ausstrahlen können. Die Schmerzen verstärken sich bei Anspannung der Unterarmmuskulatur.
  • Die Kontraktion der entsprechenden Muskulatur kann so schmerzhaft sein, dass den Patienten einfachste Bewegungen (Kaffeetasse heben, Händedruck o. ä.) Schwierigkeiten machen können.
  • Die Schmerzen treten meist bei Bewegung des Armes auf.
  • Schwellung

Behandlung Klassische Homöopathie

Bei einer Behandlung, ob homöopathisch oder schulmedizinisch, sollten alle Krankheitsfördernden Umstände wie Fehlbelastungen und Überbelastungen vermieden werden (Arbeitsplatz, Arbeitsabläufe, Sport, usw.).

Bestehen die Schmerzen schon längere Zeit, ist unbedingt eine umfassende Konstitutionsbehandlung mit einer ausführlichen Anamnese nötig. Die Homöopathie verringert die Schmerzen, Bindegewebe wie Muskeln, Sehnen, Bänder werden gestärkt (diese Gewebsart reagiert sehr empfindlich auf jegliche Reize). Die Einnahme von Schmerzmitteln oder das Spritzen von Cortison kann so verhindert werden.

Meist wurde über Monate medikamentös behandelt. Medikamente verschleiern leider oft die Symptome und erzeugen Nebenwirkungen. Es gilt es bei der homöopathischen Behandlung zu unterscheiden, ob einzelne Beschwerden nicht auch durch medikamentöse Nebenwirkungen verursacht wurden (sie haben nichts mit Ihnen selber zu tun). Im Laufe der homöopathischen Behandlung klärt sich für mich oft das Bild, es tauchen wieder ursprüngliche Symptome auf.

Ein Tennisellbogen spielt sich nicht nur am Gelenk ab, es handelt sich immer um eine Erkrankung des ganzen Körpers. Für die Behandlung muss deshalb individualisiert werden. Dazu werde ich Ihnen als Homöopathin viele Fragen stellen: z.B. über Ihre früheren Krankheiten, Lebenssituation, seelische Belastungen, was ihre Beschwerden verbessert, was verschlimmert, wie ist der Schlaf, usw. Erst die ausführliche Befragung und das Analysieren ihrer familiären Belastung (vererbte Krankheiten; Krankheiten in der Familie) gibt mir ein Bild für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels.

In der Homöopathie werden nicht nur Röntgenbilder und Laborwerte beachtet, es geht um den ganzen Menschen. Jeder Mensch ist verschieden, geht anders mit seiner Krankheit um, hat andere Empfindungen, Sorgen und Ängste. Trotzdem kann eine genaue Abklärung vor der homöopathischen Behandlung notwendig sein (Befunderhebung). Es ist deshalb von Vorteil, wenn zu Beginn der Behandlung genaue Diagnosen zur Verfügung stehen.   

siehe auch: Arthritis; Arthrose; Fibromyalgie; Karpaltunnelsyndrom; Rheuma; Tennisarm

Tipps

  • Überlastung und monotone Bewegungen meiden.
  • Beim Tennis: Umstellung der Schlagtechnik (Trainerstunden nehmen), Veränderung des Schlägergriffes
  • Handgelenksbandage nachts (Beugung verhindern).
  • Tagsüber Tape oder Bandage.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Feuchte Wickel, Kohlwickel
  • Johannisöl einreiben
  • Wickel: Kohl, Quark
  • Tees: Brennnessel, Löwenzahn
  • Salben: Arnika, Beinwell (Symphytum)
  • Johanniskrautöl einreiben (Vorsicht vor Sonnenkontakt)
  • Essig hat eine schmerzlindernde Wirkung, er führt dem Körper wichtige Mineralien und Spurenelemente zu, diese beschleunigen den Stoffwechsel. Essig hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften.
    Einnahme Essig: 2 TL Apfelessig in einem Glas Wasser, tägl., evtl. mit etwas Honig
    Essigauflagen/Wickel/ Waschungen: Giftstoffe können über die Haut ausgeleitet werden
  • Alle Massnahmen, die zur Entsäuerung des Körpers beitragen sind angezeigt, z.B. Basenbäder
  • evtl.Vitamin-, Mineralien-Substitution
  • Leinöl (2x 1-2 TL tägl.)
  • Auf die Ernährung achten (weniger tierisches Eiweiss, Milchprodukte, saure Nahrungsmittel)

Behandlung Schulmedizin

Die Erkrankung heilt fast immer folgenlos. Bis zum vollständigen Abklingen der Beschwerden vergehen aber manchmal mehrere Monate.

  • Bei einer akuten Entzündung Kühlung, später helfen eher warme Anwendungen.
  • Ruhigstellung im akuten Stadium. z.B. Kein Sport bis die Beschwerden abgeklungen sind und dann wieder langsam und richtig anfangen.
  • In fortgeschrittenem Stadium: Unterarmschiene oder Epicondylitisbandage.
  • Schmerzstillende Rheuma- oder Sportsalbe (Salicylsäure, Ibuprofen).
  • Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente (Salben, Tabletten).
  • Cortisoninjektionen in den Bereich des betroffenen Sehnenansatzes. Cortison kann jedoch die Sehnen schädigen und zu verstärktem Muskelrückgang (Atrophie) führen.
  • Physiotherapie (z.B. wird die Muskulatur gedehnt, um den Zug zu verhindern oder Quermassage der Handgelenksmuskulatur).
  • Elektrotherapie
  • Ultraschalltherapie
  • Operation, das kranke Sehnengewebe wird entfernt, die im schmerzhaften Gebiet liegenden Schmerznervenfasern werden durchtrennt.