Tetanus

Tetanus / Wundstarrkrampf

siehe auch Wunden

Tetanus ist eine Infektionskrankheit, die als Folge einer Verletzung auftreten kann. Die Erreger (Clostridium tetani) leben in der Erde und im (Strassen) Staub. Sie setzen in der Wunde unter Luftabschluss zwei Gifte (Toxine) frei. Nach 1-2 Wochen kommt es durch sie zu Muskelkrämpfen und Muskelstarre. Ohne Behandlung ist die Krankheit häufig tödlich. Eine durchgemachte Tetanuserkrankung schützt nicht vor einer weiteren Ansteckung.

Die Erreger findet man im Kot (v.a. Pferdemist; seltener Rinder-Dung, menschlicher Kot). Durch Naturdüngung gelangen die Clostridien in die Erde. Dort sind die Sporen sehr lange lebensfähig. Ein besonderer Risikofaktor sind schlechte hygienische Verhältnisse und schlechte Lebensumstände. So kommt es immer wieder bei der Geburt (oder durch Erdpasten zur Nabelpflege) zu Tetanusinfektionen bei Neugeborenen.

Die Bakterien brauchen für ihre Vermehrung und Wachstum ein sauerstoffarmes Umfeld, Tetanus entsteht daher nur bei tiefen Verletzungen (Stich-, Biss-, Schusswunden). Schürf-, Kratz-, oder oberflächliche Schnittwunden bergen deshalb kein grosses Infektionsrisiko (korrekte Wundversorgung vorausgesetzt).

Die Chance einer Tetanuserkrankung bei uns in Mitteleuropa für ein Kleinkind ist so gut wie ausgeschlossen und für einen Erwachsenen sehr gering. Die Ansteckungsgefahr für Tetanus steigt jedoch prozentual mit dem Alter. Kleine Kinder zeigen bekanntlich jedes „Aua oder Weh-Weh“ der Mami, Pubertierende oder Erwachsene nehmen die Wundversorgung hingegen häufig auf die leichte Schulter. Das Risiko ist auch stark abhängig von der Lebenssituation (Stadt/Land, Gesundheitszustand, hygienische Verhältnisse). Menschen mit Durchblutungsstörungen (z.B. Diabetes, Arteriosklerose) haben ein etwas grösseres Erkrankungsrisiko (Sauerstoffmangel im betroffenen Wundbereich).

Heute ist Tetanus sehr selten. Das Bundesamt für Gesundheit registrierte in den letzten Jahren gesamtschweizerisch jeweils 1 bis 4 Tetanuserkrankungen pro Jahr. In Deutschland gibt es ca. 7-10 Erkrankungen jährlich. Das Wichtigste um einer Erkrankung vorzubeugen ist die richtige Wundversorgung.

Durch die verbesserten medizinischen Möglichkeiten , die besseren Lebensumstände ist die Letalitätsrate (Sterblichkeitsrate) stark rückläufig.

Die Inkubationszeit (Zeit bis zum Ausbruch der Krankheit) liegt zwischen 3 – 21 Tage. Je kürzer die Inkubationszeit, desto ausgeprägter ist die Krankheit.

Symptome

Lokaler Tetanus

  • Spannungsgefühl und Jucken im Wundgebiet, auch wenn die Wunde bereits verheilt ist.
  • Der Patient klagt über Steifigkeit in den Muskeln, gefolgt von kontinuierlichen Muskelspasmen, insbesondere in den Muskeln nahe der Wunde.
  • Ein lokaler Tetanus kann lokal beschränkt bleiben, sich aber auch generalisiert entwickeln, hat meist eine gute Prognose und kommt überwiegend bei teilimmunisierten Patienten vor.

Generalisierter Tetanus

  • Spannungsgefühl an der Wunde (auch wenn die Wunde bereits verheilt ist), Müdigkeit, Unruhe, Schweissausbrüche, Kopf- und Nackenschmerzen. Steifigkeit der Kaumuskulatur (Kiefersperre/Trismus), Schluckstörungen mit Speichelfluss. Durch die verkrampfte Gesichtsmuskulatur kommt es zu einem grinsenden Gesichtsausdruck (Risus sardonicus).
  • Durch Befall der Rückenmuskulatur ist der Körper nach hinten gekrümmt (Opisthotonus).
  • Es folgen schmerzhafte Krämpfe, die sich in kurzen Abständen wiederholen.
  • Die Krämpfe werden durch geringste äussere Reize wie Licht, Geräusche, Luftzug ausgelöst.
  • Nach der Phase mit den Krämpfen folgt vom Kopf und Nacken absteigend eine Muskelstarre (Rigor) der längs verlaufenden Rücken- und Bauchmuskeln, es folgen die Muskeln der Arme und Beine, der Rippen, des Kehlkopfes und schliesslich des Zwerchfells.
    Zwischendurch treten auch schmerzhafte Schüttelkrämpfe auf, Arme und Beine bleiben bei diesen Schüttelkrämpfen jedoch meist unbeteiligt. Die schmerzhaften Krämpfe dauern ein bis zwei Minuten, sie können in Minutenabständen auftreten und werden durch geringste äussere Reize (akustisch, optisch, mechanisch) ausgelöst.
  • Fieber: Selten über 38 °C (dient zur Differenzierung zur Meningitis)
  • Der Befall der Atemmuskulatur kann zum Tod durch Ersticken/ Atemlähmung (Zwerchfelllähmung) oder Herzversagen führen.

Prophylaxe

  • Wunden die stark bluten lassen, evtl. Wunde drücken bis Blut austritt.
  • Wunde säubern und desinfizieren (s. auch Behandlung Klassische Homöopathie).
  • Wunde nie luftdicht verbinden.
  • Tiefe Wunden (Stich- oder Bissverletzung) dürfen nicht durch eine Naht verschlossen werden, damit in das Wundgebiet genügend Sauerstoff gelangen kann.
  • Impfung: 3-Fach-Impfung, eine Auffrischung ist nach 10 Jahren nötig, im Verletzungsfall wird sie nach 5 Jahren durchgeführt.
  • Kommt es zur Verletzung und der Patient hat keinen Tetanusimpfschutz, wird zu der 1. Impfung zusätzlich ein sofort wirksames Immunglobulin verabreicht (passive Immunisierung). Seine Wirkung hält aber nur eine kurze Zeit an.
  • Liegt die Grundimmunisierung mehr als fünf Jahre zurück, wird bei einer Verletzung eine aktive Immunisierung mit Tetanustoxid gemacht.
  • Homöopathie (s. Behandlung Klassische Homöopathie)

Behandlung Klassische Homöopathie

Prophylaxe

Die stärkste Kraft gegen alle Arten von Erregern sitzt im Menschen selber. Durch eine gesunde Lebensweise werden die Selbstheilungskräfte gefördert. Tetanus tritt vorwiegend im hohen Lebensalter auf, bei Kleinkindern kaum.

  • Es gibt in der Homöopathie sehr gute und seit langem bewährte homöopathische Arzneimittel, um sich vor Tetanus zu schützen. Sie werden im Zusammenhang mit der Wundpflege und Wundheilung im Praxisalltag oft eingesetzt.Gerade bei einer Verletzung ist die Lebenskraft sehr empfindlich und aufnahmebereit für eine energetische Unterstützung. Fragen Sie also Ihren Homöopathen, er berät Sie hier sicher gerne. Meinen Patienten rate ich auch zum Kauf einer kleinen homöopathischen Haus/Taschenapotheke (Drogerie). Wenn Sie z.B. eine Reise in ein Land mit schlechten hygienischen Verhältnissen planen, sind Sie schon mal gut gewappnet. Tipps zur Wundversorgung und Tetanusvorbeugung erhalten meine Patienten in schriftlicher Form.
    • Eine Selbstbehandlung ersetzt gegebenenfalls aber keine medizinische/homöopathische Abklärung, bzw. Behandlung.

Wundversorgung

siehe auch Wunden

  • Bei tiefen Stichverletzungen suchen Sie bitte einen Arzt auf (rostiger Nagel).
  • Wunde gut bluten lassen. Eine nicht blutende, verklebte Wunde ist so lange zu drücken, bis etwas Blut austritt.
  • Groben Schmutz entfernen, Wunde unter lauwarmem Wasser oder mit lauwarmer Kochsalzlösung reinigen.
  • M it verdünnter lauwarmer Calendula-Tinktur auswaschen (10 Tropfen Tinktur auf eine Tasse abgekochtes Wasser oder Mineralwasser).
  • Wunde mit Omidalin, homöopathische Wundtinktur beträufeln, evtl. auf Wundabdeckung tropfen.
  • Teilweise abgelöste Haut soll man nicht wieder auf die Wunde zurücklegen, sondern vorsichtig entfernen.
  • Wundabdeckung, kein fester Verband, Wundabdeckung häufig wechseln.
  • Homöopathie (s. oben Prophylaxe)

Tetanus

  • Die homöopathische Behandlung ist (wäre) aus rechtlichen Gründen nur begleitend möglich. In anderen Ländern, z.B. Indien – wird Tetanus wie andere Krankheiten auch, homöopathisch behandelt.

Kritisches zur Tetanus-Impfung aus homöopathischer Sicht

Bei der Beurteilung zur Tetanusimpfung müssen wir uns zwei Fragen stellen: Wie gross ist die Chance einer Tetanuserkrankung für mich oder mein Kind und wie wirksam ist die Impfung? Im Speichel kommen Tetanuserreger höchst selten vor, eine Tetanusimpfung wird bei Bissverletzungen aber standardmässig empfohlen. Schürfwunden, leichte Verbrennungen, kleine Schnittverletzungen bergen keine Gefahr für Tetanus (s. Wundversorgung).

  • Die Immunisierung/Impfung richtet sich gegen das Tetanustoxin, welches von den Bakterien produziert wird.
  • Tetanus kann trotz der Impfung auftreten und auch bei hohem Antikörper-Titer. Eine Impfung kann so eine falsche Sicherheit vortäuschen.
  • Impfungen können Nebenwirkungen haben. Diese sollten bei der Impfentscheidung berücksichtigt werden.
  • Aktivimpfung mit Immunglobulinen: Es besteht ein relativ hohes Risiko einer anaphylaktischen Reaktion (bedrohliches Kreislaufversagen). Sie sollte auch nicht vor Abschluss der Nervenreifung gemacht werden. (4. Lebensjahr).

Näheres zur Tetanusimpfung und Impfungen siehe auch:

Zwei interessante Aussagen zur Tetanusimpfung


Prof. Dr. Julius Hackethal (Chirurg)

„Seit mindestens 30 Jahren habe ich mit der allgemeinen Empfehlung gebrochen, bei jeder offenen Verletzung gegen Tetanus zu impfen, auch zu einer Zeit, als ich noch Durchgangsarzt war. Fast nie wollten die Patienten die Impfung, nachdem ich meine Bedenken geäussert hatte. Es ist mir kein einziger Fall von Wundstarrkrampf-Erkrankung bekannt geworden.“ Und an anderer Stelle: „An der Häufigkeit von Bagatellverletzungen und ihrer Verunreinigung mit Tetanusbazillen gemessen, müsste die Mensch- und Tierheit längst durch Tetanus ausgestorben sein.“

Auch der weltweit angesehene amerikanische Kinderarzt Dr. Robert Mendelsohn äussert sich ähnlich:

„In zunehmendem Masse wird jetzt erkannt, dass niemals eine kontrollierte wissenschaftliche Studie durchgeführt wurde, die die Sicherheit und Wirksamkeit des Tetanus-Impfstoffes unter Beweis stellt.“

Behandlung Schulmedizin

Wundpflege und Prophylaxe

  • Bei tiefen Stichverletzungen suchen Sie bitte einen Arzt auf (rostiger Nagel).
  • Wunde gut bluten lassen. Eine nicht blutende, verklebte Wunde ist so lange zu drücken, bis etwas Blut austritt.
  • Groben Schmutz entfernen.
  • Wunde unter lauwarmem Wasser oder mit lauwarmer Kochsalzlösung reinigen.
  • Wunddesinfektion mit Betaisodona (Flüssigseife), bei tiefer Wunde richtig reinpressen, bis die sie richtig aus der Wunde quillt.
  • Teilweise abgelöste Haut soll man nicht wieder auf die Wunde zurücklegen, sondern vorsichtig entfernen.

Tetanus

  • Gegen das bereits wirksame Tetanusgift gibt es noch keine Therapie. Die Toxinbildung muss deshalb durch eine Wundversorgung und einer Passiv-Impfung mit Immunglobulinen (Antikörper) verringert werden. Bei der Wundversorgung wird das Wundgebiet ausgeschnitten um Sauerstoff in die Wund zu bringen. Durch das Immunglobulin wird das Gift, welches noch nicht in den Nervenzellen aufgenommen worden ist neutralisiert ( anaphylaktischen Schockreaktion auf die Immunglobuline sind möglich).
  • Lagerung des Patienten in einem abgedunkelten, ruhigen Raum.
  • Medikamente gegen die Übererregbarkeit der Muskeln.
  • Gegen die Muskelkrämpfe gibt man Muskelrelaxantien (Muskelspannung herabsetzende Mittel)
  • Die Patienten müssen gegebenenfalls in ein künstliches Koma versetzt und künstlich beatmet werden.