Verbrennungen

Verbrennungen


siehe auch: Sonnenbrand

Durch eine Verbrennung kommt es zur Zerstörung von Körperzellen, durch Austritt von Blutplasma ins Gewebe zur Blasenbildung. Bei ausgedehnten Verbrennungen verliert der Körper Körperflüssigkeit und Mineralien, dies kann zu einem Schockzustand führen. Über die offene Wunde besteht Infektionsgefahr. Die Gefährlichkeit einer Verbrennung hängt von der Grösse der Wunde und vom Verbrennungsgrad ab. Oberflächliche Verbrennen heilen in der Regel gut.

Bedrohlich sind Verbrennungen, wenn 5 – 10 % der Körperoberfläche betroffen ist (Kinder), bei Erwachsenen sind es 15 – 20 % der Körperoberfläche. Faustregel: Kopf und Arm nehmen je 9 % der Körperoberfläche ein, ein Bein 18 %, der gesamte Rumpf (Vorder- und Rückseite) 36 %. Bei tieferen Verletzungen kommt es zu Narbenbildungen.

Verbrennungen werden nach Schweregraden eingeteilt:

  • Grad 1:
    Mässiger Sonnenbrand, leichte Verbrennung oder Verbrühung ohne Hautzerstörung
    Symptome: Rötung, Schmerzen
  • Grad 2:
    Kleinflächige Verbrennung
    Symptome: Blasenbildung (nie öffnen weil eine Infektion begünstigt wird).
  • Grad 3 und 4:
    Durch die Zerstörung von Nerven sind die Schmerzen am Anfang weit weniger intensiv als im Stadium 1 und Stadium 2.
    Symptome: Hautzerstörung und Verkohlung

Ursachen

  • Sonneneinstrahlung,  Feuer, Heisse Flüssigkeiten, Dampf, Strom, ätzende Chemikalien

Tipps bei Verbrennungen


Erste Hilfe

  • Bei Brandverletzungen wird in der klassischen Schulmedizin KÜHLUNG empfohlen.
    Betroffene Extremität in kaltes Wasser, oder unter kalten Wasserstrahl halten, bis der Schmerz aufhört.
  • Wunde zumindest mit kalten Auflagen kühlen, welche alle paar Minuten gewechselt werden.
  • Vergeuden Sie auch keine Zeit, indem Sie zuerst die Kleidung ausziehen.

Aus Sicht der Homöopathie ist Kühlung falsch. Bei Kühlung reagiert der Körper mit zusätzlicher Wärmeproduktion, der Brennschmerz verstärkt sich immer wieder, sobald mit dem Kühlen aufgehört wird. Deshalb ist auch eine sehr lange Kühlung notwendig. Durch die Kühlung werden zwar Nerven vorübergehend betäubt, der Selbstheilungsmechanismus des Körpers wird dadurch aber verzögert, Entzündungen treten dadurch leichter auf.

In der Homöopathie hat sich folgendes bewährt:

  • Zuführung von WÄRME
    (Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt)
    Finger kurz in warmes bis heisses Wasser tauchen, kurz durch Kerzenflamme ziehen, kurz in Nähe des Bügeleisens oder Herdplatte halten. Durch den Wärmereiz wird der Verbrennungsschmerz gewissermassen überdeckt. Der Reiz genügt, um die Selbstheilungskraft anzuregen.
    Probieren Sie es aus, Sie werden erstaunt sein, der Schmerz ist innert Sekunden weg, es kommt zu keiner Blasenbildung! Dieses Heilprinzip kennen wir übrigens auch bei Erfrierungen.
  • Ist Ihnen diese Methode zu unsympathisch: Abtupfen, Umschläge, Bad mit warmem Essig lindert den Schmerz sofort, einer Blasenbildung wird vorgebeugt.
  • Etwas für „heroische Menschen“: Finger mit Alkohol (Schnaps, Brennsprit, usw.) übergiessen oder baden. Der Schmerz verstärkt sich für einige Sekunden, danach tritt  aber sofort eine Kühlung, bzw. Schmerzfreiheit ein. Achtung: Bei Kindern kaum durchführbar, weil sie durch die Schmerzen stark leiden.

Behandlung der verschiedensten Verbrennungsgrade


Leichte Verbrennung, Sonnenbrand,
Verbrennung 1. und 2. Grad

  • Kompresse mit Essig tränken oder Bad mit erwärmtem Essig
  • Steriles Tuch oder Kompresse mit 70% Alkohol, möglichst heiss tränken (brennt am Anfang), auf Wunde legen, wiederholen bis Schmerzfreiheit eintritt. (Notfalls geht auch Brennsprit, Rum, Schnaps, Weingeist). Danach Verband entfernen.
  • Essigsaure Tonerde
  • Hypericumöl einstreichen
  • Salbenkompresse: Calendulasalbe auf eine sterile Kompresse geben
  • Aloe vera einstreichen
  • Steriler Verband (oder mit sterilem Tuch abdecken)

Verbrennung 3. Grad

  • Erste Hilfe wie oben beschrieben, steril abdecken und Arzt aufsuchen
  • Mineralsalzhaltige Flüssigkeit zu trinken geben: z.B. Wasser-Fruchtsaft-Mischung mit einer Prise Salz

Verbrennungswunde feucht halten

  • Calendula-Tinktur: 1 TL auf eine Tasse warmes (abgekochtes) Wasser. Tupfer damit tränken, Wundverband machen; Verband immer wieder erneuern.
  • Hypericum-Tinktur(Anwendung wie Calendula-Tinktur): Zum Baden für die Schmerzen oder als feuchter Verband für die Gewebserneuerung zu fördern.

Zur Heilungsförderung

  • Calendulasalbe oder Calendula-Lösung
  • Johannisöl
  • Urtica urens-Tinktur (halber TL auf 1 Tasse Wasser) für Kompresse. Lindert die Schmerzen, heilend. Bei älteren Verbrennungen die jucken und stechen.

Wenn keine Behandlung möglich ist

Watte oder ein Stück Baumwollstoff verbrennen und verkohlen lassen. Asche mit Öl/Olivenöl zu einer Paste verarbeiten. Auf Wunde auftragen. Kein zusätzlicher Verband (höchstens eine leichte, dünne, vor allem durchlässige Abdeckung). Die sich rasch bildende Kruste darf nicht entfernt werden, sie fällt später von alleine ab. Es hat sich gezeigt, dass selbst bei Verbrennungen im 3. und 4. Grad keine Narben gebildet wurden.

Diese Methode wird vor allem in Indien mit gutem Erfolg praktiziert.

Behandlung Klassische Homöopathie


Es gibt verschiedenste homöopathische Arzneien, welche ausgezeichnet auf derartige Zustände passen, insbesondere wenn die Schocksituation (körperlich und seelisch) am Anfang behandelt werden muss.

Homöopathie nimmt innert Minuten den Schmerz, verhindert eine Blasenbildung, fördert die Wundheilung, verhindert Infektionen, heilt aber auch Gangrän, Sepsis und  überschiessende Reaktionen wie Keloide (Wulstnarben). Bei den Keloiden ist sogar noch Jahren eine Verbesserung zu erwarten.