Windel-Ausschlag

siehe auch: Soor

Im Po-Bereich kann es durch Urin, Stuhl oder Wärmestau zu Hautreizungen kommen. Bei einer Windel-Dermatitis sind meist auch Candida-Pilze beteiligt (Soor).

Die Haut beginnt sich zu schuppen, ist gerötet, geschwollen, es kommt zu Bläschen, Pusteln die Nässen, Krusten. Der Ausschlag kann sich vom Gesäss Richtung Genitalien, Unterbauch, Oberschenkelinnenseite ausbreiten. Bei schwerem Befall gehen die Bläschen auf und bluten.

Ursachen

  • Zu seltener Windelwechsel (besonders während dem Zahnen).
  • Saurer Stuhl
  • Bakterielle Superinfektion, Pilzinfektion
  • Bei chronischem Wundsein kann die Ursache eine anlagebedingte Schwäche des Verdauungstraktes sein, der oft eine Besiedelung mit Hefepilzen vom Mund bis zum After zugrunde liegt.
  • Ungünstige Ernährung (Mutter sollte Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte meiden wenn sie stillt).
  • Waschmittelrückstände in Stoffwindeln
  • Luftabschluss durch Plastik- od. Gummihöschen
  • Allergien (z.B. auf Pflegeprodukte, Windeln, Waschmittel)
  • Abwehrschwäche
  • Antibiotika (auch via Muttermilch, Nahrung)
  • Impfungen

Symptome

  • Der Windelbereich ist stark gerötet, vor allem die Hautfalten. Die Haut kann einreissen oder sich etwas abschälen, manchmal entwickeln sich kleine Knötchen oder wunde Stellen. Berührungen im entzündeten Bereich sind schmerzhaft.
  • Ausschlag, der sich vom Gesäss in Richtung Genitalien und Oberschenkelinnenseite ausbreitet. In schweren Fälle gehen die Bläschen des Ausschlags auf und beginnen zu bluten.
  • Differenzierung „Soor“: Soor erkennt man daran, dass die Haut gerötet ist, schuppt. Im Mundraum kommt es oft zu einem weisslichen Belag. Der Belag sieht aus wie geronnene Milch oder Joghurt, er ist abwischbar. Beim Abwischen kann es leicht bluten. Eine Candida-Infektion kann sich auf den gesamten Magen-Darm-Trakt ausbreiten. Bei Soor können Hautrisse in den Mundwinkeln entstehen. Es besteht Trinkschwäche, Nahrungsverweigerung, Blähungen, Koliken. Der Stuhl riecht nach Hefe.

Behandlung Klassische Homöopathie

Eine Windel-Dermatitis wird entweder akut oder konstitutionell behandelt.

siehe: Milchschorf; Kopfgneis

Windel-Dermatitis wird in der klassischen Homöopathie als Symptom einer inneren Krankheit betrachtet (Immunschwäche).

Leider beobachten wir Homöopathen immer wieder, wie nach Impfungen oder unterdrückenden Behandlungen von Ohrenentzündungen (Antibiotika) und Fieber sich Pilze ausbreiten. So zeigen viele Allergiker einen auffälligen Darmpilzbefall (z.B. Candida albicans). Dieser führt zu Blähungen, Völlegefühl, Jucken am After, Hautpilz, Nagelpilz. Bei älteren Kindern, Erwachsenen kommt es zu Leistungsschwäche. Auffallend ist ein Verlangen nach Süssigkeiten.

Tipps

  • Häufig Windel wechseln, mindestens sechsmaliger Windelwechsel pro Tag
  • Viel Luft und Licht an den Baby-Po. Haut möglichst trocken halten.
  • Po mit lauwarmem Wasser reinigen (evtl. Einmalwaschlappen verwenden, oder unter fliessendem Wasser um jegliches Reiben zu vermeiden), Haut danach vorsichtig trocken tupfen. Sie können zur Reinigung auch mit einem hautneutralen Shampoo, z.B. Sebamed waschen.
  • Generell keine Öltücher oder Babyöl im Po-Bereich verwenden (deren Inhaltsstoffe können die Haut zusätzlich reizen, ausserdem verstopfen sie die Hautporen).
  • Ist die übrige Haut allgemein trocken, können sie Oliven- oder Mandelöl verwenden.
  • Kein Puder verwenden (er verschliesst die Poren, entzieht der Haut Feuchtigkeit, er bildet Krümel, welche die Haut zusätzlich reizen).
  • Babypasten verstopfen die Poren.
  • Babys sollten nicht täglich gebadet werden, der natürliche Säureschutzmantel der Haut wird dadurch geschädigt. 1-2 x Baden in der Woche reicht.
  • 3x täglich einen Calendula-Umschlag machen (Ringelblume). Die Haut wird desinfiziert und die Entzündung wird gelindert. Umschlag: 20 Tropfen Calendula-Tinktur in 0,2 Liter lauwarmes Wasser geben. Ein sauberes Baumwolltuch damit befeuchten und einige Minuten auf die wunden Stellen legen. Danach Haut gut abtrocknen oder an der Luft trocknen lassen.
  • Calendula-Salbe nach dem Reinigen/Waschen auf stark entzündete Stellen auftragen.
  • Möglichst lange stillen (mindestens 6 Monate). Während der Stillzeit: Zuckerarme Ernährung, wenig Weissmehl, Hefe meiden, ebenso Milch, Fruchtsäfte.
  • Evtl. von Plastikwindeln auf Stoffwindeln wechseln.
  • Bei Flaschennahrung hypoallergene Säuglingsnahrung (HA-Nahrung).
  • Schnuller und Flaschensauger täglich auskochen.
  • Da Soor beim Stillen übertragen werden kann, sollte die Mutter evtl. mitbehandelt werden.

Tipps aus der Naturheilkunde

  • Bei nässendem Ausschlag Eichenrindenbad (Plastikbadewanne verwenden, Eichenrinde färbt die Badewanne braun).
  • Bäder mit Zusätzen wie Kamille (nicht während einer homöopathischen Behandlung), Weizenkleie oder Schafgarbe können bei einer Windeldermatitis schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
  • Geben Sie dem Kind eine Mischung aus Fenchel- und Brennessel-Tee, er neutralisiert die Säure des Urins.
  • Bei Soor und nässenden Stellen: Waschungen mit Essigwasser und Heilerde-Packungen. Die Heilerde kann über Nacht auf den betroffenen Stellen bleiben.
  • Propolistinktur
  • Naturjoghurt; Bifidusjoghurt beruhigt die Haut, kühlt angenehm.
  • Calendula-Salbe (aber nicht Calendula-Babysalbe von Weleda, sie enthält leider Zink) wirkt desinfizierend und wundheilend.

Behandlung Schulmedizin

  • Pilzmedikamente
  • Entzündungshemmende Salben
    (Cortison, Antibiotika)
  • Badezusätze
  • Wundsalben mit Zink