NATURHEILKUNDE

Definition „Naturheilkunde“

Lehre von der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten unter Einsatz von naturbelassenen Heilmitteln. Ob in Form von Teekuren, Phytotherapie, Homöopathie, Schröpfen, Lehmwickel, Kneippkuren usw. angewendet, ist allein methodenabhängig.

Unterscheidung „Naturheilkunde“ – „Homöopathie“

Der Begriff „Naturheilkunde“ ist heutzutage ein Sammelbegriff für eine grosse Anzahl von verschiedenen Behandlungsmethoden, die sich sehr voneinander unterscheiden. So können zwei Therapeuten, gleichgültig ob Arzt oder Heilpraktiker, Naturheilkunde betreiben, doch völlig verschiedene Methoden anwenden. In der Naturheilkunde findet man auch Methoden, die Hahnemann auf’s Schärfste verurteilte (sie kosteten manchem Patienten das Leben weil sie so exzessiv angewendet wurden). Diese gehörten damals zum Repertoire der „Schulmedizin“ – es waren die Methoden wie Aderlässe, Schröpfen, Kantariden-Pflaster usw. Heute findet man diese Methoden unter dem Oberbegriff der Naturheilkunde. Behandelt werden dabei Lokalübel, verschreiben wird auf Krankheitsindikationen.

In der Homöopathie erfolgt die Heilung stets von innen nach aussen, der Mensch wird behandelt, und nicht seine Krankheit. Die Homöopathie verwendet auch viele Pflanzen, sie beschränkt sich aber nicht nur darauf. Unterschiedlich ist auch die Herstellung der Arzneimittel, sie werden immer verdünnt und potenziert, verschrieben wird nach dem Ähnlichkeitsgesetz und der Gesamtheit der Symptome, in kleinsten Gaben.

Naturheilmittel während Homöopathie-Behandlung

Bedenken Sie, Naturheilmittel wie Tees, Tinkturen, Bachblüten, Schüsslersalze sind auch Medizin! Wenn sie auch die Eigenschaft „natürlich“ haben – können sie Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, Krankheits-Symptome unterdrücken und homöopathische Arzneimittel in ihrer Wirkung behindern.

Wenn Sie bereits in homöopathischer Behandlung sind, sollten Sie zuerst mit ihrem Homöopathen eine allfällige Einnahme, bzw. Anwendung einer anderen Heilmethode absprechen.

Sie sollten in diesem Falle auch keine Kamille, Pfefferminz oder Menthol verwenden (Lutschbonbons, Kaugummis, Zahnpasten, Rheumasalben, Bade- und Inhalationszusätzen, Duftölen usw.).

 

Akute Beschwerden während einer Konstitutionstherapie

Orientieren Sie ihren Homöopathen über Beschwerden wie Schnupfen, Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge, Warzen, Ohrabsonderungen, Ausfluss, vermehrtes Schwitzen, usw.

Jegliche Absonderungen sind ein Zeichen einer Reinigung und Entlastung für den Organismus, sie dürfen keinesfalls „wegbehandelt“ werden. Eine solche Reaktion ist eine Heilreaktion, dasselbe geschieht auch, wenn alte Beschwerden sich für einige Stunden oder Tage wieder „melden“ (z.B. Ohrenschmerzen, Blasenbeschwerden, usw.). Ein Homöopath wird auch beurteilen, ob es eine Erstverschlimmerung ist oder ob es sich nicht evtl. um eine Arzneimittelprüfung handelt.

Die folgenden Ratschläge können sehr hilfreich sein, um akute Beschwerden zu lindern und deren Heilung zu fördern. Nicht jede akute Störung muss aber sofort behandelt werden. Manchmal ist es geschickter, wenn man mal etwas abwartet und auf die eigenen Selbstheilungskräfte vertraut.

Naturheilkundliche Selbstbehandlungen

Bitte beachten Sie die speziellen Hinweise, ob eine Beschwerde für die Selbstbehandlung geeignet ist oder nicht. Wenn bei der Selbstbehandlung nicht innert Stunden, Tagen eine Besserung eintritt (je nach Beschwerde) empfiehlt sich eine medizinische Abklärung.

Bei Säuglingen, Kleinkindern und geschwächten Personen ist besondere Vorsicht geboten.

Welche Anwendungen oder welche Medikamente während einer Konstitutionsbehandlung erlaubt sind

siehe unter:

Patienten-Merkblätter
siehe Merkblatt „Welche Medikamente sind erlaubt
?“

Hausmittel


Die aufgeführten Beispiele von Hausmittel-Anwendungen sind bewährt. Bitte beachten Sie, dass der Körper nicht mit zu vielen Reizen und Anwendungen „konfrontiert“ werden sollte, weniger ist auch hier mehr!

Weitere Informationen über die Anwendung der nachstehenden Hausmittel erhalten Sie über das Merkblatt „Erste Hilfe bei akuten Krankheiten“ (download):

Patienten-Merkblätter

Einige Beispiele aus dem Bereich der bewährten Hausmittel

  • Ansteigendes Vollbad
  • Absteigendes Vollbad
  • Fussbäder
  • Aufsteigendes Fussbad
  • Dampfbäder (Inhalationen)
  • Heilnahrung
  • Isotonische Lösung (Elektrolytlösung)
  • Physiologische Kochsalzlösung
  • Tee
  • Verschiedene Wickel