Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
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Hirnerschütterung
Hirnerschütterung (Commotio cerebri)
Eine Hirnerschütterung ist die mildeste Form
eines Schädel-Hirn-Traumas. Hervorgerufen wird eine
Hirnerschütterung durch äussere Gewalteinwirkung (Sturz,
Schlag auf den Kopf). Als Folge davon kommt es zu Symptomen wie Übelkeit,
Erbrechen, Schwindel, Lichtscheu und Kopfweh. Es gibt verschiedene
Schweregrade. Im Normalfall ist kein bleibender
Schaden zu erwarten. Die Rückbildung der Symptome bei Gehirnerschütterung
kann Tage bis Wochen betragen.
Patienten mit einer Hirnerschütterung sollten einen Tag überwacht
werden. Je länger die Bewusstlosigkeit dauert, desto höher
ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Hirngewebe Schaden genommen hat. Eine
Raum fordernde Blutung im Gehirn kann zu Quetschungen von Gehirnteilen führen
und damit lebenswichtige Funktionen beinträchtigen, z.B. das Atemzentrum.
Dies kann im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Blutungen können
sich langsam entwickeln, und erst nach Stunden bis Tagen zu Symptomen führen.
Röntgentechnisch können „langsame“ Blutungen erst nach
24 Stunden sicher ausgeschlossen werden. Verdacht erregt das Auftreten
von Benommenheit, zunehmende Kopfschmerzen, Verwirrung.
Folgeerkrankungen
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In seltenen Fällen kann es nach Wochen, Monaten zu einem postkommotionellen
Syndrom kommen: Kopfschmerzen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen,
Sehstörungen, verstärkte Licht- und Geräuschempfindlichkeit,
depressive Verstimmungen, Angst, Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen,
Müdigkeit, Reizbarkeit (Wesens-/ Verhaltensveränderungen).
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Migräne
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Manchmal tritt bei einer Gehirnerschütterung nach Wochen ein Bluterguss
unter der harten Gehirnhaut auf. Anfällig für diese
sogenannte subdurales Hämatom sind besonders ältere
Menschen, Menschen mit Blutgerinnungsstörungen und Alkoholiker.
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Wenn die Verspannungen im Nackenbereich weiterbestehen, oder stärker
werden, könnte die Halswirbelsäule in Mitleidenschaft gezogen
worden sein (Schleudertrauma).
Symptome
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Hautblässe
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Kurze Bewusstlosigkeit (für Sekunden, Minuten bis zu einer
Viertelstunde). Wenn die Bewusstlosigkeit länger als eine
Viertelstunde und die Verwirrtheit länger als eine Stunde dauert,
die Verwirrung gar zunimmt, handelt es sich um eine ernsthaftere Verletzung
(Verdacht einer Gehirnblutung, Hirnquetschung).
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Leichte bis mässige Kopfschmerzen
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Schwindel
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Übelkeit
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Erbrechen (Erbrechen und Kopfschmerzen können aber
auch völlig fehlen).
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Verwirrtheit (Fragen nach Datum, Wochentag, Namen oder
dem Ort können nicht mehr oder nur mit Schwierigkeiten beantwortet
werden).
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Erinnerungslücken (Amnesie) für den Zeitbereich vom
Unfall bis maximal eine Stunde danach
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Sprach- oder Gangstörungen
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Starke Müdigkeit, Schläfrigkeit
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Geräusch- und/ oder Lichtüberempfindlichkeit
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Ungleichgrosse Pupillen
Verständigen Sie Sanität/Notruf bei folgenden Symptomen
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Bei Bewusstlosigkeit mehr als einige Minuten (Blutungen
und Schwellungen im Bereich des Gehirns führen zu einer Druckerhöhung
im Schädelinnern. Durch Druck auf das Atemzentrum kann es zu Bewusstlosigkeit
und im schlimmsten Fall zu einem Atemstillstand kommen).
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Wenn die Orientierung nicht in Ordnung ist, oder Verunfallte zunehmend
verwirrter wird.
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Bei Benommenheit, Schläfrigkeit
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Bei Blutungen aus Ohr, Nase, Mund oder wenn milchig trübe Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit
aus der Nase austritt.
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Wenn der Verunfallte mehr als einmal erbricht.
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Wenn Sprach- und Gangstörungen auftreten.
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Bei unregelmässige Atmung.
Erste Hilfe
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Ruhe bewahren
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Sprechen Sie den Verletzten an: Reagiert er auf die Ansprache?
Antwortet er? Weiss er was eben passiert ist, welcher Tag heute ist? Kann
er auf Ihre Aufforderung Ihre Hände drücken, die Zunge herausstrecken?
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Bei wachem Zustand, am besten erst einmal flach (bei Schock) oder
mit leicht erhöhtem Oberkörper lagern (Unfallschock
und die Schmerzen sind sehr Kreislauf belastend). Den Verunfallten beobachten,
nicht alleine lassen. Zudecken, um eine Auskühlung zu verhindern.
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Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlagerung (bei Erbrechen
besteht die Gefahr des Erstickens).
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Wenn der Verunfallte nach wenigen Minuten nicht wieder zu sich
kommt rufen Sie auch die Ambulanz. Dies gilt auch, wenn der Patient
zwar wach, aber schläfrig und dämmrig wird.
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Überprüfen sie, ob beide Pupillen gleich gross sind. Bewegt man
einen Finger vor den Augen des Verletzten langsam hin und her, so müssen
die Augen der Bewegung folgen können.
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Nach Stürzen auf den Kopf sollte man den Verunfallten 24
beobachten (lassen). Der Arzt/ die Klinik überprüft das Bewusstsein,
Kreislauf und Pupillenreaktion in regelmässigen Abständen, um
sicher zu gehen, dass sich der Zustand nicht verschlechtert.
Tipps
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Bei einer schwereren Hirnerschütterung 24 Stunden Nachbeobachtung
im Krankenhaus. Dabei werden regelmässig Bewusstsein, Puls, Blutdruck
und Pupillenreaktion kontrolliert.
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Haben Sie aus irgendeinem Grund keine Möglichkeit, den Verunfallten
im Spital überwachen zu lassen, prüfen Sie ständig (alle halbe
bis eine Stunde) den Wachheitszustand. So sollten Sie in der Nacht während
des Schlafes überprüfen, ob der Patient reagiert. Eine allfällige
Bewusstlosigkeit durch eine Hirndrucksteigerung lässt sich sonst im
Schlaf nicht feststellen. Wollen Sie den Patienten nicht ständig aus
dem Heilschlaf wecken, prüfen Sie den Muskeltonus. Im Schlaf besteht
immer eine gewisse Spannung des Körpers, bei Bewusstlosigkeit fehlt
diese Spannung. Bei fehlender Spannung, versuchen Sie die Person zu wecken,
gelingt dies nicht: Lagern Sie sie in stabile Seitenlage und alarmieren Sie
sofort Sanität/Notarzt.
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Nach der Spitalentlassung sollte zu Hause während mehrer Tage die
Beobachtung weiter gewährleistet sein.
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Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit: Bettruhe, Reizabschirmung
(kein Fernsehen, Lesen).
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Beschwerdefreie Personen, die weder Anzeichen einer tieferen Kopfverletzung
noch längere Bewusstslosigleit oder Gedächtnislücken erkennen
lassen, sollten sich nach dem Unfallereignis für einige Tage körperlich
schonen (kein Sport). Sonne und Hitze meiden.
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Prävention: Autogurten benützen, Kindersitz im Auto, Fahrradhelm
tragen! Auf dem Kinderspielplatz Rasen oder weicher Bodenbelag auf dem Kinderspielplatz
(Klettergerüst, Schaukel). Ausrutschfallen im Haus eliminieren.
Behandlung Schulmedizin
Diagnose
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Bei längerer Bewusstlosigkeit und abhängig vom Unfallhergang:
Röntgen
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Hirnstrommessung (EEG)
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Eine Kernspin-Tomografie wird zur Diagnose einer Gehirnerschütterung
erst notwendig, wenn das CT-Bild unauffällig war, der Verletzte
aber über Beschwerden klagt oder die neurologische Untersuchung
Gehirnschäden vermuten lässt.
Behandlung
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Gegen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen: Symptomatische
Behandlung, z.B. Schmerzmittel mit Paracetamol, usw.
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Antidepressiva bei postkommotionellen Syndrom.
Klassische Homöopathie
Zum Glück verlaufen die meisten Unfälle ohne Folgen, ausser das
vielleicht eine Schwellung/ Beule und ein Bluterguss noch für Tage an
das Ereignis erinnern.
Die Meinung, dass Homöopathie nur etwas für chronische Krankheiten
ist, ist auch heute noch weit verbreitet. Bei akuten Krankheiten sei deren Wirkung
halt zu langsam, so wird argumentiert. Dies widerspricht völlig dem homöopathischen
Praxisalltag. Gerade im Akuten zeigen homöopathische Arzneimittel ein grosses
Potential! Durch die wenigen Symptome ist die Arzneibestimmung sogar einfacher,
als bei einer Konstitutionsbehandlung. Ein Homöopath behandelt deshalb durchaus
auch Verletzungsfolgen wie Hirnerschütterung. Je schneller die Behandlung
eingeleitet wird (in den ersten Minuten, Stunden), umso weniger intensiv sind
die Folgen.
Homöopathische Arzneien helfen sehr schnell bei Unfall-Schock, Schmerz und
Blutung. Da bei Unfällen im familiären Umkreis auch meist die Mitbeteiligten „unter
Schock“ stehen, und dadurch das richtige Arzneimittel aus der Hausapotheke
schwer zu wählen ist, rate ich meinen Patienten sich lieber bei mir zu melden.
In vielen Ratgebern steht Arnika als Erstmittel bei einer Hirnerschütterung.
Dies mag stimmen, aber nicht immer ist Arnika angesagt. Es stehen noch viele
gute Arzneien zur Verfügung, die aber nach Krankheitssymptomen und Krankheitszustand
verschrieben werden. Wenn das Mittel nicht stimmt, kann ein falsch „gesetzter
Heil-Reiz“, bzw. ein falsch gewähltes Arzneimittel den Körper „verwirren“ und
somit schwächen. Ausserdem geht wertvolle Zeit verloren.
Oft sehe ich die Betroffenen erst, nachdem sie schon mal selber homöopathische
Arzneien zu sich genommen haben, oder wenn bereits Folgeschäden einer Hirnerschütterung
aufgetreten sind (chronische Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Schwindel,
Schleudertrauma, Wetterfühligkeit, usw.). Eigentlich schade, denn je früher
die Behandlung beginnt, umso weniger ausgeprägt sind die Unfall-Folgen.
Eine homöopathische Behandlung empfiehlt sich
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unmittelbar nach dem Unfallereignis,
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bei Blutungen, Nachblutungen (äusserlich und innerlich), bis hin
zu Hirndruckzeichen,
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bei Übelkeit,
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bei Schwindel,
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Schleudertrauma
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Gleichgewichtsstörungen
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Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
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Kopfschmerzen
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Halswirbelsäulenbeschwerden (Schleudertrauma)
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Psychischen Veränderungen (Reizbarkeit, usw.)
Jeder Mensch reagiert anders auf einen Unfall, die Symptome sind daher
von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zwar haben viele Menschen Übelkeit
und Kopfschmerzen nach einer Gehirnerschütterung. Aber wie sich die
Kopfschmerzen ausdrücken, wann und wo, usw., dies ist individuell. Deshalb
gehört bei einer Gehirnerschütterung, bzw. bei deren Folgebeschwerden
immer eine ausführliche Anamnese zur Arzneimittelbestimmung.
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