Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
|
|
Muskelkater
Muskelkater
Siehe
auch: Muskelschmerzen,
Muskelverletzungen
Ein Muskelkater ist harmlos, aber eine sehr unangenehme und schmerzhafte
Angelegenheit. Unsere Körpermuskeln können zwar enorme Kräfte
aushalten, aber ungewohnte Bewegungsabläufe oder lange, starke
Belastungen (Sport, Gartenarbeit) können zu vorübergehenden
schmerzhaften Ermüdung der Muskulatur führen. Die Schmerzen
treten typischerweise nach 12 bis 24 Stunden ein. Die Muskeln schwellen
an, werden steif, hart, kraftlos. Die Schmerzen erreichen ca. 3 Tage
nach der ursächlichen Betätigung ihren Höhepunkt. Da
anfänglich noch kein Schmerz auftritt, ist anzunehmen, dass es
sich um einen Entzündungsschmerz handelt.
Ursache
-
Ungewohnte Bewegungen, besonders starke Belastungen. Es kommt zu
einer Anreicherung von Stoffwechselprodukten im Muskelgewebe (Muskelfasern)
und zu feinsten Muskelfaserrissen. Dies führt
zu einer Entzündung mit Eindringen von Wasser (Ödembildung).
Die Muskelfasern schwellen dadurch an, was zu einem Dehnungsschmerz
führt.
-
Epileptische Krämpfe
Tipps
-
Die sportlichen Leistungen langsam aufbauen.
-
Evtl. durchblutungsfördernde Öle vor dem Sport verwenden
(Johannisöl; Arnika; Wacholder; Rosmarin, usw.).
-
Nach dem Training langsam auslaufen und mit Dehnübungen den
Muskeltonus wieder senken.
-
Kneippen nach dem Sport (Wechselduschen 3 Min. warm, 20 Sek. kalt)
oder Saunagang.
-
Leichte Massage. Zu starke Massagen stellen eine zusätzliche
mechanische Irritation der bereits lädierten Muskeln dar und
verzögern somit den Heilungsprozess.
-
Bei sehr starken Schmerzen: leichtes Schmerzmittel.
-
Entspannungsbad mit Rosmarin, Fichtennadeln. Wärme und Heilpflanzen
regen die Durchblutung an.
-
Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn die Schmerzen nach einigen Tagen
nicht weniger werden.
-
Während der Ausheilungsphase des Muskelkaters braucht die
Muskulatur Erholung. Leichte Bewegung ist jedoch für die Heilung
fördernd, weil eine bessere Durchblutung stattfindet. Beim
Vorliegen einer echten Muskelverletzung sollte hingegen eine Ruhepause
eingelegt werden.
Schulmedizinische Behandlung
-
Schmerzmittel
-
Schmerzlindernde Salben, Gels (Kampfer, Menthol stören eine
homöopathische Behandlung).
-
Magnesium (Krämpfe)
-
Ruhe und Schonung bei akuten Schmerzen.
-
Kälte- oder Wärme-Anwendungen (Wärme ist bei einer
Entzündung kontraproduktiv).
-
Bewegung, regelmässige sportliche Betätigung stärkt
die Muskulatur
Tipps aus der Naturheilkunde
-
Wärme beugt dem Muskelkater am nächsten Tag vor, z.B.
heiss Duschen, Sauna. Dies gilt ebenso für kalte Anwendungen
(Kneippen).
-
Wenn der Muskelkater da ist: warme Auflagen, ein warmes Bad machen.
-
Sanfte Massage mit Johannisöl (Vorsicht mit Sonnenbestrahlung), Rosmarin-
oder Lavendelöl.
-
Einreiben mit einer Salbe, z.B. Arnika, Beinwell/Wallwurz (Symphitum).
-
Arnika, äusserlich mit Umschlägen (1 TL Blüten mit ¼ l
kochendem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen; oder 1
EL Tinktur mit ¼ l Wasser verdünnen). Vorsicht: Arnika
nie auf offene Wunden geben.
-
Heublumen-Wickel oder ein Heublumenbad.
-
Warme Wickel/Kompressen (Wasser; Salzwasser; Kartoffeln; Kohl;
Leinsamen).
-
Kalte Kompressen auflegen.
-
Magnesium (löst Verspannungen, wirkt entkrampfend)
-
Calcium (tiefe Calciumwerte erhöhen die Empfindlichkeit der
Muskulatur).
-
Vitamin E (schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung).
-
Vitamin C bei Entzündungen; Vitamin B 12, Vitamin E bei Muskelschwäche.
Behandlung Klassische Homöopathie
In der Homöopathie behandelt man Muskelkater mit sogenannten
Verletzungsmitteln. Es wird in der Regel nur ein einziges Mittel
eingenommen. Bei der Auswahl der Symptome zur Mittelbestimmung werden
die akuten Symptome und das Allgemeinbefinden berücksichtigt.
Wichtig sind auch die Modalitäten,
sie geben Auskunft darüber, was sich in welcher Situation an der
Beschwerde bessert oder verschlimmert. Somit kommt auch nicht bei jedem
Patienten dieselbe Arznei in Frage. Bei einem Betroffenen wird der
Muskelschmerz schlimmer durch Berührung, beim anderen hingegen
bessert sich der Schmerz ausgerechnet beim Liegen (Druck) auf der betroffenen
Körperstelle. Auch wie sich der Schmerz äussert, ist unterschiedlich.
Ich stelle Ihnen daher bei einer Behandlung von Muskelkater einige
Fragen.
-
Welche Muskeln schmerzen?
-
Gibt es Auslöser, Stress, Belastungen?
-
Wie würden Sie Ihren Schmerz beschreiben?
-
Gibt es Krämpfe? Wann, wo?
-
Was verschlimmert die Schmerzen? Was hilft, Wärme oder Kälte,
Ruhe oder Bewegung?
-
Sind die Schmerzen morgens oder abends schlimmer?
-
Erwachen Sie nachts wegen der Beschwerden?
-
Sind Ihre Muskeln druckempfindlich?
-
Wie ist Ihr Allgemeinbefinden?
-
Wie gehen Sie mit den Schmerzen um, was lösen die bei Ihnen
aus?
-
Gibt es Begleitsymptome?
-
usw.
In verschiedenen Ratgebern findet man immer wieder den Hinweis, bei
Muskelkater Arnica zu verwenden. Schade, Arnica mag unter Umständen
passen (wenn Arnika-Symptome vorhanden sind), wenn jedoch andere Symptome
für die Wahl eines anderen Arzneimittels sprechen, geht kostbare
Zeit verloren, ohne dass eine Wirkung des Mittels eintritt. Ich empfehle
Ihnen daher, sich anhand von Fachliteratur schlau zu machen oder eben,
Ihren Homöopathen aufzusuchen.

|
|