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Muskelverletzungen

Muskelverletzungen


Siehe auch: Blutergüsse, Muskelkater; Fibromyalgie/Weichteil-Rheuma; Muskelzerrung; Rheuma; Rückenschmerzen; Sehnenverletzungen; Sportverletzungen


Eine ungewohnte körperliche Anstrengung, eine falsche Bewegung, ein Sturz, ein Schlag (Prellung) und es ist passiert, es zieht, es sticht, der Muskel wird steinhart, verfärbt sich blau. Eine Muskelverletzung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie reicht vom harmlosen (aber schmerzhaften) Muskelkater, Muskelprellung, Muskelfaserriss bis hin zu einem Muskelriss. Muskelverletzungen heilen meistens ohne Folgen aus, leider werden sie aber auch oft unterschätzt. Bei zu früher Belastung und falscher Behandlung, kann es zu Narbenbildungen und Kalkeinlagerungen mit anschliessender Funktionseinschränkung kommen.

Ursachen

  • Ungenügendes Aufwärmen der Muskulatur, unzureichendes Training

  • Übermüdung, Überbelastung

  • Plötzliche extreme Muskelanspannung

  • Gewalteinwirkung auf den Muskel (Schlag/Prellung, Sturz)

  • Muskelunterkühlung

  • Vorschädigung (Narben durch frühere Muskelverletzung, Muskelverkürzung, Anabolika)


Muskelkater


Die Schmerzen im betroffenen Muskel treten nach starker körperlicher Belastung auf. Früher nahm man an, dass Milchsäure zum Muskelkater führt, neuere Untersuchungen zeigen, dass winzige Risse in den Muskelfasern zu Entzündungsprozessen mit Wassereinlagerungen ins Gewebe Ursache sind. Die betroffene Muskelpartie schwillt an und macht sich durch Dehnungsschmerzen bemerkbar. 

Siehe: Muskelkater 


Muskelprellung


Durch äussere Gewalteinwirkung (Sturz, Schlag) kommt es zu einem Hämatom (Bluterguss).

Siehe: Prellung (in Bearbeitung) 

Muskelzerrung / Muskelfaserriss / Muskelriss


Diese drei Krankheitsbilder stellen unterschiedliche Grade einer Muskelverletzung dar.

  • Muskelzerrung: Überdehnung eines Muskels

  • Muskelfaserriss: Es kommt durch eine Muskelüberlastung zu kleinsten Rissen in Muskelfaserbündeln

  • Muskelriss: Reissen eines Muskel

Symptome Muskelverletzungen

Die Symptome sind vom Schweregrad der Verletzung abhängig. Es kommt zur Bewegungseinschränkung,  Druck-, Dehn- und Anspannungsschmerzen. Der Muskel ist geschwollen (oberhalb oder unterhalb der Verletzung). Es kann zur Bildung eines Hämatoms (Bluterguss) kommen. Kleinere Dellen weisen auf einen Muskelfaserriss, grössere auf einen Muskelriss hin.

  • Muskelkater: Stunden nach der körperlichen Betätigung sind die betroffenen Muskelpartien eingeschränkt beweglich, schmerzen, die Muskelkraft ist eingeschränkt. Nach spätestens einer Woche ist der Muskel wieder voll funktionsfähig.

  • Muskelprellung: Es werden Haut- und Muskelgewebe gegeneinander gepresst, kleine Blutgefässe zerreissen, es bildet sich ein Bluterguss (Hämatom). Kommt es zu einem Bluterguss in den einzelnen Muskelfasern oder unter der sogenannten Muskelfaszie (Umhüllung der Muskeln), kann dass Blut nur schlecht vom Körper abgebaut werden. Dadurch kommt es zu starken Schmerzen (die Schmerzen halten länger an, als wenn es zu einer Hautprellung gekommen ist). Zusätzlich kann sich ein leichtes Taubheitsgefühl im betroffenen Gebiet einstellen. Es kommt auch zu einer Schwellung und Verhärtung des Muskels. Die Beweglichkeit der betroffenen Extremität ist eingeschränkt. Blutergüsse können sich in Muskelgewebe auch abkapseln, die Muskelfasern entzünden sich dabei. Das Gebiet ist übererwärmt und hochrot. Wird ein abgekapselter Bluterguss nicht operativ entfernt, kann es zu Kalkablagerungen kommen.

  • Muskelfaserriss: Es tritt sofort ein stechender Schmerz ein, der Muskel kann nicht mehr betätigt werden. Bei grösseren Muskelfaserrissen werden Dellen im Muskel sichtbar. Charakteristisch ist, in Ruhe lässt der Schmerz meist nach. Es kann auch zu Einblutungen in den Muskel kommen. Narben entstehen. Der Muskel ist als Folge weniger dehnungsfähig. Er ist auch anfälliger für neue Verletzungen (Risse, Zerrung, Blutung). Durch zu frühes Training, zu frühe Massage kann es zu chronischen Entzündungen, Verknöcherungen, Zystenbildung kommen.

  • Muskelzerrung: Die Schmerzen setzen unmittelbar im überdehnten Muskel ein. Der Muskel ist sofort bewegungsunfähig. Der Schmerz steigert sich krampfartig, wenn Druck auf den Muskel ausgeübt wird oder bei dessen Anspannung. Die Schmerzen und die Bewegungseinschränkung können Tage bis Wochen andauern.

  • Muskelriss: Die Schmerzen treten unverzüglich auf, der Schmerz ist vergleichbar mit dem Muskelfaserriss, jedoch ausgeprägter. Ein Anspannen des Muskels ist unmöglich. Der Muskel zieht sich auf beiden Seiten des Risses zurück, es ist eine Delle sichtbar, oberhalb und unterhalb des Risses ist ein Muskelwulst sichtbar. Im Akutstadium sollte sofort gekühlt werden und ein Kompressionsverband gemacht werden (je näher die Rissenden mittels Verband oder Tape  einander angenähert werden, umso kürzer ist die Narbenbrücke). Der verletzte Muskel braucht Monate um zu genesen, je nach Ort der Verletzung wird operiert. Mögliche Komplikation: „Verknöcherung“ der verletzten Muskulatur (Myositis ossificans), es kommt dabei zu Kalkeinlagerungen.


Tipps


  • Kraft, Ausdauer, Koordination müssen im Sport trainiert werden, dies gilt v.a. für Sportarten wie Fussball, Badmington, Squash wo die Schnellkraft eine Rolle spielt.

  • Aufwärmen vor der sportlichen Betätigung sorgt für eine bessere Durchblutung, die Muskulatur wird elastischer (Aufwärmen, Einlaufen, Dehnen/Stretching) einzelner Muskeln, Bänder).

  • Schutzkleidung (kalte Witterung)

  • Schutzausrüstung (Vorbeugung stumpfer Gewalt)

 Erste Hilfe:

  • Die sportliche Aktivität sofort beenden. Muskel zuerst kühlen, eventuell leicht dehnen.

  • Bei starken Schmerzen: Ruhigstellung, Kühlung für 1-2 Stunden mit Eiswasser-Auflagen/ Kühlpasten/ Cold-Pack. Achtung: Keine direkte Eisanwendung auf der Haut.

  • Bei Blaufärbung (Hämatom) evtl. Kompressionsverband, diesen aber nicht zu eng wickeln.
    Ein Bluterguss tritt nicht immer über der schmerzenden Stelle auf, da er sich gewöhnlich ausdehnt. Eine Schwellung kann auch nach unten wandern, und z.B. eine Knieverletzung vortäuschen.

    Achtung: Eine Blutung kann in einem Muskel nicht ausweichen, dadurch baut sich ein Druck auf, der auf die Nerven und Muskeln schädigend einwirken kann. Symptome: Kribbeln, Ameisenlaufen, Gefühlsstörungen, Schmerzen (oft stehen sie in keinem Ausmass zum Verhältnis der sichtbaren Ausdehnung der Blutung). Vordarm/ Hand, Unterschenkel, Fuss und Psoasmuskel (grosser Lendenmuskel) sind besonders gefährdete Körperstellen.

    Siehe weiter unten: "Klassische Homöopathie"

  • Hochlagerung des betroffenen Gliedes (besonders bei Hämatom, Schwellung).

  • Keine Massage, keine Ultraschallbehandlungen im Akutstadium (Gefahr der Wiedereinblutung).

  • Bei Schmerzen Muskelaktivität vermeiden. 1-2 Wochen sollte der Muskel geschont werden. Leichte aktive Bewegung und leichtes Dehnen (im schmerzfreien Bereich) hilft den Blutabbau zu fördern und Verklebungen zu vermeiden.   

  • Ab 5. Tag erste sanfte aktive Belastung, leichtes Dehnen.

  • Muskelverletzungen brauchen Zeit, bis sie völlig ausgeheilt sind. Ziel der Akutbehandlung muss sein, den Blutaustritt in den Muskel zu stoppen, den Muskel zu entlasten und bei Muskelabriss den Muskel, bzw. dessen Rissenden mittels Verband oder Tape so gut wie möglich einander anzunähern, um eine möglichst kurze Narbenbrücke zu erreichen.

  • Die verletzte Muskulatur heilt unter Bildung von Narbengewebe aus. Dieses ist weniger elastisch, deshalb auch besonders anfällig für weitere Verletzungen (Training deshalb vorsichtig aufbauen).

  • Physiotherapie (Muskelaufbau, zunehmende Belastung). Passive Dehnung und Massagen erst ab der 6. Woche.

  • Entlastende Verbände (z.B. Tapen).


Behandlung Schulmedizin


  • Schmerzmittel, Entzündungshemmer, evtl. Blutgerinnungsfördernde Medikamente.

  • Meist 3-6 Wochen Trainings- und Wettkampfpause.

  • Physiotherapie: Nach der Akutphase Massage der umgebenden Muskulatur zur Tonusminderung.

  • Operation (grosser Muskelriss, eingekapselte Blutung).


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Quarkwickel oder Lehmwickel wirken Abschwellend.

  • Salben: Arnika, Beinwell (Symphytum)

  • Johannisöl einreiben

  • Notfalltropfen unmittelbar nach dem Ereignis

Siehe auch: Blutergüsse; Sportverletzungen;  Muskelschmerzen; Muskelkater; Sehnenverletzungen


Behandlung Klassische Homöopathie


Muskelverletzungen gehören nicht selten zu der wenigst verstandenen Verletzungen, ihre Behandlung wird oft vernachlässigt, Folgeschäden sind deshalb recht häufig. Die häufigsten Komplikationen nach Muskelfaserrissen und Muskelrissen sind Narbenbildungen, Verkalkungen, Muskelverkürzungen, Nervenschädigungen (durch Einblutungen in den Muskel). Der Übergang zwischen elastischen Muskelfasern und nicht elastischem Narbengewebe stellt bei künftigen Verletzungen nicht selten eine Schwachstelle dar (Beispiel Knöchel-, und Achillessehnenverletzungen).

Nicht jeder Mensch reagiert auf eine Verletzung gleich. Deshalb sind Wundheilungsstörungen (vermehrte Narbenbildung), Kalkeinlagerungen einerseits anlagebedingt, andererseits reagiert auch nicht jeder Mensch gleich auf eine zu frühe Therapie oder auf eine zu frühe Belastung. Deshalb wird bei der Anamnese und Arzneimittelbestimmung zwischen den in Frage kommenden Arzneien differenziert und eine Arznei gewählt, die auf den Patienten und seine Symptome passt.

Die klassische Homöopathie hat viele ausgezeichnete Mittel, um unmittelbar nach dem Unfallereignis einzugreifen. Ziel der Behandlung ist es: Die Bildung eines Hämatoms zu verhindern, Einblutungen aufzulösen, Schmerzen zu lindern. 

Vorteile der homöopathischen Behandlung

  • In den letzten Jahren lassen sich immer mehr Sportler homöopathisch behandeln. Homöopathische Arzneien wirken unmittelbar nach dem Unfallereignis innert kürzester Zeit, bei einer Muskelzerrung ist z.B. innert Minuten eine völlige Schmerzfreiheit möglich. Der schlimmste Bluterguss wird durch das homöopathische Heilmittel vom Körper abgebaut , ein Gelenkerguss, welcher sonst mit einer Spritzenkanüle entfernt werden muss (chirurgischer Eingriff), bildet sich innert Stunden zurück.

  • Folgeschäden werden durch die Gabe eines Akutmittels vermieden. Evtl. ist anschliessend eine Konstitutionsbehandlung angesagt.

  • Muskelrisse oder starke Einblutungen in die Muskelfasern haben „normalerweise“ eine lange Heilungszeit (Wochen und Monate). Eine homöopathische Behandlung verkürzt diese Heilungszeit um Tage und Wochen.

  • Kosten werden eingespart, langes Fernbleiben am Arbeitsplatz wird vermieden.

  • Arzneinebenwirkungen (z.B. bei Schmerzmitteln Magenprobleme) werden vermieden. Homöopathische Arzneien haben auch keinen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit.

  • Richtig angewandt hat die Klassische Homöopathie keine Nebenwirkungen.

  • Eine homöopathische Behandlung verspricht sogar Erfolg, wenn es bereits zu chronischen Beschwerden gekommen ist.

  • Der psychische Zustand des Patienten verbessert sich. Ein Unfall löst nicht selten emotionale, geistige Prozesse aus, welche mit Hilfe des Konstitutionsmittels gefördert oder unterstützend begleitet werden können.



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