Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
|
|
Muttermilchmangel
Muttermilchmangel
Siehe
auch: Stillprobleme, Brustdrüsenentzündung, Brustwarzenentzündung
Stillen ist wie die Geburt ein natürlicher Vorgang. Nach der Geburt werden
bei der Mutter Hormone zur Milchbildung freigesetzt. Jedes Mal wenn das Baby
saugt, wird im Gehirn der Mutter das Hormon Oxytozin freigesetzt, das die Bildung
der Milch in den Brustdrüsen anregt. Das Oxytozin sorgt in den ersten
Tagen nach der Geburt ausserdem dafür, dass sich die Gebärmutter
zusammenzieht. Zwei bis drei Tage nach der Geburt schiesst dann die Muttermilch
ein. Die Brust ist nun schwer und voll, sie kann stark spannen. Das Kind sollte
möglichst bald nach dem Einschiessen angelegt werden, um diesen Druck
zu verringern. Ist die Brust zu voll, kann das Kind die Brustwarze möglicherweise
nicht richtig fassen. Am Besten drückt die Mutter in diesem Falle vor
dem Anlegen ein wenig Milch aus.
Mit dem Stillen werden die Bedürfnisse des Babys nach Nahrung und Nähe
befriedigt. Die meisten Mütter wollen heute stillen, trotzdem klappt es
nicht immer von Anfang an, vor allem beim ersten Kind. Bis sich „Angebot
und Nachfrage“, bzw. „Hunger und Milchangebot" eingespielt haben,
dauert es vier bis acht Wochen. Wenn das Kind zuerst abnimmt, ist dies völlig
normal und kein Grund, mit dem Zufüttern zu beginnen! In manchen Kliniken
wird automatisch das Fläschchen gegeben, manchmal mit dem Argument, bei
der Mutter sei die Milch noch nicht eingeschossen, oder weil das Kind ihrer
Meinung nach zu viel abnimmt. Kinder, denen Fläschchen gegeben werden,
lernen aber schnell, dass dort mit weniger Anstrengung mehr herauskommt. Manche
verweigern in der Folge die Brust. Dadurch nehmen sie weiter ab, müssen
wiederum zugefüttert werden. Die Mutter sollte deshalb möglichst
früh und sehr deutlich ihren Wunsch äussern, das Kind voll stillen
zu wollen, und auch dann darauf beharren, wenn es zuerst etwas Gewicht verliert.
Kinder trinken wenn sie hungrig sind, meist melden sie sich alle zwei bis drei
Stunden. Im Durchschnitt wird das Neugeborene zwischen 6 und 12x am Tag gestillt.
Der Säugling nimmt ausreichend zu, wenn es im Tag 6 bis 8x neue
Windeln braucht und zwischen 120 und 200 Gramm pro Woche zunimmt. Eine Gewichtskontrolle
pro Woche reicht da völlig aus. Nur wenn ein Baby drei Wochen nach der
Geburt sein Geburtsgewicht noch nicht wieder erreicht hat, sollte dies abgeklärt
werden.
Am Anfang, während des Wochenbettes, sollte das Baby nicht länger
als 15 Min. an einer Brust trinken. Die Brustwarzen werden dadurch geschont.
Erst nach etwa einer Woche sind 20 Minuten und mehr empfehlenswert. Schmerzt
schon das Anlegen, ist es wichtig, das Baby näher heranzudrücken,
dabei muss aber die Nase frei bleiben.
Dass eine Mutter zu wenig Milch produziert, kommt selten vor. Meist hat die
Frau nur diesen Eindruck, weil ihr die Brust nicht prall genug erscheint und
das Kind sehr oft trinken will. Lässt der Milchfluss tatsächlich
vorübergehend nach, liegt dies oft an zu grossem Stress. Am
besten ist es daher, sich schon vor der Geburt ausführlich über die
Technik des Stillens zu informieren, etwa in einem Geburtsvorbereitungskurs.
Bei Stillproblemen hilft Ihre Hebamme, eine Beratungsstelle wie "La Leche League"
gerne weiter, oder vielleicht tut auch ein Austausch mit anderen Müttern
gut.
Ursachen
Ungenügende Milchbildung kann verschiedene Ursachen haben. Oft dürfte
ein psychischer Grund vorliegen oder mitbeteiligt sein. So wird Milchmangel
häufig nach einer komplizierten Schwangerschaft oder einer schwierigen
Geburt oder bei fehlender Bereitschaft zum Stillen festgestellt.
Tipps
-
Geduld - das Stillen muss von Kind und Mutter gelernt werden.
-
Wählen Sie eine bequeme Lage für sich und das Kind, sorgen Sie
für eine entspannte Atmosphäre. Anspannung und Nervosität
hemmen den Milchfluss. Sie sollten sich jedenfalls viel Zeit nehmen und
sich ganz auf ihr Kind und das Stillen einstellen.
-
Die Milch wird ausreichen wenn Sie nicht gleich am Anfang zufüttern.
-
Nach einigen Minuten kräftigen Saugens beginnt die Milch von selbst
zu fliessen, so dass sich das Baby nicht mehr anstrengen muss. Am Besten
ist es, das Kind jedes Mal an beiden Seiten anzulegen, damit die Milch gleichmässig
nachgebildet wird. Da Kinder in den ersten Minuten mehr trinken, beginnt
das Stillen beim nächsten Mal an der anderen Brust.
-
Häufigeres Anlegen des Kindes steigert die Milchproduktion. Nach einigen
Tagen wird die Milchmenge ansteigen, und das Kind automatisch wieder längere
Stillpausen einlegen.
-
Genügend Trinken (Mineralwasser; Kräutertees), Kaffee, Cola,
Alkohol sollten Sie besser bleiben lassen. Tees welche die Milchbildung fördern:
Hagebutte, Brennnessel, Fenchel-, Kümmel- oder Änissamen.
-
Regelmässiges Schulterkreisen und sanftes Massieren der Brust, stern-
und kreisförmig (z.B. mit Fenchelöl, Anisöl, Korianderöl,
Kreuzkümmelöl, Calendulaöl, Lavendelöl oder Johannisöl).
Olivenöl, Mandelöl, oder Vitamin-E-Öl haben ebenfalls eine
pflegende Wirkung. Calendula- oder Johannisöl ist zu empfehlen, wenn
Ihre Brust gestaut oder schmerzhaft ist (schmerzhafte Bruststellen, wunde
Brustwarzen).
-
Wärmeanwendungen vor dem Stillen (Rotlicht; warme Auflage) erleichtern
den Milchfluss.
-
Ein warmes Fussbad bei kalten Füssen.
-
Stillbüstenhalter weglassen (die Milchbildung wird so angeregt).
-
Verwenden Sie Stilleinlagen aus Wolle oder Seide, sie bieten keinen Nährboden
für Keime weil sie atmungsaktiver sind. Wolle hat zudem eine wärmende
Wirkung und saugt Flüssigkeiten besser auf. Seide wird von wollempfindlichen
Frauen besser vertragen.
-
Brustwarzen möglichst der Luft aussetzen, trocken halten (trockene Einlage).
Vermeiden Sie aber Kälte (dies führt zu Rissen).
-
Kaltes Baden,
Schwimmen vermeiden. Die Milch wird von der Brust unmittelbar danach nicht „freigegeben“, das Stillen wird dadurch schmerzhaft.
Dies führt dann evtl. zu einem Milchstau und einer Brustentzündung.
-
Heilkräuter können die Milchbildung fördern: Milchbildungs-Tee
(Tee mit Anis, Fenchel, Schwarzkümmel, Dill, Majoran, Kreuzblume und
Melisse). Lassen Sie den Tee in Ihrer Drogerie oder Apotheke frisch mischen
und dabei die Samen frisch anstossen. Die ätherischen Öle können
sich so besser entfalten. Trinken Sie von diesem Tee täglich 1-2 Tassen
(bei grösseren Mengen kann er eine abführende Wirkung eintreten).
-
Die
Brustwarzen werden beim Stillen ganz schön strapaziert. Die Brust
sollte niemals aus dem Mund des Kindes gezogen werden. Zum Lösen drückt
die Mutter das Brustgewebe dicht beim Mundwinkel des Kindes einfach ein wenig
ein, bis genug Luft eingeströmt ist, um das Kind problemlos von der
Brust wegnehmen zu können. Risse können auch entstehen, wenn das
Kind nicht richtig angelegt wird. Babys saugen zu Beginn der Mahlzeit stärker,
daher sollte es an der weniger schmerzenden Brust zuerst trinken. Häufigeres
Anlegen verhindert ausserdem, dass es allzu hungrig wird und dann besonders
stark saugt.
Befeuchten Sie die Brustwarzen mit etwas Muttermilch und lasse Sie sie
an der Luft trocknen. Sonnenlicht tut ebenfalls gut. Bei bereits entzündeten
oder rissigen Brustwarzen hilft Calendulasalbe oder mit Wasser verdünnte
Tinktur (1:9). Teebeutelauflagen mit schwarzem Tee können ebenfalls
lindernd sein. Als Alternative wird ein naturreines Öl wie Mandel- oder
Weizenkeimöl einmassiert. Zu häufiges Einölen macht die Warzen
allerdings zu weich. Für die Reinigung reicht Wasser völlig aus.
Seifen und Duschgels trocknen die Haut aus.
-
Wenn alles nichts hilft, das Kind
evtl. zu wenig häufig trinken möchte,
können Sie auch eine Milchpumpe verwenden. So wird der Milchfluss
angeregt.
-
Wenn Sie nachts mehrmals stillen müssen kann dies zu einem Schlafmanko
führen. Beugen Sie einer Erschöpfung (und milchflusshemmende Müdigkeit)
vor, indem sie während des Tages Ruhepausen einlegen.
Saugtraining Bei trinkfaulen Kindern kann der Saugreflex
trainiert werden. Dabei wird ihnen gezeigt, dass sie ihren Hunger nur in Verbindung
mit kräftigem Saugen
befriedigen können. Dem Säugling wird dazu der Finger mit dam
Nagel nach unten in wenig ins Mäulchen geschoben. Über eine Pipette
oder Spritze wird ein wenig Muttermilch auf die Zunge getröpfelt. Macht
das Baby daraufhin Saugbewegungen, bekommt es mehr Milch. Hört es wieder
auf, versiegt auch der "Milchfluss". Babys begreifen den Zusammenhang
zwischen Saugen und Milchfluss sehr schnell und können schon bald mit
dem Trinken an der Brust beginnen.
Klassische Homöopathie
Homöopathie ist die beste Medizin, nicht nur in der Schwangerschaft,
sondern auch im Wochenbett und in der Zeit danach.
Bei der Arzneimittelwahl wird das genaue Befinden der Mutter und des Kindes
miteinbezogen. Wie verlief die Geburt (Angst, Schock erlitten)? Wie empfindet
die neugebackene Mutter das Stillen? Wie fühlt sie sich psychisch? Besteht
eine Überforderung? Wie ist die Situation zu Hause? Fühlt sie sich
vom Partner alleine gelassen? Was ist körperlich los? Ist die Mutter völlig
erschöpft? usw.
Eine beginnende Brustentzündung wird von Schulmedizinern in der Regel
mit Antibiotika behandelt. Eine bessere
Alternative sind homöopathische Arzneimittel; sie regulieren den Milchfluss
und können schnell zu einer Linderung der Beschwerden führen. Homöopathische
Mittel haben richtig angewandt keine schädigende Wirkung auf das Neugeborene.

|
|