Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
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Nebenhöhlenentzündung
Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Zu den Nasennebenhöhlen gehören die Kieferhöhlen, die Siebbeinzellen,
die Stirn- und die Keilbeinhöhlen. Sie stehen alle mit den Nasengängen
in Verbindung. Beim Menschen sind bei der Geburt erst die Siebbeinzellen ausgebildet.
Die Entwicklung der Stirnhöhlen beginnt nach dem ersten Lebensjahr, erst
mit Abschluss des Schädelwachstums sind sie voll ausgebildet. Die Kieferhöhlen
entwickeln sich mit dem Durchbruch der bleibenden Zähne.
Bei der Sinusitis
handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung
der Nebenhöhlenschleimhaut. Durch die engen anatomischen Verhältnisse,
können akute Infektionen durch Viren, Bakterien leicht auf die verschiedenen
Nebenhöhlen übergreifen. Je nach Erreger verläuft eine Nebenhöhlenentzündung
eitrig oder nicht eitrig (katarrhalisch). Auch allergische Reaktionen führen
zu einer schlechteren Belüftung der Nebenhöhlen. Es kommt zu einer Schwellung der Schleimhäute und zu einem Sekretstau.
Eine gekrümmte Nasenscheidewand (Septum nasi), enge Nasenhöhlen,
vergrösserte Nasenmuscheln (Conchae nasales), Polypen, Rachenmandelentzündungen,
Zahnwurzelentzündungen begünstigen chronische Nebenhöhlenentzündungen.
Akute Nebenhöhlenentzündungen heilen in der Regel ohne Komplikationen
ab. Eine Entzündung kann absteigen (Rachen, Kehlkopf, Bronchien) oder
in eine chronische Sinusitis übergehen. In seltenen Fällen kann es
zu bedrohlichen Entzündlichen der Augen oder der Hirnhäute kommen
(Meningitis).
Ursachen
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Nebenhöhlenentzündungen werden begünstigt, wenn der Abfluss
der Hohlräume gestört ist.
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Schnupfen, Grippe, chronische Mittelohrentzündungen (Otitis media),
entzündete Rachenmandeln
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Allergien (Schleimhautschwellung)
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Immunschwäche
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Anatomische Besonderheiten wie enge Nasenhöhlen, krumme Nasenscheidewand
(Nasenseptum)
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Vergrösserte, chronisch entzündete Rachenmandeln
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Kranke
Zahnwurzeln
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Amalgam
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Medikamente (Kortison, Chemotherapie, Immunsuppressiva)
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Impfungen
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Tauchen
Symptome
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Meist ist eine Erkältung, Grippe vorausgegangen. Durch Anschwellen
der Schleimhäute, kann dieser in den Nebenhöhlen nicht mehr
abfliessen. Bakterien können sich so besonders gut vermehren.
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Behinderung der Nasenatmung
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Rötung, Schwellung im betroffenen Bereich
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Druckgefühl, Gesichtsschmerzen (Stirn-, Kieferbereich), v.a. beim
vorbeugen des Kopfes, durch Erschütterung (Gehen, Rennen).Pochen im
betroffenen Bereich oder hinter den Augen
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Gelb-grüne oder eitrige Absonderungen aus der Nase, oder über
die Nase in den Rachenraum; zähflüssig.
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Geruchseinschränkung
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Allgemeines Krankheitsgefühl (Abgeschlagenheit)
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Erhöhte Körpertemperatur, Fieber
Chronische Sinusitis
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Bei der chronischen Entzündung sind die Symptome weniger stark, aber
die Schleimabsonderung ist stetig. Wenn ein Erkältungsschnupfen hinzu
kommt, flammt meistens wieder eine akute Nebenhöhlenentzündung
auf. Empfindlichkeit auf kalten Wind, Zugluft.
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Spontanschmerz und Klopfschmerz über der betroffenen Nasennebenhöhle:
Stirn-Kopfschmerz, Schmerzen im Bereich des Oberkiefers oder der Zähne,
zwischen und hinter den Augen; die Schmerzen verstärken sich beim Bücken.
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Verstopfte
Nase (z.B. in der Nacht). Erkrankte atmen durch den offenen Mund.
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ständiger, zäher
Schnupfen.
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Das Riechvermögen ist beeinträchtigt
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Ohrdruck, Gehöreinbusse,
Schwindel
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Morgendliche Schleimabsonderungen von der Nase in den Rachen. Wässriger,
schleimiger oder bei bakterieller Infektion eitriger Ausfluss.
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Zusätzliche Zeichen einer chronischen Entzündung, die in den
Kehlkopf und die Bronchien abgestiegen ist, sind Halsschmerz, Räusperzwang,
Husten, Bronchitis.
Tipps
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Bei chronischen Beschwerden sollte deren Ursache gefunden und behandelt
werden (Herdsanierung).
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Anfeuchten der Luft im Winter.
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Nicht rauchen, viel Trinken, Kopfende des
Bettes hochstellen.
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Im Winter nicht mit nassen Haaren ins Freie gehen.
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Eine ausgewogene, gesunde
Ernährung unterstützt das Immunsystem.
Behandlung Schulmedizin
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Abschwellende Nasentropfen, maximal eine Woche. Beim längeren Gebrauch
gewöhnen sich die Schleimhäute an das Medikament und es kann zu
sogenannten paradoxen Reaktionen mit einer verstärkten Schwellung der
Schleimhäute kommen.
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Zur Schmerzlinderung kurzfristig Schmerzmittel (Paracetamol/Ibuprofen)
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Schleimverflüssigung
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Antibiotika
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Cortison
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Rotlicht
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Korrektur der Nasenscheidewand (Septumplastik), Drainageoperationen
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Entfernung von Polypen; Rachenmandeln
Tipps aus der Naturheilkunde
In erster Linie muss für eine verbesserte Ausscheidung, d.h.
für eine Verflüssigung des Schleimes gesorgt werden.
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Dampfbäder oder Inhalationen mit Kochsalz fördern bei einem Schnupfen
den Sekretfluss (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser). Wird Schnupfen konsequent
behandelt, lässt sich eine Nasennebenhöhlenentzündung häufig
vermeiden.
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Nasenspülung/Nasendusche mit lauwarmer Salzwasserlösung (Kochsalz-
oder Meersalz).
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Physiologische Nasentropfen zur Schleimlösung (sie befeuchten, desinfizieren,
haben eine abschwellende Wirkung). Sie können physiologische Nasentropfen
selber zubereiten (jeden Tag Pipettenfläschchen erneuern. Gleiches Fläschchen
nur für einen Patienten verwenden). Kochen Sie 1/ 2 l Wasser mit 1 gestrichenen
TL Salz auf; abkühlen lassen; Lösung in ein Pipettenfläschchen
abfüllen.
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Zitronensaft mit Honig mit einer Prise Cayennepfeffer.
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Ätherische Öle auf Kissen, bzw. Kleidungsstück tröpfeln
(bei Säuglingen ohne Menthol).
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Wärme (z.B. Warme Fussbäder), Rotlichtbehandlungen, warme Wickel
(Leinsamen, Kartoffel).
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Luftbefeuchtung, v.a. nachts.
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Viel Trinken, z. B. heisser Tee
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Milch- und Milchprodukte meiden bis sich der Schleim gelöst hat.
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Meiden Sie verrauchte Zimmer.
Behandlung Klassische Homöopathie
Nebenhöhlenentzündungen werden, ob akut oder chronisch, werden in
homöopathischen Praxen akut behandelt. Die vordergründigen Symptome
werden vom Patienten ja als sehr belastend empfunden. Treten durch die Behandlung
die akuten Symptome in den Hintergrund, folgt eine Konstitutionsbehandlung.
Ziel der Behandlung ist es, die Neigung zur Verkomplizierung zu heilen. Das
heisst, Schnupfen, Kälte, Zugluft sollten danach nicht zu einer Sinusitis
führen. Dabei wird u.a. das Immunsystem gestärkt, den Bakterien damit
der Boden entzogen. Bei bestehenden Allergien, Polypen, vergrösserten
Rachenmandeln wird anhand der miasmatischen Anamnese (Krankheitseinflüsse,
eigene Krankheiten, Krankheiten in der Familie) behandelt.
Wenn Sie zu mir in
die Praxis kommen, stelle ich Ihnen deshalb viele Fragen, bzw. interessiere
ich mich für Ihre vollständige Krankheitsgeschichte.
Das heisst, gibt es Vorerkrankungen? Ist das Leiden akut oder bereits chronifiziert?
Wie äussern sich die Beschwerden, wo, wie fühlt es sich an? Gibt
es Absonderungen, wie ist deren Konsistenz? Welche Begleitsymptome gibt es
(Niesen, Kopfschmerzen, Polypen, Schwindel)? Gibt es eine psychische Begleitsymptomatik?
Die Patienten wundern sich manchmal schon, warum eine „gewöhnliche“ Nebenhöhlenentzündung
derart zeitintensiv „befragt“ wird. Jeder Mensch ist aber nun mal
einzigartig, auch dessen Beschwerden äussern sich individuell. Deshalb
stehen für die Behandlung von Sinusitiden in der klassischen Homöopathie
dutzende von Arzneimitteln zur Verfügung.
Ich mache meine Patienten im
therapeutischen Gespräch darauf aufmerksam,
dass nach dem Arzneimittel innert ein bis zwei Tagen eine Linderung der Beschwerden
eintreten muss. Die Kenntnis des richtigen Heilungsverlaufes erachte ich als
sehr wichtig. Die Nasenabsonderung wird z.B. zunehmen, Konsistenz und Farbe
werden sich verändern. Eine Verbesserung muss sich auf drei Ebenen einstellen
(Allgemeinbefinden, lokal, psychisch). Eine Fieberreaktion nach dem Arzneimittel
ist gewünscht, darf nicht mit fiebersenkenden Arzneimitteln behandelt
werden. Hier instruiere ich den Patienten, wann er sich bei mir melden muss.
Dies gilt auch, wenn sich innerhalb des vorbestimmten zeitlichen Rahmens keine
Besserung einstellt, der Ausfluss eventuell stoppt. Anhand der Symptomatik
wird dann geschaut, ob das Arzneimittel in einer höheren Potenz verabreicht,
oder ein anderes Arzneimittel bestimmt werden muss.
Die Prognose für die Behandelbarkeit ist sehr gut. Eine akute Sinusitis
heilt innert weniger Tage vollständig aus. Bei chronischen Sinusitiden
vermag die Homöopathie ebenfalls schnelle Linderung zu verschaffen. Da
aber Krankheits unterhaltende Ursachen (geschwächtes Immunsystem, chronische
Ohrentzündungen, Allergien, Arzneinebenwirkungen, usw.) behandelt werden
müssen, kann es Wochen bis Monate dauern, bis eine vollständige Ausheilung
erreicht wird.
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Sehr sinnvoll sind unterstützende Massnahmen (Wickel, Inhalationen,
Rotlicht).
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Bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen wird schulmedizinisch
oft Antibiotika verschrieben. Dies ist oft unnötig, sogar kontraproduktiv.
Häufige Antibiotikagaben führen zu einer Schwächung des Immunsystems
und zu einer Dysbiose im Darm (die natürliche Darmflora wird gestört).
Dies fördert die Chronifizierung der Sinusitis (der Darm steht im engen
Zusammenhang mit Bronchien, Ohren und Nebenhöhen).
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Fieber sollte gefördert, nicht unterdrückt werden. Fieber ist
wichtig für die Ausheilung einer chronischen Sinusitis.

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