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Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen


Das Ohr besteht aus:
  • Äusseres Ohr: Ohrknorpel, Ohrmuschel, äusserer Gehörgang.
    Das Aussenohr dient dem Einfangen von Schallwellen. Die Schallwellen werden von der Ohrmuschel wie ein Trichter gebündelt und über den äusseren Gehörgang zum Trommelfell geleitet.

  • Mittelohr: Das Mittelohr beginnt am Trommelfell und beinhaltet in der Paukenhöhle die Gehörknöchelchen, die Ohrtrompete/ Eustachische Röhre, und den Warzenfortsatz. Das Mittelohr dient der Schallübertragung auf das Innenohr.
    Die Ohrtrompete verbindet Mittelohr und Nasenrachenraum miteinander. Sie dient der Belüftung des Mittelohres, indem Flüssigkeit vom Mittelohr in den hinteren Rachenraum abgegeben werden kann. Diese Belüftung ist wichtig, damit die Gehörknöchelchen frei beweglich sind, sie leiten die Schwingung des Trommelfells an das Innenohr weiter. Über die Ohrtrompete findet beim Schlucken auch der Luftdruckausgleich statt.

  • Innenohr: Das Innenohr setzt sich aus mehreren flüssigkeitsgefüllten Räumen zusammen, es beinhaltet die Gehörschnecke (der Schall wird hier in Nervenimpulse umgesetzt wird) und das Labyrinth, auch Bogengänge genannt, es dient als Gleichgewichtsorgan.Von der Gehörschnecke geht der Hörnerv in Richtung Gehirn.

Das Ohr


Ursachen für Ohrenschmerzen

Das Ohr ist ein sehr empfindliches Organ welches sehr schnell mit Schmerzen auf die verschiedensten Reize reagiert. Am häufigsten kommt die Mittelohrentzündung (Otitis media) vor. Bei Kleinkindern sind Ohrenschmerzen eine häufige Begleiterscheinung bei Infektionskrankheiten wie Schnupfen, Mumps, Masern, Röteln, Ringelröteln, Keuchhusten, Scharlach, Windpocken, Mandelentzündungen. Da bei Kindern der Gehörgang noch sehr kurz ist, gelangen Krankheitskeime bei einer Infektionskrankheit leichter über die Ohrtrompete ins Innenohr. Bei Erwachsenen sind eher Erkrankungen im Zahnbereich, des Kiefergelenks, der Mandeln, der Ohrspeicheldrüse oder der Halswirbelsäule die Ursache für Ohrenschmerzen.

  • Entzündungender Ohrmuschel (Bakterien, Pilze, Sonnenbrand, Insektenstiche)

  • Erkältungen : Über die Nasen- oder Rachenschleimhaut breiten sich Bakterien und Viren über die Ohrtrompete ins Mittelohr aus. Dadurch kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut und zur Flüssigkeitsansammlung. Dies führt zu einem schmerzhaften Über- oder Unterdruck der das Trommelfell in eine schmerzhafte Spannung setzt. s. Mittelohrentzündung

  • Gaumenmandelentzündung (Tonsillitis). Bakterielle Entzündungen der Gaumenmandeln führen neben den übrigen Krankheitszeichen zu stechenden, in die Ohren ausstrahlenden Schmerzen.

  • Rachenentzündung (Pharyngitis). Bakterielle Entzündungen des Rachens und der Seitenstränge (Angina lateralis) führen zu Schmerzen die in die Ohren ausstrahlen.

  • Entzündungen des Mittelohres

  • Entzündung oder Verschluss des Paukenganges . Wenn sich dieser völlig verschliesst ist kein Druckausgleich mehr möglich. Es entsteht ein Unterdruck, das Trommelfell wird nach innen gezogen. Es kommt dabei zu besonders starken Schmerzen, Druckgefühl, Knackgeräuschen beim Schlucken sowie zu einem verschlechterten Hörempfinden.

  • Nasen-, und Nebenhöhlentzündungen

  • Zugluft, kalter Wind, Tauchen, Schwimmen

  • Druckunterschiede durch Höhenunterschied, z.B. Bergbahn, Fliegen, Tauchen

  • Verletzungen durch Fremdkörper (besonders bei Kindern), Wattestäbchen, Bleistifte, usw., aber auch durch Schlag aufs Ohr, Explosion, Tauchunfall.Es kommt zu einem plötzlichen, heftigen Schmerz, es kann Blut oder Flüssigkeit austreten. Manchmal kommt Schwindel, Hörverlust oder Ohrgeräusche hinzu. Eine Trommelfellverletzung heilt meist innerhalb zwei Wochen ab.

  • Ohrschmalz/Cerumen , beim Baden kann der Ohrpfropf aufquellen und den Gehörgang verstopfen. Durch den zunehmenden Druck kommt es zu Schmerzen und einer Hörminderung. Ein Ohrpfropf darf nur vom Arzt entfernt werden, Wattestäbchen verschlimmern das Problem, indem sie den Ohrschmalz noch mehr in den Gehörgang drücken.

  • Zahnentzündung, Zahnen bei Kindern, Zahnfehlstellungen

  • Kiefergelenksentzündung (z.B. durch Zahnfehlstellungen)

  • Viruserkrankungen wie Mumps, Masern, Grippe. Virale Infektionen begünstigen oft eine nachfolgende bakterielle Infektion.

  • Nasenpolypen

  • Fehlstellungen, Abnützungen der Halswirbelsäule

  • Diabetes (besonders bei der Otitis externa)


Tubenkatarrh / Entzündung des äusseren Gehörganges (Otitis externa)


Ein Tubenkatarrh tritt durch eine Erkältung auf. Bei einer akuten Form spielen meist Bakterien oder Pilze eine Rolle. Bei der chronischen Form hingegen spielen Allergien die grösste Rolle, wobei natürlich auch Verletzungen zu Entzündungen führen.

Symptome

  • Kein Fieber

  • Kein schweres Krankheits-Gefühl , die Kinder können allerdings ängstlich sein, weil sie auf Grund des sich bildenden Ergusses nichts hören. Sie fassen sich auch oft ans Ohr, was als Ohrenzwang fehl gedeutet werden kann.

  • Zu Beginn besteht Juckreiz, Rötung und a nfallsartige, plötzliche stechende Schmerzen, die wellenartig kommen.

  • Schreitet die Erkrankung fort, kommen Ohrausfluss, Ödem, Hörminderung hinzu.

  • Bei Zug auf die Ohrmuschel nehmen die Schmerzen zu.

  • Bei starken Infektionen kommt es auch zu Lymphknotenschwellungen im Kieferbereich.

Behandlung, siehe unter:

  • Schulmedizinische Behandlung von Ohrenschmerzen

  • Behandlung Klassische Homöopathie

  • Tipps

  • Tipps aus der Naturheilkunde


Mittelohrentzündung (Otitis Media/ OM)


Die wichtigste Ursache für Ohrenschmerzen ist aber nach wie vor eine Mittelohrenentzündung. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern eine ausgesprochen häufige Erkrankung: 2/3 aller 3-jährigen Kinder haben in ihrem Leben mindestens eine Mittelohrenentzündung durchgemacht. Eine Mittelohrentzündung tritt verstärkt im Winter im Zusammenhang mit einer Erkältung auf (ca. 60 % der Fälle werden durch Bakterien, ca. 40 % durch Viren verursacht). Bei einer Erkältung gelangen Bakterien leicht aus dem Rachenraum über die Ohrtrompete zum Mittelohr. Bei viralen Infekten wie Schnupfen, Grippe, Masern, Mumps treten Ohrenschmerzen als Begleiterscheinung auf. Infektionen von aussen (durch eine Verletzung des Trommelfells) sind eher selten.

Eine OM kann akut oder rezidivierend (wiederkehrend), d.h. chronisch auftreten. Eine akute Mittelohrentzündung ist zwar schmerzhaft, sie heilt jedoch meist komplikationslos ab.

Symptome

Durch die Entzündungsreaktion kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut. Schleim und Flüssigkeit kann nicht mehr aus dem Innenohr abfliessen. Durch den Druck (Über- oder Unterdruck) auf das Trommelfell kommt es zu stechenden, pulsierenden Schmerzen. Wird der Druck im Innenohr zu hoch, kommt es zu einem Riss im Trommelfell, der Abfluss der entzündlichen Flüssigkeit kommt dadurch in Gang. Die Schmerzen lassen dadurch schlagartig nach.

  • Sind die Symptome nicht so ausgeprägt, ist das schlechte Trinkverhalten oft das erste Zeichen für die Schmerzen (das Schlucken löst einen Schmerz Richtung Ohr aus).

    • Eine chronische Mittelohrentzündung kann auch ohne Schmerzen ablaufen und sich nur durch einen ständigen Ausfluss zeigen.

  • Das Kind hatte eine Erkältung welche eben abheilt, ist jetzt aber quengelig, hat keinen Appetit, klagt über Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen. Die Ohrenschmerzen beginnen meistens abends oder nachts. Mittelohrentzündungen beginnen meist heftigen Schmerzen und mit hohem Fieber.

  • Die Schmerzen können sehr heftig sein, sie werden als pochend, stechend, reissend, beschrieben.

  • Kleine Kinder weinen oder schreien schrill, sind unruhig oder einfach nur quengelig. Sie werfen den Kopf hin und her, schlagen sich evtl. aufs Ohr oder ziehen daran. Man spricht hier von einem Ohrzwang.

  • Das Gesicht ist rot, ebenso das betroffene Ohr.

  • Oft fällt auf, dass das Kind auf einem Ohr nicht "richtig hört" (durch Schleim- und Flüssigkeitsansammlung).

  • Ziehen des Ohrläppchens löst Schmerz aus.

  • Der Appetit ist meist vermindert.

  • Kopfschmerzen

  • Durch den steigenden Druck kann das Trommelfell reissen und der Eiter fliesst ab. Der Schmerz lässt dann schlagartig nach. In den meisten Fällen heilt die Trommelfellverletzung innerhalb von zwei Wochen komplikationslos ab. Der Ausfluss kann jedoch wochenlang anhalten.

    • Später sollte Verschluss des Trommelfells kontrolliert werden (Schwimmen, Tauchen erst wieder, wenn das Trommelfell wieder o.k. ist). Sie sollten nach der Abheilung des Ausflusses auch ein Hörtest machen lassen.

Komplikationen

  • Die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr kann das Hörvermögen beeinträchtigen. Hat Ihr Kind häufig eine Mittelohrentzündung, so kann sich das Hörvermögen dauerhaft verschlechtern.

  • Wird die Flüssigkeit nicht entfernt oder bleibt die Ohrtrompete für längere Zeit blockiert, können sich dort Bakterien ansiedeln, die eine zweite Infektion verursachen.

  • Entzündungen der angrenzenden Knochen (Mastoiditis) mit Rötung hinter dem Ohr und abstehender Ohrmuschel (selten).

  • In seltenen Fällen können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Gesichtsnervenlähmung die Folge sein.

  • Es ist möglich, dass die sprachliche Entwicklung verlangsamt wird (Gehöreinschränkung).

Achtung: Bei anhaltendem Erbrechen, Schwellung, Schmerzen hinter dem Ohr, Schwindel, Kopfschmerzen, steifem Nacken, Bewusstseinstörungen: Hier ist eine sofortige medizinische Intervention notwendig - nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Homöopathen, Hausarzt, Kinderarzt oder einem Notfalldienst auf.

Diagnose

Der Arzt untersucht das Ohr mit einem Otoskop (Ohrtrichter mit Lichtquelle und Lupe). In der Regel testet er das Gehör ihres Kindes. Er kann auch eine Überprüfung der Trommelfellbeweglichkeit (Tympanometrie) durchführen, um einen so genannten Paukenerguss (Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr) zu erkennen.

Behandlung, siehe unter:

  • Schulmedizinische Behandlung von Ohrenschmerzen

  • Behandlung Klassische Homöopathie

  • Tipps

  • Tipps aus der Naturheilkunde


Schulmedizinische Behandlung bei Ohrenschmerzen


Es wird die Ursache behandelt

  • Ohrspülung bei Ohrschmalzpfropf

  • Abschwellende Nasentropfen, sie halten den Nasen-Rachenraum frei (z.B. bei Ohrtrompetenentzündung/Paukenenentzündung).

  • Wärme in Form von Rotlicht

  • Parazentese/Trommelfellschnitt: Im unteren Bereich des Trommelfells macht der Arzt ein kleiner Einschnitt, damit sich die dahinter liegende Flüssigkeit aus dem Mittelohrraum entleeren kann. Kindern, die über einen längeren Zeitraum an einer Flüssigkeitsansammlung im Mittelohrraum leiden, kann damit kurzfristig geholfen werden. Langfristig sollte die eigentliche Ursache für die Flüssigkeitsansammlung behandelt werden. Ein Trommelfellschnitt wächst meist von selber zu (wie auch ein spontaner Durchbruch).

  • Schmerz- und Fiebermedikamente, z.B.Paracetamol-Zäpfchen, z.B. zum Überbrücken bis zum Arztbesuch am nächsten Morgen.
    Schmerzmittel- und Fiebermitteln lindern zwar Schmerzen und senken Fieber, so dass es Ihrem Kind meistens besser geht, sie beschleunigen die Heilung des Ohres jedoch nicht.
    Vorsicht: Acetylsalicylsäure-haltige Medikamente (z.B. Aspirin, ASS etc.) sollten Sie einem fiebernden Kind unter keinen Umständen geben. Sie können bei Kindern eine seltene, aber gefährliche Krankheit, das sogenannte Reye-Syndrom, auslösen. Grundsätzlich können alle Medikamente, auch "harmlose" Fieberzäpfchen, bei manchen Kindern Allergien, mit zum Teil schwerwiegenden Folgen, auslösen. Vor jeder Medikamentengabe sollte daher immer überlegt werden, ob sie wirklich notwendig ist.

  • Antibiotika: Bis vor wenigen Jahren war die Verabreichung von Antibiotika die Standartbehandlung. Mittlerweile ist diese Methode auch in der Kinderheilkunde umstritten (Nebenwirkungen, der Krankheitsverlauf wird nicht verkürzt, Chronifizierung des Leidens, die Ursache wird nicht behoben). s. auch unten unter Behandlung klassische Homöopathie

  • Siehe auch: Website Urs Maurer: http://www.groma.ch/Otitis-media-Antibiotika.238.0.html 

    • Verbessern Antibiotika das Therapieergebnis?

    • Lassen sich mit Antibiotika Komplikationen verhindern?

    • Profitieren Risikopatienten von der Antibiotikatherapie?

  • Ohrentropfen: Bei Ohrenschmerzen im äusseren Ohr (Durchzug, kalter Wind), die Tropfen wirken nur im äusseren Gehörgang bis zum Trommelfell. Ohrentropfen dürfen nicht bei geplatztem Trommelfell gegeben werden. Die Tropfen sollten immer vor Gebrauch auf Körpertemperatur erwärmt werden, da sie sonst Schmerzen und Übelkeit verursachen können.

  • Nasentropfen

Copyright © 1997-2006 by Ärzte Zeitung, Neue Studie bestätigt Vorteil / HNO-Kollege:

Nasentropfen nicht vergessen!

TÜBINGEN (hub). Kollegen handeln richtig, wenn sie bei Kindern mit akuter Otitis media mit Antibiotika zurückhaltend sind. Bewährt hat sich: Die Eltern erhalten ein Rezept, das sie nur bei Bedarf einlösen.

"Dieses Vorgehen ist sehr gut für die Praxis geeignet", sagte Professor Hans Peter Zenner von der HNO-Uniklinik Tübingen zur "Ärzte Zeitung". Denn die akute Mittelohrentzündung dauere sechs bis acht Tage und laufe ab "wie ein Uhrwerk".

"Am dritten Tag sind die Schmerzen am stärksten", so Zenner. "Zu diesem Zeitpunkt kommen die meisten Eltern mit ihren Kindern zum Arzt." Dann klinge die Erkrankung aber bereits ab. "Hier zunächst mit Antibiotika zu warten, ist daher eine gute Strategie", so Zenner. Nehmen die Schmerzen jedoch nicht ab, haben die Eltern mit einem Bedarfsrezept die Möglichkeit, ein Antibiotikum in der Apotheke zu holen, ohne erneut zum Arzt zu müssen. Dass so auch Antibiotika gespart werden können, bestätigt jetzt eine Studie mit 283 Kindern mit akuter Otitis (JAMA 296, 2006, 1235). Ein Teil der Eltern bekamen das Rezept für ein Antibiotikum wie üblich. Die anderen sollten es nur einlösen, wenn keine Besserung einträte. Das Ergebnis: In der Gruppe mit Bedarfsrezept lösten 62 Prozent das Rezept nicht ein, in der anderen Gruppe 13 Prozent.

"Absolut unverzichtbar und vorrangig vor Antibiotika sind alpha-Sympathomimetika zum Abschwellen der Tuben", erinnert Zenner. Denn die Otitis gehe mit einem Empyem einher. "Und wo Eiter ist, muss er raus." Abfliessen könne der Eiter dann über die Tuben. Zenner rät, zusätzlich ein Tuch mit warmem Wasser aufs Ohr zu legen. Das sei ein auch in der Schulmedizin anerkanntes Hausmittel.


Tipps


  • Kleinkinder können oft nicht sagen wo es ihnen weh tut (sie klagen deshalb manchmal bei Ohrenschmerzen auch über Bauch- oder Kopfschmerzen)! Um festzustellen, ob das Kind Ohrenschmerzen hat, können Sie am Ohrläppchen ziehen, oder mit dem Zeigefinger langsam, mit etwas steigendem Druck gegen den Gehörgang pressen. Weint das Kind, oder macht es eine Abwehrreaktion, könnte eine Ohrentzündung vorliegen.

  • Bei Ohrenschmerzen durch Luftdruckveränderung, z.B. im Flugzeug: Bei geschlossenem Mund beide Nasenflügel zudrücken und gegen diesen Druck atmen. Kinder: Mit Trinkhalm Blubber-Blasen machen oder Kaugummi kauen, Gähnen.

  • Ohrschmalz: Der Ohrschmalz hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Die Flimmerhärchen transportieren zudem feinste Schmutzteilchen nach aussen. Durch wiederholte Gehörgangreinigung werden diese Vorgänge nur gestört, der Ohrschmalz sogar gegen das Trommelfell geschoben. Bitte verwenden Sie keine Ohrstäbchen, die Verletzungsgefahr ist zu gross. Wird Ohrschmalz sichtbar, diesen mit etwas feuchter Watte oder mit einem Waschlappen entfernen, dies geschieht am besten nach dem Baden oder Haarewaschen.

  • Schmerzen: Die Schmerzen bei einer Mittelohrentzündung sind sehr stark. Erwachsene, die selber einmal eine Mittelohrentzündung durchmachen können dies bestätigen! Deshalb gehört zur Behandlung v.a. auch die Schmerzbehandlung. Ist kein Homöopath oder Arzt erreichbar: Schmerzzäpfchen bei Kindern (s. oben unter schulmedizinische Behandlung).


Tipps aus der Naturheilkunde


  • Bei einem Schnupfen sollte man diesen fliessen lassen oder zum Fliessen bringen, z.B. mit Dampfinhalationen, salzhaltigen Nasentropfen. Diese wirken zudem abschwellend.

  • Wärme in Form von Wickeln, Wärmeflasche , Wollauflage.

    • Zwiebel-Wickel: 1- 2 Zwiebeln enthäuten, hacken und in der Pfanne leicht erwärmen, Zwiebeln auf ein Baumwolltuch verteilen. Päckchen machen, auf die behandelnde Stelle auflegen, mit Aussentuch oder Stirnband fixieren. Aufpassen wegen Hitze! Den Wickel mehrere Stunden einwirken lassen, bei Bedarf wiederholen. Zwiebeln nur einmal gebrauchen. Die Zwiebel kann auch roh verwendet werden. Vorsicht: Kein direkter Hautkontakt, die Zwiebel reizt die Haut zu stark.

    • Kohlwickel: Blattachse beim Kohl herausschneiden, Kohl etwas verquetschen (z.B. mit einer Flasche), dann direkt auf die Haut auflegen, mit Zwischen- und Aussentuch fixieren. Wickel bei Bedarf erneuern.

    • Leinsamenwickel (in etwas Flüssigkeit erwärmen), sonst gleiche Anwendung wie bei Zwiebelwickel

  • Knoblauchzehe: Zehe fein schneiden, in Gaze einwickeln, aussen aufs Ohr auflegen. Achtung: Nie ins Ohr stecken, bei direktem Hautkontakt kommt es zudem zu Hautreizungen!

  • Kamilledampfbäder (nicht während einer homöopathischen Behandlung) oder Salzinhalationen . Beide wirken abschwellend, entzündungshemmend.

  • Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung

  • Oberkörper im Bett etwas hochlagern. Säuglinge mit erhöhtem Oberkörper stillen, bzw. aus dem Fläschchen saugen lassen (Druckverminderung im Ohr).

  • Bettruhe (bei einer hochfiebrigen Mittelohrentzündung)

  • Viel Trinken! Besonders fiebernde Kinder brauchen eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Von Vorteil sind Wasser und Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.

  • Schützen Sie Ihr Kind vor Zigarettenrauch (dieser erhöht die Anfälligkeit für Schnupfen, usw.).


Behandlung Mittelohrentzündung mit klassischer Homöopathie


Abschwellende Tropfen, Schmerzmittel oder Antibiotika bekämpfen zwar die Symptome, nicht aber die Ursache von Ohrschmerzen. Bei der Homöopathie hingegen wird mit einem Arzneimittel ein Reiz zur Selbstheilung gesetzt. Es gibt sehr wirksame homöopathische Arzneimittel gegen Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündungen. Akute Mittelohrentzündungen sprechen in wenigen Minuten bis Stunden auf ein homöopathisches Arzneimittel an. Das gleiche gilt für rezidivierende und chronische Mittelohrentzündungen.


Treten Ohrenschmerzen immer wieder auf, z.B. nach durch kalten Wind, Erkältungen, Impfungen, usw., sollten sie im Rahmen einer Konstitutionsbehandlung behandelt werden. Hier würde eine Lokalbehandlung (auch homöopathisch) zu einer Unterdrückung von Symptomen führen.


Sehr oft erlebe ich es in der Praxis, dass Ohrenschmerzen auch durch seelische Belastungen wie Eifersucht (Geburt eines Geschwisterchens), Überforderung, Heimweh, Kummer, Tod eines Grossvaters/ Grossmutter oder des geliebten Haustieres auftreten können. Ich versuche daher immer, das Kind in seiner Gesamtheit zu erfassen und solche Auslöser und Ursachen bei der Arzneimittelwahl mit einzubeziehen.

Manchmal tritt nach Verabreichung eines homöopathischen ArzneimittelsFieber oder Durchfall auf. Es ist deshalb wichtig, dass die Eltern genau aufgeklärt werden, was nach einem Arzneimittel alles geschehen kann. Fieber und Durchfall sind in der Homöopathie gute Heilreaktionen. Sie sollten nicht eigenmächtig mit Fieber senkenden oder Durchfall stillenden Arzneimitteln behandelt werden. Durch das künstliche Senken der Körpertemperatur wird der Organismus, bzw. die Lebenskraft beim Bekämpfen der Bakterien oder Viren gestört. Der Zustand des Kindes kann dadurch schwieriger eingeschätzt werden. Der Durchfall ist meist eine wichtige Entlastungsreaktion über den Darm. Bekommt das Kind Fieber, muss dieses wiederum beobachtet werden, im gegebenen Fall ist evtl. ein anderes homöpathischen Arzneimittel notwendig. Meist genügt es aber abzuwarten, oder allenfalls das Mittel zu wiederholen. Wobei hier wiederum die wohl anzeigenden Symptome vorliegen müssen! Ich bestehe deshalb auf eine telefonische Rückmeldung in vorgeschriebenen Zeitabständen. Dies ermöglicht mir einerseits ein Einschätzen der Heilwirkung des Arzneimittels, andererseits aber auch das weitere Vorgehen bei der Behandlung. Sollte innert wenigen Stunden keine fortschreitende Besserung der Schmerzen und des Allgemeinzustandes eintreten, ist natürlich eine medizinische Abklärung notwendig.


Lassen Sie fiebersenkend Medikamente so oder so weg, sie bringen keine Heilung, sondern nur eine Verzögerung der Ohrenschmerzen. Wird ein Infekt mit diesen Mitteln oder mit Hilfe von Antibiotika leichtfertig unterdrückt, können sie meist sicher sein, dass die Erkrankung in gleicher oder anderer Form ein paar Wochen später wiederkehrt, oder das Kind weiter vor sich hinkränkelt. Wie bereits oben erwähnt, kann ein Schmerzzäpfchen im Notfall erst mal etwas helfen, ansonsten aber sollte mit dem homöopathischen Arzneimittel innert kürzester Zeit (manchmal kommt es zu einem Sekundenphänomen), der Schmerz weg sein.


Bitte verabreichen Sie Ihrem Kind wegen den Schmerzen kein Aspirin,
es besteht Gefahr des "Reye-Syndroms" (Schädigungen von Leber und Gehirn). Bislang ist nicht bekannt, welche Faktoren das Reye-Syndrom auslösen. Als mögliche Ursache wird eine genetische Veranlagung diskutiert. Man beobachtet das Reye-Syndrom häufig nach Einnahme bestimmter Medikamente, wie z. B. Acetylsalicylsäure (ASS) oder nach Infekten, die durch Viren verursacht wurden. Fünf bis sieben Tage, nachdem sich das Kind vollständig von der Ersterkrankung erholt hat, tritt heftiges Erbrechen auf. Es kann Stunden, aber auch Tage anhalten und wird häufig von Fieber begleitet. Während oder nach dem Erbrechen kommt es zu Verwirrtheitszuständen mit Ruhelosigkeit. Halluzinationen und gewalttätigen Ausbrüchen, im weiteren Verlauf der Krankheit wird das Kind zunehmend schlechter ansprechbar, kann einen Krampfanfall bekommen oder sogar ins Koma fallen.

Einige homöopathische Gedanken

  • Kinder können oft nicht sagen, wo es ihnen genau weh tut und klagen deshalb manchmal bei Ohrenschmerzen auch über Bauch- oder Kopfschmerzen!

  • Mittelohrentzündungen sind meistens nicht zu verhindern. Mit dem Eintritt in eine Spielgruppe oder Kindergartenkommt es oft zu einer Häufung von Infekten und Ohrentzündungen. Da in diesem Alter das Immunsystem immer noch trainiert wird, sind häufige Infekte völlig normal. Aus Sicht der Homöopathie lohnt es sich hier, dem Kind und seinem Organismus Gelegenheit zu geben, auf natürliche Weise (Bettruhe, Wickel, Trinken, Wärme) oder mit Hilfe der klassischen Homöopathie (wenn denn Hilfe benötigt wird) gesund und widerstandskräftig zu werden. Werden banale Infekte hingegen bereits in diesem Alter mit fiebersenkenden Medikamenten, Antibiotika "unterdrückend" behandelt, wird der Entwicklung von chronischen Krankheiten der Weg bereitet (z.B. Nebenhöhlenbeschwerden, chronische Bronchitis, Heuschnupfen, usw.)

  • Kinder reagieren schon mal mit Durchfall bei Ohrenschmerzen. Bitte lassen die Hände davon, diesen zu behandeln! Der Durchfall ist eine Heilreaktion des Körpers, er entledigt sich so der Toxingifte welche beim Abbau der Bakterien entstehen. Nach ein- zwei Tagen wird alles vorüber sein, die Ohrenschmerzen werden so ausheilen. Achten sie aber darauf, dass ihr Kind genügend trinkt. Bei Säuglingen ist dies besonders wichtig, hier besteht schnell die Gefahr der Dehydration/Austrocknung.
    Siehe: Durchfall

  • Trommelfellriss: Bei der akuten Mittelohrentzündung kann es zu einer spontanen Perforation des Trommelfells kommen. Die Schmerzen lassen danach schlagartig nach. Dieser Vorgang ist keine Komplikation, sondern eine mögliche Art der Heilung, da sich Gewebsflüssigkeit und Eiter einen Weg nach aussen schafft. Das Trommelfell heilt in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab. Ich empfehle hier aber nach angemessener Zeit eine Hörkontrolle beim Kinderarzt machen zu lassen.

  • Antibiotika: Etwa 60 Prozent der akuten Mittelohrentzündungen werden durch Bakterien und etwa 40 Prozent durch Viren ausgelöst. Antibiotika können zur Bekämpfung von Bakterien, nicht aber von Viren eingesetzt werden. Die Wirkung der Antibiotika setzt nicht sofort ein. Auch die häufig zusätzlich vorliegende Erkältung oder Grippe heilt nicht schneller ab. Bei der Behandlung von Mittelohrentzündungen hat sich gezeigt, dass schwierige Verläufe (z.B. Ausbreitung der Entzündung auf den Schädelknochen oder Hörverlust) durch die Behandlung mit Antibiotika nicht vollständig verhindert werden konnten. Kinder, die keine Antibiotika einnehmen, haben nahezu genauso selten mit ernsthaften Folgen von Mittelohrentzündungen zu kämpfen, wie Kinder, die von Anfang an mit Antibiotika behandelt werden. Auch die Dauer der Krankheit lässt sich durch Antibiotika allenfalls um einen Tag verkürzen.

    Kinder welche keine Antibiotika einnehmen, sind nicht länger krank als Kinder, die Antibiotika einnehmen. Dafür treten bei antibiotischen Behandlungen öfters Nebenwirkungen auf. Antibiotika bekämpfen zwar die Erreger, aber wirken nur indirekt auf den Schmerz und die Entzündung. Zudem können sich Resistenzen gegen das Antibiotikum bilden, so dass dieses bei wirklich notwendiger Gabe eventuell nicht mehr wirkt. Bei guter Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Eltern kann auf Antibiotika weitgehend verzichtet werden.

    Antibiotika sollten nie leichtfertig eingenommen werden. Andererseits wird Ihr Kinderarzt oder Notfallarzt kein Verständnis oder Begeisterung zeigen, wenn Sie Ihn zur nächtlichen Stunde aufsuchen, um dann das Antibiotikum zu verweigern. Er hat den Auftrag die Mittelohrentzündung zu behandeln, und er versteht (meist) nichts von der Homöopathie. Ich rate daher immer den gesunden Menschenverstand walten lassen. Eine gewöhnliche Mittelohrentzündung muss nicht in der Nacht antibiotisch behandelt werden! Da genügt es erst mal den Schmerz zu beschwichtigen, und die Schwellung einzuschränken und evtl. eine Diagnose zu haben. Deshalb, melden Sie sich doch bitte am nächsten Tag bei mir, sei dies nach dem Arztbesuch, oder nach der Gabe des Schmerzmittels.

    Wenn ein Antibiotikum eingesetzt wird, sollten Sie und Ihr Kind allerdings die Einnahme über den gesamten vorgeschriebenen Zeitraum durchhalten, dies sind normalerweise 5-7 Tage.
    Meistens geht es Ihrem Kind nach 2-3 Tagen besser. Die Bakterien sind nach 2-3 Tagen jedoch noch nicht vollständig "bekämpft"!

    Nebenwirkungen Antibiotika: Wenn Sie sich für Antibiotika entscheiden haben, empfehle ich Ihnen allfällige Nebenwirkungen (z.B. Pilz, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag) homöopathisch behandeln zu lassen. Das gleiche gilt, wenn trotz Antibiotika die Entzündung immer wieder aufflackert, d.h. chronisch wird.

Auf Antibiotika kann verzichtet werden, wenn:

  • es sich um eine umkomplizierte Mittelohrentzündung handelt (also keine ernsthaften Begleiterkrankungen wie sehr hohes Fieber, andauerndes Erbrechen oder Krampfanfälle vorliegen) und

  • Eltern, Homöopath und Arzt gut zusammenarbeiten! Wenn man sich homöopathisch behandeln lässt, sollte Antibiotika vermieden werden können.

Link auf Website Urs Maurer:
http://www.groma.ch/Otitis-media-Antibiotika.238.0.html 

  • Fieber: Die Frage, wie hoch die Temperatur steigen darf, kann nicht pauschal beantwortet werden. Ein Kind, welches mit 40C Fieber spielt ist z.B. gesünder, als ein Kind das mit 38,5C apathisch im Bett liegt. Man kann sich an folgende Faustregel halten. Jedes Fieber hat auch verschiedene Phasen. Steigt das Fieber an, kann es zu Schüttelfrost kommen, um durch das Muskelzittern Wärme zu produzieren. Im Fieberanstieg sind die Füsse und Unterschenkel kühl. Daran können sie leicht erkennen, ob das Fieber noch weiter steigt. In dieser Phase dürfen Sie keine Wadenwickel machen! Erwärmen sich die Füsse, ist die Temperaturerhöhung abgeschlossen oder das Fieber sinkt. Jetzt können Sie den Körper mit Wadenwickeln und kalten Waschungen unterstützen, die Wärme abzugeben. S. auch: Fieber

  • Nachkontrolle/ Hörtest: Wenn Ihr Kind eine Mittelohrentzündung hatte, sollte der Arzt nach 3-4 Wochen nachschauen, ob alles gut verheilt ist und weder Ohr noch Hörfähigkeit gelitten haben. Dazu gehört auch ein Hörtest. Achten Sie auch selber nach einer Mittelohrentzündung darauf, ob Ihr Kind noch genauso gut hört wie vorher.

  • Ohrtropfen sind hinfällig, da diese bei intaktem Trommelfell gar nicht bis zum Mittelohr vordringen.

  • Paukenröhrchen werden bei Kindern operativ in Trommelfell eingelegt, um eine Belüftung des Mittelohres zu gewährleisten (besonders bei Kindern mit grossen Rachenmandeln). Hier wäre die Homöopathie eine gute Alternative.

  • Rachenmandeln: Bei rezidivierenden Mittelohrentzündungen kann es sein, dass der Abfluss der Eustachischen Röhre behindert ist. Heute ist man zwar mit dem Entfernen der Rachenmandeln etwas vorsichtiger als noch vor einigen Jahren. Bevor Sie sich aber für eine Operation entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall eine homöopathische Behandlung in die Wege leiten (Konstitutionstherapie).


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