Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
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Wochenbett Verstopfung
Wochenbett Verstopfung
Die Verdauung beginnt im Mund durch Zerkauen der Nahrung. Enzyme aus
dem Speichel spalten die Kohlenhydrate auf. Danach beginnt ein Slalom
des Speisebreis über ca. 8 m (Speiseröhre, Magen, Dünndarm
3-5 m, Dickdarm ca. 2 m. Mastdarm, Rektum ca. 20 cm).
Bei zu seltener
Stuhlentleerung wird der Nahrungsbrei durch Wasserentzug stark eingedickt,
der Stuhl wird hart. Durch das fehlende Stuhlvolumen wird die Darmentleerung
schwieriger und es entsteht ein Völle-
oder Druckgefühl im Unterbauch. Es können auch Blähungen,
Bauchschmerzen und plötzliche Durchfälle (Diarrhoe) mit Bauchkrämpfen
auftreten. Wie in der Schwangerschaft sorgt die Hormonumstellung nach
der Geburt für einen veränderten Muskeltonus im Unterleib.
Aus Angst vor Schmerzen halten viele Frauen auch ihren Stuhlgang zurück.
Schmerzmittel unter der Geburt können auch zu einer Darmträgheit
fühlen.
Drei bis vier Tage nach der Geburt sollte sich der Darm
entleeren, die Rückbildung der Gebärmutter wird so aktiviert und Hämorrhoiden
vorgebeugt.
Wenn die Verstopfung länger als 3 Monate andauert und keine Besserung
durch Hausmittel eintritt, sollte dies medizinisch abgeklärt werden.
Symptome einer chronischen Darmträgheit
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Krampfartige Schmerzen im Darmbereich, ständiger Stuhldrang
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Druck und Schwere im Leib
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Unwohlsein
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Übelkeit
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Kopfschmerzen
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Belegte Zunge, Mundgeruch
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Blähungen
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Schlaflosigkeit
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Hautunreinheiten
Achtung
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Bei anhalten Beschwerden oder wenn die Verstopfung völlig
neu für Sie ist,
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Blut im Stuhl erscheint, der Stuhl auf einmal dunkel bis schwarz
wird,
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Fieber besteht.
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krampfartige Schmerzen und eine angespannte Bauchdecke, Erbrechen, Windverhalten
hinzukommen, sollten Sie sofort Ihren Arzt oder Ihren Homöopathen
informieren. Dies ist ein Notfall, der Gesundheitszustand kann sich
hier sehr schnell verschlechtern, es droht ein möglicher Darmverschluss.
Allenfalls Notfallklinik benachrichtigen.
Ursachen
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zu geringe Flüssigkeitszufuhr, zu wenig Ballaststoffe in
der Nahrung und zu wenig Bewegung
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Bettlägerigkeit
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Hormone (das Hormon Progestoron wirkt noch einige Tage weiter
entspannend auf die Darmmuskulatur. In der Schwangerschaft wird
so die Darmpassage verlangsamt, wichtige Nährstoffe könne
so besser verwertet werden).
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Erschlaffte Bauchdecke
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Flüssigkeitsmangel (z.B. durch vermehrte Atmung, Blutverlust,
vermehrtes Schwitzen während der Geburt)
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Medikamente (z.B. Schmerzmittel; Hustenmittel; Antidepressiva;
Eisenpräparate)
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Magnesiummangel (Obst und Gemüse, Nüsse, Sonnenblumenkerne
und Vollkornprodukte enthalten eine höhere Menge an Magnesium).
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Zu geringer Darminhalt (v.a. wenn vor der Geburt ein Einlauf gemacht
wurde, oder wenig Nahrung bei einer langen Geburt aufgenommen wurde).
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Angst bei der Stuhlentleerung (durch Wundschmerz der Dammnaht
od. Angst, dass sich die Naht löst, Verletzungen der Scheide, schmerzende
Hämorrhoiden).
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Mangelnder Persönlichkeitsschutz im Zimmer (mangelnde sanitäre
Einrichtungen)
Tipps
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Viel Trinken (Tee, Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte,
z.B. Pflaumensaft).
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1 Glas (warmes) Wasser morgens nach dem Aufstehen nüchtern trinken.
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Schokolade, Kakao, raffinierte Nahrungsmittel meiden.
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Stuhldrang nicht unterdrücken. Sorgen Sie für eine geregelte
Darmentleerung (gleiche Zeit).
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Bewegung ist wichtig, damit sich die Muskeln im Unterleib anspannen und
entspannen.
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Regelmässige Essenszeiten fördern die Verdauung (leider in den
ersten Wochen mit dem Säugling manchmal etwas schwierig umzusetzen).
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Gutes Kauen hilft die unverdaulichen Bestandteile auch wieder auszuschneiden.
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Eine Bauchmassage mit Johannis-, oder Mandelöl im Uhrzeigersinn ist
sehr wohltuend, sie regt die Darmtätigkeit an, Im rechten Unterbauch
beginnend, feste, kreisende, massierende Bewegungen im Uhrzeigersinn über
den gesamten Bauch ausführen, morgens vor dem Aufstehen 5 Min. lang.
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Morgendliches Bauchtraining stärkt die Bauchmuskulatur und fördert
die Darmentleerung: Man legt sich im Bett auf den Rücken und fährt
mit den Beinen weit ausholend Rad (kann allerdings erst angewendet
werden, wenn die Dammnaht es zulässt).
Bauchschnellübung: Ruckartiges Zusammenziehen der Bauchmuskulatur in
rhythmischer Folge während 10 Min. tägl.
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Die Rückbildungsübungen
nach der Geburt stimulieren auch den Verdauungstrakt.
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Gönnen Sie sich auch einmal Auszeiten für ein Bad (nach dem Wochenfluss!),
usw. Verkrampfungen und innere Anspannungen haben nicht nur Auswirkungen
auf Ihren Stuhlgang, sondern auch auf Ihr Kind. Neugeborene reagieren sehr
empfindlich, wenn die Mutter stillt, z.B. in Form von Bauchkrämpfen.
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Bei
sehr trockenem Stuhl: 3x tägl. vor dem Essen je 1 Lebertran- und
1 Weizenkeimöl-Kapsel einnehmen.
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Salze und Zuckeraustauschstoffe (sgn.
osmotische Abführmittel), wie
z.B. Bittersalz, Glaubersalz, Milchzucker, Lactulose, Sorbitol binden das
Wasser im Darm. Die Wirkungszeit ist hier bereits nach einigen Stunden da.
Es muss viel getrunken werden. Speziell der Milchzucker ist für Säuglinge
und Kleinkinder geeignet.
Glaubersalz
Aufgelöst in Wasser morgens nüchtern getrunken (ist aber sehr unangenehm
und bitter).
Pulverisierter Milchzucker
3x tägl. 1 gestrichener TL in Wasser gelöst trinken. (Milchzucker
hemmt Fäulnisbakterien, begünstigt Bifidus-Bakterien und ist für
die Calciumaufnahme zuständig); od Milchzuckertabletten.
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Glycerinzäpfchen greifen nicht direkt in die natürliche
Verdauung ein, sie machen den Stuhl gleitfähig. Sie wirken sehr schnell.
(auch für Säuglinge und Kleinkinder geeignet.
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Klistiere/ Darmeinläufe sollten
nur kurzzeitig angewendet werden (Gefahr von Störungen im
Mineral- und Wasserhaushalt).
Entweder verwendet man lauwarmes Salzwasser
oder eine Mischung aus Glyzerin und Wasser im Mischverhältnis 1:3.
Erwachsene: bei der Verabreichung auf der linken Körperseite liegen. Nach
Einlauf der Lösung in das Rektum muss sich der Patient bemühen, die
Lösung 10 – 20 Minuten zurückzuhalten. Nach Eintritt der Wirkung
kann es noch während mehrerer Stunden wiederholt zu wässrigen Stuhlgängen
kommen.
Ernährung
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Konsum von Zucker, Weissmehlprodukten und Schokolade meiden.
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Ballaststoffe (Faserstoffe, z.B. Zellulose) fördern
die Verdauung, sie sind für uns praktisch unverdaulich. Sie müssen
gut gekaut werden, werden daher gut eingespeichelt und so mit Verdauungsenzymen
angereichert.
Sie verbleiben länger im Magen, dies regt die Magensäfte
an, dämpft aber auch das Hungergefühl! Enthalten sind Faserstoffe
in Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Früchten.
Zusammen mit reichlich Flüssigkeit quellen sie auf, vergrössern das
Stuhlvolumen, dehnen so den Darm, was eine regelmässige Entleerung fördert.
Rezeptoren in der Darmwand nehmen die Füllmenge wahr und lösen einen
Reflex zur Entleerung aus. Eine Ballaststoff-Menge von 30 g pro Tag reicht
aus (z.B. enthalten in 3 Stück Vollkornbrot). Mehr kann zu Blähungen
führen. Neben Ballaststoffen in der Nahrung kommen hier Weizenkleie, Leinsamen
oder Flohsamen in Frage. Man gibt neben etwas Weizenkleie z.B. 1 TL Flohsamen
ins Müesli oder zu den Cornflakes. Hämorrhoiden, Ausstülpungen
des Dickdarms wird so vorgebeugt.
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Rohkost (Vorsicht wenn dies
noch ungewohnt ist à Blähungen).
Mag man Rohkost nicht besonders, kann man auf Weizenkleie oder Weizenkeimflocken,
täglich 10-20 g (1 gehäufter EL), Haferflocken, ungezuckerte
Cornflakes ausweichen. Sie schmecken besonders gut mit Kompott (Pflaumen,
Zwetschgen), Joghurt, Quark, Furchtsaft oder in einem Müesli
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Vollwertkost: Vollkornbrot statt Weissbrot, kein
raffinierter Zucker und daraus hergestellte Süssigkeiten,
dafür um so mehr Salat, Gemüse aller Art (roh und gekocht). Getreidegerichte
aus vollem Korn, Hülsenfrüchte, Früchte usw.
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Quell-
oder Füllstoffe sollten als erstes angewendet
werden, z.B. Flohsamenschalen, Weizenkleie, Leinsamen. Sie nehmen Wasser
auf und erhöhen dadurch das Füllvolumen des Darmes. Die Darmtätigkeit
wird dadurch angeregt. Es muss viel getrunken werden, die Wirkung setzt nach
2 – 3 ¨Tagen ein.
Leinsamen: 1 EL, 1-2x täglich aufgelöst in
mindestens 150 ml Flüssigkeit: Sie wirken als Gleit- und Quellmittel.
Sie ölen quasi die Darmschleimhaut ein, die Stuhlmengen gleiten besser
durch. Die Schleimsubstanzen dringen zudem in die noch unverdauten Nahrungsbestandteile
ein, bringen diese zum quellen und vergrössern das Stuhlvolumen. Der Darm
wird so besser gefüllt, was einen Fortbewegungsreiz auslöst. Die
Darmschleimhaut wird nicht strapaziert, sie wird vielmehr mit einer Schutzschicht überzogen,
er kann so ausheilen.
Flohsamen: 1-2x tägl. 1-2 TL in 100-200 ml Flüssigkeit,
danach noch mehr trinken.
Getrocknete Pflaumen, Zwetschgen oder Feigen: Abends
2-3 Früchte in Wasser einlegen, am nächsten Morgen samt Wasser
essen (Feigensirup hat die gleiche Wirkung).
Behandlung Schulmedizin
- Abführmittel (Laxanzien)
Eine langfristige unkontrollierte
Einnahme von Abführmitteln kann mit
unerwünschten Nebenwirkungen verbunden sein oder sogar zu einer Verschlimmerung
der Verstopfung führen.
Durch den Dauergebrauch von Abführmitteln verringert sich die
Darmtätigkeit. Abführmittel, welche die die Verdauung
durch Beeinflussung des Wasserhaushaltes des Darms anregen sollten nur kurzfristig
oder in Ausnahmefällen (Reise, Krankenhaus) eingenommen werden.
Auch
pflanzliche Abführungsmittel mit diesem Wirkprinzip führen
zu Wasser- und Salzverlusten. Meiden Sie Sennesblätter oder
Sennesfrüchte, sie sind oft in anderen Laxantien (Abführmitteln)
enthalten (z.B. Agiolax, Neda Fruchtwürfeln, usw.). Senna verringert
die Wasser- und Elektrolytaufnahme aus dem Dickdarm (der Stuhl wird dadurch
voluminöser, der Füllungsdruck im Darm steigert sich). Senna sollte
höchstens während 2 bis 3 Wochen angewendet werden. Eine längere
Einnahme führt zu einem Gewöhnungseffekt, zur Störung im Elektrolythaushalt
(deshalb nicht in der Schwangerschaft und Stillzeit anwenden) und zu einer
möglichen Abhängigkeit. Speziell der Kaliumverlust kann zu weiteren
Komplikationen führen (Abhängigkeit, Darmschleimhautschädigung).
Behandlung Klassische Homöopathie
Bei einer Verstopfung empfiehlt sich immer eine sanfte homöopathische
Behandlung. Gerade bei akuten Beschwerden helfen homöopathische
Arznei nebenwirkungsfrei schnell aus der Krise. Anhand von körperlichen
Symptomen, Allgemeinsymptomen, Gemütssymptomen und evtl. Auslösern
(Medikamente, gestörte Wundheilung nach Dammschnitt, usw.) wähle
ich das passende Heilmittel. Dann kommt der Darm auch wieder in Schwung.
Bei bereits chronifizierten Beschwerden und Hämorrhoiden empfiehlt
sich eine Konstitutionsbehandlung.

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