ADS / ADHS / POS
ADS bezeichnet eine neurologisch bedingte Störung, die durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Aufmerksamkeit, durch Störungen der Impulskontrolle und der emotionalen Regulation gekennzeichnet ist. Zusätzlich kann eine motorische Hyperaktivität (Unruhe) auftreten (ADHS).
Verschiedene Bezeichnungen, eine Erkrankung:
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ADHS Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom
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ADS Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom
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Zappelphilipp-Syndrom (Der Prototyp eines hyperaktiven Kindes wurde schon 1845 im Kinderbuch von Dr. Heinrich Hoffmann "Der Struwelpeter" beschrieben)
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POS-Syndrom (Psychoorganisches Syndrom)
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MCS/MCD Minimale Zerebrale Störung
Frühkindliche leichte Hirnschädigung -
Hyperkinetische Syndrom (HKS)
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Lernstörung
Die Bezeichnungen sind teilweise unzutreffend,
da nicht jede Aufmerksamkeitsstörung mit motorischer Hyperkinese
(Hyperaktivität) einhergeht, bzw. nicht in jedem Fall eine
hirnorganische Störung auszumachen ist.
Zwischen 2-10 % der Kinder leiden an Aufmerksamkeits-störungen
oder am hyperkinetischen Syndrom, Jungen sind dabei deutlich häufiger
betroffen als Mädchen. Das Erscheinungsbild der Krankheit
ist sehr vielgestaltig (deshalb auch die Bezeichnung Syndrom).
Es reicht vom bekannten Zappelphilipp über brav-träumerische
Mädchen, depressiv orientierungslose Jugendliche bis hin zum
hochbrillanten zerstreuten Professor. Bereits im Säuglingsalter
sind Abweichungen festzustellen. 15% der Kindergartenkinder werden
heute als latent hyperaktiv eingeschätzt. Etwa 50% der dreijährigen
Kinder mit hyperaktiven Störungen sind mit 6 Jahren immer
noch hyperaktiv, 75% haben mit neun Jahren weiterhin die typischen
Symptome. Bleibt die Störung über das 14. Lebensjahr
bestehen, wird die Prognose durchgehend schlecht eingestuft. Obwohl
die motorische Überaktivität mit dem Alter abnimmt, dauern
die Aufmerksamkeitsdefizite bis ins Erwachsenenalter an.
Die verschiedenen Komponenten wie Unruhe, Impulsivität,
Ablenkbarkeit und kurze Aufmerksamkeitsspanne treten
in unterschiedlich hohen Anteilen auf. Im Vordergrund stehen Störungen
der Reizverarbeitung. Betroffene Kinder zeigen einen gesteigerten
Bewegungsdrang, erscheinen ruhelos, zappeln fortwährend
auf ihren Stühlen, spielen mit ihren Stiften oder anderen
Gegenständen oder stören die benachbarten Schüler. Sie
haben aber oft Mühe Gefahren richtig einzuschätzen. Sie
leiden an Konzentrationsschwäche, haben Schwierigkeiten
zuzuhören. Viele Kinder mit ADHS haben auch Schwierigkeiten,
den Vorgaben der Lehrer zu folgen oder mit anderen Schülern
Freundschaft zu schliessen. Die motorische, emotionale und verbale Impulsivität kann
sich als grosse Ungeduld zeigen, als planloses
unberechenbares Handeln.
Diese schwierigen Kinder sind in der Gemeinschaft
kaum zu "ertragen". Sie fordern ihre Bezugspersonen bis
zur Erschöpfung heraus. Ihr Nervensystem ist völlig überstimuliert.
Die Kinder sind wie aus ihrer Mitte gerissen, spüren
sich und andere schlecht. Oft sind sie einseitig
begabt. Es mangelt dem Kind nicht an Intelligenz (viele
sind sogar auf einem Spezialgebiet kleine Genies), aber es kann
seine Fähigkeiten einfach nicht angemessen nutzen. Teilweise
sind sie intelligenter als ihre Eltern, was das Verhältnis
noch schwieriger macht, weil sie die Erwachsenen richtig ausnützen.
ADHS-Kinder passen sich nicht vorgegebenen Normen an, wollen oftmals
alles gleichzeitig, halten sich an keine Verbote und lassen sich
auch durch Strafen nicht abhalten. Im Gegenteil, diese fordern
sie geradezu noch zu absurden Handeln und aggressiven Verhalten
heraus. Oft erfahren diese Kinder durch ihre Impulsivität
Zurückweisung, sie werden als störend empfunden. Oft
werden sie aus Hilflosigkeit und Überforderung zum
Sündenbock gestempelt und mit Strafaktionen eingedeckt.
Strafen haben bei ihnen aber keine Wirkung, schliesslich ist es
nicht so, dass das Kind nicht will, sondern es kann einfach nicht.
Es gibt auch Kinder, die nicht durch über ihre Hyperaktivität
auffallen sondern durch ihre Teilleistungsschwächen und
ihre starke Ermüdbarkeit. Ihre Wahrnehmung,
Konzentration ist begrenzt und starken Schwankungen
unterworfen. Im Volksmund bezeichnet man sie oft als Träumer.
Gesellschaftliche Normen bestimmen heute mit, ab wann ein Kind
hyperaktiv ist. In unserer bewegungsarmen Gesellschaft kann deshalb
ein leicht überdurchschnittlich aktives Kind die Diagnose
Hyperaktivität bekommen. Hinzu kommt, dass unruhiges und aggressives
Verhalten auch eine Folge von geistiger Unterforderung sein kann.
Hyperintelligente Kinder werden, wenn ihre Begabungen nicht erkannt
werden und ihnen nicht entsprechende Entwicklungsmöglichkeiten
zur Verfügung stehen, schnell zu schwererziehbaren Störenfrieden.
Bei Kindern werden die Probleme mit Psychopharmaka behandelt. Allerdings
ist bislang nicht bekannt, welche Folgen die Dauermedikation bei
einem noch im Wachstum befindlichen Gehirn verursachen kann. Die
Entscheidung über eine mehrjährige medikamentöse
Behandlung fällt daher besonders schwer, sie stürzt viele
Eltern in einen Gewissenskonflikt.
Folgen von ADHS bei Kindern
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Wahrnehmungsstörungen und Teilleistungsstörungen sind die Folge von Konzentrationsstörungen und erhöhter Ablenkbarkeit.
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Einseitige Leistungen, mangelnde Akzeptanz im Klassenverband, mangelndes Selbstwertgefühl, führt wiederum zu einem Kompensationsverhalten, die Kinder beginnen erst recht herumzualbern, spielen den "Klassenclown".
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Unaufmerksamkeit und Impulsivität führen zu einem erheblichen Leidensdruck, sie beeinträchtigen auch später die berufliche Funktionsfähigkeit.
ADHS bei Erwachsenen
Entgegen früheren Annahmen wächst sich die Krankheit
in der Pubertät nicht aus, zwei Drittel der Kinder leiden
auch im Erwachsenenalter an ADHS. Das Beschwerdebild wandelt sich
aber mit dem Alter. Überaktivität und Impulsivität
weichen oft einer allgemeinen Leistungs- und Konzentrationsschwäche.
Fast alle Erwachsenen fühlen sich innerlich ruhelos und getrieben.
Im Berufs- und im Privatleben erreichen sie oft nicht die Ziele,
die sie sich ursprünglich gesteckt hatten. Viele leiden vor
allem unter den sozialen Folgen von ADHS. Im Laufe der Jahre lernen
viele, wenn auch mit enormem Aufwand, sich anzupassen oder ihre
Schwächen zu verstecken. Allerdings sind Folgeerkrankungen
wie Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen sowie Persönlichkeitsstörungen
(wie z.B. Borderline) oft typisch. Frauen leiden deutlich seltener
als Männer unter ADHS und zeigen auch ein etwas anderes Beschwerdebild.
Deshalb wird die Störung bei Frauen zu selten erkannt. Frauen
fallen u.a. durch eine sehr selbstunsichere, ängstliche Persönlichkeit
mit einer starken Neigung zu Depressionen auf. Erwachsene ADHS-Patienten
reagieren insgesamt emotionaler als andere Menschen und empfinden
Gefühle ungebremster.


