Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
Arzneimittel
Homöopathische Arzneimittel
Homöopathische Arzneimittel stellen
eine eigenständige Arzneiklasse dar. Ihre Herstellung
erfolgt durch wiederholte Schritte von Verdünnung
und Verschüttelung oder Verreibung,
wobei die Arzneien ihren chemischen Arzneigehalt verlieren.
Gleichzeitig werden durch diesen Vorgang der Potenzierung die
homöopathischen Wirkeigenschaften der ursprünglichen Rohstoffe immer
mehr entwickelt und auf den Arzneiträger übertragen.
Durch Potenzieren (Verdünnen und Verschütteln) bekommt
das Arzneimittel seine Heilkraft. Es wird dabei Energie
freigesetzt und der Informationsgehalt der
Arznei auf das Verdünnungsmedium Wasser oder Saccharose übertragen.
Es gibt heute mehr als 3000 Heilmittel. Sie werden
vor allem aus Pflanzen, aber auch aus Metallen, Mineralien, Tieren (z.B.
Apis/Biene) und aus durch Krankheiten produzierten Stoffen (Nosoden)
hergestellt.
Arzneimittelprüfungen
Arzneimittelprüfungen an gesunden Testpersonen erhält
man ein genaues Bild über mögliche Wirkungen
einer Arznei auf den menschlichen Organismus. Dabei wird
die Arznei von zahlreichen Prüfern eingenommen, die auftretenden
Symptome werden genau protokolliert.
"Also genau, sorgfältig genau, müssen die Arzneien,
von denen Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit der Menschen
abhängen, von einander unterschieden und deshalb durch sorgfältige,
reine Versuche auf ihre Kräfte und wahren Wirkungen im gesunden
Körper geprüft werden, um sie genau kennen zu lernen
und bei ihrem Gebrauche in Krankheiten jeden Fehlgriff vermeiden
zu können, indem nur eine treffende Wahl derselben das grösste
der irdischen Güter, Wohlsein Leibes und der Seele, bald und
dauerhaft wiederbringen kann."
Ein Arzneimittelbild ist eine Sammlung
der Symptome, die eine Arznei bei einem Gesunden bei längerer
Einnahme bzw. besonderer Empfindlichkeit hervorrufen kann.
Die Ähnlichkeitsregel (Simile-Prinzip)
der Homöopathie besagt, dass eine Arznei ein ähnliches
Leiden erregen kann wie das, welches es heilen soll.
Herstellung homöopathischer Arzneimittel
Die ersten Vorschriften zur Herstellung homöopathischer
Arzneimittel stammen von Dr.Samuel Hahnemann, der in
seinen Hauptwerken "Organon", ,,Reine Arzneimittellehre" und
,,Chronische Krankheiten" sehr genaue Angaben zur Arzneipotenzierung
hinterliess. Bald danach wurden von unterschiedlichen Autoren
,,homöopathische Arzneibücher" verfasst, wobei
die erstmals 1872 von W. Schwabe herausgegebene ,,Pharmacopoea
homeopathica polyglottica" zum Vorläufer des heutigen
homöopathischen Arzneibuches wurde. Darauf aufbauend erschien
1924 die 1. Auflage des Deutschen Homöopathischen Arzneibuches,
1978 wurde es durch das offizielle ,,Amtliche Homöopathische
Arzneibuch" (HAB 1) ersetzt.
Verdünnung
Um arzneiliche Rohstoffe potenzieren zu können, müssen
diese zuvor in eine verarbeitbare Form gebracht werden. Dies kann
durch Lösung, Anfertigung einer Urtinktur oder Verreibung mit
Lactose erfolgen.
Lösung: Die schrittweise Verdünnung
des gelösten Arzneirohstoffes erfolgt mit flüssigen
Arzneiträgern. Arzneirohstoffe wie etwa Salze, Säuren
oder pflanzliche Harze können im passenden Verdünnungsverhältnis
in Wasser, Alkohol oder Alkohol-Wasser-Gemischen gelöst
werden, bevor damit die Potenzierung beginnt. In Sonderfällen,
z. B. bei Bienen- und Schlangengiften, kann zur Herstellung der
Lösung auch 85% Glycerin verwendet werden.
Urtinktur: Pflanzliche und tierische
Rohstoffe können meist nicht gelöst werden.
Deshalb wird aus ihnen durch Mazeration oder Perkollation eine
,,Urtinktur" hergestellt. Auf diese Weise können aus
frischen oder getrockneten Pflanzen oder Pflanzenteilen, pflanzlichen
Presssäften, Harzen, Ölen, Tieren, Tierteilen oder Nosodenpräparaten
Urtinkturen hergestellt werden.
Verreibung: Unlösliche Rohstoffe,
wie z.B. Metalle oder in Alkohol oder Wasser unlösliche
anorganische Salze und Minerale, müssen
mit Lactose im gewünschten Potenzierungsverhältnis
in einer Porzellanreibschale verrieben werden, um die Potenzierung
zu beginnen. Dieses Verfahren kann prinzipiell auch für lösliche
Arzneistoffe, frische Pflanzenteile und Flüssigkeiten verwendet
werden.
Bezeichnungen von Verdünnungen/Potenzen: D, C oder LM
D-Potenzen werden 1:10 verdünnt: 1 Tropfen
Urtinktur wird mit 9 Tropfen Lösungsmittel verschüttelt.
Die erste Verdünnung wird mit D1 bezeichnet. Wird die D1 dann
1:10 verschüttelt, erhält man die D2. Dieser Vorgang
lässt sich endlos wiederholen. Bis D6 spricht man von Tiefpotenzen,
bis D12 von mittleren Potenzen, darüber von Hochpotenzen.
Bei C-Potenzen geschieht die Verdünnung im
Verhältnis 1:100. Tiefpotenzen bis C12, Mittlere Potenzen
ab C12 und Hochpotenzen ab C30.
Bei "LM-Potenzen" (Q-Potenzen) wird
1:50'000 verdünnt.
Die Verdünnungen in der Homöopathie sind häufig
so stark, dass in dem fertigen Arzneimittel - chemisch gesehen
- kein Wirkstoff mehr vorhanden ist. In der Homöopathie wird
aber die Heilkraft als Information gesehen, die auch unabhängig
vom Wirkstoff existiert.
Potenzierung =
Verdünnung + Dynamisation
Um aus der reinen Arzneiverdünnung
die Arzneikraft, oder die Arzneiinformation zu
entwickeln, wird verschüttelt oder verrieben, dabei gehen die Informationen
auf den Arzneiträger (Wasser, Alkohol und Milchzucker,
Saccharose) über.
Verschüttelung
Nach der Verdünnung wird mit Schüttel-Schlägen
das Arzneimittel potenziert. Bei D- und C-Potenzen sind
dies 10 Schläge, bei LM-Potenzen 100 Schläge pro Potenzierungsschritt.
Verreibung
Die schon erwähnte Verreibung (= Trituration) erfolgt entweder
von Hand oder mit Hilfe geeigneter Maschinen in Reibschalen aus
Porzellan, wobei die Verreibungszeit pro Potenzierungsschritt mindestens
1 Stunde beträgt. Die so gewonnene erste Verreibung, z.B.
die Trituration D1 oder C1, kann wiederum im entsprechenden
Verdünnungsverhältnis mit Lactose verdünnt und 1
Stunde intensiv verrieben werden. Es entsteht dadurch die D2 oder
C2.
Verreibungen ab dem Potenzgrad C3, C4 bzw. D4 sind bereits so verdünnt,
dass sie für die weitere Potenzierung nicht mehr trituriert
werden müssen. Statt dessen kann aus ihnen im gewünschten
Potenzierungsverhältnis eine wässrige Lösung angefertigt
und potenziert werden, um die weitere Potenzierung im üblichen
Verschüttelungsverfahren mit Alkohol durchzuführen.
Darreichungsformen
Tropfen/Dilutionen:
Als Arzneiträger enthalten sie meist 43% Äthanol. Sie
werden pur oder mit Wasser verdünnt eingenommen.
Globuli/Streukügelchen: Globuli
werden aus Zucker (Saccharose) gefertigt und mit der alkoholischen
Dilution des gewünschten Potenzgrades benetzt.
Tabletten: Triturationen
(Verreibungen) werden zusammen mit Zusatzstoffen zu Lactosetabletten
gepresst.
Komplexmittel: Sie sind Kombinationspräparate, die
aus zwei oder mehreren homöopathischen Einzelmitteln hergestellt
werden. Sie werden als Arzneispezialitäten angeboten. Die
klassische Homöopathie lehnt Komplexmittel ab. Komplexmittel
werden nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip (Simile-Prinzip)
angewandt, sondern nach klinischen Gesichtspunkten eingesetzt.
Lagerung und Haltbarkeit
Homöopathische Arzneimittel sind trocken zu
lagern.
Zu vermeiden sind Einflüsse, wie starke Hitze,
Sonnenbestrahlungen (z.B. Aufbewahrung im Auto), elektromagnetischer
Felder (Handy, Mikrowellenherd, Computer, Fernseher) sowie
der Kontakt mit stark riechenden Substanzen wie ätherische Öle,
Parfüms, Kampfer, Menthol.
Eventuell können Röntgendurchleuchtungen an
Flughäfen eine störende Wirkung auf homöopathische
Arzneimittel haben.
Die Arzneimittel sind unbegrenzt haltbar, da keine
chemisch oder biologisch abbaubaren Inhaltsstoffe enthalten sind.
Aus juristischen Gründen wird jedoch von vielen Firmen auf
den homöopathischen Produkten ein Ablaufdatum von 5 Jahren
angegeben.
Inhaltsverzeichnis
Homöopathische Arzneimittel
Arzneimittelprüfungen
Arzneimittelbilder
Herstellung homöopathischer Arzneimittel
Potenzierung = Verdünnung +Dynamisation
Darreichungsformen
Lagerung und Haltbarkeit
Homöopathisches Arzneimittel
Arnica
montana
(Bergwohlverleih
oder
Fallkraut)
Die Bergpflanze Arnica ist eine Pflanze, die bereits
lange vor der Homöopathie als Hausmittel bei bestimmten Verletzungen
eingesetzt wurde. Hahnemann war der Erste, der ihre Wirkungen auf
den menschlichen Organismus systematisch erfasste. Ein umfassendes
Arzneimittelbild von Arnica montana wurde erstmals in der "Reinen
Arzneimittellehre" Hahnemanns veröffentlicht, deren 6
Bände in erster Auflage von 1811 bis 1821 erschienen. Die
aufgezeichneten Symptome gelten bis heute als sehr zuverlässig
und lassen sich heutzutage durch erneut durchgeführte Arzneimittelprüfungen
jederzeit bestätigen. In seiner "Reinen Arzneimittellehre",
findet man 592 Symptome von Arnica. Durch spätere Prüfungen
und durch klinische Erfahrungen sind bis heute noch viel mehr Symptome
bekannt. Die folgenden Symptome sind nur ein kleiner Überblick über
das grosse Arzneimittel von "Arnica montana".
Fördert die Wundheilung, wirkt auf Muskeln, Blutgefässe,
Nerven
Keine Salbe, Tinktur bei offener Verletzung. Die Wunde schliesst
sich zu schnell. Es kann äusserlich angewandt zu Entzündungen
kommen.
Homöopathische Globuli vor Operation oder vor einem
Eingriff beim Zahnarzt (Angst, Schmerz, Blutstillung): Eine
C 30 sollte, wenn überhaupt zum Voraus, am gleichen Tag
verabreicht werden. Bei mehrmaliger Einnahme schon Tage im
Voraus, kann es während dem Eingriff zu heftigen Blutungen
kommen!
Ursache/Causa
Traumatische VERLETZUNGEN v.a. der Weichteile (Quetschung,
Prellung, Verstauchung, Bluterguss, Gehirnerschütterung).
Für Verletzungen mit Fleischwunden sind andere Mittel
angezeigt.
Wunden mit ausgeprägter Schwellung od. Quetschung,
sehr schmerzhaft. Obwohl es schmerzt - muss er sich bewegen,
jede Lage ist unbequem, die Unterlage ist zu hart.
Überanstrengung (Muskulatur).
Überdehnung, Zerrung von Muskeln - verhindert Blutungen,
Entzündung.