Die Verordnung eines (!) Arzneimittels
erfolgt bei chronischen Erkrankungen nach einem umfassenden Erstgespräch/Erstanamnese,
in der die Symptome der Krankheit genau ermittelt werden von ihrem zeitlichen
Beginn bis zum heutigen Tage. Man achtet auf Symptome welche "auffallend,
sonderlich, ungewöhnlich und eigenheitlich (charakteristisch)" sind.
Allgemeinen Symptomen wie Unruhe, Appetitlosigkeit, Müdigkeit usw. wird
weniger Aufmerksamkeit geschenkt, denn solch allgemeine Symptome findet man
bei fast jeder Krankheit und in fast jedem Arzneimittelbild.
Auch Symptome, welche offensichtlich mit der bestehenden Krankheit nichts
zu tun haben, sind wichtig. Ebenfalls zu beachten sind alle anderen Gebrechen
und früher durchgemachte Krankheiten und Verletzungen, sowie familiäre
Belastungen, Lebensumstände, Umwelteinflüsse, seelische Verfassung,
usw. Die auslösende Ursache für die Erkrankung wird Causa genannt.
Die Umstände und Bedingungen, die zu einer Verbesserung oder Verschlechterung
führen, werden Modalitäten genannt.
Aus all diesen Symptomen wählt der Homöopath dann die Symptome heraus,
die für die Arzneimittelwahl relevant sind, um ein möglichst vollständiges
Bild zu bekommen. Die Konstitution ist auch ein wichtiger
Anhaltspunkt. Konstitutionsmerkmale sind z. B. Körperbau, Körperhaltung, Haut- und
Haarfarbe und Hautbeschaffenheit, Gewebebeschaffenheit und Temperatur. Die Konstitution
kann sich im Laufe eines Lebens oder bei der Behandlung verändern.
Es ist wichtig zu wissen, ob andere Medikamente eingenommen oder andere Therapien
durchgeführt werden und welche Medikamente oder Therapien in der Vergangenheit
gegeben bzw. durchgeführt worden sind. Auch ist es wichtig zu erfahren,
ob bestimmte Symptome bzw. Krankheiten familiär gehäuft vorkommen.
Letztendlich werden also die gesamten Symptome erfasst, Causa, Modalitäten,
Konstitution, Verhaltenssymptome, Allgemeinsymptome und die vollständigen
Lokalsymptome, um ein genaues Symptombild zu erstellen. Danach werden
die einzelnen Symptome nach ihrer Wertigkeit geordnet, sie werden hierarchisiert.
Hierbei versucht der Homöopath in erster Linie das Wesentliche,
Einzigartige am Fall zu erkennen, um dadurch das passende Simile (ähnliches
Mittel) zu finden.
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