Bestimmte
Substanzen erzeugen in hoher Dosis typische Beschwerden und Symptome.
Hat ein Patient solche Symptome, so hilft ihm die symptombildgleiche
Substanz.
Zum Beispiel: Ein homöopathisches Medikament wird aus dem Gift der Buschmeisterschlange
(Lachesis muta) gewonnen. Der Biss dieser Schlange kann tödlich sein und
verursacht Fieber, Schüttelfrost, Schweissausbrüche, schnellen Puls,
Apathie, Kapillarschäden, septische, gangränöse, blau-rote Wunden
u. a. Für einen Patienten, der ähnliche Symptome zeigt, kann die homöopathisch
stark potenzierte Form von Lachesis eine Heilung bewirken. Dieses Beispiel ist
natürlich sehr vereinfacht; in der Tat werden bei einer homöopathischen
Behandlung die Einzelsymptome und das Symptomenbild sehr genau studiert, um das ähnlichste
Mittel zu finden.
Die Entscheidung für ein Symptombild wird fast nie auf einem einzigen
Symptom basieren, sondern auf einer Gesamtheit der Symptome. Dabei
werden viele weitere Faktoren in Betracht gezogen, wie die Psyche, der
Typ und diverse Modalitäten. Mit
Hilfe eines Repertoriums und einer ausführlichen Materia Medica lässt
sich das passende Mittel finden.
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Eine Materia Medica ist ein Buch, das einzelne Arzneimittelbilder beschreibt,
welche jeweils aus einer Vielzahl von Symptomen bestehen. Dieses
Bild sollte möglichst flächendeckend die Symptomatik des
Tieres (z.B. Buschmeisterschlange) beinhalten.
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Ein Repertorium ist ein Buch, in dem die Erkrankungssymptome nach
(menschlichen) Organen oder Funktionsgruppen geordnet sind. Es gibt verschiedene
Repertorien, z.B. nach Kent, nach Bönninghausen usw.
Beispiel:
Schlägt man in Kents Repertorium die Rubrik "Hautausschläge" auf,
stehen unter "Empfindungen" verschiedene, alphabetisch angeordnete Symptombeschreibungen
wie beissend, brennend, juckend usw. Diese werden weiter unterteilt nach
Modalitäten, z. B. abends, kalte Luft, Wärme verschlechtert,
usw. Darunter findet man die Mittel, die dieses Symptom beinhalten, alphabetisch
geordnet. Die Mittel werden ausserdem nach ihrer Wertigkeit gekennzeichnet,
d. h. Mittel mit einer hohen Wertigkeit sind fett gedruckt, Mittel mit einer
mittleren Wertigkeit sind kursiv gedruckt, und Mittel mit einer geringeren
Wertigkeit sind normal gedruckt.
Das sieht dann so aus: Wärme - verschlechtert: Alum., Bov., Caust., Clem., Led., Lyc.,
Merc., Mez., Nat-a., Psor., Puls., Sulf.
Der Homöopath schlägt in seinem Repertorium jedes Symptom nach und
sucht die am häufigsten vorkommenden Mittel heraus. Oft ergibt sich
hierdurch schon ein klares Bild, aber manchmal stehen mehrere Mittel zur Auswahl. In
jedem Fall ist es wichtig, die Arzneimittelbilder in einer Materia Medica nachzuschlagen,
um sicherzustellen, dass das Arzneimittelbild die gesamte Symptomatik umfasst.
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