Die verschiedenen Darreichungsformen einzelner homöopathischer
Mittel werden, wie die Arzneien selbst nach den Vorschriften des HAB (Homöopathisches
Arzneimittelbuch) hergestellt. Rohstoffe werden folgendermassen aufgearbeitet:
Um zum homöopathischen Mittel Belladonna (Tollkirsche) D12 zu gelangen,
werden folgende Zubereitungsschritte unternommen: 1 Tropfen der Urtinktur Belladonna
wird mit 9 Tropfen Alkohol gemischt. Die Mischung erhält 10 Schüttelschläge,
wir haben Belladonna D1. Dieser Mischung wird 1 Tropfen entnommen, der wieder
mit 9 Tropfen Alkohol gemischt und mit 10 Schüttelschlägen versehen
wird. Dadurch haben wir Belladonna D2 erhalten. Sie können sich vorstellen,
wie es weiterläuft, bis man Belladonna D12 erhält. Nach dem gleichen
Prinzip werden auch Tabletten, Pulver und Kügelchen, die Globuli, hergestellt.
Hier mischt man 1 Teil der Ursubstanz mit 9 Teilen Milchzucker. Diese Mischung
wird eine bestimmte Zeit in einem Mörser verrieben. Zur weiteren Potenzierung
wird wie bei den Tropfen verfahren.
Zur Herstellung homöopathischer Mittel werden u.a. mineralische, pflanzliche
und tierische Produkte verarbeitet. Als Verdünnungsmedium dienen bei flüssigen
Arzneimitteln Äthanol und Wasser, bei Globuli und Tabletten wird Milchzucker
verwendet.
Die flüssigen Verdünnungen werden zehnmal, bzw. 100-mal kräftig
geschüttelt, die festen Darreichungsformen werden eine Zeit lang verrieben.
Hahnemann konnte beobachten, dass die Ausgangsstoffe, auf solche Weise zubereitet,
eine ungleich höhere Wirksamkeit entfalten als in purer Form.
Essenzen (frische Pflanzen & Pflanzenteile)
Tinkturen (getrocknete Pflanzenteile)
Lösungen (lösliche Salze & Säuren)
Verreibungen (Pflanzen, unlösliche Mineralien)
Tabletten (Pressen oder Verreibung)
Streukügelchen (Zucker / Wirkstoff 1:100)
Flüssige Ausgangsstoffe bezeichnet man als Urtinkturen, feste Ausgangsstoffe
als Ursubstanzen.
Im Ganzen sind es 46 Herstellungsvorschriften, die der Apotheker beachten
muss, wenn er diverse homöopathische Arzneimittel aus pflanzlichen, chemischen
oder tierischen Materialien herstellt. Flüssige wie feste Ausgangsstoffe
durchlaufen eine Reihe von Extraktionsprozessen bis schliesslich die sog.
Urtinktur erreicht ist.
Durch Verdünnen oder auch Potenzieren genannt, entstehen aus diesen Urtinkturen
die eigentlichen, uns bekannten und geprüften homöopathischen
Mittel in den verschiedenen Formen wie: Tropfen, Globuli oder Tabletten.
Nicht zu vergessen: Ampullen zur Injektion.
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