Die Konstitution im homöopathischen Sinne hat mit den
klassischen Konstitutionstypen nicht viel gemein, bzw. geht weit über
diese hinaus. In der Homöopathie sind es Arzneitypen, die uns
als plastische Menschenbilder begegnen.
Als Konstitution bezeichnet man im Allgemeinen
die Summe der körperlichen und psychischen Eigenschaften eines
Menschen.
Als Konstitutionsmittel werden solche bezeichnet, die in allen Zellen
und Geweben lebenswichtige Aufgaben erfüllen - wie Kalium, Phosphor, Schwefel usw. Neben
diesen Stoffen sind auch andere Stoffe wie Puls, Nux-v, usw. von grosser Bedeutung.
Sie sind in der Lage, eine allgemeine Umstimmung des Organismus herbeizuführen. Sie
beziehen sich direkt auf die Person, auf ihr Erscheinungsbild, auf den Charakter
- sie erfassen die besonderen Eigenarten des Patienten und seiner allgemeinen
Tendenz zum Erkranken.
Die Homöopathie hat hierbei die Möglichkeit, das im Wesen des Patienten
Verankerte hervorzuholen, und damit die Anlagen zu Krankheiten, ererbten Anfälligkeiten
usw. günstig zu beeinflussen.
Konstitutionstypen sind für den erfahrenen Homöopathen lebende
Gestalten, die er auf Anhieb erkennt. Z.B. der schlanke, nervöse Phosphor-Typ mit
Neigung zu Blutungen; das verzagte, blauäugige und weinerliche Pulsatilla-Mädchen,
sowie das dickliche, etwas langsame und schwerfällige Calcium-carbonicum-Kind.
Als Konstitutionsmittel wird also meist ein Mittel bezeichnet, das der gesundheitlichen
Verfassung des Patienten lebenslang genau angemessen ist. Es ist
das Mittel, welches der Patient zur Behandlung seiner Krankheiten benötigt und
ansonsten wird höchstens einmal akut ein anderes Mittel gebraucht. Manchmal
findet man solche Menschen, die Zeit ihres Lebens nur ein Mittel immer wieder
benötigen, wenn sie krank werden, doch das ist sehr selten. In der
Regel braucht man verschiedene Mittel, eine Serie von Mitteln, um den
Weg zur Gesundheit zu ebnen. |