
Dr. med. Samuel Hahnemann
(1755 - 1843)
Die Ansätze der klassischen Homöopathie - dass Ähnliches durch Ähnliches
zu heilen sei, kann man bis zu Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Paracelsus (1493-1541)
zurückverfolgen.
Die Homöopathie wurde jedoch erst durch den Deutschen Arzt, Apotheker
und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) genau erforscht und
systematisch, wissenschaftlich entwickelt. Die Homöopathie beruht auf von ihm gefundenen
und formulierten Gesetzen der Homöopathie; aufgeschrieben und erschienen
sind sie als "Organon der rationellen Heilkunde", kurz Organon
genannt, das 1810 veröffentlicht wurde. Es zählt zu den bleibenden
Werken der medizinischen Literatur.
Hahnemann kam 1755 in Meissen zur Welt. Von 1775 - 1779 studierte er Medizin,
mehrere Sprachen und Chemie. Nach seinem Studium veröffentlichte er Arbeiten über
Chemie und Medizin und übersetzte viele Texte aus dem Englischen, Französischen,
Italienischen und Lateinischen ins Deutsche. Damals war die ärztliche Kunst
sehr beschränkt, und häufig wurde der Patient durch die teilweise schmerzlichen
Behandlungsmethoden noch kranker oder starb sogar an der Therapie (Aderlässe,
Quecksilberbehandlungen). Gegen viele Krankheiten waren die Ärzte damals
(wie heute) machtlos, und viele suchten nach neuen Methoden und Fortschritt.
Hahnemann war zunehmend enttäuscht von der Schulmedizin. Dies führte
dazu, dass er sich von der Medizin abwandte und seinen Lebensunterhalt durch Übersetzungen
von medizinischen Texten und als Chemiker bestritt.
Bei der Übersetzung von William Cullens Materia Medica (Cullen hatte 20
Seiten über das Wechselfieber (Malaria), und dessen Behandlung geschrieben),
kam Hahnemann die Idee, Chinarinde an sich selbst zu testen. Hahnemann stellte
fest, dass die Einnahme von Chinarinde ähnliche Symptome hervorrufen konnte,
wie sie bei einem an Wechselfieber Erkrankten auftraten. Wegen der Ähnlichkeit
des Effekts von Chinarinde an einem gesunden Menschen mit den Symptomen
eines an Wechselfieber erkrankten Menschen nahm Hahnemann an, dass die
Heilwirkung eben aus dieser Ähnlichkeit resultiere, im Gegensatz zu
Cullens Theorie. Ferner vermutete er, dass alle Arzneimittel nach diesem Ähnlichkeitsprinzip
funktionieren, d. h. sie könnten Krankheiten heilen, die ähnliche
Symptome haben wie die Wirkung des Arzneimittels am gesunden Menschen. Daraus
entstand seine Simileregel.
Dieses Prinzip hat sich in der Praxis tausendfach bestätigt und der Homöopathie
heute zu weltweiter Verbreitung verholfen. Seit mehr als 200 Jahre wird sie von Ärzten
und Nichtärzten angewendet. Krankheit wird nicht als isoliertes Geschehen
betrachtet; nicht nur ein einzelnes Organ ist betroffen (z.B. die Leber), sondern
die Störung des ganzen Organismus drückt sich über ein Organ
aus. Die
Homöopathie betrachtet einen Menschen immer in seiner Gesamtheit.
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