Praxis für
klassische Homöopathie
Beatrice Stutz-Lämmli
Rütliweid 3
CH-6043 Adligenswil
Tel. 041 - 370 04 54
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Hämorrhoiden
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind vergrösserte und ausgeweitete Schwellkörper
am Übergang vom Mast- zum Enddarm. Sie werden von Arterien und
Venen versorgt. Zusammen mit dem Afterschliessmuskel dienen Schwellkörper
der Abdichtung des Darmausganges (Anus), Stuhl und Gase können
nicht unkontrolliert austreten. Bei der Stuhlentleerung werden die
Schwellkörper zur Seite geschoben. Fliesst das Blut aus den Schwellkörpern
nicht mehr zurück, kann es zu Blutstauungen kommen. Die nach aussen
gepressten Hämorrhoiden können so weit aus dem After ragen,
dass sie sich nach dem Stuhlgang nicht mehr von alleine zurückziehen
können.
Hämorrhoiden sind an und für sich harmlos. Sie können
den jedoch Stuhlgang erschweren und zu Entzündungen führen.
Zu Beginn kommt es nur zu Juckreiz und gelegentlichen Blutungen. Im
nächsten Stadium treten die Hämorrhoiden durch Pressen beim
Stuhlgang aus dem After hervor, es kommt zu brennenden Schmerzen und
Absonderung von wässrig-blutigem Schleim. Zieht sich ein Hämorrhoidalknoten
nicht mehr zurück, kann es zu einer Unterbrechung der Blutversorgung
kommen, der Knoten wird nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff
versorgt und stirbt ab. Dieser Gewebeuntergang (Nekrose) kann zu bakteriellen
Entzündungen führen. Es können sich auch Fisteln bilden
(krankhafte Verbindungswege zwischen einem Organ und er Haut). Hämorrhoidalknoten
im Zusammenhang mit Verstopfung können auch eine Analfissur verursachen.
Nicht selten sind bei Hämorrhoidalbeschwerden gleichzeitig Verdauungsprobleme
(Verstopfung, Leberprobleme) vorhanden.
Ursachen
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Bestehende oder erworbene Bindegewebsschwäche.
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Vererbung
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Chronische Verstopfung
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Starkes Pressen beim Stuhlgang
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Sitzende Tätigkeit, Bewegungsmangel (das Blut wird gestaut)
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Übergewicht
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Schwangerschaft (erhöhter Druck im Bauchraum durch das Kind;
die hormonelle Umstellung führt zu einer Lockerung des Bindegewebes).
Diese Hämorrhoiden verschwinden gewöhnlich nach der Geburt
von alleine.
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Herzkrankheiten, Leberkrankheiten welche die Blutzirkulation behindern.
Die Naturheilkunde macht auch eine Stauung der Leber für die
Bildung von Hämorrhoiden verantwortlich. Pfortaderstauungen in
der Leber können zur Erweiterung der Gefässe im Analbereich
und letztendlich zu Hämorrhoiden führen.
Als Risikofaktoren kommen schwere körperliche Arbeiten, ungünstige
Arbeitspositionen (z.B. in der Hocke), sowie langes Stehen und
Sitzen in Frage.
Tipps
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Ballaststoffreiche Ernährung (Früchte, Gemüse,
Rohkost, Vollkornprodukte).
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Täglich 2-3 l trinken.
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Viel Bewegung.
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Für regelmässigen Stuhlgang sorgen, sich Zeit nehmen.
Pressen und lange „Sitzungen“ vermeiden.
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Weiches WC-Papier oder noch besser Feuchttüchlein verwenden,
oder feuchtes reinigen (lauwarmes Wasser, Einmalwaschlappen).
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Meiden Sie Kaffee, Cola, Alkohol wenn bei Ihnen eine Verstopfungsneigung
besteht.
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Beckenbodenübungen (Schliessmuskel zusammenpressen, als ob
der Stuhlgang verhindert werden sollte, bis 10 zählen. Dies
mehrmals täglich wiederholen, je 10x wiederholen).
Schulmedizinische Behandlung
Tipps aus der Naturheilkunde
Ziel der Behandlung ist die venöse Entstauung, das heisst
eine Entlastung der Leber:
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Kaffee, Alkohol, Nikotin meiden.
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Mariendistelfrüchte, Artischocke und Schafgarbeblätter
regen die Lebertätigkeit an. Da der Pfortaderkreislauf in einem
direkten Zusammenhang mit Hämorrhoiden
steht, sollte man bei der Behandlung auch immer an Heilpflanzen
denken, die eine positive Wirkung auf die Leber haben. Die Mariendistel
kann auch zu weicherem Stuhl führen.
Die Schafgarbe wirkt abführend, blähungs- und entzündungshemmend,
blutstillend.
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Meiden Sie blähende Speisen.
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Leberwickel mit Schafgarbe entlasten die Leber.
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Waschungen oder Sitzbad mit Calendula-Tinktur oder Beinwell/Symphytum.
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Juckreiz stillend und entzündungshemmend wirkt Eichenrinde in
Form einer Teezubereitung für ein Sitzbad (Vorsicht Eichenrinde
kann die Badewanne verfärben, daher ein Plastikbecken verwenden).
Ebenfalls Juckreiz stillen ist ein Sitzbad mit Kamille oder Ringelblume
(Calendula). (Kamille nicht während homöopathischer
Konstitutionsbehandlung).
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Leinöl (1 TL täglich); Leinsamen; Weizenkleie
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Etwas Linderung verschaffen: Aesculus-Salbe (Rosskastanie);
Hamamelis-Salbe; Calendula-Salbe
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Mäusedorn (innerlich
und äusserlich als Salbe, Zäpfchen) über mehrere
Monate angewendet hat eine Bindegewebe schützende Funktion.
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Bei Hämorrhoiden nach einer Geburt: Calendulawaschungen
oder Sitzbäder.
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Kneippen wirkt sich positiv auf die Venen und den Blutkreislauf
aus.
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Besteht eine Verstopfung, können Leinsamen oder Kleietabletten
den Stuhl weicher machen. 1 TL Apfelessig auf 1 Glas Wasser geben
und trinken, dies regt die Verdauung an.
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Siehe
auch: Verstopfung
Wenn Sie Blut im Stuhl bemerken, sollte eine internistische Abklärung
durch einen Arzt getroffen werden.
Klassische Homöopathie
Hämorrhoiden sind ein sehr wichtiges „Ventil“ der
Lebenskraft. Im Praxisalltag beobachten Homöopathen regelmässig, dass
einige Zeit nach einer unterdrückenden Behandlung (operativen
Entfernung der Knoten), ernsthafte Krankheiten wie Rheuma, Herzbeschwerden,
erhöhter Blutdruck, Depressionen, usw. auftreten. Durch
die Operation wurde der „Lebenskraft“ ein Ventil weggenommen,
die Möglichkeit zu bluten.
Deshalb werden in der Homöopathie nicht die Symptome der
Hämorrhoiden behandelt, sondern alle Symptome zur Wahl des Konstitutionsmittels
hinzugezogen (Verstopfung, Verdauungsprobleme, mangelnde Gallensaftbildung,
Anfälligkeit für Stresssymptome, usw.).
Akute Hämorrhoiden-Schmerzen und Beschwerden, z.B. nach
einer Geburt, können mit einem spezifischen homöopathischen Arzneimittel
behandelt werden.
Es kann auch geschehen, dass im Laufe einer Konstitutionsbehandlung
die Hämorrhoiden reagieren. Hier sollte kein
homöopathisches Akutmittel eingenommen oder Salben
verwendet werden. Die Reaktion ist eine konstitutionelle Heilreaktion.
Ein Eingreifen würde diesen Prozess stören. Halten die
Beschwerden an, nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.

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