36 FRAGEN & ANTWORTEN

36 Fragen und Antworten

Häufige Fragen in Zusammenhang mit der Homöopathie:

Wer hat die Homöopathie erfunden?

Dr. med. Samuel Hahnemann
(1755 – 1843)

Die Ansätze der klassischen Homöopathie – dass Ähnliches durch Ähnliches zu heilen sei, kann man bis zu Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Paracelsus (1493-1541) zurückverfolgen.

Die Homöopathie wurde jedoch erst durch den Deutschen Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755 bis 1843) genau erforscht und systematisch, wissenschaftlich entwickelt. Die Homöopathie beruht auf von ihm gefundenen und formulierten Gesetzen der Homöopathie; aufgeschrieben und erschienen sind sie als „Organon der rationellen Heilkunde„, kurz Organon genannt, das 1810 veröffentlicht wurde. Es zählt zu den bleibenden Werken der medizinischen Literatur.

Hahnemann kam 1755 in Meissen zur Welt. Von 1775 – 1779 studierte er Medizin, mehrere Sprachen und Chemie. Nach seinem Studium veröffentlichte er Arbeiten über Chemie und Medizin und übersetzte viele Texte aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Lateinischen ins Deutsche. Damals war die ärztliche Kunst sehr beschränkt, und häufig wurde der Patient durch die teilweise schmerzlichen Behandlungsmethoden noch kranker oder starb sogar an der Therapie (Aderlässe, Quecksilberbehandlungen). Gegen viele Krankheiten waren die Ärzte damals (wie heute) machtlos, und viele suchten nach neuen Methoden und Fortschritt. Hahnemann war zunehmend enttäuscht von der Schulmedizin. Dies führte dazu, dass er sich von der Medizin abwandte und seinen Lebensunterhalt durch Übersetzungen von medizinischen Texten und als Chemiker bestritt.

Bei der Übersetzung von William Cullens Materia Medica (Cullen hatte 20 Seiten über das Wechselfieber (Malaria), und dessen Behandlung geschrieben), kam Hahnemann die Idee, Chinarinde an sich selbst zu testen. Hahnemann stellte fest, dass die Einnahme von Chinarinde ähnliche Symptome hervorrufen konnte, wie sie bei einem an Wechselfieber Erkrankten auftraten. Wegen der Ähnlichkeit des Effekts von Chinarinde an einem gesunden Menschen mit den Symptomen eines an Wechselfieber erkrankten Menschen nahm Hahnemann an, dass die Heilwirkung eben aus dieser Ähnlichkeit resultiere, im Gegensatz zu Cullens Theorie. Ferner vermutete er, dass alle Arzneimittel nach diesem Ähnlichkeitsprinzip funktionieren, d. h. sie könnten Krankheiten heilen, die ähnliche Symptome haben wie die Wirkung des Arzneimittels am gesunden Menschen. Daraus entstand seine Simileregel.

Dieses Prinzip hat sich in der Praxis tausendfach bestätigt und der Homöopathie heute zu weltweiter Verbreitung verholfen. Seit mehr als 200 Jahre wird sie von Ärzten und Nichtärzten angewendet. Krankheit wird nicht als isoliertes Geschehen betrachtet; nicht nur ein einzelnes Organ ist betroffen (z.B. die Leber), sondern die Störung des ganzen Organismus drückt sich über ein Organ aus. Die Homöopathie betrachtet einen Menschen immer in seiner Gesamtheit.

Die Verbreitung der Homöopathie

Wichtig für die Verbreitung der Homöopathie waren berühmte Patienten aus Adels- und Künstlerkreisen, wie Radetzky, Beethoven, Goethe oder Paganini, die durch gesellschaftliches Ansehen eine entscheidende Rolle für die öffentliche Wahrnehmung der Homöopathie spielten.

Bei der Bekämpfung der in den 1830er Jahren grassierenden Cholera hatten die Ärzte erstmals öffentlichkeitswirksam Gelegenheit, die neue Heilmethode anzuwenden. Ihre therapeutischen Erfolge, die im Vergleich zum Versagen der konventionellen Behandlungsmethoden frappierend waren, trugen massgeblich zur Popularität der Homöopathie bei.

Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jh. breitete sich die Homöopathie trotz aller Widerstände seitens der konventionellen Medizin zunächst in Deutschland, später weltweit, aus (z.B. USA, Indien, Brasilien, Mozambique). Eine Reihe wohlhabender Förderer und Stifter ermöglichte die Errichtung homöopathischer Krankenhäuser. Aus kleinen, handwerklich arbeitenden Apotheken entstanden industriell produzierende Arzneimittelfirmen, die bald den Markt für homöopathische Medikamente beherrschten.

Was heisst 'Homöopathie' eigentlich?

Das Wort stammt aus dem Griechischen.

Es ist mit „ähnliches Leiden“ (griechisch homoin = ähnlich, pathos = Leiden) zu übersetzen.

Was bedeutet der Satz 'Similia similibus curentur'?

Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt„.

Als Simileregel oder Ähnlichkeitsregel sind diese Worte populär geworden.

Hahnemann entdeckte, dass ein Mittel, welches beim Gesunden bestimmte Symptome erzeugen kann, dieselben Symptome bei einem Kranken zu heilen vermag. Dieses Naturgesetz hat seine Gültigkeit in allen Lebensbereichen – sonst wäre es ja auch kein Naturgesetz.

Ein Beispiel:
Bei  Erfrierungen der Füsse reibt man als erste Massnahme die Füsse mit Schnee ab oder taucht sie in kaltes Wasser, aber niemals wird man sie unter heisses Wasser halten.  

Zwei Zitate aus Samuel Hahnemanns
„Organon der Heilkunst“, 6. Auflage:

„Durch Beobachtung, Nachdenken und Erfahrung fand ich, dass im Gegentheile von der alten Allöopathie die wahre, richtige, beste Heilung zu finden sey in dem Satze: Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden (homoion pathos) für sich erregen kann, als sie heilen soll!“

„Da dieses Naturheilgesetz sich in allen reinen Versuchen und allen ächten Erfahrungen der Welt beurkundet, die Thatsache also besteht, so kommt auf die scientifische Erklärung, wie diess zugehe, wenig an und ich setze wenig Werth darauf, dergleichen zu versuchen. Doch bewährt sich folgende Ansicht als die wahrscheinlichste, da sich auf lauter Erfahrungs-Prämissen gründet.“

(aus „Organon der Heilkunst„, Einleitung, § 28).

Wie wirkt die Homöopathie?

Die Wirkungsweise homöopathischer Arzneien ist in nichts vergleichbar mit den üblichen Arzneiwirkungen der Pflanzenheilkunde oder der chemisch-synthetischen Mittel. Aufgrund der Arzneipotenzierung überträgt sich etwas vom Wesen der Ursubstanz auf den Verdünnungsstoff. Potenzierung bedeutet: Stoffliches wird Schritt für Schritt in etwas Unstoffliches verwandelt. Durch die Potenzierung verliert Belladonna ihren nachweisbaren stofflichen Charakter und verwandelt sich mehr und mehr in Energie und in Information, die auf der Trägersubstanz gespeichert ist (Alkohol, Milchzucker). Belladonna hat nicht aufgehört Belladonna zu sein, doch existiert sie in einer Weise weiter, die wir bisher nicht von ihr kannten. Das ist gar nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass alles, was existiert, nicht nur aus Materie besteht, sondern sich auch in Energie verwandeln kann und das bis in „feinstoffliche“ Bereiche.

Als Energien und Informationen können homöopathische Medikamente körperliche, seelische und geistige Beschwerden auf anderer Ebene heilen, als wir es von den üblichen, grobstofflichen Substanzen gewohnt sind.

Die Homöopathie wirkt auf einer energetischen Ebene und regt den Organismus an, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Der gesunde Zustand wird durch die Selbstheilungskräfte erhalten. Durch äussere, innere und seelische Einwirkungen wird die Harmonie des gesunden Zustandes gestört. Diese Disharmonie unserer Selbstheilungskräfte macht den Organismus „krank“. Wir erkennen das an den Symptomen.

Homöopathie bekämpft aber keine Symptome und unterdrückt somit nicht die Krankheit, sondern regt den Körper mit potenzierten Mitteln an, seine Selbstheilungskräfte einzusetzen, um die Harmonie wieder herzustellen. Das homöopathische Mittel ahmt quasi die echte Krankheit nach, und wegen der Ähnlichkeit mit der krankmachenden Störung bekommt das Arzneimittel Zugang zu den blockierten oder geschwächten Ordnungskräften.

Homöopathie sieht Symptome als Zeichen der Auseinandersetzung, als Reaktion auf Störungsursachen. Die Homöopathie ist keine passive Therapie, sie ist aktive Hilfe zur Selbsthilfe.   

Was versteht man unter Potenzierung?

Die Ursubstanzen der homöopathischen Medikamente durchlaufen während vieler Zubereitungsstufen einen Umwandlungsprozess so, dass letztlich nur noch verschwindend wenig oder gar nichts mehr vom Ausgangsstoff im Mittel nachweisbar ist.

Ein Beispiel: In einem Fläschchen Belladonna D12 ist so viel von der Urtinktur Belladonna, der giftigen Tollkirsche, als hätten Sie einen Tropfen davon in den Bodensee fallen lassen, kräftig umgerührt und dann Ihr Fläschchen mit dem Seewasser gefüllt. Belladonna D12 bedeutet also, dass ein Tropfen der Urtinktur mit 1 Million mal 1 Million Tropfen Verdünnungsmittel vermischt wird. Dies wäre aber nur eine ganz normale Verdünnung; sie könnte nie bewirken, was das Homöopathikum Belladonna D12 vermag. In der Homöopathie wird ein Mittel nicht einfach verdünnt oder verwässert, sondern potenziert.

Die Verabreichung kleinster Gaben hatte seinen Grund ursprünglich darin, dass starke Gaben zu erheblichen Erstverschlimmerungen führten. Durch wiederholte Verdünnung und Verschüttelung bzw. Verreibung = Potenzierung, wird der Arzneimittelstoff dynamisiert, die innere verborgene Kraft eines Arzneimittels erst enthüllt.

Diese Zubereitungsart der Arzneien wurde von Hahnemann nach jahrelangen Experimenten in die Homöopathie eingeführt.

Als „dynamisch“ bezeichnet Hahnemann alles, was nicht mechanisch, nicht materiell, nicht chemisch, nicht sichtbar ist.

Als Beispiel nannte Hahnemann Kochsalz, das in seiner rohen Form keine arzneiliche Kräfte besitzt, durch schrittweise Verreibung, Verdünnung und Verschüttelung jedoch zur stark wirkenden Arznei Natrium muriaticum wird.

D-Potenzen:
Werden im Verhältnis 1:10 mit je 10 Schüttelschlägen verdünnt. 1 Tropfen der Ursubstanz wird mit 10 Tropfen Lösungsmittel gemischt. Man erhält eine Verdünnung D1 (= Dezimal). Wird D1 ein weiteres Mal zehnfach verdünnt, erhält man die Verdünnung (= Potenzierung) D2, d. h. wir haben jetzt eine hundertfache Verdünnung.

C-Potenzen:
Werden im Verhältnis 1:100 mit je 10 Schüttelschlägen verdünnt.

LM-Potenzen/ Q-Potenzen:
Werden im Verhältnis 1:50’000 mit 100 Schüttelschlägen verdünnt.

Potenz – Information:
Tiefe Potenzen = bis D 6
Mittlere Potenzen = C 12 bis C 30
Hohe Potenzen = C 200 und höher
LM Potenzen = 1:50’000

Die Eigenschaften der einzelnen Potenzen:
C – Potenzen wirken schneller (Notfall)
D – Potenzen können öfter gegeben werden
LM – Potenzen wirken sanfter

Je akuter die Krankheit, desto schneller tritt die Wirkung beim richtig gewählten Mittel ein.

Wie werden homöopathische Arzneimittel hergestellt?

Die verschiedenen Darreichungsformen einzelner homöopathischer Mittel werden, wie die Arzneien selbst nach den Vorschriften des HAB (Homöopathisches Arzneimittelbuch) hergestellt. Rohstoffe werden folgendermassen aufgearbeitet:

Um zum homöopathischen Mittel Belladonna (Tollkirsche) D12 zu gelangen, werden folgende Zubereitungsschritte unternommen: 1 Tropfen der Urtinktur Belladonna wird mit 9 Tropfen Alkohol gemischt. Die Mischung erhält 10 Schüttelschläge, wir haben Belladonna D1. Dieser Mischung wird 1 Tropfen entnommen, der wieder mit 9 Tropfen Alkohol gemischt und mit 10 Schüttelschlägen versehen wird. Dadurch haben wir Belladonna D2 erhalten. Sie können sich vorstellen, wie es weiterläuft, bis man Belladonna D12 erhält. Nach dem gleichen Prinzip werden auch Tabletten, Pulver und Kügelchen, die Globuli, hergestellt. Hier mischt man 1 Teil der Ursubstanz mit 9 Teilen Milchzucker. Diese Mischung wird eine bestimmte Zeit in einem Mörser verrieben. Zur weiteren Potenzierung wird wie bei den Tropfen verfahren.

Zur Herstellung homöopathischer Mittel werden u.a. mineralische, pflanzliche und tierische Produkte verarbeitet. Als Verdünnungsmedium dienen bei flüssigen Arzneimitteln Äthanol und Wasser, bei Globuli und Tabletten wird Milchzucker verwendet.

Die flüssigen Verdünnungen werden zehnmal, bzw. 100-mal kräftig geschüttelt, die festen Darreichungsformen werden eine Zeit lang verrieben.

Hahnemann konnte beobachten, dass die Ausgangsstoffe, auf solche Weise zubereitet, eine ungleich höhere Wirksamkeit entfalten als in purer Form.

Essenzen (frische Pflanzen & Pflanzenteile)
Tinkturen (getrocknete Pflanzenteile)
Lösungen (lösliche Salze & Säuren)
Verreibungen (Pflanzen, unlösliche Mineralien)
Tabletten (Pressen oder Verreibung)
Streukügelchen (Zucker / Wirkstoff 1:100)

Flüssige Ausgangsstoffe bezeichnet man als Urtinkturen, feste Ausgangsstoffe als Ursubstanzen.

Im Ganzen sind es 46 Herstellungsvorschriften, die der Apotheker beachten muss, wenn er diverse homöopathische Arzneimittel aus pflanzlichen, chemischen oder tierischen Materialien herstellt. Flüssige wie feste Ausgangsstoffe durchlaufen eine Reihe von Extraktionsprozessen bis schliesslich die sog. Urtinktur erreicht ist.

Durch Verdünnen oder auch Potenzieren genannt, entstehen aus diesen Urtinkturen die eigentlichen, uns bekannten und geprüften homöopathischen Mittel in den verschiedenen Formen wie: Tropfen, Globuli oder Tabletten. Nicht zu vergessen: Ampullen zur Injektion.

Was sind Nosoden?

Griechisch: Nosos =  Krankheit

Nosoden sind Krankheitsprodukte, Mikrobenkulturen oder pathologische Sekrete und Exkrete, die steril in homöopathischen Verdünnungen eingesetzt werden.

Man kann Nosoden nach der Simileregel verabreichen oder wenn Familienbelastungen vorliegen. Auch bei –
z. B. durch Antibiotika – unterdrückten Krankheiten können Nosoden angewandt werden.

Es gibt die Möglichkeit, durch Nosoden homöopathisch zu „impfen“, dies ist jedoch sehr umstritten. Ich persönlich würde sie nicht prophylaktisch anwenden, da diese Art von Anwendung nicht der klassischen Homöopathie entspricht.

Gibt es einen Unterschied zur Pflanzenheilkunde / Phytotherapie?

Die Homöopathie verwendet zwar auch viele Pflanzen, sie beschränkt sich aber nicht nur darauf. So kommen viele, viele andere Stoffe aus der belebten und unbelebten Natur zum Einsatz.

Der Unterschied zur Phytotherapie besteht in der völlig anderen Anwendung, die so gut wie keine Gemeinsamkeiten aufweist. Der wesentlichste Unterschied ist wohl, dass die Homöopathie ihre Arzneimittel nach dem Ähnlichkeitsgesetz anwendet, dass die Arzneimittel potenziert (dynamisiert) werden, und dass die kleinste Gabe verabreicht wird.

Was ist ein Komplexmittel?

Ein Komplexmittel ist ein Gemisch aus einer gewissen Anzahl verschiedener Arzneimittel. Oft findet man bei diesen Arzneimitteln den Namen einer Beschwerde wie „Schwindel“, „Arthritis“, „Grippe“, „Heuschnupfen“ usw. Man verspricht sich vom Einsatz von Komplexmitteln, die Verordnung von Arzneimitteln zu vereinfachen.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich z. B. bei einem Heuschnupfenpatienten durch Komplexmittel zwar ein gewisser Erfolg erzielen lässt, der aber zumeist nur oberflächlich und nicht von Dauer ist, ohne wirkliche Besserung oder gar Heilung.

In der Homöopathie verordnet man unter Berücksichtigung der individuellen Art der Beschwerden eine Arznei, die für das Gesamtbild der Krankheit des Patienten passend ist. Und das kann für dieselbe Krankheit bei einem anderen Menschen ein ganz anderes Mittel sein. Beispielsweise wird man zur Behandlung des Heuschnupfens  in den gängigsten Komplexmitteln ca. 10 Substanzen finden. Doch gibt es an die hundert Arzneimittel, die in der Homöopathie zur Behandlung des Heuschnupfens in Frage kommen können.

Samuel Hahnemann und sämtliche seiner Nachfolger bestanden auf der Anwendung eines einzigen Mittels zur selben Zeit. Sie erlaubten nie die Anwendung mehrerer Arzneistoffe gleichzeitig und forderten, die Arznei aus dem grossen Arzneischatz der Homöopathie herauszusuchen, die für die Krankheit des jeweiligen Patienten heilend wirkt. Es existieren auch keinerlei Prüfungen von diesen Arzneigemischen am gesunden Menschen, und somit ist die Gesamtwirkung solcher Mischungen auch kaum abzuschätzen.

Die Anwendung von potenzierten Arzneimitteln nach Symptomen oder von Komplexmitteln (meist fälschlicherweise „homöopathische Mittel“ genannt!) allein, ist also noch lange keine Homöopathie.

Ist Homöopath eine andere Bezeichnung für Heilpraktiker?

Nein.

Ein Homöopath ist jemand, der Homöopathie nach ihrem Begründer (Dr. med. Samuel Hahnemann) ausübt.

Es gibt sowohl Heilpraktiker als auch Ärzte, welche die Homöopathie mit grossem Engagement und Können anwenden. Klassisch arbeitende Homöopathen sind auch im Berufsstand der Heilpraktiker eher die Ausnahme, die meisten Heilpraktiker arbeiten mit anderen Therapieformen. Die Qualität der Behandlung ist nicht abhängig vom Berufsstand, sondern von der jeweiligen Aus- und Fortbildung und von den individuellen Fähigkeiten der Person, die sie ausführt.

Normalerweise arbeiten Homöopathen ausschliesslich mit Homöopathie und wenden nicht noch andere Therapieformen gleichzeitig an.

Gibt es einen Unterschied zwischen Homöopathie und klassischer Homöopathie?

Eigentlich nicht.

Der Name „klassische Homöopathie “ entstand, weil diejenigen Homöopathen, die eng angelehnt an die reine Lehre Dr. med. Samuel Hahnemanns arbeiteten, sich von denen abgrenzen wollten, die nichts oder nur noch wenig mit der Homöopathie Hahnemanns zu tun hatten.

Ist Homöopathie und Naturheilkunde dasselbe?

Nein, absolut nicht, die Homöopathie ist eine eigenständige Behandlungsmethode.

Der Begriff „Naturheilkunde“ ist heutzutage ein Sammelbegriff für eine grosse Anzahl von verschiedenen Behandlungsmethoden, die sich sehr voneinander unterscheiden. So können zwei Therapeuten, gleichgültig ob Arzt oder Heilpraktiker, Naturheilkunde betreiben, doch völlig verschiedene Methoden anwenden.

In der Naturheilkunde findet man auch Methoden, die Hahnemann vor rund 200 Jahren aufs Schärfste verurteilte (sie kosteten manchem Patienten das Leben, weil sie derart exzessiv angewendet wurden). Diese gehörten damals zum Repertoire der „Schulmedizin“ – wie Aderlässe, Schröpfen, Kantariden-Pflaster und vieles mehr – und finden sich heute unter dem Oberbegriff der Naturheilkunde wieder.

In der Homöopathie erfolgt die Heilung stets von innen nach aussen und der Mensch wird behandelt, und nicht seine Krankheit.

Warum ist eine so umfangreiche Befragung/Anamnese nötig?

Die Verordnung eines (!) Arzneimittels erfolgt bei chronischen Erkrankungen nach einem umfassenden Erstgespräch/Erstanamnese, in der die Symptome der Krankheit genau ermittelt werden von ihrem zeitlichen Beginn bis zum heutigen Tage. Man achtet auf Symptome welche „auffallend, sonderlich, ungewöhnlich und eigenheitlich (charakteristisch)“ sind. Allgemeinen Symptomen wie Unruhe, Appetitlosigkeit, Müdigkeit usw. wird weniger Aufmerksamkeit geschenkt, denn solch allgemeine Symptome findet man bei fast jeder Krankheit und in fast jedem Arzneimittelbild.

Auch Symptome, welche offensichtlich mit der bestehenden Krankheit nichts zu tun haben, sind wichtig. Ebenfalls zu beachten sind alle anderen Gebrechen und früher durchgemachte Krankheiten und Verletzungen, sowie familiäre Belastungen, Lebensumstände, Umwelteinflüsse, seelische Verfassung, usw. Die auslösende Ursache für die Erkrankung wird Causa genannt. Die Umstände und Bedingungen, die zu einer Verbesserung oder Verschlechterung führen, werden Modalitäten genannt.

Aus all diesen Symptomen wählt der Homöopath dann die Symptome heraus, die für die Arzneimittelwahl relevant sind, um ein möglichst vollständiges Bild zu bekommen. Die Konstitution ist auch ein wichtiger Anhaltspunkt. Konstitutionsmerkmale sind z. B. Körperbau, Körperhaltung, Haut- und Haarfarbe und Hautbeschaffenheit, Gewebebeschaffenheit und Temperatur. Die Konstitution kann sich im Laufe eines Lebens oder bei der Behandlung verändern.

Es ist wichtig zu wissen, ob andere Medikamente eingenommen oder andere Therapien durchgeführt werden und welche Medikamente oder Therapien in der Vergangenheit gegeben bzw. durchgeführt worden sind. Auch ist es wichtig zu erfahren, ob bestimmte Symptome bzw. Krankheiten familiär gehäuft vorkommen.

Letztendlich werden also die gesamten Symptome erfasst, Causa, Modalitäten, Konstitution, Verhaltenssymptome, Allgemeinsymptome und die vollständigen Lokalsymptome, um ein genaues Symptombild zu erstellen. Danach werden die einzelnen Symptome nach ihrer Wertigkeit geordnet, sie werden hierarchisiert. Hierbei versucht der Homöopath in erster Linie das Wesentliche, Einzigartige am Fall zu erkennen, um dadurch das passende Simile (ähnliches Mittel) zu finden.   

Hilft die Homöopathie nur bei chronischen Krankheiten?

Nein.

Zwar ist die Behandlung chronischer Krankheiten die Hauptdomäne der Homöopathie, doch sie hilft sehr wohl auch bei akuten Leiden.

Je heftiger der akute Prozess ist, desto schneller setzt die Besserung ein, beispielsweise bei Entzündungen, und nach der Behandlung einer akuten Krankheit ist der allgemeine Gesundheitszustand oft um einiges besser als zuvor.

Welche Krankheiten kann man mit Homöopathie behandeln?

Prinzipiell ist die Homöopathie eine universelle Heilungsmethode, d. h. man kann fast alles behandeln, was nicht gerade zwangsläufig in den Bereich der Chirurgie oder Notfallmedizin gehört.

Akute Erkrankungen wie Mittelohrentzündungen, Blasenentzündungen, Kinderkrankheiten, Ischialgien, Grippe und Erkältungen sprechen im Allgemeinen sehr schnell auf ein homöopathisch richtig verordnetes Mittel an. Häufig sieht man in der homöopathischen Praxis Patienten mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma, Psoriasis, Infektanfälligkeit, rheumatische Erkrankungen, Magen-Darm-Krankheiten, psychosomatische Krankheiten. Doch auch viele andere akute und chronische Erkrankungen, teilweise auch solche, die in der orthodoxen Medizin als schwer oder gar nicht beeinflussbar gelten, lassen sich mit Homöopathie erfolgreich behandeln.

Wenn man die Krankenjournale der Homöopathen bis Anfang unseres Jahrhunderts liest, so findet man auch viele geheilte Fälle von sehr ernsthaften Krankheiten wie Lungenentzündungen, Malaria, Cholera, Typhus, Tuberkulose usw., und man wundert sich, wozu die Homöopathie fähig ist.

Bei Menschen, denen Organe entfernt wurden oder deren Organe durch lange Krankheitsdauer schon erheblich geschädigt sind, ist natürlich auch mit Homöopathie keine vollständige Heilung mehr möglich. Doch lässt sich auch da der allgemeine Gesundheitszustand oft noch erheblich verbessern, wenn die Homöopathie neben der manchmal unerlässlichen schulmedizinischen Therapie eingesetzt wird.

Letztendlich hängt es in hohem Masse von den Fähigkeiten und der Erfahrung des behandelnden Homöopathen ab, welche Krankheiten er mit Homöopathie behandeln kann.

Was bedeutet das Wort 'Krankheit'?

Krankheit im homöopathischen Sinne ist eine Verstimmung der Lebenskraft. Durch diese Verstimmung entwickelt der Kranke dann Symptome, z. B. Hautausschläge, Schmerzen.

Der Erreger ist immer nur der Auslöser von Symptomen. Die „verstimmte Lebenskraft“ und die darauf folgende Empfänglichkeit für den Erreger sind die eigentliche Krankheitsursache. Hahnemann erkannte, dass eine gewisse Empfänglichkeit für eine Krankheit da sein muss und es deswegen nicht auf das Eindringen eines Erregers ankommt, sondern vielmehr auf die Ausgangslage des Patienten.

  • Akute Krankheiten würden ohne Behandlung entweder ausheilen oder zum Tode führen. Der Verlauf wird am besten durch folgende Attribute gekennzeichnet: rasch, schnell, plötzlich.
  • Chronische Krankheiten zeigen keine Selbstheilung und verlaufen schleichend, langsam, schubweise.

Was sind 'Miasmen'?

Miasmen sind ererbte Grundkrankheiten. Unter dem Begriff „Miasma“ verstehen wir im Wesentlichen die Grundtendenz eines Menschen, mehr oder minder bestimmte Krankheitssymptome zu produzieren. Das sind bestimmte Krankheitsneigungen, die wir schon bei der Geburt mitbringen.

Diese Krankheitsneigungen ermöglichen die Störung der Lebenskraft. Sie haben die Tendenz, den Organismus so zu stören, dass er letztendlich nicht mehr funktioniert und somit stirbt.

Miasmen können vererbt oder erworben sein.

Hahnemann beschreibt drei Grundtendenzen mit unterschiedlichen Bereichen. Sinnbildlich sind sie drei Krankheitsbildern ähnlich:

  • Psora = Krätze
  • Sykose = sie ähnelt den Erscheinungen der unterdrückten Gonorrhöe (Tripper)
  • Syphilis = sie ähnelt dem unterdrückten Schanker oder der Syphilis

Miasmatische Krankheitstendenzen

Das psorische Miasma gilt als das „Miasma der Miasmen“. Da die anderen beiden Miasmen Sykosis und Syphilis daraus entstehen. Die einzelnen Miasmen zeigen unterschiedliche Krankheitstendenzen oder Krankheitsbereitschaften als Grundelemente einer Krankheitsgeschichte.

  • Defekt = psorisches Stadium
    (Entzündung, Funktionsverlust)
  • Exzess = sykotisches Stadium
    (Hypertrophie = „Wucherung“)
  • Perversion = syphilitisches Stadium
    (Atrophie = „Gewebsverlust“ raumschaffend, zerstörerisch)

Was ist ein 'Symptom' im Sinne der Homöopathie?

Krankheiten machen sich uns am unmittelbarsten durch ihre Symptome bemerkbar, welche nach Hahnemann ein nach aussen reflektiertes Bild des inneren Gesamtleidens darstellen.

Ein Symptom kann aus mehreren Komponenten bestehen:

Ein Krankheitssymptom bemerken wir zunächst durch eine bestimmte Empfindung. Diese fühlen wir an einem bestimmten Ort im Körper (Lokalisation) und vielleicht erstreckt es sich noch irgendwohin (Erstreckung). Es kann zu bestimmten Zeiten auftreten wie z. B. immer um 11:00 Uhr oder nur nachts… (Zeit), es kann evtl. durch bestimmte Umstände besser oder schlechter werden oder überhaupt nur unter bestimmten Umständen auftreten, z. B. besser an der frischen Luft, schlechter beim Umdrehen im Bett, oder nur Schmerzen, wenn es feuchtkalt draussen ist… (Modalitäten). Auch ist es möglich, dass sich immer gleichzeitig etwas anderes bemerkbar macht, ohne dass ein Zusammenhang offensichtlich ist, z. B. immer, wenn der Kopfschmerz da ist, besteht gleichzeitig ein sehr grosser Durst… (Begleitsymptome).

Wie wird ein Arzneimittel gewählt?

Bestimmte Substanzen erzeugen in hoher Dosis typische Beschwerden und Symptome. Hat ein Patient solche Symptome, so hilft ihm die symptombildgleiche Substanz.

Zum Beispiel: Ein homöopathisches Medikament wird aus dem Gift der Buschmeisterschlange (Lachesis muta) gewonnen. Der Biss dieser Schlange kann tödlich sein und verursacht Fieber, Schüttelfrost, Schweissausbrüche, schnellen Puls, Apathie, Kapillarschäden, septische, gangränöse, blau-rote Wunden u. a. Für einen Patienten, der ähnliche Symptome zeigt, kann die homöopathisch stark potenzierte Form von Lachesis eine Heilung bewirken. Dieses Beispiel ist natürlich sehr vereinfacht; in der Tat werden bei einer homöopathischen Behandlung die Einzelsymptome und das Symptomenbild sehr genau studiert, um das ähnlichste Mittel zu finden.

Die Entscheidung für ein Symptombild wird fast nie auf einem einzigen Symptom basieren, sondern auf einer Gesamtheit der Symptome. Dabei werden viele weitere Faktoren in Betracht gezogen, wie die Psyche, der Typ und diverse Modalitäten. Mit Hilfe eines Repertoriums und einer ausführlichen Materia Medica lässt sich das passende Mittel finden.

  • Eine Materia Medica ist ein Buch, das einzelne Arzneimittelbilder beschreibt, welche jeweils aus einer Vielzahl von Symptomen bestehen. Dieses Bild sollte möglichst flächendeckend die Symptomatik des Tieres (z.B. Buschmeisterschlange) beinhalten.
  • Ein Repertorium ist ein Buch, in dem die Erkrankungssymptome nach (menschlichen) Organen oder Funktionsgruppen geordnet sind. Es gibt verschiedene Repertorien, z.B. nach Kent, nach Bönninghausen usw.

Beispiel: Schlägt man in Kents Repertorium die Rubrik „Hautausschläge“ auf, stehen unter „Empfindungen“ verschiedene, alphabetisch angeordnete Symptombeschreibungen wie beissend, brennend, juckend usw. Diese werden weiter unterteilt nach Modalitäten, z. B. abends, kalte Luft, Wärme verschlechtert, usw. Darunter findet man die Mittel, die dieses Symptom beinhalten, alphabetisch geordnet. Die Mittel werden ausserdem nach ihrer Wertigkeit gekennzeichnet, d. h. Mittel mit einer hohen Wertigkeit sind fett gedruckt, Mittel mit einer mittleren Wertigkeit sind kursiv gedruckt, und Mittel mit einer geringeren Wertigkeit sind normal gedruckt.

Das sieht dann so aus: Wärme – verschlechtert: Alum., Bov., Caust., Clem., Led., Lyc., Merc., Mez., Nat-a., Psor., Puls., Sulf.

Der Homöopath schlägt in seinem Repertorium jedes Symptom nach und sucht die am häufigsten vorkommenden Mittel heraus. Oft ergibt sich hierdurch schon ein klares Bild, aber manchmal stehen mehrere Mittel zur Auswahl. In jedem Fall ist es wichtig, die Arzneimittelbilder in einer Materia Medica nachzuschlagen, um sicherzustellen, dass das Arzneimittelbild die gesamte Symptomatik umfasst.   

Was ist ein Konstitutionsmittel?

Die Konstitution im homöopathischen Sinne hat mit den klassischen Konstitutionstypen nicht viel gemein, bzw. geht weit über diese hinaus. In der Homöopathie sind es Arzneitypen, die uns als plastische Menschenbilder begegnen.

Als Konstitution bezeichnet man im Allgemeinen die Summe der körperlichen und psychischen Eigenschaften eines Menschen.

Als Konstitutionsmittel werden solche bezeichnet, die in allen Zellen und Geweben lebenswichtige Aufgaben erfüllen – wie Kalium, Phosphor, Schwefel usw. Neben diesen Stoffen sind auch andere Stoffe wie Puls, Nux-v, usw. von grosser Bedeutung. Sie sind in der Lage, eine allgemeine Umstimmung des Organismus herbeizuführen. Sie beziehen sich direkt auf die Person, auf ihr Erscheinungsbild, auf den Charakter – sie erfassen die besonderen Eigenarten des Patienten und seiner allgemeinen Tendenz zum Erkranken.

Die Homöopathie hat hierbei die Möglichkeit, das im Wesen des Patienten Verankerte hervorzuholen, und damit die Anlagen zu Krankheiten, ererbten Anfälligkeiten usw. günstig zu beeinflussen.

Konstitutionstypen sind für den erfahrenen Homöopathen lebende Gestalten, die er auf Anhieb erkennt. Z.B. der schlanke, nervöse Phosphor-Typ mit Neigung zu Blutungen; das verzagte, blauäugige und weinerliche Pulsatilla-Mädchen, sowie das dickliche, etwas langsame und schwerfällige Calcium-carbonicum-Kind.

Als Konstitutionsmittel wird also meist ein Mittel bezeichnet, das der gesundheitlichen Verfassung des Patienten lebenslang genau angemessen ist. Es ist das Mittel, welches der Patient zur Behandlung seiner Krankheiten benötigt und ansonsten wird höchstens einmal akut ein anderes Mittel gebraucht. Manchmal findet man solche Menschen, die Zeit ihres Lebens nur ein Mittel immer wieder benötigen, wenn sie krank werden, doch das ist sehr selten. In der Regel braucht man verschiedene Mittel, eine Serie von Mitteln, um den Weg zur Gesundheit zu ebnen.

Was ist ein Arzneimittelbild?

Durch die Prüfung von mineralischen, pflanzlichen und tierischen Substanzen an gesunden Menschen und durch die Praxiserfahrung homöopathisch behandelnder Ärzte ist es zu umfangreichen Symptom-Sammlungen gekommen. Auf diese Weise entstanden kleine und grosse Arzneimittelbilder. Manche von ihnen umfassen nur zehn bis zwanzig Symptome, andere hingegen auch zwei- bis dreitausend.

Die Symptome, die ein homöopathisches Arzneimittel unter den besonderen Bedingungen einer Arzneiprüfung beim gesunden Menschen auslösen kann, reichen von Kopf bis Fuss, betreffen jedes Organsystem und nehmen Einfluss auf das Wesen des Menschen und auch seinen Gemütsbereich.

Entsprechend kann ein und dasselbe Mittel auch unterschiedliche Beschwerden heilen.

Ich habe schon einmal homöopathische Mittel bekommen, sie haben aber nicht geholfen. Wirkt Homöopathie nicht bei jedem?

Das ist nicht so pauschal zu beantworten. Es ist auch abhängig vom Krankheitsbild, was man mit Homöopathie erreichen kann. Man wird auch mit Homöopathie keine zerstörten Organe wiederherstellen können. Bei einem Kranken mit jugendlichem Diabetes z. B., welchem die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse fehlen, wird man nicht ohne Insulin auskommen können (auch wenn man seinen Gesundheitszustand insgesamt verbessern kann).

Dass jemand sogenannte „homöopathische Mittel“ verschreibt (egal ob Arzt oder Heilpraktiker), bedeutet nicht, dass dieser auch zwangsläufig homöopathisch arbeitet. Denn die richtige Anwendung der Homöopathie ist abhängig davon, ob man die Gesetze zur Verordnung eines heilenden Arzneimittels kennt und beherrscht oder nicht.

Wenn z. B. ein Kind von einer akuten Mittelohrentzündung geheilt wird und die Nachbarin benutzt das gleiche Mittel für ihr Kind, ist die Chance, dass dessen Mittelohrentzündung vom gleichen Mittel geheilt wird, relativ gering. Die Heilung ist abhängig von den Symptomen des Kranken. Nur eines von vielen verschiedenen Mitteln kommt in Frage. Und nur dieses eine wird wirklich helfen.

Hat die Homöopathie wirklich keine Nebenwirkungen?

Leider wird immer wieder zu Unrecht behauptet, homöopathische Arzneimittel hätten keine Nebenwirkungen. Nimmt ein Patient über lange Zeit ein Mittel zu hoch dosiert ein, macht er ungewollt eine Arzneimittelprüfung. Diese durch das Mittel erzeugten Symptome können sich festsetzen und lassen sich nur schwer oder gar nicht rückgängig machen. Eine weitere Gefahr ist, dass akute Symptome nur unterdrückt werden und sich später als chronische Erkrankung zeigen. Werden in kurzer Zeit zu viele verschiedene Mittel gegeben, kann es ein weiteres Repertorisieren des Patienten unmöglich machen, (bis die Wirkungen der Mittel nachgelassen haben), oder den Fall so verschleiern.

Sehr giftige Subtanzen dürfen nicht in niedrigen Potenzen eingenommen werden. So enthält z.B. ein Gramm Mercurius D4 noch 0,1 Milligramm Quecksilber, was bei dauernder Einnahme zu einer chronischen Vergiftung führen kann. Verschiedene Arzneimittel sind daher verschreibungspflichtig.

Eine weitere Nebenwirkung ist die sogenannte Erstverschlimmerung. Ist diese sehr stark, kann das ein Anzeichen für eine zu hohe Dosierung (= niedrige Potenz!) sein, oder aber der Patient reagiert sehr sensibel auf das Mittel.

Was ist eine Erstverschlimmerung?

Der Organismus ist aus dem Gleichgewicht geraten und nicht mehr in der Lage, eine völlige Heilung herzustellen. Durch die Gabe eines der Krankheit ähnlichem Arzneimittel werden die Symptome der Erkrankung verstärkt und es kommt zu einer sog. Erstverschlimmerung, wodurch der Heilungsprozess reaktiviert und nachhaltig verstärkt wird.

Der Eintritt der Wirkung ist je nach Erkrankung unterschiedlich. Manchmal kommt es nach einer einzigen Einnahme des richtigen Mittels zur sofortigen Besserung und im anderen Fall bedarf es Wochen. Generell gilt: Je besser ein Mittel dem Krankheitszustand entspricht, desto schneller und nachhaltiger ist der Heilerfolg.

Ist der Heilungsprozess einmal in Gang gekommen, darf er nicht mehr unterbrochen werden, indem man das Arzneimittel wechselt oder gar zusätzliche Mittel verabreicht. Erst wenn nach einer angemessenen Wartezeit sichergestellt ist, dass das Arzneimittel nicht wirkt oder die Beschwerden sich in eine falsche Richtung verlagert haben, muss neu repertorisiert werden.

Hat sich nach einer Erstverschlimmerung und der entsprechenden Heilungstendenz das ursprüngliche Krankheitsbild wieder eingestellt, darf hier mit gleichem Mittel wiederholt therapiert werden oder falls sich die Symptome verändert haben, auch ein Folgemittel eingesetzt werden…

Merke:
Das richtige Mittel zeigt immer eine Besserung des Zustandes sowohl körperlich als auch geistig.
Jede Wiederholung des Arzneimittels muss eine Besserung bringen. Sonst darf das Mittel nicht wiederholt werden.

Wie schnell wirken die in der Homöopathie eingesetzten Arzneimittel?

Dies hängt von der Natur der Krankheit ab, ob akut oder chronisch. Abhängig ist die Wirkung auch von der Konstitution des Patienten und von dem gegebenen Mittel. Arzneimittel brauchen je nach ihrer Eigenart verschieden lange Zeit, um ihre Wirkung auf den Organismus zu entfalten, oder andersherum betrachtet, reagiert der Organismus auf gewisse Arzneimittel sehr schnell, auf andere langsamer, was sich vor allem bei der Behandlung chronischer Krankheiten bemerkbar macht.

In akuten Fällen kann die Erleichterung der Beschwerden oft schon Minuten nach der Einnahme des Mittels spürbar sein und von der ersten Dosis des Mittels komplett geheilt werden.

Gibt es eine Placebo-Wirkung in der Homöopathie?

Der Homöopathie wird immer wieder vorgeworfen, sie arbeite nur mit Placebos, da in den höheren „Potenzierungen“ chemisch nichts mehr nachweisbar ist.

Es wäre sehr erfreulich, wenn die Homöopathie nur mit Placebos solche Heilungen vollbringen könnte. Das jahrelang mühsame Erlernen dieser wirkungsvollen Therapie wäre dann völlig überflüssig. Als Homöopath und Patient merkt man allerdings schnell, dass nicht viel passiert, wenn nicht das richtige Mittel gefunden worden ist, da nützt dann aller Glaube nichts.

Die Homöopathie wirkt auch bei Kindern, Bewusstlosen, Tieren und Pflanzen, welche man nicht mit Placebos beeindrucken kann. Es spricht auch gegen den Placebo-Effekt, dass man mit Homöopathie auch schwere akute Krankheiten wie Lungenentzündungen und Cholera heilen kann.

Selbst wenn es wahr wäre, dass Homöopathen nur mit Placebos arbeiten würden, müssten sich viele Kritiker dafür schämen, dass sie nicht in der Lage sind, mit Placebos ähnlich gute Therapieerfolge zuwege zu bringen.

Es gibt neuere Forschungsergebnisse u. a. aus der Biophysik (Uni Leipzig), die den Nachweis erbringen, dass von homöopathischen Mitteln eine Wirkung ausgeht, selbst wenn die Chemie nichts Stoffliches mehr in den Arzneimitteln findet.

Gibt es in der Homöopathie Tierversuche?

Es gibt definitiv keine Tierversuche in der Homöopathie.

Die Arzneien, die angewendet werden, wurden und werden von gesunden Freiwilligen am eigenen Leibe auf ihre Wirkungen hin beobachtet. Die Ergebnisse wurden dann sehr genau in homöopathischen Arzneimittellehren niedergeschrieben.

Diese Arzneimittellehren sind auch heute nach über 200 Jahren noch gültig und werden immer noch weiter ergänzt und erweitert, sowohl durch weitere Prüfungen wie auch durch die Erfahrungen bei der Anwendung der Arzneimittel.

Was ist eine 'Arzneimittelprüfung' und warum führt man diese durch?

Die Arzneimittelprüfung am Gesunden ist der 2. Grundsatz der Homöopathie. Hahnemann fand – zunächst in Selbstversuchen – heraus, dass jeder Stoff, wenn er von Gesunden eingenommen wird, bestimmte Beschwerden und Veränderungen im Befinden hervorruft. Diese Beschwerden sind kennzeichnend für die Wirkung des jeweiligen Stoffes.

So nahmen Hahnemann und seine Schüler Arzneistoffe selbst ein, bis sie an sich selbst Krankheitssymptome bemerkten und notierten sie sehr genau. Diese Sammlungen der Symptome verschiedener „Prüfer“ eines Arzneistoffes ergab so ein sehr genaues Bild des Wirkungsspektrums des Mittels, das man Arzneimittelbild nennt. Die Erkenntnisse aus Vergiftungsfällen spielen natürlich auch noch eine gewisse Rolle.

Ohne die Durchführung einer Prüfung könnte kein Arzneimittel nach den Gesetzen der Homöopathie angewandt werden, da man nur so erfahren kann, welche Art Veränderungen ein Stoff im Befinden eines Menschen auszulösen vermag.

Die Mittel werden nie an kranken Menschen angewendet, ohne vorher ein genaues Bild von ihrer Wirkung gewonnen zu haben. Übrigens klingen die Krankheitssymptome nach einer richtig durchgeführten Arzneimittelprüfung von selbst wieder ab, wenn man aufgehört hat, einen Stoff einzunehmen. Bis heute sind über 1000 verschiedene Arzneien mehr oder weniger gut geprüft. Es gibt Mittel, von denen man an die 3000 einzelne Symptome in den Arzneimittellehren finden kann.

Was kostet eine homöopathische Behandlung? Wird sie von den Krankenkassen erstattet?

Die Kosten für eine Behandlung sind relativ unterschiedlich. Sie belaufen sich für das Erstgespräch, in dem eine sehr genaue Befragung erfolgen muss (Erstanamnese – zwischen einer und drei Stunden), auf ca. CHF 144.– bis CHF 432.–. Nach vier bis sechs Wochen folgt in der Regel die erste Folgeanamnese, die je nach Zeitdauer (1/2 bis 1 Stunde) zwischen CHF 72.– und CHF 144.– kosten dürfte. Oft genügt später auch nur noch ein kurzer Telefonanruf von Seiten des Patienten. Die zeitlichen Abstände werden eher grösser werden. Die Kosten für Arzneimittel sind dabei verschwindend gering.

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel im Rahmen der Zusatzversicherung (je nach Krankenkasse) bis zu 80% der Kosten. Am Besten ist es direkt bei der Krankenkasse nachzufragen, inwieweit sie eine homöopathische Behandlung erstattet.

Unter „Kosten und Krankenkassen“ und dann unter „Krankenkassen“ finden Sie ein entsprechendes Kosten-Beispiel.

Gibt es auch andere Behandlungswege als die Homöopathie, die zu wirklicher Heilung führen?

Selbstverständlich sollte man nie so vermessen sein, zu glauben, die Homöopathie sei der einzig mögliche Weg zu Heilung. Die Homöopathie Hahnemanns hat die Gesetze der Natur schliesslich nicht gepachtet. Hahnemann erkannte die Gesetzmässigkeiten, die es der Homöopathie durch ihre Anwendung ermöglichen, auf die „Lebenskraft“ eines Menschen heilend Einfluss zu nehmen.

Als Therapiemethode dürfte die Akupunktur der Homöopathie wohl am nächsten verwandt sein, auch sie geht weit über das materialistische Denken hinaus und vermutet Krankheitsursachen nicht im stofflichen Bereich usw.

Die Schulmedizin unserer Zeit ist trotz aller schätzenswerter Fortschritte bis heute nicht in der Lage, chronische Krankheiten wirklich zu heilen, sondern kann höchstens Linderung verschaffen. Vollständige Heilung ist natürlich auch nicht immer möglich, z. B. nach der Entfernung von Organen. So ist es z. B. nach Entfernung der Schilddrüse unverzichtbar, Schilddrüsenhormone einzunehmen (Substitutionstherapie). Auch ist es manchmal nötig, Symptome zu behandeln ohne damit die Ursache beseitigen zu können (sog. palliative Behandlung oder Palliation).

In vielen Fällen kann man die zugrunde liegende Verstimmung der Lebenskraft trotz nötiger schulmedizinischer Therapie parallel homöopathisch behandeln und damit den Gesundheitszustand deutlich verbessern. Oft geht das so weit, dass man Medikamente, die der Patient vorher brauchte, um ein halbwegs erträgliches Leben zu führen, in reduzierter Dosis oder nicht weiter benötigt.  

Eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Homöopathie wäre sehr wünschenswert.

Dosierung und Beurteilung der Arzneiwirkung

Grundsätzlich gilt für jede Dosierung: Die Arzneimenge und/oder die Häufigkeit der Arzneieinnahme nicht nach eigenem Gutdünken erhöhen.

Die Ansicht „Viel hilft viel“ und „Je häufiger eingenommen, desto besser und schneller werde ich gesund“ trifft in der Homöopathie nicht zu. Wer so handelt, wird eher das Gegenteil bewirken.

Sie können sichergehen, dass die Arzneiwahl richtig war, wenn die zentralen Beschwerden umgehend nach der Einnahme oder in den folgenden Stunden weniger werden. Bei akuten Beschwerden kann es einige Tage dauern bis diese nachlassen und die Besserung auch anhält.

Häufig ist das erste Anzeichen einer guten Mittelwirkung, dass Sie sich geistig oder seelisch frischer oder kräftiger fühlen. Das tritt häufig schon ein, bevor die leidigen Beschwerden nachlassen, beispielsweise bei Erkältungskrankheiten.

Ihre Arznei bringt eine anfängliche Besserung der Beschwerden, dann stagniert der Heilungsverlauf. Nehmen Sie die Arznei weiterhin ein. Warten Sie einen Tag, längstens zwei Tage ab und beobachten Sie genau, ob nicht doch noch eine Besserung eintritt. Andernfalls suchen Sie Ihren Homöopathen auf. Wenn es Ihnen nach anfänglicher Besserung schon bald wieder schlechter geht, war die Arznei nicht die passende.

Wie ist es mit Impfen?

Quelle: Prof. Dr. med. Walter Köster ist Professor für Homöopathie an der Universität von Sevilla. In Frankfurt/Main hat er ausserdem eine eigene Praxis. Er ist Autor mehrerer Fach- und Sachbücher im Bereich der Homöopathie.

Es gibt inzwischen viele Beweise, welche die Wirksamkeit, den Sinn und die Sicherheit von Impfungen in Frage stellen.

Impfungen selbst sind keine homöopathische Methode. Man mag zunächst denken, dass Impfungen der Homöopathie ähnlich sind. Schliesslich versuchen beide mit etwas, das aus Krankheitsstoffen gewonnen wird, Krankheiten vorzubeugen. Doch bleibt bei der Klassischen Homöopathie bei den üblichen Hochpotenzen kein Krankheitsmaterial mehr in der Arznei, das wäre hier unerwünscht. Die Impfung führt hingegen gezielt Krankheitsmaterial in den Körper. Der Organismus des Kranken soll sich dagegen wehren lernen. Er soll sich dieses Gelernte merken, um im Falle eines Befalles mit dieser Krankheit bereit zur Abwehr zu sein.

Die Anwendung der Klassischen Homöopathie zeigt jedoch, dass Infekte nicht jeden befallen, sondern nur bestimmte Kranke. Das beweist die erfolgreiche Therapie beispielsweise von Mandel- und Ohrenentzündungen bei Kindern, bei denen der kundige klassisch-homöopathische Arzt fast niemals ein Antibiotikum braucht. Er gibt nur dem Kind die klassisch-homöopathisch passende Arznei und braucht sich dann um die Bakterien erstaunlicherweise nicht mehr zu kümmern. Die Ohrenentzündung klingt reizlos ab, der bakterielle Befall verschwindet. Und kommt seltener oder nicht mehr wieder. Hier wirkt das homöopathische Arzneimittel wie eine Impfung.

Sollte man als Klassischer Homöopath also die Impfung ablehnen? Ja, wenn wir ganz sicher wären, dass wir mit der Klassischen Homöopathie 100% heilen können. Das sind wir aber nicht. Gerade bei den seltenen Krankheiten wie Poliomyelitis und Tetanus gibt es keine erfahrenen Klassischen Homöopathen – Erfahrung setzt wiederholte Behandlung voraus. Also ist die Antwort so nicht zu geben.

Also nein? Impfungen nicht ablehnen? Das würde wohl auch kaum einer der Klassischen Homöopathen locker tun. Warum?

Es gibt zum Einen die, für einen jahrzehnte lang als Hausarzt tätigen Arzt wie mich (Prof. W. Köster) unübersehbare Tatsache, dass Komplikationen von Impfungen nur dann gemeldet werden, wenn sie zu den schon bekannten gehören. Andere Umstände und Krankheiten werden auch dann, wenn sie in Zusammenhang mit einer Impfung heftig auftreten, immer wieder als Zufälle abgetan. Die meisten Impfschäden werden nie als solche erkannt oder gemeldet, weil sie erst Wochen oder Monate nach der Impfung auftreten. Die Liste der vermuteten Impfschäden ist lang und umfasst u. a. Autoimmunkrankheiten, Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen und Verhaltensstörungen.

Das verunsichert Patienten wie aufmerksame Wissenschaftler. Um das für die Zukunft auszuschliessen, fehlt uns die Sicherheit einer Studie, die alle, wirklich alle möglichen Langzeitfolgen nach Impfungen mit einbezieht, nicht nur die erwartbaren. Das ist leider unüblich und wohl wegen des Aufwandes nahezu unbezahlbar. Aber genau diese wäre notwendig, wollen wir die Wahrheit über Impfungen wissen. Mit einer Nachbeobachtung von mindestens einer Generation, also 25 Jahren. Vielleicht wird eines Tages angesichts der zunehmend unbezahlbaren Kosten unserer chronischen Krankheiten diese nachforschende Arbeit doch in Angriff genommen?

Warum erwarten wir denn grundsätzlich negative Impffolgen aus der Sicht der Klassischen Homöopathie? Weil wir erkennen müssen, dass jede Lokalmassnahme wie eine Salbe an einer Stelle regelmässig wie eine Antwort eine Reaktion an einer anderen Stelle nach sich zieht. Eine Impfung müsste dann zwar die eine Krankheit verdrängen, dafür aber eine andere begünstigen.

Sie können sich das nicht vorstellen? Wenn Sie Krankheitsverläufe beobachten, sehen Sie immer wieder, wie nach einem weggesalbten Hautausschlag Störungen an inneren Schleimhäuten erscheinen. Pingpong-Effekt nennen das manche. Es bestätigt sich, dass eine Krankheit einen Sinn hat, wie einen Hintergrund, der sich nicht verdrängen lässt, sondern in einer anderen Form wieder erscheint. Wir leben unübersehbar in einer Krankheit etwas aus, das wir sonst nicht leben – und das lässt sich nicht totschlagen, ohne dass wir uns totschlügen. Also erscheint es, solange wir leben, ohne den in der Krankheit sich äussernden Aspekt zu leben, in anderer Form wieder. Die Traditionelle Chinesische Medizin, die Mutter der Akupunktur, weiss das bereits seit Tausenden von Jahren.

Wenn wir diesen Umstand bezüglich der Impfungen bedenken, könnten wir fordern, dass die Kinder lieber statt den Impfungen diese Krankheiten erleben und klassisch-homöopathisch behandelt bekommen sollten. Dabei müssen wir aber in Betracht ziehen, dass die Krankheiten, gegen die wir impfen, oft sehr schwer sind. Wollen wir für diese schweren Krankheiten nicht lieber eine Verdrängung und eine andere Beschwerde oder Krankheit in Kauf nehmen?

Nun, zum Einen sind nach meinen Erfahrungen (Prof. Köster) bestimmte Krankheiten wie Masern, Mumps und Keuchhusten auffallend gut klassisch-homöopathisch behandelbar. Zum anderen zeigt sich in der täglichen Behandlung, dass aus Verdrängungen fast regelmässig schwerere Krankheiten als die ursprüngliche resultieren.

Was also tun?

Leider scheint es zum heutigen Zeitpunkt keine klare Antwort zu geben. Die Gefahren der Impfungen sind aus der Klassisch-homöopathischen Sicht unübersehbar. Sie zu ersetzen durch eine in Deutschland flächendeckend erstklassige Homöopathie ist aber derzeit auch nicht in Sicht. Was rate ich den Eltern heute?

Fragen Sie Ihren Klassisch Homöopathischen Arzt, ob Ihr Kind angesichts seiner in der Anamnese erhobenen Daten ein Impfrisikokind ist. Er kann das aus den für das Kind in Frage kommenden Arzneien deutlich ersehen. Dann lassen Sie, solange das der Fall ist, die Finger von Impfungen. Das gleiche gilt nach Impfreaktionen bei diesem Kind. Ist das nicht der Fall, scheinen mir nach meinem derzeitigen Kenntnisstand (Prof. Köster) die Fakten so unsicher, dass eine sicher begründbare Stellungnahme für die eine oder andere Seite nicht möglich ist.

Sie müssen also leider selbst abwägen, obwohl Sie keine Fachleute sind. In einer solchen Situation sollte Ihr Arzt hinter Ihnen stehen, egal, für welche der beiden Möglichkeiten Sie sich entscheiden. Die Zukunft wird – hoffentlich in wenigen Jahren – Klärung erbringen. Ich hoffe, dass die Entwicklung der Klassischen Homöopathie und die Ausbildung darin solche Fortschritte machen wird, dass die Impfungen in absehbarer Zeit überflüssig werden.

Standard-Selbstbefragung

Mit homöopathischen Mitteln können Sie Ihre Beschwerden gezielt behandeln. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich ein genaues Bild von den Beschwerden machen; je deutlicher Ihr Beschwerdenbild bei der Mittelwahl, desto sicherer werden Sie zu Ihrem Mittel finden.

Lesen Sie die Fragen der folgenden ‚Standard- Selbstbefragung‘ vor der Selbstbehandlung aufmerksam durch und beantworten sie diese möglichst umfassend.

Gibt es eine eindeutig erkennbare Ursache
für meine Beschwerden?

  1. Wie würde ich meine Beschwerden beschreiben? Wie fühlen sie sich an?
  2. An welcher Stelle genau sind die Beschwerden?
  3. Wohin wandern sie? – Wohin strahlen sie aus?
  4. Wann, zu welcher Zeit sind meine Beschwerden am schlimmsten?
  5. Was tut mir nicht gut?
  6. Habe ich mich während meiner Krankheit verändert?
  7. Was mag ich, was kann ich nicht „ausstehen“? <
  8. Was tut mir gut? – Was kann ich tun, um meine Beschwerden zu lindern?
  9. Gibt es ausser meinen Beschwerden andere Symptome?
  10. Wie fühle ich mich seitdem ich krank bin?

Selbstbehandlung und deren Grenzen

Selbstbehandlung

Bei der Selbstbehandlung sollte man möglichst nur niedrige Potenzen verwenden, also z.B. D4, D6. Höhere Verdünnungen etwa ab D30 sollten hinsichtlich der psychischen Wirkung nicht eigenmächtig genommen werden. Wie am Gesunden auch, kann das falsch gewählte Mittel beim Kranken durchaus unerwünschte Folgen haben, deshalb bedenken Sie: Keine unnötigen Eigenmedikationen.

Grenzen der Selbstbehandlung

Manchmal kann bis zur endgültigen Heilung einer Krankheit die Einnahme einer zweiten oder sogar dritten Arznei notwendig werden. Dieses kommt u.a. bei entzündlichen Erkrankungen vor: Die erste Arznei hat eine zeitlang gut gewirkt, plötzlich treten jedoch ganz andere Beschwerden auf. In diesem Fall muss die Zeit abgewartet werden, bis ein neues Beschwerdenbild entstanden ist. Erst dann wird auch die neue Arznei bestimmt. Diese Behandlung sollten Sie sich aber nur dann zutrauen, wenn Sie im Umgang mit homöopathischen Arzneien schon geübt sind

Wählen Sie eine zweite Arznei nur dann, wenn Sie sich wirklich sicher sind. Blosses Ausprobieren von Arzneien kann den Krankheitsverlauf komplizieren und die Heilung hinauszögern.

Einnahme des Arzneimittels

Ein homöopathisches Mittel sollte nicht vor oder nach dem Essen eingenommen werden. Lassen Sie Tabletten, Globuli oder Tropfen auf der Zunge zergehen, damit sie von den Mundschleimhäuten aufgenommen werden können.

Alle Medikamente, die Ihnen in anderem Zusammenhang verschrieben worden sind, müssen Sie weiter einnehmen – es kommt nicht zu Unverträglichkeiten durch homöopathische Mittel.

Andererseits ist es jedoch möglich, dass Ihre homöopathische Arznei durch die verordneten Medikamente in ihrer Wirkung abgeschwächt wird, sich auch in manchen Fällen gar nicht erst entfaltet.

Keinesfalls sollten Sie die Wirkung Ihrer homöopathischen Arznei durch eine zusätzliche Selbstmedikation mit anderen Mitteln gefährden, auch nicht in Form pflanzlicher Präparate. Bitte behandeln Sie sich niemals mit mehreren homöopathischen Mitteln gleichzeitig, wenn dies nicht ausdrücklich angegeben wird.

Was Sie nicht tun sollten:

Unbedingt auf die Anwendung von kampferhaltigen Substanzen, wie z.B. Vicks, Pulmex, Migränestifte und ätherische Öle verzichten; auch niemanden damit einreiben. Die Wirkung des homöopathischen Arzneimittels kann dadurch aufgehoben, oder deutlich abgeschwächt werden.

Aus diesem Grunde sollten auch während der Dauer einer konstitutionellen Behandlung, ohne Rücksprache mit dem Homöopathen, kein anderes Arzneimittel eingenommen werden (auch keine naturheilkundlichen Produkte).

  • keine Hustenbonbons (Pfefferminz, Menthol)
  • keine Saunaaufgüsse mit ätherischen Ölen
  • keine mentholhaltige Zahnpasta
  • kein Kaffee, Espresso, Cappuccino